Annenas
Annenas’ Blog
Von Parfumo empfohlener Artikel
vor 4 Jahren - 14.07.2021
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Von nachhaltigen Parfums, Grübelei und Packungsgeknister

Parfum ist eine generationenübergreifende Erinnerung. Elegante Herrencolognes, Hippiepatch, 90er Wahnsinn und 2000er Verwirrung. Wir assoziieren Düfte mit Menschen, Momenten und Begegnungen, mit unterschiedlichen Zeitperioden und identifizieren und mit dem, was wir tragen. Zumindest geht es mir so.

Mir stellt sich zwangsläufig die Frage, wie wir wohl in 10, 20, 30 Jahren auf unsere Gegenwart zurückblicken. Welches Duftlabel kriegen wir auferlegt, welche Erinnerung, welche Stigmata und welche hochstilisierten Euphemismen für unsere Zeit? Ich komme ins Grübeln, vielleicht spinne ich sogar ein wenig vor mich hin… Sind wir die lustige Duftperiode, in der so ziemlich das erste Mal alles erlaubt ist und alles gefeiert wird? Oder doch eher die, der politischen Idiotie und der letzten Generationen, die eine so breite Auswahl an Duftressourcen zur Verfügung hatten?

Wir leben gerade in einer spannenden Zeit. Klar, jede Zeitperiode ist spannend in dem Moment, in dem man sie erlebt, und alles bleibt immer relevant. Trotzdem bin ich nun mal hier in meinem selbstzentrierten Jetzt und ich kann nicht umhin ein paar Dinge anzuerkennen. Wir sind jetzt gerade an dem Punkt, an dem wir über das hinaus leben, was unsere Erde realistisch leisten kann. Wir sind drüber, wir brauchen zu viel Platz, sind zu Viele, müssten jetzt so gewaltig auf die Bremse treten, dass es einigen Menschen sicher wehtun würde.

In vielen Bereichen tun wir das auch schon. Nachhaltige Produktion wird immer wichtiger, gerade Kosmetik im nachhaltigen Segment ist keine Seltenheit mehr. Es ist zwar oft nicht ganz einfach, Greenwashing und wirklich sinnvolle Angebote auseinanderzuhalten, aber meistens finden sich gute Alternativen, gute Entscheidungsmöglichkeiten. Aber wie sieht es da bei Parfums aus?

Vorweg: Ich will hier niemanden belehren. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass jede:r hier eigene Entscheidungen treffen darf und sollte, und das beginnt bei der Farbe der Schnürsenkel und endet beim Duft. Aber ich interessiere mich für nachhaltige Alternativen und Ansätze, mit denen ich - zumindest mit den Möglichkeiten, die sich mir gerade bieten - vielleicht einen kleinen Unterschied machen, die Erde ein wenig grüner machen kann.

Die Parfumindustrie ist nicht ohne, was Umweltproblematiken angeht. Gehen wir einmal von außen nach innen bei unseren geliebten Duftbegleitern. Das Packaging vieler (der meisten Düfte) wird aktuell noch durch eine Plastikfolie geschützt. Manche lieben das verheißungsvolle Geknister beim abziehen, anderen ist es lästig, aber wir alle müssen es wegschmeißen. Da fängt der Spaß an. Wie wird diese Folie produziert, wie kann sie reycelt werden? Beschichtetes Papier darunter - problematisch. Flaschenköpfe, Pumpmechanismen, Behälter aus Plastik? Ja, ja, ihr versteht, was ich meine. Aber das Packaging ist tatsächlich der erste Ansatzpunkt für viele nachhaltig agierende Parfumlabels. Hier können recyelbare Materialen verwendet, auf Folien verzichtet, Verpackungs- und Versandmaterial reduziert werden.

