Sattblau blumig eröffnet das Parfum mit kräftigem Lavendel und samtigem Veilchen. Dieser liebliche Duft wird von der zitrischen Frische des aus der japanischen Küche bekannten Shisoblatts belebt. Bald tritt die Iris hinzu, deren Pudrigkeit von der Shiso-Frische aufgelockert wird. Lavendel, Veilchen und Iris, das ist geballte Flowerpower. Wo bleibt der Tee, das eigentliche Thema des Parfüms?
Der als Zutat genannte Oolong-Tee, tanninärmer und aromatischer als schwarzer Tee, stellt die Königsklasse des chinesischen Tees dar. Bei der Teezeremonie wird er hochkonzentriert aus Näpfchen geschlürft, um - ähnlich wie bei Rotwein - den langen Abgang zu genießen. Thé bleu enthält allerdings nur einen dünnen Aufguß nach westlicher Art, zartblumig und kaum als eigene Note wahrnehmbar. So wird er zum gefälligen mattbraunen, durch Moschus aufgehellten Hintergrund, der die floralen Noten verbindet und dem Ganzen einen cremigen Touch verleiht.
Thé bleu ist ein ziemlich einfacher Duft, der sich binnen weniger Minuten in seiner Gesamtheit entfaltet und dann fast unverändert bleibt. Indes, gerade diese schwebende Klarheit ist es, die ihn besonders macht. Ein gelungenes Parfum mit Wellnessfeeling also.
Darüber hinaus wird gekonnt mit mannigfaltigen Assoziationen zu Blau gespielt. Lavendel als Relaxfaktor schlechthin, die blaue Blume als Symbol der Sehnsucht aus der Romantik, endloses Himmelblau, reines Wasserblau und eierschalenzartes Teegeschirr mit fernöstlichen Motiven in chinesischem Ming-Blau.
Zen. Ruhe. Schönheit. Vergänglichkeit. Ewigkeit. Entspannung.
Ich habe so ein Teegeschirr in Ming-Blau mit chinesischen Drachen in Gold-Einlegearbeit. Leider nur noch Reste. Und so sehr mir die Farbe und der Flakon und die Haptik des Flakons gefallen, und Deine wundervollen Worte, und die Assoziation zu blauen Blumen und eigentlich allem, was (hell)blau ist... und trotz der Duftnoten, die ich fast alle liebe, der Duft konnte mich nicht überzeugen. So schade!
Werde ich testen!