Ambre 114 von Histoires de Parfums
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8.1 / 10 564 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Histoires de Parfums für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2008. Der Duft ist würzig-orientalisch. Es wird noch produziert.
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Duftrichtung

Würzig
Orientalisch
Süß
Holzig
Harzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
MuskatMuskat ThymianThymian
Herznote Herznote
PatchouliPatchouli RoseRose RosengeranieRosengeranie SandelholzSandelholz ZederZeder VetiverVetiver
Basisnote Basisnote
AmberAmber VanilleVanille BenzoeBenzoe MoschusMoschus TonkabohneTonkabohne

Parfümeure & kreative Köpfe

Bewertungen
Duft
8.1564 Bewertungen
Haltbarkeit
7.9448 Bewertungen
Sillage
7.2436 Bewertungen
Flakon
6.9378 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.5121 Bewertungen
Eingetragen von Lobelia, letzte Aktualisierung am 25.04.2024.

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Rezensionen

15 ausführliche Duftbeschreibungen
6
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
DonJuanDeCat

2035 Rezensionen
DonJuanDeCat
DonJuanDeCat
Top Rezension 34  
Ambrige Geschichten?
Hallo, Volk von Parfumo!
Es ist mal wieder abend. Das heißt, ich treibe hier mal wieder mein Unwesen. Ich lauere in den finstersten Ecken des Forums, nur um achtlose Parfumas und Parfumos aus einer dunklen Ecke anzuspringen und ihnen meinen neuesten Kommentar in die Hand zu drücken.

!!!! wartet!! Schmeißt den Wisch doch nicht gleich weg!! Das ist nicht so eine billige Werbung wie diese Zettel, die man in der Stadt in die Hand gedrückt bekommt und man sie fünf Schritte später in den Müll wirft!!! Nein, in meinem Wisch stehen Dinge, die euer Leben verändern könnten! Na ja gut, das stimmt vielleicht nicht, aber es könnte bewirken, dass sich eure Merkliste ändert, in dem z.B. ein neuer Duft dazu kommt, nämlich dieser hier: „Ambre 114“ von Histoires de Parfums. Eine Marke, die sich von der Geschichte (bevorzugt um die Zeit zwischen dem 18. Jahrhundert, beginnend mit dem Duft 1725 bis zur „moderne“… naja gut, vorerst bis 1969) inspirieren lässt, oder auch von anderen schönen Dingen.

Heute geht es wie gesagt um Ambre 114. Die Zahl 114 steht für all die Elemente und Zutaten, die dieser Amberduft beinhalten soll, was ja fast unglaublich erscheint. Natürlich könnte man wirklich auf diese Zahl hinkommen, wenn man bedenkt, was alles in selbst so simplen Düften drinsteckt, aber dennoch, 114 klingt schon echt viel. Vielleicht ist der Duft ja recht komplex, wer weiß, aber das werde ich ja gleich erfahren, bzw. wir alle, falls ihr euch dazu entschließt, mein Kommentar doch zu lesen :D

Der Duft:
Zu Beginn rieche ich erst einmal den namensgebenden Amber. Er duftet schön süß, sehr intensiv und sanft-warm. Der Thymian macht sich danach etwas bemerkbar. Obwohl ich andere „Küchenkräuter“ deutlich lieber mag, finde ich, dass der Thymian hier gar nicht so übel duftet und gut zum Duft passt, allerdings bleibt er schon recht dezent. Intensiver dagegen ist da schon der Muskat, der schnell würzig-intensiver rüberkommt.
Der Duft wird auch zunehmend sanfter und harziger. Dies liegt mit Sicherheit sowohl am Benzoe als auch an der ebenfalls weichen und zudem puderigen Vanille, welchen man jetzt schon in der Kopfnote bereits riechen kann. Dazu gibt es leichte Hölzer sowie erdiges Patchouli.
Etwas später ist der Duft ein wenig würziger. Die süßen und die würzigen Noten sind dann in etwa gleich intensiv, so dass das Zusammenspiel der Duftnoten meiner Meinung nach nun besonders gut ist. Man riecht also weiterhin sehr gut Amber, Vanille, etwas Muskat, den Benzoeharz und Hölzer, welche nun stärker geworden sind.
Eigentlich bleibt der Duft eine sehr lange Zeit so, bis irgendwann fast alle Duftnoten allmählich schwächer werden und dann nur noch die Vanille als stärkste Duftnote übrig bleibt, welchen man dann noch eine ganze Weile riechen kann.