Schwieriger wird es dann schon bei dem Inhalt der wunderschönen Flakons, die wir so rumstehen haben. Die Duftstoffe in Parfums sind ganz unterschiedlicher Natur (oder Synthetik). Viele tierische Bestandteile sind mittlerweile durch synthetische ersetzbar, Moschus und Co.gefährden nicht mehr ihre ursprünglichen tierischen Quellen, sind aber dennoch oft nicht unbedenklich und schaden an anderer Stelle der Natur. In ihrer Produktion werden Energie und Wasser verbraucht, Arbeiter:innen unterbezahlt und chemische Abfälle nicht immer ganz umweltgerecht entsorgt.

Beim Abbau von Duftressourcen natürlichen Ursprungs haben wir das selbe Problem wie in fast allen Situationen, in denen der Mensch von der Natur abhängig ist: Wir überproduzieren, bauen gleichzeitig zu viel ab, roden um Plantagen von Monokulturen zu pflanzen und zerstören dabei Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die, wenn wir so weitermachen in ein paar Jahrzehnten aussterben werden. Viele Parfummarken investieren mittlerweile deutlich mehr Zeit und Geld in ökologische Ressourcen. Abgebaut in Ländern, die nicht vor Umweltkatastrophen und Armut stehen, in Kooperation mit Plantagen, die strengeren Umweltauflagen nachkommen, Abeiter:innen fairer bezahlen und in kleineren Mengen anbauen. Das ganze ist aber natürlich teuer. Sowohl für die Labels als auch für die Konsumierenden.

Was genau heißt das aber jetzt für mich? Kann ich jetzt nicht mehr guten Gewissens die Düfte kaufen, die ich möchte? Gibt es überhaupt Alternativen, bei denen ich nicht das Gefühl habe einen »Ökoduft« zu tragen, der nach zwei Minuten nicht mehr riechbar ist? - Nö. Es heißt nur einfach, dass ich mich besser informieren muss.

Nachhaltigkeit ist ein Luxus, den sich viele in erster Linie nicht leisten können. Aber ein großer Teil davon ist Information. Information, die dabei hilft, andere Entscheidungen zu treffen, klein zu beginnen und Dinge auszutauschen, die nachhaltig genauso gut, wenn nicht besser und genauso erschwinglich daherkommen. Mein Ziel ist also, Alternativen zu finden, mit denen ich glücklich bin. Bei einer kleinen Internetrecherche bin ich auch auf eine nicht so kleine Auswahl an Labels gestoßen, die etwas für mich sein könnten. Außerdem bin ich auf einer Seite hängen geblieben, die wirklich spannende Inhalte bietet. Wenn ihr euch für nachhaltige Parfumerie interessiert schaut euch mal die »Coalition of Sustainable Parfumery« an. Eine Truppe aus vier Indieparfumeur:innen, die schlicht ihre Informationen und Erfahrungen zusammengetragen haben, damit jemand wie ich bei der Suche nach nachhaltigen Alternativen nicht bei Null anfangen muss.

Auf ihrer Website gibt es Links zu Listen mit bedrohten Arten und alternativen Möglichkeiten, Fragen, die an nachhaltige Produktion gestellt werden sollten und Interviews/Podcasts mit unterschiedlichen Expert:innen aus Wissenschaft, Industrie, Rohstoffabbau und Parfummarketing. Hier mal den Link dazu : https://www.sustainableperfume...

In halbstündigen Sessions sind die Interviews auf Youtube zu finden und ich bin ein wenig traurig darüber, wie wenig Aufmerksamkeit sie bisher haben. Auf Instagram sind sie auch zu finden und da ist das Publikum auch etwas größer, also schaut euch mal an, was dort so passiert.

Auf der Suche nach nachhaltigen Parfumlabels tauchen ein paar immer wieder auf, weil sie laut damit werben, andere findet man eher durch Zufall und liest dann, was sie für die Umwelt und nachhaltige Parfumerie stillschweigend tun. Beide haben ihre Daseinsberechtigung, und bei beiden gibt es großartige Düfte zu entdecken.

