
Ponticus
79 Rezensionen

Ponticus
Top Rezension
55
Frisch, klassisch, ledrig!
Sommerzeit – Colognezeit! Nach British Sterling ist das heute hier von mir vorgestellte English Leather erneut ein Cologne und zwar ebenfalls ein ehrwürdig gealtertes Schätzchen, welches mit seiner etwas angesetzten Patina mein Herz sofort erobert hat. 1949 das erste Mal erschienen, ist es wieder ein Parfüm des Hauses Dana Classics Fragrances, gegründet 1932 in Barcelona. Auf Parfumo ist English Leather in ca. 70 Sammlungen vertreten und mit 9 Statements und 3 Rezensionen gewürdigt.
Ein Wort zu der in der Kopfnote aufgeführten Kaffernlimette, heute vielleicht besser Papeda, da der alte Begriff einen etwas diskriminierenden Beigeschmack trägt. Sie ist eine sehr würzige, anregende, saure Zitrusfrucht, groß und grün wie eine birnenförmige Limette, aber mit einer sehr unebenen, grobwarzigen Schale. Die ganze Pflanze riecht stark aromatisch und durchdringend zitronenähnlich.
Einen ordentlichen Spritzer English Leather Cologne auf Hals, Stirn und Wangen verteilt und die Erfrischung beginnt. Sehr belebend zitronenartig mit dem besonderen Geruch der Papeda. Charakteristisch säuerlich-bitter, vielleicht etwas aufdringlich oder gar unwirtlich ob der unbekannten Aromatik, wird das Bouquet schnell sehr angenehm, erfrischend kühl und in der Kombination mit der Bergamotte außergewöhnlich wohlriechend. Spätestens nach dreißig Minuten geht dann die Frische über in einen prachtvollen Ledertraum.
Der beginnt mit dem Geruch nach neuem, kräftigem Wildleder von Hirsch oder Elch, sämisch gegerbt und zu edlen Hosen, Taschen und Handschuhen verarbeitet. Im Augenblick dominant, bleibt er bis zum Ende nach ca. 3-4 Stunden immer im Hintergrund erhalten. Im weiteren Verlauf wird der Lederakkord „schmutziger“. Die Lederhosen sind älter, speckig und erdig. Süßlich-sprödes Kofferleder mischt sich mit gebrauchtem Zaumzeug, die derben Stiefel riechen moosig-waldig und der Damensattel nach scharfem Ritt trägt das Seinige zum fantastischen Ledererlebnis bei. Alles mischt sich zu einem geradlinigen, herben, intensiv ledrigen Aroma welches körpernah einen sehr männlichen Duft von überraschender Stärke verbreitet.
Die Ausklingphase des Parfüms ist kurz, warm und wirklich bermerkbare holzige Noten sind für mich nicht präsent. So als hätte man die abgenutzten Lederwaren beim Sattler abgegeben, ist der Duft plötzlich verschwunden, aber die Freude auf einen Neueinsatz ungetrübt. Da English Leather mit seinem old schooligen Charakter etwas aus der Zeit gefallen scheint, ist der Duft, gerade als Cologne, außergewöhnlich und sehr markant.
Mit British Sterling und English Leather habe ich zwei erstklassige Colognes für die Erfrischung bei meinen sommerlichen Aktivitäten gefunden und so wie es das „Glück“ und das „Ego“ es manchmal will, sind beide Düfte weitab vom Mainstream zu finden und tief in einer Nische versteckt.
Wohlbeduftet bedanke ich mich herzlich für die mir erwiesene Aufmerksamkeit!
Ein Wort zu der in der Kopfnote aufgeführten Kaffernlimette, heute vielleicht besser Papeda, da der alte Begriff einen etwas diskriminierenden Beigeschmack trägt. Sie ist eine sehr würzige, anregende, saure Zitrusfrucht, groß und grün wie eine birnenförmige Limette, aber mit einer sehr unebenen, grobwarzigen Schale. Die ganze Pflanze riecht stark aromatisch und durchdringend zitronenähnlich.
Einen ordentlichen Spritzer English Leather Cologne auf Hals, Stirn und Wangen verteilt und die Erfrischung beginnt. Sehr belebend zitronenartig mit dem besonderen Geruch der Papeda. Charakteristisch säuerlich-bitter, vielleicht etwas aufdringlich oder gar unwirtlich ob der unbekannten Aromatik, wird das Bouquet schnell sehr angenehm, erfrischend kühl und in der Kombination mit der Bergamotte außergewöhnlich wohlriechend. Spätestens nach dreißig Minuten geht dann die Frische über in einen prachtvollen Ledertraum.
Der beginnt mit dem Geruch nach neuem, kräftigem Wildleder von Hirsch oder Elch, sämisch gegerbt und zu edlen Hosen, Taschen und Handschuhen verarbeitet. Im Augenblick dominant, bleibt er bis zum Ende nach ca. 3-4 Stunden immer im Hintergrund erhalten. Im weiteren Verlauf wird der Lederakkord „schmutziger“. Die Lederhosen sind älter, speckig und erdig. Süßlich-sprödes Kofferleder mischt sich mit gebrauchtem Zaumzeug, die derben Stiefel riechen moosig-waldig und der Damensattel nach scharfem Ritt trägt das Seinige zum fantastischen Ledererlebnis bei. Alles mischt sich zu einem geradlinigen, herben, intensiv ledrigen Aroma welches körpernah einen sehr männlichen Duft von überraschender Stärke verbreitet.
Die Ausklingphase des Parfüms ist kurz, warm und wirklich bermerkbare holzige Noten sind für mich nicht präsent. So als hätte man die abgenutzten Lederwaren beim Sattler abgegeben, ist der Duft plötzlich verschwunden, aber die Freude auf einen Neueinsatz ungetrübt. Da English Leather mit seinem old schooligen Charakter etwas aus der Zeit gefallen scheint, ist der Duft, gerade als Cologne, außergewöhnlich und sehr markant.
Mit British Sterling und English Leather habe ich zwei erstklassige Colognes für die Erfrischung bei meinen sommerlichen Aktivitäten gefunden und so wie es das „Glück“ und das „Ego“ es manchmal will, sind beide Düfte weitab vom Mainstream zu finden und tief in einer Nische versteckt.
Wohlbeduftet bedanke ich mich herzlich für die mir erwiesene Aufmerksamkeit!
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Kopfnote
Kaffernlimette
italienische Bergamotte
Herznote
Leder
Eichenmoos
Vetiver
Basisnote
Sandelholz
Zedernholz
Moschus






Eggi37
Floyd
Chizza
Medianus76
Rasierwasser






























