
loewenherz
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loewenherz
Top Rezension
15
Narziss und Niemand
'Ein Dandy...' so schrieb einst Baudelaire in seinen Tagebüchern '...muss sein ganzes Streben darauf richten, ohne Unterlass erhaben zu sein.' Der legendäre George 'Beau' Brummell, der bis heute als Archetyp des Dandys gilt, brach in seinerzeit unerhörter Art und Weise mit den Normen seiner Zeit. Dies tat er, indem er einerseits den üblichen dem französischen Hofzeremoniell entlehnten Stil verweigerte und gleichzeitig persönliche Eitelkeiten und modische Marotten in narzisstische Exzesse führte, die bis heute überliefert sind, wie etwa, dass er Finger und Daumen seiner Handschuhe von unterschiedlichen Schneidern anfertigen ließ. Viele Dandies waren wie Beau Brummell Briten und verkehrten - so auch er - in höchsten aristokratischen Kreisen. Wer also könnte geeigneter sein, ein Parfum mit Namen Dandy zu erschaffen als das Haus Penhaligon's?
Vielleicht ist es Erwartungsmanagement.
Vielleicht fängt hier der Fehler an.
Vielleicht liegt es an mir.
Wie stelle ich mir einen Duft vor, der The Dandy heißt? Gediegen im Wesen, aber doch Aufruhr. Klassisch, aber schon ein bisschen provozierend. Pointiert männlich und doch androgyn. Gardenie - das Attribut des Dandys schlechthin - mit Leder etwa. Notfalls - wäre der Akkord nicht so vorbei - Rose mit Oud. Hyazinthe mit Torf, Veilchen auf einem Fougère-Fundament - alles möglich und alles herrlich! Stattdessen - und die Enttäuschung tropft zwischen die Zeilen, während ich sie schreibe - entschied sich Penhaligon's für die vermeintlich leichteste, da zeitgeistigste und somit überhaupt nicht zeitlose Antwort. Der Duft, dem sie den Namen Dandy gaben, ist die Essenz der frühen 2020er Jahre - kopflastig, synthetisch und austauschbar. Nicht provozierend übelriechend - nicht einmal das! - sondern ein konturloser Modeduft, der in wenigen Jahren vergessen sein wird.
Fazit: zitrische Süße meets Man Cave meets Synthetik. Ein auf Gefälligkeit bedachter Immergeher und kein Aufreger im Grunde. Und gerade deshalb so enttäuschend.
Vielleicht ist es Erwartungsmanagement.
Vielleicht fängt hier der Fehler an.
Vielleicht liegt es an mir.
Wie stelle ich mir einen Duft vor, der The Dandy heißt? Gediegen im Wesen, aber doch Aufruhr. Klassisch, aber schon ein bisschen provozierend. Pointiert männlich und doch androgyn. Gardenie - das Attribut des Dandys schlechthin - mit Leder etwa. Notfalls - wäre der Akkord nicht so vorbei - Rose mit Oud. Hyazinthe mit Torf, Veilchen auf einem Fougère-Fundament - alles möglich und alles herrlich! Stattdessen - und die Enttäuschung tropft zwischen die Zeilen, während ich sie schreibe - entschied sich Penhaligon's für die vermeintlich leichteste, da zeitgeistigste und somit überhaupt nicht zeitlose Antwort. Der Duft, dem sie den Namen Dandy gaben, ist die Essenz der frühen 2020er Jahre - kopflastig, synthetisch und austauschbar. Nicht provozierend übelriechend - nicht einmal das! - sondern ein konturloser Modeduft, der in wenigen Jahren vergessen sein wird.
Fazit: zitrische Süße meets Man Cave meets Synthetik. Ein auf Gefälligkeit bedachter Immergeher und kein Aufreger im Grunde. Und gerade deshalb so enttäuschend.
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Kopfnote
Himbeere
Zitronatzitrone
Bergamotte
Herznote
Zedernholz
Eichenholz
Whisky
Basisnote
Clearwood™
Patchouli
Ambrox








Ergoproxy
Luwa
Heikeso
YellaYella
Chnokfir

