100Bon ist ein französisches Parfumhaus, das auf rein natürliche, pflanzliche Inhaltsstoffe setzt, die aus nachhaltiger Produktion stammen. Außerdem kommen alle ihre Düfte in nachfüllbaren Glasflaschen mit Metallsprühköpfen, die nicht nur schick aussehen, sondern auch wirklich gut verarbeitet sind und so durch Langlebigkeit ein kleines bisschen grüner sein können. Kleines Manko für mich: Die Haltbarkeit ist irgendwie nicht so doll bei den meisten Düften.

Maison Crivelli arbeitet seit ihrer Gründung mit nachhaltigen Patchoulipflanzungen zusammen und achtet in ihrer Produktion auf nachhaltige Verarbeitung, faire Bezahlung und verzichtet im Packaging komplett auf Plastik. Die Düfte sind außerdem durch die Bank weg ziemlich spannend.

Abel setzt auf Bioduftstoffe und entwickelt zudem eigene synthetische, wie ihren speziellen Moschus.

Oft genannt werden auch Farfalla und Baldini, von denen ich noch nie selbst was in der Hand hatte. Lasst mich gerne wissen, ob die was taugen. Außerdem nennt »Haus von Eden« Timothy Han, Michelle Pfeiffer, Sana Jardin, Chopard, Lovorika, Laboratory, Honoré des Prés und an anderer Stelle werden die Drogeriedüfte von Alverde genannt, die selbst mit 100% natürlichen Inhaltsstoffen werben. Was genau das dann meint bleibt allerdings herauszufinden.

Das mal so als kleine Inspiration. Ich würde gerne tiefer in nachhaltige Düfte einsteigen und wissen, was ihr so davon haltet? Seht ihr Parfumkonsum umwelttechnisch als problematisch? Und wo würdet ihr als erstes ansetzen, was verändern? Oder habt ihr jetzt schlicht keine Lust mehr, nachdem ihr euch durch mein Geschreibsel gequält habt?

Hier ist noch ein wenig Weisheit:

Nickl, Ramona: DER DUFT DER NATUR: DIESE LABELS KREIEREN NACHHALTIGES PARFUM, 23. August 2020, in: Harpers Bazar Online

Flatley, Annika: Bio-Parfum: 5 empfehlenswerte Marken, 12.Januar 2019, in: Utopia online

HausvonEden Lifestyle: Clean Parfum, Top 8 der besten natürlichen Düfte, in HausvonEden onlinemagazin

Entsorgen.org: Parfüm & Parfümflaschen entsorgen

Wie nachhaltig ist dein Duft? Im Gespräch mit Parfümeur Stefan Kehl von AER Scents

Posted by Anna-Lena Koopmann 20. Juli 2020

https://www.sustainableperfume...

https://www.youtube.com/channe...