Die Sillage und die Haltbarkeit:
Die Sillage des Duftes ist stark. Gleich mit dem ersten Sprüher merkt man schon eine größere Duftwolke. Nach zwei oder drei Sprühern ist man bereits darin eingehüllt und hat damit einen schönen Duft um sich, den auch andere sehr gut an einem riechen können. Der Duft hat eine extrem lange Haltbarkeit, wobei er aber nach acht bis zehn Stunden nur noch nach Vanille duftet.

Der Flakon:
Der Flakon ist rechteckig mit einem leichten Knick zum Hals hinauf. Auf der Vorderseite steht in weißen Lettern ganz groß der Markenname drauf, an der Seite wurde ein schmales, rotes Etikett mit dem Duftnamen sowie einigen weiteren Infos angebracht. Der Deckel ist schwarz, zylindrisch und hoch und zeigt erneut den Markennamen. Ein Flakon, der ganz okay ist, aber lange nicht so schön aussieht, wie er eventuell auf den Fotos rüberkommt.

Jaa, das war nun der Duft Ambre 114. Und ich finde, dass er sehr gelungen ist. Für die meisten, die bereits so einige Amberdüfte probiert haben, wird er vermutlich auch toll duften, nur aber eventuell halt nicht mehr so spektakulär vorkommen, was aber eben daran liegt, dass man ja schon hunderte von Düften bereits erschnüffelt haben könnte. Das macht aber nichts, da dieser Duft ja zu den echt schönen Amberdüften gehört, zumindest meiner Meinung nach. Noch dazu hat er eine tolle Sillage und eine lange Haltbarkeit.

Er ist herbstlich, da er neben dem Amber auch nach weiteren herbstlich-winterlichen Düften duftet wie Vanille, Benzoe, Tonkabohne und allgemeine Gewürze und Hölzer. Wenn man sich nur gering einsprüht, dann kann man ihn an diesen kühleren Jahreszeiten gut tagsüber benutzen, auch auf der Arbeit. Doch etwas mehr gesprüht, dann bekommt man einen tollen, leckeren Ausgehduft, den beide Geschlechter so ziemlich gleichwertig benutzen können. Ein Test lohnt sich hier meiner Meinung nach auf jeden Fall!

Und damit war’s das auch schon. Ich hoffe, ihr habt bis zum Ende gelesen und mein Kommi wie zu Beginn befürchtet nicht gleich entsorgt (oh nein!) :D
Habt allesamt einen schönen Abend und bis zum nächsten Mal :)
4 Antworten
7
Duft
Kleopatra

229 Rezensionen
Kleopatra
Kleopatra
Top Rezension 32  
Das Pferd von hinten aufgezäumt
Auf der Suche nach dem perfekten Amber-Duft Teil 10

So viel Schönes habe ich über diesen Duft gelesen, und die liebe Claudine hat mir ein Pröbchen geschickt, so dass ich mir selbst ein Bild machen konnte. Hach, wenn er sich doch auch bei mir so entwickeln würde wie bei den anderen! Im wesentlichen tut er das auch, aber leider nicht so, wie er soll. Er hält nämlich die Reihenfolge nicht ein.

Bei mir startet Ambre 114 keineswegs anstrengend, sondern tatsächlich warm, weich, süß und vanillig. Ich bin begeistert und harre dem Folgenden. Keine Sekunde lang rechne ich damit, dass sich das, was ich da so euphorisch erschnuppere, ganz schnell wieder verabschiedet! Denn wieder einmal scheint sich ein Duft auf meiner Haut in umgekehrter Reihenfolge zu entwickeln. Die Süße verzieht sich, und Gewürze und etwas Kräuteriges haben ihren Auftritt. Und Holz. So weit, so gut. Vanille ist aber wech.

Nach und nach schleicht sich diese Frischenote ein, die ich dachte, als Lavendel identifiziert zu haben, und vielleicht ist auch Lavendel drin, nur nicht aufgeführt? Oder ist es Thymian? Man bzw. ich weiß es nicht. Fakt ist, dass sich bei mir, ähnlich wie in Ambre Precieux, diese Frischenote hält. Und hält. Und bleibt. Und die Vanille und die Süße nicht mehr vorlässt. Die können machen, was sie wollen, die müssen sich mit den hinteren Plätzen begnügen.

Tja, und deshalb ist auch Ambre 114 nichts für mich. Er hätte es sein können, wenn Gewürze, Holz und Frische sich zu Beginn gezeigt, dann aber verkrümelt hätten. Und wenn DANN Vanille, Süße und Kuscheligkeit mich bis zum Finale begleitet hätten. WENN. Ist aber nicht. Ich wünschte, es wäre andersherum gewesen.

