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Rezensionen
1 - 5 von 99
Puuuuh....
Mein erster Eindruck nach dem Testsprüher auf das Handgelenk war durchaus positiv, also beschloss ich, den Duft ausführlich an Hals und Nacken zu testen. 6 Sprühstöße? Aaaach, der Proben-Flakon ist doch eh so winzig, was solls....

AL. TER. SCHWE. DE.

Einmal aufgetragen, bekam ich direkt die volle Breitseite der Monster-Sillage dieses Biests in die Nase. Das Zeug schafft es, die halbe Stadt in eine Duftwolke zu hüllen!

Der Duft beginnt mit einer sehr intensiven, süß-rauchigen Gewürznote, untermauert von einem dezenten Ingwer. Im weiteren Verlauf entwickelt er sich immer mehr zu Tony Iommi Monkey Special, wobei letzterer eher in die alkoholisch-boozige Richtung geht und Oud Zarian eher süß/"jugendfrei" bleibt. Der Drydown ist geprägt von Myrrhe und Sandelholz. Hier bekomme ich dezente Kirchenvibes, wobei mich das weniger stört als bspw. bei This Is Him!. Das vielzitierte und namensgebende Oud spielt interessanterweise eine sehr untergeordnete, kaum erkennbare Rolle. Ich persönlich weiß das sehr zu schätzen, da ich ja ohnehin kein Oud-Freund bin. Ich bin mir aber sicher, dass einige Oud-Verrückte hier ihre ach so geliebte Duftnote schmerzlich vermissen werden.

Muss ich zu Haltbarkeit und Sillage überhaupt noch was sagen? Die Zahlen sprechen mehr oder weniger für sich und es ist wirklich kein Geheimnis, dass dieser Duft ein absoluter Beastmode-Kandidat ist. Nicht nur dufttechnisch, auch in Bezug auf H/S bewegen wir uns hier also auf Xerjoff-Niveau. Bei dieser Intensität sollten meines Erachtens selbst Personen, die ansonsten gerne mal übersprühen, max. 2-3 Sprüher auftragen!

Fazit: Oud Zarian ist ein interessanter, vielschichtiger, rauchig-süßer Orientale, der eine raumeinnehmende Präsenz hat und um jeden Preis auffallen möchte. Mit so einem Brett ziehst du die volle Aufmerksamkeit auf dich - ob du es willst, oder nicht. Die Ähnlichkeiten zu Tony Iommi sind vorhanden, allerdings gefällt mir die Umsetzung hier etwas besser. Kaufen werde ich ihn mir trotzdem nicht - sowas Schweres und Dominantes ist einfach nix für mich!!
4 Antworten
Moby Dick, Teil 2
Bohemian Lime hat mich vor knapp 10 Monaten regelrecht verzaubert und wurde augenblicklich zu meinem Signature-Duft. Die Kombi aus frischer Zitrik und natürlicher Holzigkeit traf genau meinen Geschmack.

In den letzten Monaten musste ich mir allerdings eingestehen, dass die anfängliche Euphorie langsam aber sicher abzuflachen begann. Während der Duft sehr erfrischend und natürlich ist, fehlt es ihm dennoch an Tiefe und Haltbarkeit. Schließlich keimte in mir der Wunsch, nach einem Duft Ausschau zu halten, der eine ähnliche DNA besitzt, aber etwas komplexer aufgebaut ist und länger hält. Mit meiner imaginären Harpune ( = Maus und Tastatur) bewaffnet, begab ich mich abermals auf meine Pequod ( = Computer) und machte mich auf die Suche nach einem neuen, weißen Pottwal ( = Parfum).