42 Antworten
RoninRonin vor 4 Jahren
(...) Freilich sollte ich, wenn ich wirklich konsequent wäre, viel weniger Parfums besitzen. Da bin ich gar nicht konsequent. Immerhin achte ich darauf, dass die Düfte, die ich so viel verwende, dass sie auch mal nachgekauft werden, nachfüllbare Flakons haben.
RoninRonin vor 4 Jahren
(...) Ich versuche z. B. auf Rosenholzöl, Sandelholzöl oder ähnliche natürliche Rohstoffe, die durch Abholzung (stark) gefährdeter Arten gewonnen werden, zu verzichten und stattdessen auf synthetische Substitute auszuweichen. Sollten diese für den gewünschten Dufteindruck nicht geeignet sein, achte ich auf nachhaltige Forstwirtschaft. Bei Moschus versuche ich, auf biologisch abbaubare zu setzen – ist aber schwer, überhaupt an die entsprechenden Informationen zu kommen. (...)
RoninRonin vor 4 Jahren
(...) ob auch bei Parfumverwendung Rücksicht auf zukünftige Generationen genommen wird. Konsum kann immer auch als Verpflichtung verstanden werden: „die Industrie“, „die Wirtschaft“ ist nicht von sich aus böse, sondern macht das, was die Kundschaft möchte. Und wenn wir, als „Parfumhochkonsumierende“, auf Nachhaltigkeit achten, kann das einen Unterschied machen.
RoninRonin vor 4 Jahren
Die Aufgabe, wirklich nachhaltig zu leben, ist sicherlich die größte Herausforderung der Menschheit. Das bedeutet auch, dass wir alle Aspekte unserer Lebensweise hinterfragen müssen. Da andere Hebel so viel wichtiger sind als Parfumverwendung (wie Terra richtig anmerkt), sollte jede oder jeder für sich selbst entscheiden, ob bei Parfum als Eskapismus gesehen wird (und die dadurch freigesetzte Energie zu umso mehr Nachhaltigkeitsbemühungen bei größeren Themen eingebracht wird) oder (...)
TerraTerra vor 4 Jahren
...und den folgenden Generationen mehr Lebensraum übrig lassen sowie auch unsere eigene Zukunft besser gestalten. Wer es jetzt nach dem Hochwasser noch nicht verstanden hat... traurig. Bioparfums halte ich nicht unbedingt für besser. Zudem ist das echt vernachlässigbar. Keine Tierprodukte und die Natur in Ruhe lassen - also nicht in deutscher Kultur den Garten penibel stutzen. Das sind die wichtigsten Dinge, die man tun kann. Parfum steht hier sicher mit an letzter Stelle.
TerraTerra vor 4 Jahren
Wir leben gerade im größten Artensterben in der Geschichte der Erde. Zumindest die Natur wie wir sie jetzt kennen, wird nicht mehr lange überleben. Wie gesagt finde ich das gerade Eltern und die jüngeren von uns sich hier sehr engagieren sollten. Das kann auch aus ganz egoistischen Gründen sein. Für die eigene Zukunft. @Schalkerin: Nein, die Erde ist vermutlich nicht zu retten. Aber wenn wir alle uns mal nen Arschtritt geben und über unser Verhalten nachdenken, können wir das ganze hinauszögern.
Aramis924Aramis924 vor 4 Jahren
Da kann ich jetzt leider irgendwie nicht mehr folgen. Mein Eindruck bisher war, dass sich die Menschen prächtig vermehren und ausbreiten, während die Vielfalt der anderen Arten rapide abnimmt bzw. deren Populationsstärke dramatisch zurückgeht.
Darüber hinaus finde ich es problematisch, wenn "natürlich" ungeprüft gleichgesetzt wird mit "nachhaltig".
FinestineFinestine vor 4 Jahren
Den Begriff Naturschutz finde ich mittlerweile sogar etwas irreführend. Die Natur wird immer überleben. Nur wir Menschen als Art werden in ihr, wenn es so weitergeht, keinen Lebensraum mehr finden. Im Grunde genommen reden wir also die ganze Zeit über Menschenschutz - Arterhalt des Menschen.