Was Ambre 114 aber bleibt: Weich, würzig, trocken, eher ein bisschen herb als süß (für meine Nase jedenfalls), gut tragbar für Mann und Frau, haltbar, riechbar und bestimmt wunderbar – für andere.
24 Antworten
8
Sillage
10
Haltbarkeit
9.5
Duft
FvSpee

323 Rezensionen
FvSpee
FvSpee
Top Rezension 34  
Sinfonia Misteriosa in a(mber)-Moll
Dieses Parfüm wäre zwar, wegen seiner Wucht und Grandezza, die es heute, da wir nicht mehr im Barock leben, für Menschen wie mich mit bürgerlichen Büroberufen nur eingeschränkt alltagstauglich sein lässt, nicht das Eine, das ich gerne besitzen möchte, wenn ich nur eines besitzen dürfte. Es wäre aber das Eine, das ich (unter den mir bekannten) nehmen würde, wenn ich einem Außerirdischen oder einem Kaspar Hauser anhand nur eines Duftes demonstrieren sollte, was "Parfüm" ist.

"Ambre 114" hat so viel! Einen bemerkenswert deutlich spürbaren Duftverlauf (jedenfalls in den ersten zwei Stunden, danach wird es etwas linearer), den Kleopatra treffend als tendenziell "von süß nach frisch" beschrieben hat (und damit ein Stück weit invers zu unseren Dufterwartungen); eine schier grenzenlose Aromenvielfalt, bei der hier süße, hier würzige, hier frische, hier helle Noten wie magisch einander ablösen und eigentlich doch stets gleichzeitig vorhanden sind (ist der von FabianO beschriebene Wechseltanz also einer der Molekülschwaden, oder einer unserer Geruchsnerven oder Hirnareale?) und eine wirklich enorme Haltbarkeit. Das ist unglaublich beeindruckend, und das ist unglaublich schön.

Dieses Aromenuniversum, dieser Zoo, dieses Kaleidoskop der Düfte (Was rieche ich denn da? Genau, eine Blume, nein, Unsinn, Schokolade, nein, natürlich scharfe Gewürze....) wirkt aber nicht verstörend, da keine (unangenehmen) Dissonanzen auftreten, das Ganze bleibt eine sinfonische Einheit, und auch nicht erratisch oder beliebig (wir haben hier durchaus keine "Pizza mit alles" - der Duft hat trotz allem einen vorherrschenden Charakter, den ich vielleicht als schwer und würzig-süß benennen würde).

Eine besondere Betrachtung verdient die Spätphase des Duftes und dessen Haltbarkeit. Nachdem die Vexierspiele und tollen Tänze der ersten Stunden etwas zur Ruhe gekommen sind, tritt vorherrschend eine eher trockene (in ihrer nasenfreiräumenden Wirkung fast eukalyptische) Frische in Erscheinung, in der die süßen und würzigen Noten des Anfangs zwar noch ständig wie eingekapselt oder (im dreifachen Hegelschen Sinne) "aufgehoben" mitschwingen, aber nicht mehr so stark dominieren. Diese ungewöhnliche Frische finde ich wundervoll, besonders und markant, aber sie kann in ihrer von Sisyphos zu recht bemängelten gewissen Statik und schier endlosen Dauer dann auch nerven. Als ich den Duft erstmals testete (und etwas stark dosierte), schnupperte ich stundenlang wie süchtig an meinem Arm. Als dann aber nach 10, 12, 15 Stunden der Duft immer noch wie anbetoniert da war, fing ich an, mich wie Herakles im Nessoshemd zu fühlen und hatte den Impuls, unter die Dusche zu springen und mich mit Bimsstein abzurubbeln. Das will bei mir, da ich ein erklärter Freund sehr langer Haltbarkeiten bin, etwas heißen.

Das führt dann auch bei mir zu einer leichten Reduzierung meiner ursprünglichen 10-Punkte-Bewertung des Dufts und zur Empfehlung, zurückhaltend zu dosieren. Dennoch ein Duft, der begeistert und der ganz exquisit (der blaue Kammerherr, s.u., würde sagen: "ganz amön!") ist.

