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Top Rezension
Eine Insel mit Bergen
Die Massen an Touristen sind weg Anfang September. Man ist nicht allein, aber man hat Platz, Ruhe kehrt ein. Die Temperarturen sind immer noch hoch, es ist trocken, vertrocknet gar. Aber die Pinien spenden Schatten und eine frische Brise weht hier unten, nahe am Meer, bringt Gerüche von Kräutern und Harzen und den reifen Beeren der Myrte. Weiter oben in den Bergen wird es karg. Das Gras zu Stroh geworden, die Blumen getrocknet und bald leistet nur noch die Macchia Gesellschaft. Dornenbewehrt lädt sie nicht zum Verweilen ein. Also geht es wieder hinab, zum Strand, zum Sonnenuntergang. Die letzten Strahlen genießen sich am besten mit einem Glas Wein. Salute!
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Eau de Gloire ist für mich ein Erinnerungsduft. Erinnerungen an eine Reise kurz nach dem Abitur, als ich mit einem Freund in seinem VW-Bus einen Monat auf Sardinien herumgetuckert bin. Und auch wenn Eau de Gloire aus der Collection L'Héritage Corse ist, denke ich, das macht nicht so viel unterschied, Korsika ist ja nahe.
Der Duft startet mit deutlichem Mastixharz: süßlich, würzig, grün, ein bisschen gummiartig. Dabei ist er auch frisch und leicht fruchtig, wobei die Zitrusfrüchte sich eher im Hintergrund halten. Für mich schwingt auch etwas zwar nicht direkt Feuchtes, aber doch leicht süffiges mit, wohl von den Harzen und vielleicht auch etwa von der Myrte, die man hier mehr erahnt als erkennt. Der Eindruck verfliegt allerdings recht schnell, trocknet in der mediterranen Sonne in dem Maße weg, in dem sich die Immortelle bemerkbar macht. Sie gibt sich strohig, trocken, würzig und auch leicht blumig, jedoch nicht harsch oder medizinisch. Das liegt zum einen sicher an den Harzen, hier jetzt vor allem Weihrauch und Zistroseharz (aka Labdanum), zum anderen aus jetzt auch besser wahrnehmbaren frischen Noten, die sich mir allerdings nicht so deutlich erschließen (Neroli, Rosmarin, Bergamotte machen aber Sinn). Etwas Moos ist auch erkennbar. Zur Basis hin wird es weniger frisch, dafür harziger, würziger und insgesamt etwas dunkler. Der Duft bleibt dabei aber immer relativ sanft, zumindest für einen Duft, in dem die Immortelle eine wesentliche Rolle spielt. Kein Vergleich zu The Afternoon of a Faun oder auch nur Ganymede, bei dem ich die Immortelle als, teilweise wesentlich (Faun), harscher empfinde. Dabei hilft es sicher auch, dass Eau de Gloire recht zurückhaltend ist.
Napoleon Bonaparte, der bekanntlich auf Korsika geboren wurde und seine Jugend dort verbrachte, bevor er sich den Rest Europas genauer angeschaut hat, behauptete, er könne Korsika mit verbundenen Augen am Duft erkennen. Zumindest soll er das gesagt haben, wenn auch auf einer anderen Insel, in einem anderen Meer, auf der er nicht ganz freiwillig war, aber sind wir ehrlich, verdient hatte er es. Vielleicht kannte Marc-Antoine Corticchiato die Geschichte und hat deshalb einen Duft kreiert, der wie Korsika duftet. Ich kann es nicht beurteilen, war leider noch nie dort, finde aber Eau de Gloire passt auch ganz wunderbar auf Korsikas südliche Nachbarin. Oder natürlich auch gerne in unsere Breitengrade, gerade jetzt, wo endlich der Frühling vor der Tür steht.
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Ein kurzer Vergleich noch zum Immortelle Corse, den anderen Immortellen-Duft aus der Collection L'Héritage Corse (die übrigens allgemein sehr empfehlenswert ist): beim Immortelle Corse finde ich die Immortelle mehr noch in den Mittelpunkt gerückt, sie ist auch etwas herber, inkl. einer Spur von Maggi, dabei aber trotzdem sanft. Er ist auch frischer, nicht zuletzt durch das Eichenmoos. Als Parfum finde ich Immortelle Corse ein wenig besser, allerdings erweckt er keine Erinnerungen an Landschaften, gleich wo.
