"Kinder, ihr glaubt es nicht ... in einer halben Stunde holt Billy mich ab. Ich muß mich schnell auf jung und unschuldig schminken ...!" "Blanche, laß das unschuldig weg, soviel Zeit hast du nicht mehr!" "Halt die Klappe, Rose!" "Ausgerechnet Billy? Ich muß schon sagen, Blanche ... " "Nun sei nicht neidisch, Dorothy. Zugegeben, er hat nicht ganz die breiten Schultern eines Holzfällers aus Minnesota, aber ..." "Damals bei uns in Sankt Olaf hatten wir auch Holzfäller. Der berühmteste war Onkel Hjörki, ihr wißt ja, das war der mit dem gegrillten Elch, und eines Tages ..." "Halt die Klappe, Rose!" "Blanche, findest du nicht, daß Billy einfach zu jung für dich ist?" "Hör auf zu nörgeln, Dorothy. Billy ist perfekt! Ich schmelze dahin ... und ist dir mal aufgefallen, wie umwerfend männlich und animalisch er duftet? Sogar Sophia würde da wohl schwach werden!" "Das ist ein Trick, Blanche. Ein Trick, den ich kenne! Ich hatte auch mal einen Verehrer, der versuchte, mich auf genau dieselbe Weise rumzukriegen. Stellt euch vor, Sizilien 1940 ... Giuseppe Cardozzi machte mir heimlich den Hof, und er tat dabei etwas Unerhörtes. Er benutzte ein spanisches Duftwasser! Ach, dieser Duft nach Lavendel ..." "Sophia, du kannst dich daran erinnern, wie einer deiner Verehrer im Jahr 1940 gerochen hat?" "Selbstverständlich! Alle anderen rochen nach Stall oder Fisch, die Auswahl war nicht groß! Da fiel Giuseppe Cardozzi natürlich auf. Ach, dieser Lavendel ... so rein, so frisch, so kühl und leuchtend wie der Schnee auf dem Ätna ..." "Ma, du wirst ja richtig poetisch ... und was wurde aus dir und Giuseppe?" "Na, was wohl ...? Seine Frau hat ihm das spanische Duftwasser weggenommen, und ich heiratete Sal Petrillo. Blanche, ich wollte dich nur warnen - der animalische Hauch, den du an Billy bemerkt hast, kommt vom Zedernholz. Billy benutzt das gleiche Duftwasser wie damals Giuseppe. Ich habe es gleich wiedererkannt. Er will dich damit rumkriegen ..." "Oh, Sophia, das weiß ich doch! Er hat mir sogar verraten, daß es sich um Agua Lavanda handelt. Ein herrlich altmodischer Duft. Leicht, aber langanhaltend, einem wahren Gentleman aus dem Süden angemessen. Und diese raffinierten Noten von Moos und Rosengeranie ... die dann allmählich in einen zarten, sinnlichen Zedernholzduft wechseln .. der Stunde um Stunde anhält ... aaaaaarrrrgggghhhh ..." "Rosen und Geranien gab es bei uns auch, damals in Sankt Olaf. Tante Hjeldis hatte welche auf ihrem Grab, und immer, wenn die Frau des Vikars Genökenflöken gebacken hatte, für die sie gut abgelagerte Heringsköpfe brauchte ..." "Halt die Klappe, Rose!"
Schon beim Titel war mir klar, es wird ein toller Kommentar:). Ich sehe sie immer noch, leider kommt die Serie immer so spät. Macht mich neugierig auf den Duft.
Soll ich jetzt auch die Klappe...? Oder...? In Sankt Olaf wurde der geschickte Umgang mit der Sprache immer sehr geschätzt! Klösterlicher Pokal - auf jung getrimmt
Ich muß mich schämen. Zweimal gleich. Einmal, weil ich diesen Lavendel noch immer nicht kenne. Und einmal, weil ich erst die Antworten lesen mußte, um zu wissen, daß Dein Kommentar (auch) eine Hommage an die Golden Girls ist. Schäm, schäm, schäm...
Ach wunderbar, einen Pokal für Dich und einen ebenso gülden funkelden Pokal für den Golden-Girls-Gedächnis-Schrein, zum Glück läuft ja immer wieder ne Wiederholung
Dieses " Drehbuch" war umwerfend komisch und der Duft ist einfach ein klassischer Verführer der alten Art--sowas wird heute garnicht
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Und lang lebe unser letztes Golden Girl Betty White
Und lass nen Kuchenpokal da.
Schöner Kommentar, hatte sofort wieder die Stimmen der Golden Girls im Ohr... und habe jetzt Appetit auf Käsekuchen!
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