PolyanthaPolyantha vor 4 Jahren
Ich bin ständig auf der Suche nach Naturparfums, die eine Alternative für mich sein könnten. Das ist nicht einfachMit der Fa. Florascent bin ich bis jetzt am glücklichsten geworden. Die Haltbarkeit vieler Düfte von ihnen ist für mich zufriedenstellend und nicht schlechter, als bei vielen synthetischen Parfums.
Ich finde den Duft vieler synthetischer Duftstoffe richtig unangenehm an mir und ziehe das, was hier gemeinhin als 'Ökoduft' bezeichnet wird, oft vor und finde diese Düfte oft angenehmer.
FinestineFinestine vor 4 Jahren
Interessantes Thema, auch wenn ich mir wie viele andere bei Parfums bisher noch keine Gedanken dazu gemacht habe. Mein größter Fußabdruck dabei sind wahrscheinlich nicht die drei Flakons, die ich besitze, sondern der Pröbchen-Austausch oer Post.
PolyanthaPolyantha vor 4 Jahren
Guter Artikel! Was hier leider nur gestreift wird, ist die Problematik der in fast allen Nicht-Naturparfums eingesetzten hormonell wirksamen synthetischen Inhaltsstoffe, sowie der Inhaltsstoffe, die sich (mit unbekannetm Ausgang) im Körpergewebe anreichern, als auch der synthetischen Inhaltsstoffe, welche Wasserorganismen schädigen und sich nur noch schwer abbauen, bzw, aus dem Wasser herausfiltern lassen. Diese bereiten mir das größte Unwohlsein!
Aramis924Aramis924 vor 4 Jahren
Hmm, mir ist zwar auch z.B. das alte natürliche Eichenmoos lieber als die meisten Substitute.
Aber wer genau wissen möchte, was auf seine Haut kommt, der wäre eigentlich mit ausgiebig geprüften synthetischen Duftstoffen besser bedient als mit hochkomplexen Pflanzenextrakten mit schwankender Zusammensetzung und schwer überschaubarem allergenen Potential.
SchalkerinSchalkerin vor 4 Jahren
Ich glaube nicht, daß unsere Erde noch zu retten ist. Und das liegt nicht an der Pafumindustrie. Aber natürlich sollte alles so natürlich wie möglich sein und es werden ja auch immer mehr Naturdüfte. Find das auch toll, zu wissen, was auf meine Haut kommt. Mal schaun, in ein paar Jahren, wie es dufttechnisch dann so aussieht.
LelaLela vor 4 Jahren
Klar, so manche Verpackung ist überladen und nicht notwendig. Nur wird hier - und nicht nur hier - das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der ökologische Fußabdruck von Pappe ist nicht in jedem Fall besser als der von (recycelten)Kunststoffen.Glas ist ein super ökologischer Werkstoff etc. pp. Außerdem bin ich es leid, dass jede kulturelle Erungenschaft geradezu mit religiösem Eifer auf den Prüfstand gestellt wird. ‚Weniger ist mehr‘ gilt auch hier beim Konsumverhalten: z.B. 5 Parfums statt 50 ;)
MintevaMinteva vor 4 Jahren
dazu muss ich auch noch sagen: klar, auch kleinvieh macht mist, aber der parfumkonsum macht das kraut nicht fett. die wirklichen probleme machen die ernährung-milchprodukte und fleisch im wesentlichen- und energie:verkehr, stromerzeugung. und auch im Müll sind Parfums und deren verpackungen kaum der rede wert.
MintevaMinteva vor 4 Jahren
Nachhaltigkeit ist selbstverständlich in allen Bereichen wichtig und vieles ist auch machbar. Das packaging bei Parfums ist sicher ein Thema das sich einfach umsetzen lässt. Dünn versiegelter Verschluss und fertig, mehr brauchts doch auch nicht. Die Designer können sich an den Glasflakons und Deckeln ja sowieso noch austoben. Sobald der flakon allerdings online bestellt und zwangsläufig gut verpackt werden muss ist die eingesparte Verpackung schon wieder sinnlos.
Aramis924Aramis924 vor 4 Jahren