Lange musste ich nicht suchen: Eher zufällig entdeckte ich beim Erstellen eines Notino Discovery-Sets den Esencia Elixir. Ein paar Tage später traf das Set ein, und ich sprühte mir großzügig mein Handgelenk mit dem Duft ein. Sofort schaffte es dieses Duftwässerchen, mich in seinen Bann zu ziehen:

Eine erdige, tiefgrüne Variation der altbekannten Aventus-DNA mit Anklängen von Intense Cedrat Boise. Würzig, intensiv-holzig und moosig im Drydown. Die gesamte Komposition wirkt in sich stimmig, alle Zutaten sind sehr natürlich und so abgestimmt, dass man sie einzeln herausriechen kann.

Haltbarkeit und Sillage haben meine Kaufentscheidung dann endgültig besiegelt. Der Duft hält locker seine 10 Stunden bei einer konstanten Sillage von 1-2 m. Das ist für diese DNA eine echte Ansage, lässt sich aber mMn damit erklären, dass in diesem Duft sehr viel Ambroxan enthalten ist, welches ja bekannt dafür ist, die Performance eines Duftes zu verstärken.

Fazit: Esencia Elixir war Liebe auf den ersten Sprühstoß. Eine hochkomplexe, erwachsene Interpretation von Aventus zu einem mehr als fairen Preis. Ein Haltbarkeitsmonster, dass zu keiner Zeit aufdringlich wirkt oder Kopfschmerzen verursacht. Somit musste Bohemian Lime das Signature-Zepter abgeben - Esencia Elixir ist ganz klar der neue King!!
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Axe Deo, but make it high-class!
Nachdem mir @Chs724 den Magnetiq gezeigt hatte, war ich schockverliebt in diese Duschgel-Deo-DNA. Dieser kühle Auftakt mit Zitrik und Lavendel, gefolgt von einem holzig-synthetischen Drydown, entsprechen genau meinem Beuteschema. Leider ist der Magnetiq aktuell gar nicht so leicht zu bekommen und zudem verhältnismäßig etwas teurer als andere French Avenues. Somit stand bald für mich fest: Die beste Drogerie-Alternative, nämlich der Myslf, muss her!!

Beim Aufsprühen gab es sofort wieder diese Assoziation zu Axe Marine in meinem Kopf: Kühl, synthetisch, entfernt mit Cool Water Eau de Toilette verwandt aber irgendwie doch hochwertiger. Weiter geht es mit einem mindestens genauso spannenden Mittelteil, in dem die Zitrik stetig abnimmt und die holzige Basis zunehmend die Oberhand gewinnt. Am Ende bleibt ein angenehmes Grundrauschen aus Ambroxan, Holz und Patchouli in der Nase, welches den Duft auch über viele Stunden hinweg absolut tragbar und gefällig macht.

Haltbarkeit und Sillage würde ich als gutes Mittelfeld bewerten. Kein Beastmode, keine raumfüllende Monster-Sillage, aber stets präsent ohne aufdringlich zu wirken. Nach etwas über 7 Std. ist der Duft nahezu vollständig verschwunden.

Fazit: YSL sind neben Guerlain wohl mit das Beste, was der freie Handel so an Parfums zu bieten hat. Während Myslf sicherlich keinesfalls revolutionär oder nischig ist, so eignet sich diese DNA dennoch wunderbar, um im Alltag etwas Präsenz zu zeigen, ohne dabei die Aufmerksamkeit des gesamten Saals auf sich zu ziehen. Frisch zu riechen ist besser als gar nicht zu riechen - das hat meine Nase schon früh erkannt. Wer nach einem "Safe Bet" Duft sucht, mit dem man absolut nichts falsch machen kann, der sollte dem Myslf definitiv mal eine Chance geben!
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Mehr als ein Dupe
Während der Markt mit Imagination-Dupes regelrecht überschwemmt wird, ist die Auswahl an ordentlichen Météore-Duftzwillingen eher überschaubar. Vor kurzem wurde ich jedoch dank eines sehr lieben Parfumos auf Monkoku und deren Météore-Klon aufmerksam. Da Sky Impact jedoch momentan ausverkauft ist, nahm jener Parfumo sogar extra den langen Weg zu meinem Arbeitsplatz auf sich und überreichte mir nach Dienstschluss eine kleine Abfüllung des Duftwassers - vielen herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle, lieber @Chs724!