Was nachzutragen bleibt: Unisex, definitiv. Winterduft? Nicht unbedingt! Wegen des frischen Aspekts und weil es witzig und spannend ist, auch bei Hitze mal "schwer" zu duften, durchaus sogar für den Hochsommer geeignet. Dann aber ein "Hinriecher". Das Buch zum Duft: "Der blaue Kammerherr". Warum bisher so wenige Kommentare für so einen Wahnsinnsduft? Weil die schon vorhandenen (ich habe ja einige zitiert) schon supergut sind, und weil man für einen duftanalytischen Kommentar bei "Ambre 114" schon wirklich eine Obernase (wie ich es nicht bin) sein muss.
8 Antworten
5
Flakon
7.5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
9
Duft
Sisyphos

143 Rezensionen
Sisyphos
Sisyphos
Top Rezension 26  
Geblendet
Episch. Getragen. Nicht aufgesetzt. Mit süßlicher Würze. Nicht zuckrig. Nobel. Ausdrucksstark. Rund. Weich. Warm. Geschliffen wie ein Diamant. Wie ein weiser Richter. Frische Tabakblätter überall. Tabak zum Selberdrehen. Feuchter, frischer Tabak. Ich bin 17 Jahre alt und drehe Zigaretten. Aromatisch und leicht süßlich steigt er auf, der Tabakrauch. Der Rauch krallt sich an meiner Lederjacke fest, die ich im Second-Hand-Shop gekauft habe, in meinen gegelten Haaren, an meinen Fingern. Es ist diese holzige Würze in Kombination mit der Frische des gerade geöffneten Tabaks, die mich träumen lässt. Das hat so gar nichts zu tun mit Schule und Pubertät, es ist überzeitlich und erhaben.

Ambre 114 wird stetig wohliger und wärmer. Fernab von allem Deftigem und Aufgesetztem. Einnehmend. Stark. Nie voluminös. Nie zuvor Tonka und Vanille in der Basis so ausbalanciert erlebt. Patchouli fügt sich perfekt ein. Erwachsen und reif. Glaubwürdig und mit sich selbst im Reinen. Orientalisch ja, aber weit mehr als das. Kategorisch keine Kategorien.

Welch eine Entfaltung zu Beginn, ein harmonischer, nie enden wollender Gleichklang! Stets präsent, nichts Zerklüftetes, alles Eintracht. Nie aufdringlich. Die Mauer und das Tor. Der Ozean und der Strand. Die Suche und die Belohnung. Die Jagd und die Beute. Welch herrliche Kombination gehen hier Moschus und Ambra und Vanille ein! Leuchtend. Strahlend. Wie ein vererbtes Schmuckstück, das schöner denn je ist. Ein Duft, der Streit schlichtet und – wenn nötig – dazwischen haut.

Ambre 114 fährt insbesondere zu Beginn durch die Glieder. Nach ganz unten. Und wieder nach oben unmittelbar ins Gehirn. Beruhigend und belebend gleichermaßen legt dieses Parfum los. Dieser Duft symbolisiert die Sehnsucht nach dem Meer, das Hineinfallen in eben dieses und das warme Kaminfeuer am Abend in der Sahara. Ein Duft, der tief in die Blutbahn eindringt. Dieses Parfum nimmt mir das Augenlicht, es blendet mich beinahe (ohne ein Blender zu sein), so strahlend schön ist es.

Wollen wir mal wieder ein wenig sachlich werden: Es gibt am Ende dann doch einen handfesten Kritikpunkt: Ambre 114 bleibt ab einem gewissen Punkt unbeweglich stehen. Das Parfum ummantelt einen dann förmlich – und genau das kann schließlich einschläfernd wirken. So verpasst dieser wunderschöne Duft für mich um Haaresbreite die 100 Prozent.
10 Antworten
5
Flakon
7.5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
9
Duft
Louce

132 Rezensionen
Louce
Louce
Top Rezension 3  
Sittenverfall
Es mag vielleicht bereits aufgefallen sein, sollte man ein paar Kommentartexte aus meiner Feder gelesen haben, dass ich ein ziemlicher Amberfan bin und mich für einige Amberdüfte schwer begeistern kann.
Amberlust führt recht schnell zu einem guten Kennen des Ambermotivs und da es so profiliert und dominant ist, gleichen sich die Parfums stark. Man riecht straight und deutlich die Hauptnote Amber (wenn sie denn als Hauptnote inszeniert ist) und die individuelle Qualität einzelner Düfte spielt sich in einem beschränkten Spektrum ab: „Wie ist der Amber hier betont?“ „Wieviel Vanille kommt hier wann dazu?“ „Ist hier Gewürz im Spiel?“ „Warum kommt hier Weihrauch statt Benzoe?“ etc, etc…
Das hat (leider) zur Folge, dass der einzelne Duft seltenst für sich allein stehend überzeugen und betören kann… vielmehr ist es so, dass ich Amber ganz toll finde und dann den einen oder anderen Duft, diesen oder jenen und auch noch den da ganz gut finde, aber den und diesen dort nicht ganz so klasse. Ich mag sie alle mehr oder weniger, ein paar richtig gerne… aber dass mich ein Amberduft völlig aus den Schuhen haut, meine Sinne verwirrt, mich zum stöhnseufzenden Höhlenweibchen macht, das mit zitternde Lippe nur leise “Mehr… Meeeeeehr!“ flüstert, das ist kaum drin.