Um direkt auf die Ausgangsfrage zu antworten: Nein, ich persönlich sehe Parfumkonsum "umwelttechnisch" nicht als problematisch an. Jedenfalls nicht in in einem Umfang, aus dem sich irgendein dringender Handlungsbedarf ableiten würde. Das Sammeln und Verwenden von Düften ist für mich tatsächlich ein kleiner geschützter Bereich, wo ich mir meinen bescheidenen Luxus gönnen möchte, ohne mir auch hier noch einen Kopf machen zu müssen, ob das auch wirklich 100%ig "okay" ist.
JoHannesJoHannes vor 4 Jahren
Genau so, Terra. Wir werden diesen egoistischen Wahnsinn sehr bald sehr teuer bezahlen. Und live erleben (Hochwasser, Dürrebrände, Fels—und Hangabbrüche, Hitzeperioden, Migrantenbewegungen, Wasserknappheit, Ernteausfälle, ...). Letzte Woche Mittwoch hat sich für mich etwas nachhaltig in meiner Weltsicht verändert. :-( Und jetzt versuche ich rigoros aufzuräumen mit meinen Gewohnheiten.
TerraTerra vor 4 Jahren
... konsumieren. Es muss jetzt sofort drastische Änderungen geben. Wir fahren quasi mit 250 in Richtung einer Mauer und wenn wir nicht jetzt sofort eine Vollbremsung machen, ist der Crash nicht mehr aufzuhalten. Ich habe lange so egoistisch wie die meisten gelebt. Sowas wie Fridays for Future sind schon ein Anfang. Ich kann nur jeden bitten, der noch jung ist oder Nachfahren hat sich mal mit dem Thema zu befassen und für sich selbst oder die Enkel/Kinder etwas bewusster zu leben.
TerraTerra vor 4 Jahren
Das ist ein Thema was mich derzeit auch beschäftigt, aber ich denke Parfum hat wirklich nur geringen Einfluss. Die schlimmsten Auswirkungen auf die Natur hat die Massentierhaltung. 2050 stehen Hamburg, Bremen und Bangladesch unter Wasser. Gemessen und nicht mehr aufzuhalten. Gerade bei Eltern verstehe ich die Lebensweise nicht. Deren Kinder werden mit absoluter Sicherheit unmittelbar mit den Folgen konfrontiert. Trotzdem fahren viele die 300m zum Supermarkt und wollen jeden Tag Tierprodukte..
CharlAmbreCharlAmbre vor 4 Jahren
Danke für diesen wichtigen Blog! Dass ein Laden sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit legt, konnte ich bisher nicht wahrnehmen, mit einer Ausnahme, nämlich die "Duftkunsthandlung" in Köln, der Inhaber hat vor ein paar Monaten bewusst Düfte ins Programm genonnen, die diesbezüglich gestaltet sind! Ich hoffe auch in dem Bereich auf eine Trendwende....
Sleppy94Sleppy94 vor 4 Jahren
Vielen Dank für deine Recherche. Ich werde gerne weitere Updates zum Thema lesen :) Mein Problem ist wenn synthetische Stoffe als umweltfreundlich vermarktet werden, wobei ich den Eindruck habe, dass hier eher Geld und Qualität gespart wird. Wenn die genannten Häuser auch gute Düfte haben, werde ich ihnen doppelt so gern mein Geld in die Hand drücken 👍 Bisher fühl ich mich aber eher desinformiert. Alles was Inhaltsstoffe neuer Düfte angeht kommt mir so shady vor und macht mich sehr misstrauisch
CarlaBrownCarlaBrown vor 4 Jahren
Evtl. Ist ja ein wichtiger Beitrag dazu, Parfums nachhaltiger zu nutzen, keine riesigen Sammlungen anzulegen, sondern eher bedacht weniger zu kaufen? Also im Sinne von Minimalismus, ist ja hier im Forum sicher ganz beliebt 😉.
Weil 100 nachhaltig produzierte Parfums, die nicht verbraucht werden, sind sicher in der Umweltbilanz schlechter als 100 ml verbrauchtestes Parfum.
Fällt mir leider schwer, das so zu schreiben, aber ich glaube bei mir könnte ich da am besten ansetzen.
SeeroseSeerose vor 4 Jahren