Im Wesentlichen unterscheiden sich die beiden Düfte dadurch, dass Météore cremiger und eine Spur sanfter startet, während bei Sky Impact eindeutig der Pfeffer dominiert. Im weiteren Verlauf gleichen sich die beiden Düfte nahezu an und sind speziell im Drydown kaum mehr voneinander zu unterscheiden.

Haltbarkeit und Sillage sind in etwa gleich, wobei der LV auf meiner Haut sogar eine Spur besser performt. Sky Impact strahlt die ersten 2 Stunden enorm, zieht sich aber dann merklich zurück. Beim Original bleibt der Duftschweif hingegen mehr oder weniger konstant.

Fazit: Wer meine Météore-Rezension gelesen hat weiß, dass ich ein riesengroßer Fan dieses Duftes bin und schon lange über einen Kauf nachdenke. Als jemand, der jedoch kein unbegrenztes Budget für Parfum zur Verfügung hat, wollte ich bislang die hohe Summe einfach noch nicht investieren. Der Sky Impact wäre da natürlich eine perfekte Alternative: Nahezu identisch bei einem Bruchteil des Preises vom LV. Tja, wäre da nur nicht die Verfügbarkeit: Aktuell ist der Monkoku leider bis auf Weiteres ausverkauft. Ob und wann er wieder kommt, steht in den Sternen. Umso dankbarer war ich dem lieben @Chs724 für die kleine Abfüllung. Nun weiß ich: Sky Impact kann Météore in jedem Fall das Wasser reichen - so er denn mal wieder verfügbar ist!!
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Alte Schule
Der Begriff "Old School" wird in der Parfumerie oft viel zu inflationär verwendet. Da bekommt jedes Fougere-Aftershave oder jeder Lavendel-Herrenduft gerne diesen Stempel aufgedrückt, wodurch die Bezeichnung insgesamt ein bisschen an Bedeutung verliert.

Aus diesem Grund hatte ich Anfangs Bedenken, 17 Rosso ebenfalls dieses Label aufzudrücken. Doch es hilft alles nichts: Wenn es einen Duft gibt, der die Bezeichnung Old School mehr als verdient hat, dann ist es ganz klar dieser hier!

17 Rosso startet blumig-fruchtig und sehr einzigartig. Ich hatte zuvor tatsächlich noch nie etwas ähnliches gerochen und es war einer der wenigen Düfte, bei dem ich nicht sofort an irgendeinen anderen denken musste (mein Hirn vergleicht nunmal gern). Im Verlauf verfliegen die fruchtigen Akzente und das Profil wird würziger. Bis zuletzt ist eine ganz dezente Süße wahrnehmbar, diese ist aber nicht so überbordend wie in vielen modernen Herrendüften - eben einfach "Old School". Im Drydown gesellt sich zur Würze noch ein holziger Unterton und der Duft verbleibt auf dieser angenehmen Basis bis zum Schluss.

Haltbarkeit und Sillage sind sehr gut, ohne dem Duft das Prädikat "Beastmode" zu verleihen. Brachial ist an diesem Wässerchen wirklich gar nichts - dies wäre eines Gentlemans der alten Schule auch einfach nicht würdig! Dennoch bleibt der Duft gute 8-9 Std. an meiner Haut wahrnehmbar und die Sillage - die anfangs beinahe raumfüllend ist - pendelt sich bei soliden 30 cm ein.

Fazit: Selten gab es einen Duft, der mich so überrascht hat wie dieser. Roberto Ugolini ist wahrlich eine Marke für echte Gentlemen - dies gilt nicht nur für die wunderschönen, handgefertigten Schuhe, sondern wohl auch für die edlen Parfums. Zusammen mit Wood Whisper Eau de Parfum ist 17 Rosso bislang der interessanteste Duft aus dem Pafory-Adventskalender. Ich werde ihn mir definitiv holen!
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