Moschus Moschus

Moschus - Häufigkeit der Duftnote
Wissenswertes
Die am häufigsten anzutreffende Duftnote ist Moschus.
Hinter der Bezeichnung Moschus können sich heute Hunderte unterschiedlicher Duftstoffe verbergen. Diese sind zwar in der Regel chemisch miteinander verwandt, jedoch empfindet der menschliche Geruchssinn sie zum Teil sehr unterschiedlich. Das Spektrum reicht grob gesagt von cremig-pudrig (weißer Moschus) bis zu animalischen, dunklen Noten.
Schon in alter Zeit verwendeten die Menschen Moschus. Zeugnisse davon finden wir etwa im Koran, anderen Schriften des Propheten (Hadith), sowie der arabischen Lyrik. Außer als Duftstoff fand Moschus in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung.
Natürlicher, tierischer Moschus wird traditionell aus Drüsen des männlichen Moschustiers (Moschus moschiferous und Moschus chrysogaster) gewonnen, welche am Bauch zwischen den Geschlechtsteilen und dem Nabel des Tieres liegen. Da Moschus als kostbar gilt und sehr begehrt ist, werden Moschustiere stark bejagt. Die Tierfamilie ist heute durch ein internationales Abkommen geschützt, gegen das jedoch immer wieder verstoßen wird.
Eine veraltete Bezeichnung für Moschustier ist Moschushirsch, da früher angenommen wurde, es bestünde eine enge Verwandtschaft zu den Hirschen, heute zählen Moschustiere taxonomisch aber als eigene Familie. Die Bezeichnung "Moschushirsch" findet jedoch immer noch Verwendung auch wenn sie biologisch gesehen inkorrekt ist. Bspw. gibt es im Englischen lediglich die Bezeichnung "Musk deer".
Das Moschussekret kann auch dem lebenden Tier entnommen werden. Berichtet wird von Farmen in China und Indien. Allerdings lassen sich Moschustiere in Gefangenschaft kaum artgerecht halten, die Sterblichkeit soll hoch sein und das Endprodukt von geringerer Qualität. Art und Qualität des Moschus („white musk“, „golden musk“, „black musk“) hängen vom Alter des Tieres ab, sowie dem Einfluss der Geschlechtshormone während der Paarungszeit.
Neben dem Moschustier gibt es eine ganze Reihe von sehr unterschiedlichen Tieren, die Drüsensekrete mit zum Teil moschusartigem Geruch absondern, etwa die Bisamratte (Ondatra zibethicus), die Lappenente (Biziura lobata), der Moschusochse (Ovibos moschatus), ja sogar Alligatoren und eine Käferart, der Moschusbock (Aromia moschata ) . Bedeutung für die Parfumherstellung erlangten jedoch nur die Sekrete der Zibetkatze (Zibet) und des Bibers (Bibergeil, Castoreum).
Unter vegetarischem Moschus versteht man Riechstoffe aus Pflanzen, die einen moschusartigen Duft haben sollen. Dabei kann es sich handeln um die Samen des Abelmoschus moschatus, oft auch Ambrette bzw. Ambrettesamen genannt. Gelegentlich wird die deutsche Bezeichnung Bisameibisch synonym verwandt. Des weiteren kann Angelikasamen bzw. Engelwurz mit vegetarischem Moschus gemeint sein.
Doch auch die Extraktion von Pflanzenstoffen deckt nicht den Bedarf der Parfumindustrie. In den allermeisten Fällen bezeichnet Moschus als Duftnotenangabe einen oder mehrere der synthetischen Moschusstoffe, welche die aromachemische Industrie in großem Umfang bereit stellt.
Verfasser: Apicius mit freundlicher Unterstützung von E99ESans
Quellen:
www.wikipedia.org
Anya King, Tibetan Musk and Medieval Arab Perfumery, in: Islam and Tibet Interactions along the Musk Routes, Farnham 2011.
Leseprobe bei Google Books: www.goo.gl/RESycr
www.profumo.it/perfume/prodotto.asp?pid=5220
www.downtoearth.org.in/node/16294
www.arkive.org/siberian-musk-deer/moschus-moschiferus/
Über Haltung des Moschushirsches und Moschusgewinnung: www.fao.org/docrep/q1093e/q1093e02.htm
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