Aber „Ambre 114“ fängt dort erst an.

Am einflussreichsten betont hier Patchouli den Amber. Die Note, die mich auch ganz leicht in die Flucht schlagen kann, schmiegt sich hier ungeheuer eng an. Patchouli, ohnehin mit gehörig fühlig-körperlicher und quasi-animalischer Potenz, ordnet sich dem Ambermotiv gefügig unter und powert alle Patchoulikraft zur Hauptnote dazu, entfernt sich nie für eine winzigste Kapriole oder Eigenwilligkeit von der Mittellinie. Das Ergebnis ist ein sagenhaft sinnlicher Amberton, der mit berstender Energie aufgeladen ist. Das tut dem Amber, der ein wenig zu Schlafmützigkeit und kraftloser Breite neigen kann, außerordentlich gut. Diese Aufladung wird noch gewürzgekickt und ab der Mitte weiter dynamisiert von einer ganz dünnen, hellen Note, die die abenteuerliche Wucht ganz fein kontrapunktiert: Vetiver/Zeder ist hierfür verantwortlich, glaube ich, unterstützt von einer minimalen Blumigkeit. Wenn die warme Basis-Softness von weichharziger Benzoe, Vanille und (sehr!) schön erkennbarer Tonka dazu kommt, beruhigt sich das Ganze nicht zu gewohnter Amberbeliebigkeit, sondern bleibt hochspannend patchoulibeseelt – es wird nur sehr viel tiefer und wärmer und … und.. mmmmmmh….!

Ein glänzender dünner Sabberfaden läuft mir den Mundwinkel herab, während ich an mir rieche und rieche und rieche… meine Haut will berührt werden, geküsst, geleckt,… darunter nimmt die Wärme zu und in den Adern pocht ein spürbarer Puls. Ich bewege mich in gefühlter Zeitlupe und sehe durch Weichzeichner meine Finger zielstrebig ein paar Mausklicks machen, um mir den begehrten Saft zu holen.

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Die Tropfen, die mich hochentzündlich begeistert haben, stammen von Ghislaine, bei der ich mich ganz anständig (!) bedanke: *knicks*
11 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

87 kurze Meinungen zum Parfum
JonasP1JonasP1 vor 1 Jahr
8
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Am Fluss der Amber-Stille
Fallen sanfte Blicke
Ins grün-weiche Federkleid
Zedernhölzer treiben
Durch Patchouli-Höhlen
Muskatwarm umhüllt
39 Antworten
R3mt9R3mt9 vor 2 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Ein Amberwal
der wollte mal
fein im Lokal dinieren:
Mit Patchanille, Rosenwürz tat er sich odorieren.
Fast wurde er
selbst das Dessert.
47 Antworten
GandixGandix vor 3 Jahren
6
Flakon
9
Sillage
9
Haltbarkeit
10
Duft
Ich will dich riechen
Atmen
Lieben
My friend
My lover
My everything
Eine Liebe seit ewigen Zeiten
Dieser krautige, vanillige
Patch-Amber
24 Antworten
PollitaPollita vor 4 Jahren
8
Sillage
7.5
Duft
Ein wunderbar wertiger, feiner, dunkler und für die kalte Jahreszeit perfekt passender Amberduft mit Patchouli und zarter Vanille. Schön!
17 Antworten
XecutXecut vor 2 Jahren
7
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Amber badet in Gewürzen
Kühler Thymian pokert mit Vanille und Zeder
Vetiver Hold'em. All-in
Sonniger Winternachmittag
Bald Rotwein am Kamin.
22 Antworten
Weitere Statements

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So ordnet die Community den Duft ein.
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Diskussionen

Themen zum Parfum im Forum
AdanAdan vor 12 Jahren
Beratung
Histoire de Parfums - welcher Duft?
Ich hab mich jetzt einfach mal für 1740 entschieden, einfach weil ich nichtmal n' Plan hab, was Immortelle ist (ok, es ist "Strohblume", aber wie das riechen soll... kA) und ich quasi keine Lederdüfte in meiner...
HorazHoraz vor 12 Jahren
Unisex-Parfum
HdP Ambre 114 unisex oder doch für die Dame?
Horaz:Noch eine Meinung zu Maître Parfumeur et Gantier - Ambre Précieux? :)Und wenn du dir dann noch bewusst wird, dass Ambre Precieux im Abgang Shalimar...

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