The Holy Mountain Apoteker Tepe 2015 Eau de Parfum
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Top Rezension
Hustensaft für Erwachsene
Ein extravaganter Auftakt: Bisschen Räucherschinken, ins Bittere gedreht. Dazu ist die genannte Kamille absolut plausibel, vor allem in der Projektion ist der Duft nämlich tee-haft luftig. Tee ist überhaupt ein Stichwort, der Hersteller nennt Lapsang Souchong, einen Räucher-Tee. Somit fügt sich alles.
Binnen einer Minute kommt eine einerseits franzbranntwein-mäßige, andererseits auch süß-konzentrierte Nadelholz-Note durch, die unserem Aufguss eine Hustensaft-Anmutung verpasst. Ein besonders verräucherter Hustensaft freilich, sprich: echt nix für Kinder.
Zwischenstand der Medikation: Lapsang Souchong fürs Gemüt, Kamille für den Magen, Franzbranntwein für die Gelenke und diffuser Hustensaft für die Bronchien. Darf es noch etwas gegen Halsschmerzen sein? Unser Apoteker ist zwar eine Niete in Ortografi, aber dafür ein beeindruckendes Verkaufs-Talent!
Vornean ist allerdings nunmehr der Hustensaft. Er erinnert mich, mal abseits von der Nadelbaum-Geschichte gedacht, gewissermaßen im Habitus an Aspecton Hustentropfen (aus Thymian) und Prospan Hustensaft (aus Efeu). Das heißt nicht, dass ich hier konkret Thymian oder Efeu herausröche (außer vielleicht, sie wären arg verkokelt), der Hinweis soll nur unterstreichen, wie ölig-arzneiisch der Duft wirkt.
Das beruhigt sich jedoch im Laufe einer Stunde und es erscheint ein im bisherigen Kontext überraschend heller, luftiger, fast holziger Weihrauch. Direkt auf der Haut steht ihm indes ein schwererer, süßerer (Tannenhonig?), eingedickter und weitaus sinnlicherer Rauch gegenüber. Ein medizinischer Einschlag lässt sich gleichwohl auch in diesem Teil nicht leugnen.
Mäuseschrittchen für Mäuseschrittchen nähern sich die Antagonisten alsdann einander an. Per saldo handelt es sich also stundenlang um einen mild-süßlichen Weihraucher mit einem medizinischen Dreh. Erst am späteren Nachmittag macht sich mehr und mehr dunkel-komprimiertes Holz bemerkbar, das den angeräucherten Hustensaft sukzessive ersetzt. Heimelig.
Fazit: The Holy Mountain ist über weite Strecken einfach ein schöner, nicht un-origineller, winterlicher Stimmungsduft. Nur zur äußerlichen Anwendung.
Ich bedanke mich bei Gerdi für die Probe.
Binnen einer Minute kommt eine einerseits franzbranntwein-mäßige, andererseits auch süß-konzentrierte Nadelholz-Note durch, die unserem Aufguss eine Hustensaft-Anmutung verpasst. Ein besonders verräucherter Hustensaft freilich, sprich: echt nix für Kinder.
Zwischenstand der Medikation: Lapsang Souchong fürs Gemüt, Kamille für den Magen, Franzbranntwein für die Gelenke und diffuser Hustensaft für die Bronchien. Darf es noch etwas gegen Halsschmerzen sein? Unser Apoteker ist zwar eine Niete in Ortografi, aber dafür ein beeindruckendes Verkaufs-Talent!
Vornean ist allerdings nunmehr der Hustensaft. Er erinnert mich, mal abseits von der Nadelbaum-Geschichte gedacht, gewissermaßen im Habitus an Aspecton Hustentropfen (aus Thymian) und Prospan Hustensaft (aus Efeu). Das heißt nicht, dass ich hier konkret Thymian oder Efeu herausröche (außer vielleicht, sie wären arg verkokelt), der Hinweis soll nur unterstreichen, wie ölig-arzneiisch der Duft wirkt.
Das beruhigt sich jedoch im Laufe einer Stunde und es erscheint ein im bisherigen Kontext überraschend heller, luftiger, fast holziger Weihrauch. Direkt auf der Haut steht ihm indes ein schwererer, süßerer (Tannenhonig?), eingedickter und weitaus sinnlicherer Rauch gegenüber. Ein medizinischer Einschlag lässt sich gleichwohl auch in diesem Teil nicht leugnen.
Mäuseschrittchen für Mäuseschrittchen nähern sich die Antagonisten alsdann einander an. Per saldo handelt es sich also stundenlang um einen mild-süßlichen Weihraucher mit einem medizinischen Dreh. Erst am späteren Nachmittag macht sich mehr und mehr dunkel-komprimiertes Holz bemerkbar, das den angeräucherten Hustensaft sukzessive ersetzt. Heimelig.
Fazit: The Holy Mountain ist über weite Strecken einfach ein schöner, nicht un-origineller, winterlicher Stimmungsduft. Nur zur äußerlichen Anwendung.
Ich bedanke mich bei Gerdi für die Probe.
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Schade, dass man so schlecht an die anderen Kompositionen des Apothekers heran kommt!