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Hasu-no-Hana 1888 Eau de Parfum

8.5 / 10 266 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Grossmith für Damen, erschienen im Jahr 1888. Der Duft ist chypreartig-blumig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert. Der Name bedeutet „Lotosblume, Lotosblüte”.
Aussprache Vergleich
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Duftrichtung

Chypre
Blumig
Würzig
Holzig
Orientalisch

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
BitterorangeBitterorange BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
IrisIris Ylang-YlangYlang-Ylang JasminJasmin RoseRose
Basisnote Basisnote
PatchouliPatchouli TonkabohneTonkabohne EichenmoosEichenmoos SandelholzSandelholz VetiverVetiver ZedernholzZedernholz
Bewertungen
Duft
8.5266 Bewertungen
Haltbarkeit
8.5218 Bewertungen
Sillage
7.7215 Bewertungen
Flakon
8.3186 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.540 Bewertungen
Eingetragen von Feylamia · letzte Aktualisierung am 06.10.2025.
Quellenbasiert & geprüft
Wissenswertes
Das Parfum ist Teil der Kollektion Classic Collection.

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Rezensionen

11 ausführliche Duftbeschreibungen
10Duft 9Haltbarkeit 9Sillage
Can777

251 Rezensionen
Can777
Can777
Top Rezension 77  
Die Perlentaucherin-Die Tragödie der Hasu-no-Hana
Hört die Geschichte der Hasu-no-Hana. Die Geschichte von unendlicher Liebe,Sehnsucht und Schmerz!

Geboren wurde sie am Ufer des Biwa-See,dem größten See in ganz Japan. Gehüllt in ein Lotusblatt wurde sie ihrer Mutter in die Arme gereicht. Schnell und plötzlich war ihre Geburt. Ihre Mutter zu weit vom schützenden Heim entfernt,gebar sie im Wasser des Sees. Daher ihr Name,...Lotusblüte. Sie war schön,sehr schön sogar! Sie war mit Toshyo verlobt. Auch er war Perlentaucher wie sie selbst. Tiefste innige Liebe verband sie zueinander,bis zu dem Tag als er nicht mehr zurück kam mit seinem Boot. Alles was sie noch hatte war die größte und wertvollste Süßwasserperle die Toshyo jemals fand am Grunde des Sees. Ihr Verlobungsgeschenk!
Auf den Tag genau war ein Jahr vergangen.......

Haus-no-Hana schob die Tür auf und trat in Freie. Sie blickte den Weg hinunter der zum See führte. Bitter und stechend war der Schmerz in ihrem Herzen wie die Schale der Orange im Mund und auf der Zunge. Verbittert und herb wie ihre Seele nun. Tief lag der feuchte Morgennebel auf dem Garten vor ihrem Haus und der Umgebung. Auf den edlen Rosen vor ihrem Haus lag der Tau und es nahm den Anschein als würden sie weinen. Der weiße Jasmin und der Ylang-Ylang waren kaum noch zu sehen unter dem dichtem Nebel. Aber man konnte sie riechen,jede einzelne Nuance. Sie nahm den herrlichen Duft mit einem tiefen Atemzug auf. Eine Augenblick der Endlosigkeit,...dann ging sie den Weg hinab zum See.

Sie schritt durch den zarten Nebel,der so weiß war wie das Iris-Puder auf ihrer blütenweißen Haut. Feucht und erdig war die Luft im Wald. Mit blanken Füßen lief sie über die Zedernnadeln die wie Teppiche den Weg säumten,aber sie spürte keinen Schmerz. Sie spürte lange schon nichts mehr! Das Eichenmoos an den Bäumen schwängerte die Luft. Der Duft verstärkte sich um so näher sie dem See kam. Nicht mehr lang,dann war sie da!

Sie stand am Rande des Ufers,dort wo sie einst geboren wurde. Dort wurde sie geliebt und geküsst. Dort wo alles begann war es schön. Dort versprachen sie sich ewige Liebe. Der Wind trug die sanft würzige Wärme der Patchouli und Vetiver-Gräser über den See zu ihr rüber. So unbeschreiblich weich und würzig,...wunderschön! Langsam öffnete sie ihre Faust in der die Perle lag. Einer Tonkabohne gleich lag sie auf ihrer Handfläche und schillerte in den weichsten und pastelligsten Farben des Himmels. Dann öffnete sie ihren Mund und schluckte die Perle beherzt herunter. Nun war er wieder bei ihr und dicht an ihrem Herzen,aber immer noch nicht dicht genug! Sie öffnete langsam ihr kunstvoll gestecktes Haar und glitt Schritt für Schritt ins Wasser.

