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Wenig hilfreiche Rezension
Ehrverletzung
Generischer Ambrox-Dreck (die Duftpyramide ist mal unverfroren ehrlich) und keiner Erwähnung würdig, wenn es als x-ter Boss Flanker, Abercrombie & Fitch Brühe oder, niveau-adäquat, als Drogerieduft von Mexx, Otto Kern oder David Beckham vertrieben würde. Dior aber nennt es Sauvage und zieht damit den Namen einer Legende der Parfümkunst, Edmond Roudnitskas Meisterwerk von 1966, in den Schmutz. Nachdem der LVMH-Satrap Thierry Wasser bei Guerlain bereits die einstige Größe dieses ikonischsten aller Parfümhäuser erfolgreich auf dürftiges Mittelmaß gestutzt hat, präsidiert sein Kollege Francois Demachy jetzt über die totale Demontage von Roudnitskas Erbe bei Dior, worunter vor allem die großen Damendüfte gelitten haben (aber auch Eau Sauvage ist nicht mehr annähernd was es einmal war). Wie man als Parfümeur eine solche Barbarei rechtfertigen kann ohne schuldgefühl-induzierte Geschwüre in der Nase zu bekommen, ist mir ein Rätsel. Sauvage jedenfalls wirkt wie eine bösartige Verhöhnung der Opfer. So einfallslos, austauschbar und vulgär in seinem künstlichen Frische-Klischée, dass Bleu de Chanel - der Blueprint dieser "Wir möchten auch mal so richtig auf dem Massenmarkt abräumen, indem wir unser Prestige verzocken"-Strategie - dagegen fast schon hochwertig wirkt. Ich wiederhole gerne, was u.a. Parfümeure und langjährige Anhänger von Dior Düften zu Sauvage gesagt haben: dünn, flach, harsch, chemisch, redundant, generisch, eindimensional, Weichspüler-Musk, funktionelle Parfümerie. Konkret bedeutet das: eine fad-fruchtige plastik-orangige Bergamotte-Note (Lichtjahre von hochwertigem Öl entfernt), metallisch-kratziger Pseudolavendel, Kunstblumen, dünn-wässrige Pfeffersynthetik und das nasenirritierende Weichspüler-Feeling des Dihydromyrcenol-Ambroxan Komplexes, mit dem bisherige Cool Water und junge Axe User ins Dior-Boot geholt werden sollen. Aber sooo büro-kompatibel und Frauen mögen es. Na schön: man kann so etwas in jeder Haushaltsreinigerabteilung eines Supermarktes haben. Häuser wie Parfums Dior waren dagegen mal für künstlerische Luxuskreationen zuständig. Das hier ist eine ästhetische Bankrotterklärung und Verrat an sich selbst.*
*insofern ist Johnny Depp nicht nur seines Namens wegen das richtige Gesicht für die Sauvage Kamapgne: ein großartiger Charakterdarsteller, der sich zunehmend gerne aufs Schmierenniveau begibt. In beiden Fällen dürfte Geld eine maßgebliche Rolle spielen
*insofern ist Johnny Depp nicht nur seines Namens wegen das richtige Gesicht für die Sauvage Kamapgne: ein großartiger Charakterdarsteller, der sich zunehmend gerne aufs Schmierenniveau begibt. In beiden Fällen dürfte Geld eine maßgebliche Rolle spielen
57 Antworten


Zumindest hier das erreicht, was auch bei allen Youtubern und Hypereden erzielt werden soll. Polarisieren und Stimmung machen um Aufmerksamkeit zu erhalten.
French Lover
Portrait of a Lady
Geranium pour Monsieur
Aber wehe, jemand ist so ehrlich und schreibt tatsächlich drauf was drinnen ist. Dann geht das Abendland unter.;) Ist vielleicht nicht der beste Duft auf der Haut, macht aber eine sehr genehme Sillage. Chemie verwenden sie alle.
Ich habe wie bei vielen einigen Düften auch schon den Rat (siehe Kommentar bevor) befolgt, den entspr. Duft einem zweiten/dritten Test zu unterziehen, komme bei Sauvage aber immer wieder zum Resultat: Überflüssiger Mist.