Wie umweltfreundlich, nachhaltig und auf welche Weise viele Duftstoffe aus welchen Rohstoffen sind, wie sie ebenfalls fermentiert und gewonnen werden ist dann entscheidend. Aber wir können nicht alle Chemiker und Parfümeure sein. Auch so genannte natürliche Verfahren wie Mazeration, Dampfdestillation sind m. E. nicht wirklich nachhaltig und teuer. Mal abgesehen davon, dass viele Duftstoffe viel zu rar sind. Dank dennoch für den Link zur Entsorgung von Parfüm und Flakons.
SeeroseSeerose vor 4 Jahren
Die Mengen Parfüm, die aktuell auf der ganzen Welt produziert und vermarktet werden, können unmöglich so und aus den produziert werden, wie es die so deklarierten Bio- und/oder nachhaltig produzierten Parfümmarken vorgeben, sie produziert zu haben. Wenn man weiß, wie Parfüms gemacht werden heutzutage, dann ist der Begriff "nachhaltig" sehr unbestimmt u. schwammig. Z. B. wird Vanillin aus Holz gewonnen, wie viele andere Parfümbestandteile ebenfalls, Linalol auf der Verpackung sagt alles.
FräuleinFräulein vor 4 Jahren
Danke für deinen Blog Beitrag!
—„ Nachhaltigkeit ist ein Luxus, den sich viele in erster Linie nicht leisten können. Aber ein großer Teil davon ist Information. Information, die dabei hilft, andere Entscheidungen zu treffen, klein zu beginnen und Dinge auszutauschen, die nachhaltig genauso gut, wenn nicht besser und genauso erschwinglich daherkommen. " —
Kann ich nur so unterschreiben! Nachhaltigkeit muss nicht teuer sein, ganz im Gegenteil!
KevinGreyKevinGrey vor 4 Jahren
Bisher kenne ich leider nur den "Uomo" von Farfalla. So nachhaltig und umweltfreundlich er auch produziert und vermerktet wird, eine wirkliche Alternative ist er für mich leider nicht. Er erinnert mich absolut an das Anti-Zecken-Mittel "Zedan". Schade. Grundsätzlich bin ich aber absolut aufgeschlossen, was nachhaltige Parfumerie angeht. Nur überzeugen muss der Duft dann auch.
Ich finde es aber sehr gut, dass Du Dich diesem Thema annimmst und ihm hier eine quaifizierte Bühne gibst.
FleurrareFleurrare vor 4 Jahren
Hatte Glück, dass ich einige Düfte dieser Richtung unkompliziert testen konnte. Bei zwei Firmen: Alterra und Baldini (MyTao) bin ich fündig geworden und 2 schöne Düfte entdeckt. Ich mag Firmen, die so handeln, dass die Natur respektiert wird und faire Produktionsbedingungen bieten. Im Alltag suche ich nach Möglichkeiten sie zu unterstützen. Was ich kompliziert finde, ist zu beurteilen ob die Versprechen eingehalten werden und gute Absichten was taugen oder ob es sogar nach hinten losgeht ...
GreenGorillaGreenGorilla vor 4 Jahren
Früher gab es ja mal Parfum- Abfüllstationen...
JoHannesJoHannes vor 4 Jahren
Weil das Gute liegt so nah: Annette Neuffer mit ihren Naturdüften https://www.parfumo.de/Parfums/Annette_Neuffer gehört da unbedingt mit dazu ...
JoHannesJoHannes vor 4 Jahren
Ja! Bereits von ca. 50 Jahren hat der Club of Rome in seinem Pamphlet "Grenzen des Wachstum" alles vorhergesagt - nur nicht, dass es so schnell geht. Letzte Woche hat gezeigt, dass es wohl zu spät ist. Wirklich: man kann sich nur noch hinsetzen und weinen ob des Zustandes der Erde und dieser verachtenden Haltung (Ignoranz) von uns Menschen.
AmbercaseAmbercase vor 4 Jahren
Sehr schöner Artikel. Da fällt mir gleich Korres ein. Korres ist eine griechische Firma, die Naturdüfte und -Kosmetik herstellt. Ihre Verpackungen kommen schon immer ohne Plastikhülle aus.
SousukeSousuke vor 4 Jahren