Um so tiefer sie sie ins Wasser ging,um so mehr fächerte sich der weiße Seidenkimono um sie auf. Der zarte,perlmuttfarbene Stoff schwamm um sie herum wie die Blütenblätter einer Lotusblüte in voller Pracht. Minuten stand sie dort still im Wasser am Rande des Biwa-See. Sie wartete bis die Sonne aufging und die ersten orange-goldenen Strahlen die Oberfläche des Wassers küssten. Ein letztes mal flüsterte sie leise seinen Namen......Toshyo! Dann tauchte sie weich-gleitend ab in die Dunkelheit des Sees....

Hasu-no-Hana wurde nie gefunden,aber es blieb die Erinnerung an sie.
Die Erinnerung an die schönste Perlentaucherin von ganz Japan.
Die Liebe tragen wir immer dicht an unserem Herzen!

Ich empfehle heute mal nur zur musikalischen Untermalung der Geschichte und des Parfüms ein Lied: https://m.youtube.com/watch?v=uBzUfjkdPq4

Hasu-no-Hana ist wahrlich,.......zum sterben schön!

Can
38 Antworten
10Duft 10Haltbarkeit 7.5Sillage
Medusa00

846 Rezensionen
Medusa00
Medusa00
Top Rezension 38  
Seelenfänger!
Alle Chyprefreunde und - freundinnen aufgepaßt! Dieser Hasu oder von mir kurz "Hase" genannt ist ein Traumchypre oder ein Chypretraum! Es ist doch wirklich erstaunlich, daß ich durch parfumo und liebe Member (danke liebe Lilie ;-)) fast täglich neue Düfte entdecke, die mich auch wirklich noch mitreißen. Das ist ja nun auch gar nicht mehr so leicht, denn auf parfumo sind mittlerweile über 12.000!!!!!! Düfte gelistet. Ich werde im Leben nicht mehr schaffen, die alle kennen zu lernen und meistens will ich das auch gar nicht mehr. Ich habe mir mal den Spaß gemacht nachzusehen wie viele Neuerscheinungen es vor 10 Jahren, also 2002, gab. Es waren 308! 2011 waren es schon 1211! Jetzt werden täglich, inflationär Düfte auf den Markt geworfen.
Bei dieser Entwicklung ist es mir eine große Freude an solchen Schätzchen, wie aus dem Hause Grossmith, riechen zu dürfen. Noch dazu, weil sie etwas ganz Besonderes sind und keine Einheitsplürre der ach so bekannten Mainestreamer (wobei das nicht negativ ist, denn ich habe auch Düfte der Designer etc.) oder immer schräger werdende Nischen.
Dieser ganz besondere Hase ist ein konsequent durchkomponierter Chypre. Der bergamottig-zitrische Auftakt macht fast sofort Platz für ganz großes Chyprekino:
* regennasse Eichen im Frühling, wenn es nachts noch sehr kalt ist und das Moos an der Westseite glitzert und riecht grün und feucht
* auf den Eichenästen sitzt die staubige Puderfee Iris und wedelt ein wenig kratzige Partikel von Feenflügeln
* dunkle, schwere Rosen blühen im Hintergrund. Auf den Blütenblättern Tautropfen
*ein alter geheimnisvoller Keller, vor dem kleine Kinder Angst haben, schickt Patchouli
* Vetiver (welcher meist grün und grasig riecht) wurde getrocknet, mit Sandelholz geraspelt und in der Zedernholzpfeiffe geraucht. (Ich wette hier ist auch eine Spur Weihrauch dabei.)
Ja, dieser Hase hat meine Seele!
11 Antworten
9Duft 8Haltbarkeit 8Sillage
IrisNobile

23 Rezensionen
IrisNobile
IrisNobile
Top Rezension 37  
Gross(er S)mith !!
Der Auftakt ist grandios!! -

Wer diese exotisch anmutenden, sich intensiv bemerkbar machenden "Herrlichduftkompositionen" liebt, in denen ein Event der Opulenz stattfindet über wunderbare Fruchtigkeit, verhaltene Süße, Blumen, Holzigkeit und Würze, welche harmonisch miteinander verbunden ein von Gold funkelndes Fest feiern, der ist bei diesem Grossmith sofort eingeladen, mit zu feiern !
Flankiert vom nahen Eichenwald, weht zu dieser handverlesenen Gesellschaft ein herb-würziger Hauch herüber - all´das öffnet die Sinne für jede Phantasie - und man schwelgt in der Nacht dieses rauschenen Festes, währenddessen von irgendwo Klarinettenklänge von Gershwins "Summertime" den wunderschönen Eindruck abrunden. - Es ist Hochsommer - Lebensfreude in purer Form !

