Anubis Papillon Artisan Perfumes 2012
38
Top Rezension
Der Schmetterling mit den ledrigen Flügeln
Sternenzeit 2367, wir nähern uns einer neuen unbekannten Galaxie im Auftrag der planetarischen Union. Was wird uns auf dieser neuen Reise erwarten, welche Mysterien werden wir entdecken und welche Rätsel gilt es zu lösen? Der Abschied von Frau und Kindern war wie immer schwer, wird immer schwerer denn unsere Rückkehr wird wie immer ungewiss sein. Womöglich ergeht es uns irgendwann wie einst Odysseus....
„Piep-piep-piep! Bitte werfen Sie zwei Euro ein damit das Sternenspektakel weitergeht! Piep-piep-piep!“
„Blödes Ding!“, fluchte Wolle, trat einmal kräftig gegen den Automaten, welcher leider stabiler als sein Fuß war. Er fluchte ungeniert und lauthals weiter, einige Eltern drehten sich schnell zu ihren Kindern um, hielten diesen die Ohren zu und die Security dieses Spielparadieses für vornehmlich Kinder und Jugendliche eilte zu Wolle. Dieser wurde anschließend zur Tür hinaus geleitet.
Draußen auf dem Parkplatz stieg er auf seine Maschine und fuhr zu Hotte. Seine Frau und Kinder waren für eine Woche auf Familienbesuch, was sturmfrei für die Crew von Wolles Eleven bedeutete. Wolle freute sich auf jeden Menge Bier und Fleisch, sein Magen schien bereits vor Vorfreude zu jauchzen und die Kutte bedenklich zu spannen. Überdies hatte ihm sein Sohn aus dem letzten Spanienurlaub einen Lederduft mitgebracht, der ihm sehr gefiel. Anubis hieß dieser Duft aus einer kleinen Parfumerie in Andalusien erworben. Anubis, Ägyptischer Gott der Totenrituale, das gefiel Wolle. Auch, das jemand aus einem Forum für Parfumfreunde den Duft als Mumienduft bezeichnete. Das wirkte für ihn mystisch. Dieser jemand, der sich nach einer osmanischen Kleinstadt benannte oder alternativ nach einem osmanischen Krummsäbel, das war Wolle sympathisch. Den Anubis würde er gleich in der Runde vorstellen.
Später in der großen Runde, es ging bereits sehr gesellig zu, ergriff Wolle dann das Wort: „hört mal, ich hab heute wieder ein feines Düftchen für euch! Das....“ plötzlich klingelte Wolles Handy: „Lollipop lollipop
Oh lolli lolli lolli, lollipop, lollipop
Oh lolli lolli lolli, lollipop, lollipop
Oh lolli lolli lolli, lollipop.“
„Äh....war sicher meine Frau....also das mit dem Klingelton....“, Betrieb Wolle Schadensbegrenzung aber das Gelächter war bereits groß. „Jetzt beruhigt euch mal und hört mir zu und testet den Flakon hier mal!“
Wolle reichte Anubis herum.
„Ich weiß nicht...mir fehlt da was, ehrlich gesagt. Der riecht mir...ja...da fehlt....Gin oder Whiskey oder so“, schloss Udo sein Statement. „Schwierig.“ „Udo, das ist so und das ist gut so. Hör mal auf mit deinen Schnapslederdüften.“
Tief in Udo zerbrach etwas, er summte leise „Allein, allein“ vor sich hin. Doch die anderen fuhren weiter fort mit dem Testen und besprechen wobei es schon vorkam dass der ein oder andere Bier und Flakon zu verwechseln drohte. „Splashflakon?“, hörte man nicht nur ein Mitglied von Hernes berüchtigtstem Motorradclub vor sich hin murmeln.
