
Floyd
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Floyd
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45
Versuch einer Chronik der Bilder aus dem Nirgendwald
Was hatte Horace doch für befremdliche Berichte über den sonderbaren Nirgendwald abseits seines Dorfes gehört. Dunkel sollte es dort sein, voller Rauch und Exkremente, mysteriöse Kräuterhexen und Tiere trieben dort ihr Unwesen, Medianus, ein römischer Dichter, schrieb von Orangen und leuchtenden Sternen, ein fahrender Lederhändler behauptete gar, es gäbe dort kaum Wald und ein Schweizer wähnte dort sogar eine sonnendurchflutete Küste.
Wunderlich war Horace dann zumute, als er das sagenumwobene Gebiet betrat, war da doch zunächst ein dichter Nebel, dunkel, staubig und scharfkantig wie Wüstenweihrauch und doch irgendwie frisch und ätherisch. Da war ein grünes Leuchten, als würde die Wolke pulsieren, organisch biolumineszieren. Horace mutmaßte Harz hustende Nadeln, doch derlei Gehölz gab es dort nicht. Stattdessen sah er nagarmodrigen Waldboden an schwarzen Stämmen emporkriechen und winzige Hesperiden an deren knotigen Ästen, von der glimmenden grünen Grütze umschlossen. Neben sich stehend notierte er alles für seine Chronik. Dann war da noch der Geruch von Käse. Die erbärmliche Sorte. Horace hatte Angst, der Duft könne aus seinem Rucksack oder Schuhwerk stammen, wilde Tiere könnten ihn wittern und wildern und so entledigte er sich bald seines Bündels und der Bergstiefel im Unwissen über die Transpirationsfähigkeiten indischer Hölzer. Seine Notizen waren nun auch verloren.
Mit der Zeit wuchsen burmesische Bäume aus Erde, versanken glühend im Nagarmoor andere, vergoren zu süßem Patchoulikör, blubberte Sandelcreme zutage, drin schimmerten kleine Labdanumkristalle. Horace kniete nieder. Wie sinnlos erschien nun jegliche Chronik über den seltsamen Weg. Wälzen wollte er sich in diesem Sumpf.
(Mit Dank an Kylesa)
Wunderlich war Horace dann zumute, als er das sagenumwobene Gebiet betrat, war da doch zunächst ein dichter Nebel, dunkel, staubig und scharfkantig wie Wüstenweihrauch und doch irgendwie frisch und ätherisch. Da war ein grünes Leuchten, als würde die Wolke pulsieren, organisch biolumineszieren. Horace mutmaßte Harz hustende Nadeln, doch derlei Gehölz gab es dort nicht. Stattdessen sah er nagarmodrigen Waldboden an schwarzen Stämmen emporkriechen und winzige Hesperiden an deren knotigen Ästen, von der glimmenden grünen Grütze umschlossen. Neben sich stehend notierte er alles für seine Chronik. Dann war da noch der Geruch von Käse. Die erbärmliche Sorte. Horace hatte Angst, der Duft könne aus seinem Rucksack oder Schuhwerk stammen, wilde Tiere könnten ihn wittern und wildern und so entledigte er sich bald seines Bündels und der Bergstiefel im Unwissen über die Transpirationsfähigkeiten indischer Hölzer. Seine Notizen waren nun auch verloren.
Mit der Zeit wuchsen burmesische Bäume aus Erde, versanken glühend im Nagarmoor andere, vergoren zu süßem Patchoulikör, blubberte Sandelcreme zutage, drin schimmerten kleine Labdanumkristalle. Horace kniete nieder. Wie sinnlos erschien nun jegliche Chronik über den seltsamen Weg. Wälzen wollte er sich in diesem Sumpf.
(Mit Dank an Kylesa)
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Kopfnote
Somalischer Weihrauch
Amalfi-Orange
Grapefruit
indisches Oud
französische Limette
Herznote
Guajakholz
Nagarmotha
Patchouli
Basisnote
Hedion
Labdanum
Mysore-Sandelholz
Bourbon-Vanille
Zedernholz
Schalkerin
Gandix
Ergoproxy
Medianus76
Bastian





