Danke dir für deinen feinen und wichtigen Beitrag. Mal schauen, wo unsere Reise uns alle miteinander noch hinführen wird. Ich bin sehr gespannt. Und was das Parfum Thema angeht, habe ich mich direkt ertappt gefühlt. Ich denke, da könnte ich auf jeden Fall noch sensibler sein. Ich freue mich, wenn auch in unserem Hobby der Gedanke der Nachhaltigkeit noch mehr Einzug halten wird.
DanehDaneh vor 4 Jahren
Habe von fiilit den Saudade Amazonia einen schicken dreieckigen Holzflakon mit einem 11 ml Refill.
Die Preise für die 11, 50 und 100 ml Refills sind "normal" und die Haltbarkeit besser als hier bewertet. Es geht auch anders (bei Düften und der Verpackung).
https://fiilit.com/en/gift-box
GschpusiGschpusi vor 4 Jahren
Interessanter Blog. Vielen Dank.
Und ja, gerade die Hersteller von Nischen Düften haben extrem aufwendige Verpackungen. Tiziana Terenzi um nur einen zu nennen...
MelodyMelody vor 4 Jahren
Ich finde die Verpackungen vieler Düfte, - ist mir besonders im Nischenbereich aufgefallen -, oft unglaublich übertrieben. Natürlich will man, dass gerade ein sehr teurer Duft auch unbeschädigt ankommt. Aber müssen es wirklich 5 aufwendig verzierte, gelogote Schachteln sein, bevor die eigentliche Verpackung kommt?
DreizehnteDreizehnte vor 4 Jahren
vor einigen jahren habe ich mal ein probenset dieser eco-manufactur geschenkt bekommen https://www.florascent-shop.de/Japanische-Duefte. die düfte haben mir sehr gut gefallen, aber wie du auch schreibst, sie halten überhaupt nicht, leider, denn es wäre eine solch sinnvolle bereicherung.
FelixwindsFelixwinds vor 4 Jahren
Das ist sicherlich vernünftig, denn im Endeffekt müssen wir immer mehr selbst anpacken, dass der Klimaschutz auch gelingt, bzw. bereit sein für (kleine) Veränderungen. Bei Parfum gibt es für mich zu vieles, was ich testen möchte. Da wäre das achten auf nachhaltige Parfums für mich aktuell eine zu große Einschränkung. Man könnte ja Flakons Second Hand kaufen (Souk) oder bewusster darauf achten, wenn man ein Parfum kauft, dass man dieses auch nutzt.
Jedoch finde ich das Thema interessant, Pokal!
JaneAmberJaneAmber vor 4 Jahren
Ein wichtiges Thema, welches es ja in der Mode schon länger gibt. Weniger Plastik und Rohstoffschonung, faire Löhne und Arbeitsbedingungen bei Anbau und Herstellung, Tierversuche, Pestizidbelastung und Überdüngung, stehen gegen hemmungslosen Konsum. Wie fast überall braucht es wohl den Druck der Verbraucher um etwas zu verändern, sei es in der Nachhaltigkeit der Herstellung, als auch im Konzipieren neuer Düfte, die keinen allzu großen Verzicht bedeuten.
PollitaPollita vor 4 Jahren
Mir geht es da ähnlich wie Knopfnase. Bei Kosmetik und Ernährung achte ich fast pingelig auf Nachhaltigkeit. Bei Düften finde ich meist nichts Passendes. Aber das Angebot wird ja auch größer.
NotausgangNotausgang vor 4 Jahren
Interessanter Artikel, vor allem die Ausführungen zum nachhaltigen Anbau von Rohstoffen finde ich spannend!
In diesem Hobby geht es ja leider häufig um Konsum. Am ressourcenschonendsten ist wahrscheinlich auch bei Parfum: gebraucht kaufen. Der Souk bietet ja meist gute Gelegenheit dazu, in meiner Sammlung ist ein einziger Duft, den ich neu im Laden gekauft habe.
Verbesserungsbedarf sehe ich bei mir bei den Proben, die als zahllose Plastikröhrchen bei mir rumliegen.
KnopfnaseKnopfnase vor 4 Jahren
Ich finde das ist ein wichtiges Thema, das mir im Alltag sehr bewusst ist und nachdem ich versuche zu leben. Bei Düften fällt es mir schwer, weil mich die Alternativen bis jetzt nicht überzeugen konnten. Daher danke ich Dir für Deine Tipps.