„Wolle, wo hat dein Junge das Zeug denn her? Ist ja der Wahnsinn, wie das duftet! So aromatisch und dabei so direkt!“
„mit Message, kernige Ansage aber dabei so charmant!“
„Ja genau, was mit Charakter! Selbst beim Weihrauch verändert sich seine Art nicht sondern bleibt ersichtlich. Der Kardamom wirkt mir auch höherwertiger als beim 1881 Signature“
„Natürlich ist das so, Totti! Dafür kostet der Spaß auch deutlich mehr. Für weniger Inhalt.“
Alle waren sich einig, Anubis war für jeden ersichtlich ein stringent-exquisiter Duft. Den man sich leisten können muss, weswegen man den Preis in Bierkästen umrechnete. Uwe fiel die Note auf, die das Leder so geschmeidig aber nicht hell wirken ließ. „Riecht ja wie bei meiner Maria in der Küche, dieses Safran und Kardamom gemischt!“ alle nickten ihm zu, das war so wahrnehmbar und besaß leichte indische Gewürztee-Anklänge.
—————————————————————
Anubis von Papillon Artisan ist der beste Lederduft den ich in letzter Zeit testen durfte, was einen Zeitraum von sicherlich vielen Monaten meint und ich - der ein oder andere weiß es - nun etwas häufiger Lederdüfte teste. Er ist elegant, ist im Leder recht klar und intensiv aber ohne in derbe Gefilde hinabzurutschen. Anubis ist nicht laut, er ist wohldosiert in seiner Wirkung. Er beginnt mit intensivem und hochwertigem Leder, welches nicht dreckig daherkommt sondern äußerst filigran, dabei aber schwerer duftet als sonstige Leder. Keine Frage, das Kardamom in Kombination mit dem Safran lässt das Leder würzig-aromatisch erscheinen. Pfeffer tut, was Pfeffer eben tut und Neroli schwingt sublim mit. Das führt zu einem äußerst würzig-klaren und erhabenen Leder. Rose nehme ich nicht wahr, wird aber dazu beitragen, dass Anubis weiterhin spannend und aufregend bleibt.
Im Kern vermischt sich dieses Leder mit dem Weihrauch, was jedoch nicht in allzu rauchige und derbe Gefilde sukzessive abgleitet, da das Sandelholz mit seiner Cremigkeit diesen Umstand verhindert und so der Fokus auf dem Leder bleibt. Erhaben und klar (meine Güte, wie oft repetiere ich das hier) dabei trocken aber nicht knochentrocken.
Kurzum: Einer der besten Lederdüfte, welche ich in letzter Zeit testen durfte und welcher sehr bald erworben wird.
„Piep-piep-piep! Bitte werfen Sie zwei Euro ein damit das Sternenspektakel weitergeht! Piep-piep-piep!“
„Blödes Ding!“, fluchte Wolle, trat einmal kräftig gegen den Automaten, welcher leider stabiler als sein Fuß war. Er fluchte ungeniert und lauthals weiter, einige Eltern drehten sich schnell zu ihren Kindern um, hielten diesen die Ohren zu und die Security dieses Spielparadieses für vornehmlich Kinder und Jugendliche eilte zu Wolle. Dieser wurde anschließend zur Tür hinaus geleitet.
Draußen auf dem Parkplatz stieg er auf seine Maschine und fuhr zu Hotte. Seine Frau und Kinder waren für eine Woche auf Familienbesuch, was sturmfrei für die Crew von Wolles Eleven bedeutete. Wolle freute sich auf jeden Menge Bier und Fleisch, sein Magen schien bereits vor Vorfreude zu jauchzen und die Kutte bedenklich zu spannen. Überdies hatte ihm sein Sohn aus dem letzten Spanienurlaub einen Lederduft mitgebracht, der ihm sehr gefiel. Anubis hieß dieser Duft aus einer kleinen Parfumerie in Andalusien erworben. Anubis, Ägyptischer Gott der Totenrituale, das gefiel Wolle. Auch, das jemand aus einem Forum für Parfumfreunde den Duft als Mumienduft bezeichnete. Das wirkte für ihn mystisch. Dieser jemand, der sich nach einer osmanischen Kleinstadt benannte oder alternativ nach einem osmanischen Krummsäbel, das war Wolle sympathisch. Den Anubis würde er gleich in der Runde vorstellen.