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Eau de Gloire ist für mich ein Erinnerungsduft. Erinnerungen an eine Reise kurz nach dem Abitur, als ich mit einem Freund in seinem VW-Bus einen Monat auf Sardinien herumgetuckert bin. Und auch wenn Eau de Gloire aus der Collection L'Héritage Corse ist, denke ich, das macht nicht so viel unterschied, Korsika ist ja nahe.
Der Duft startet mit deutlichem Mastixharz: süßlich, würzig, grün, ein bisschen gummiartig. Dabei ist er auch frisch und leicht fruchtig, wobei die Zitrusfrüchte sich eher im Hintergrund halten. Für mich schwingt auch etwas zwar nicht direkt Feuchtes, aber doch leicht süffiges mit, wohl von den Harzen und vielleicht auch etwa von der Myrte, die man hier mehr erahnt als erkennt. Der Eindruck verfliegt allerdings recht schnell, trocknet in der mediterranen Sonne in dem Maße weg, in dem sich die Immortelle bemerkbar macht. Sie gibt sich strohig, trocken, würzig und auch leicht blumig, jedoch nicht harsch oder medizinisch. Das liegt zum einen sicher an den Harzen, hier jetzt vor allem Weihrauch und Zistroseharz (aka Labdanum), zum anderen aus jetzt auch besser wahrnehmbaren frischen Noten, die sich mir allerdings nicht so deutlich erschließen (Neroli, Rosmarin, Bergamotte machen aber Sinn). Etwas Moos ist auch erkennbar. Zur Basis hin wird es weniger frisch, dafür harziger, würziger und insgesamt etwas dunkler. Der Duft bleibt dabei aber immer relativ sanft, zumindest für einen Duft, in dem die Immortelle eine wesentliche Rolle spielt. Kein Vergleich zu The Afternoon of a Faun oder auch nur Ganymede, bei dem ich die Immortelle als, teilweise wesentlich (Faun), harscher empfinde. Dabei hilft es sicher auch, dass Eau de Gloire recht zurückhaltend ist.
Napoleon Bonaparte, der bekanntlich auf Korsika geboren wurde und seine Jugend dort verbrachte, bevor er sich den Rest Europas genauer angeschaut hat, behauptete, er könne Korsika mit verbundenen Augen am Duft erkennen. Zumindest soll er das gesagt haben, wenn auch auf einer anderen Insel, in einem anderen Meer, auf der er nicht ganz freiwillig war, aber sind wir ehrlich, verdient hatte er es. Vielleicht kannte Marc-Antoine Corticchiato die Geschichte und hat deshalb einen Duft kreiert, der wie Korsika duftet. Ich kann es nicht beurteilen, war leider noch nie dort, finde aber Eau de Gloire passt auch ganz wunderbar auf Korsikas südliche Nachbarin. Oder natürlich auch gerne in unsere Breitengrade, gerade jetzt, wo endlich der Frühling vor der Tür steht.
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Ein kurzer Vergleich noch zum Immortelle Corse, den anderen Immortellen-Duft aus der Collection L'Héritage Corse (die übrigens allgemein sehr empfehlenswert ist): beim Immortelle Corse finde ich die Immortelle mehr noch in den Mittelpunkt gerückt, sie ist auch etwas herber, inkl. einer Spur von Maggi, dabei aber trotzdem sanft. Er ist auch frischer, nicht zuletzt durch das Eichenmoos. Als Parfum finde ich Immortelle Corse ein wenig besser, allerdings erweckt er keine Erinnerungen an Landschaften, gleich wo.
42 Antworten
Gerade die Harze haben mir hier recht gut gefallen als Kontrapunkt.
Am liebsten gleich nach Sardinien oder auch Korsika beamen!
Sehr anschaulich beschrieben!
Mir wäre der Gute zu sanft, noch dazu als EdP…
Bisschen mehr Napoleon im Duft wäre kein Fehler !! 💪
Un wonach riecht Napoleon? Kleiner dicker Mann? 😉
Aber Du hast meine Reiselust geweckt 😀
Erinnerungsdüfte zeigen uns : Zeit ist flüssig.
Ich mag Immortelle gerne.
Alles Liebe Moritz