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This is not a Blue Bottle 1/.8 - Sold Out!
Ceci n'est pas un Flacon Bleu 1/.8 - Sold Out!
2026

7.7 / 10 21 Bewertungen
Ein neues Parfum von Histoires de Parfums für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2026. Der Duft ist süß-synthetisch.
Vergleich
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Duftrichtung

Süß
Synthetisch
Frisch
Cremig
Blumig

Parfümeure & kreative Köpfe

Bewertungen
Duft
7.721 Bewertungen
Haltbarkeit
7.817 Bewertungen
Sillage
7.316 Bewertungen
Flakon
8.217 Bewertungen
Preis-Leistung
7.415 Bewertungen
Eingetragen von Aqua99 · letzte Aktualisierung am 13.05.2026.
Quellenbasiert & geprüft

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Womit der Duft vergleichbar ist

Rezensionen

1 ausführliche Duftbeschreibung
8.5Duft 8Haltbarkeit 7Sillage
Nst85

37 Rezensionen
Nst85
Nst85
Hilfreiche Rezension 7  
Ein blaues Fragezeichen über heißem Asphalt
Ein Duft, der offiziell keine einzige Note verrät, ist im Jahr 2026 zwar kein Novum, aber dennoch ein Statement. „This is not a Blue Bottle 1.8 – Sold Out!“ von Histoires de Parfums verweigert uns jede Pyramide und jede Zutatenliste – und macht damit genau das Gegenteil von dem, was der Markt sonst tut. Statt „mit 27 seltenen Essenzen“ steht hier: nichts. Sold Out – auch die Noten.

Histoires de Parfums erzählt sonst sehr konkrete, historische Geschichten: Jahreszahlen, Personen, Bücher, klar benannte Rohstoffe. Die „Blue Bottle“-Reihe ist davon schon immer die Abstraktion – mehr Konzept als Biografie, inspiriert von Surrealismus, Farbe, Energie, Emotion. 1.8 geht noch einen Schritt weiter: Wir bekommen Farbe (Blau), eine Nummer, den Titel „Sold Out“ – und dann ist da nur noch das, was zwischen Haut und Nase passiert.

Olfaktorisch bleibt der Duft trotzdem nicht stumm. Auf der Haut zeichnet sich schnell ein Spannungsfeld aus Zitrus, Ozon und Amber ab. Der Auftakt wirkt wie eine frisch ausgepresste Zitrone über warmem, hellem Holz: eine klare, leicht herbe Zitrusfrische, die sofort von einer cremigen, fast samtigen Textur unterfüttert wird. Diese Textur „zieht“ den Duft in die Höhe und in die Breite und verwandelt sich rasch in eine strahlend-ozonische Helligkeit, die ich mir wie einen blauen Lichtkegel vorstelle – sauber, glasig, leicht synthetisch, aber bewusst so.

Darüber legt sich in meiner Nase eine feine Salzigkeit, wie ein dünner Salzfilm auf der Haut, wenn man den ganzen Tag durch eine überhitzte Stadt gelaufen ist. Florale Noten sind höchstens schemenhaft, eher Atmosphäre als Blume: schillernd, leicht seifig, sehr aldehydisch, mutmaßlich eine ordentliche Portion Hedione, das Licht und Luft simuliert, statt einen konkreten Blütenstrauß zu zeigen. Es ist das Gegenteil von romantischer Floralik – eher ein „sauberes Flimmern“.

Im Herzen bleibt diese ozonisch‑aldehydische Strahlkraft überraschend stabil. Statt in bekannte Kategorien wie „weißblumig“ oder „würzig“ abzubiegen, hält der Duft seine gläserne Höhe und beginnt gleichzeitig eine dezente moosig‑mineralische Struktur aufzubauen. Das wirkt nicht wie Waldboden, mehr wie „urbanes Moos“: Betonfugen, in denen Grün wächst, irgendwo zwischen industriell und organisch. Ozeanische Facetten und bitter‑grüne Nuancen treffen hier im Hintergrund aufeinander und erzeugen im Kopf so etwas wie eine moderne Chypre‑Anmutung – synthetisches Stadt‑Moos statt klassisches Eichenmoos.

Der Drydown gehört wohl einem Ambroxan‑Gerüst und artverwandten, trockenen Ambra‑Molekülen. Die Wärme, die sich entwickelt, ist rau‑mineralisch, eher wie erhitzte Steine und Asphalt als wie ein weiches Vanille‑Amber‑Kissen. Man hat Assoziationen von heißem Gehweg, Bordsteinkante, Fassaden in der Sonne – alles in einem blassen, leicht metallischen, blauen Licht. Die Helligkeit des Auftakts bleibt wie ein Schimmer über dieser Basis liegen, sodass der Duft auch am Ende mehr strahlt als kuschelt.

Das Bild, das sich für mich ergibt: eine Große Stadt im Hochsommer. Die Hitze steht über dem Asphalt, die Luft flirrt; in der Ferne Chlor und Pommes vom Freibad, in der Hand eine kühle Limo, auf der Haut dieser Duft. Kein mediterraner Traumstrand, sondern eine sehr konkrete Alltags‑Momentaufnahme von Überhitzung, urbane Sehnsucht und synthetisch‑strahlendem Blau.

Der „Hauptdarsteller“ ist dabei kein klassischer Rohstoff, sondern eine Strukturidee: die Verbindung aus ozonisch‑aldehydischem Licht, maritimer Salzigkeit und ambroxan‑gestützter Mineralität. In einer Zeit, in der viele Düfte mit immer längeren Notenlisten um Aufmerksamkeit buhlen, ist "Sold Out!" so etwas wie ein Kommentar: Wir bekommen Titel, Farbe, Konzept – und müssen den Rest selbst erschnüffeln. Das macht ihn nicht nur zu einem Parfum, sondern zu einem kleinen Seitenhieb auf Marketing, Transparenzversprechen und unsere Lust, alles in pyramidenförmige Listen zu pressen.

Für mich funktioniert „This is not a Blue Bottle 1.8 – Sold Out!“ genau dann am besten, wenn man ihn genau so nimmt: als blaues Rätsel auf der Haut, das weniger von Rohstoffen erzählt als von einem Gefühl. Und das man nicht liest, sondern tatsächlich riechen muss. Und zwar auf der Haut, denn auf dem Papier funktioniert er nur halb so gut.
2 Antworten

Statements

5 kurze Meinungen zum Parfum
6
2
Ozonisch‑aldehydischer Zitrus‑Floral auf modernem Chypre-Gerüst. Der ist wirklich spannend, frisch und strahlend!
2 Antworten
5
3
Wie geil. Frisch und cremig. Auch würzig. Toller Duft. So underrated
3 Antworten
vor 2 Monaten
4
Hm, riecht für mich eher wie ein bekannter Herrenduft, aber leider weder cremig oder blumig. Am Ende leicht aquatisch. Eher maskulin.
0 Antworten
3
Zitrus? Lavendel? Bodylotion? I don’t know aber ich mag ihn sehr! Cremiger leicht süßer Zitrusduft für den Sommer. 100% unisex
0 Antworten
2
Unscheinbar und doch irgendwie besonders, erst frisch, dann etwas cremiger, dann bekomme ich eine leichte Aquatik. Lohnt sich zu testen!
0 Antworten

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
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