Später in der großen Runde, es ging bereits sehr gesellig zu, ergriff Wolle dann das Wort: „hört mal, ich hab heute wieder ein feines Düftchen für euch! Das....“ plötzlich klingelte Wolles Handy: „Lollipop lollipop
Oh lolli lolli lolli, lollipop, lollipop
Oh lolli lolli lolli, lollipop, lollipop
Oh lolli lolli lolli, lollipop.“
„Äh....war sicher meine Frau....also das mit dem Klingelton....“, Betrieb Wolle Schadensbegrenzung aber das Gelächter war bereits groß. „Jetzt beruhigt euch mal und hört mir zu und testet den Flakon hier mal!“
Wolle reichte Anubis herum.
„Ich weiß nicht...mir fehlt da was, ehrlich gesagt. Der riecht mir...ja...da fehlt....Gin oder Whiskey oder so“, schloss Udo sein Statement. „Schwierig.“ „Udo, das ist so und das ist gut so. Hör mal auf mit deinen Schnapslederdüften.“
Tief in Udo zerbrach etwas, er summte leise „Allein, allein“ vor sich hin. Doch die anderen fuhren weiter fort mit dem Testen und besprechen wobei es schon vorkam dass der ein oder andere Bier und Flakon zu verwechseln drohte. „Splashflakon?“, hörte man nicht nur ein Mitglied von Hernes berüchtigtstem Motorradclub vor sich hin murmeln.
„Wolle, wo hat dein Junge das Zeug denn her? Ist ja der Wahnsinn, wie das duftet! So aromatisch und dabei so direkt!“
„mit Message, kernige Ansage aber dabei so charmant!“
„Ja genau, was mit Charakter! Selbst beim Weihrauch verändert sich seine Art nicht sondern bleibt ersichtlich. Der Kardamom wirkt mir auch höherwertiger als beim 1881 Signature“
„Natürlich ist das so, Totti! Dafür kostet der Spaß auch deutlich mehr. Für weniger Inhalt.“
Alle waren sich einig, Anubis war für jeden ersichtlich ein stringent-exquisiter Duft. Den man sich leisten können muss, weswegen man den Preis in Bierkästen umrechnete. Uwe fiel die Note auf, die das Leder so geschmeidig aber nicht hell wirken ließ. „Riecht ja wie bei meiner Maria in der Küche, dieses Safran und Kardamom gemischt!“ alle nickten ihm zu, das war so wahrnehmbar und besaß leichte indische Gewürztee-Anklänge.
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Anubis von Papillon Artisan ist der beste Lederduft den ich in letzter Zeit testen durfte, was einen Zeitraum von sicherlich vielen Monaten meint und ich - der ein oder andere weiß es - nun etwas häufiger Lederdüfte teste. Er ist elegant, ist im Leder recht klar und intensiv aber ohne in derbe Gefilde hinabzurutschen. Anubis ist nicht laut, er ist wohldosiert in seiner Wirkung. Er beginnt mit intensivem und hochwertigem Leder, welches nicht dreckig daherkommt sondern äußerst filigran, dabei aber schwerer duftet als sonstige Leder. Keine Frage, das Kardamom in Kombination mit dem Safran lässt das Leder würzig-aromatisch erscheinen. Pfeffer tut, was Pfeffer eben tut und Neroli schwingt sublim mit. Das führt zu einem äußerst würzig-klaren und erhabenen Leder. Rose nehme ich nicht wahr, wird aber dazu beitragen, dass Anubis weiterhin spannend und aufregend bleibt.
Im Kern vermischt sich dieses Leder mit dem Weihrauch, was jedoch nicht in allzu rauchige und derbe Gefilde sukzessive abgleitet, da das Sandelholz mit seiner Cremigkeit diesen Umstand verhindert und so der Fokus auf dem Leder bleibt. Erhaben und klar (meine Güte, wie oft repetiere ich das hier) dabei trocken aber nicht knochentrocken.
Kurzum: Einer der besten Lederdüfte, welche ich in letzter Zeit testen durfte und welcher sehr bald erworben wird.
21 Antworten


Aber…
Nennt man einen Schmetterling mit ledrigen Flügeln nicht eigentlich Fledermaus?
Klasse am Anubis fand ich, dass er mal nicht auf den typischen Tuscan Leather Zug aufgesprungen ist und auch generell sind die Papillon`s durchweg gelungen. Anubis passte aber leider nicht zu mir. ;-)
Douglas-Adams-Pokal
Und Dank für die gewohnt gekonnte Rockerunterhaltung und Lederanneliese.