(Dank Deiner Beigabenphiole, liebe Sweetsmell, durfte ich mich zu diesem Ereignis eingeladen fühlen.)

Zum Duft:
Zugegeben, er fängt nicht leise an - überrascht mit exzellenter Fülle, ist sofort präsent, ein zitrisch-floral-holzig-würziges Dufterlebnis - wird sanfter, etwas pudriger und entwickelt sich mit den vergehenden Stunden zu einer dezent hell schillernden Aura, die Farbe des Goldes! Fantastisch ! Wie allerdings Patchouli in diesem Fall auf den Duftverlauf wirkt, kann ich als "Riechanfängerin" noch nicht so recht bestimmen. Evtl. weiß das jemand in den unüberschaubaren Weiten von Parfumo und könnte insofern dozierend eingreifen.
Vielleicht trägt er/es das Erdige und Erotische bei, das hier unbedingt mitschwingt.

Sillage/Haltbarkeit:
Für meine Begriffe ausreichend weitreichend; umgarnt die Umwelt aufmerksamkeitsheischend, um sich dann unaufdringlich edel beizeiten (nach etwa 4-6 Std.) diskret an den Körper anzuschmiegen.

Für mich gibt es ja eigentlich nicht wirklich die Aufteilung in Sommer- oder Winterduft. Diesen hier würden manche wohl schon als schwer einstufen; ich empfinde ihn als einen sehr anschmiegsamen Chypre, trotz des erstaunlich präsenten Anfangs, und tragen würde ich ihn zu jeder Jahreszeit. Mein Credo ist allerdings: Erlaubt ist was gefällt, wann´s gefällt und wo´s gefällt. Dezente Verwendung ist eh´erste Bürgerpflicht! Und - der Anlaß macht den Duft !

Fazit hier: Für Menschen, die keinerlei Scheu vor Düften haben, die verhältnismäßig ausgeprägt, mit Charakter versehen und sehr gut vernehmbar sind.

P.S.: Wusste gar nicht, das dieses Parfum schon 1888 kreiert wurde - "an der Schwelle zur modernen Parfümerie". Ein Duft aus einer anderen Zeit - ja -, warum nicht auch heute noch etwas vom Hauch der Belle Epoque in unsere lassen!
Mitnichten altmodisch. Ich finde ihn betörend!
4 Antworten
10Duft 9Haltbarkeit 7Sillage
Marieposa

90 Rezensionen
Marieposa
Marieposa
Top Rezension 52  
Tess Durbeyfield
Natürlich würde er mit ihr nicht tanzen.
Sie stand ein wenig abseits des Trubels und hatte den Blick ins Licht der tiefstehenden Sonne gerichtet, obwohl sie lediglich seine entschwindende Silhouette erkennen konnte. Flirrend wie Goldstaub taumelten winzige Insekten im Licht. Er musste sie auf seinem Weg durch das hohe Gras der Wiese aufgescheucht haben, während auf dem Tanzplatz noch fröhliche Musik ertönte und sich die Mädchen in ihren weißen Kleidern kichernd im Kreise drehten.
Auch ihr Kleid war leuchtend weiß und die zarten Blüten in dem Sträußchen in ihrer Hand mit genauso viel Sorgfalt gepflückt wie die der anderen. Außerdem hatte nur sie sich ein Band ins braune Haar geflochten, das so rot wie ihre Lippen war – und doch würde sie nun immer das Mädchen bleiben, dessen grölender Vater auf dem Einspänner den Tanz gestört hatte, auch wenn sie ihn ganz selbstverständlich vor den anderen verteidigt hatte.
Natürlich hatte er mit ihr nicht getanzt.
Dass der Saum ihres Kleides sich vom Moos und der nassen Erde am Rande der Wiese grünlich-feucht verfärbt hatte, würde sie erst am nächsten Morgen bemerken. Und sie sah im Gegenlicht auch nicht, dass er sich noch einmal umdrehte.

Lag da ein ganz leichter Ausdruck des Vorwurfs in ihrem ernsten Blick?
Im Sonnenlicht schimmerte ihr von warm-braunem Haar umkränztes Gesicht beinahe wie Perlmutt, während die anderen weißen Gestalten bereits wieder selbstvergessen über den grünen Platz wirbelten und keinen Gedanken mehr an den fremden Tänzer zu verschwenden schienen. Mit dieser einen Ausnahme.
Es versetzte ihm einen kleinen Stich, wie er sie da so stehen sah, abseits von den anderen in ihrem dünnen weißen Kleid, voll Sanftmut und Bescheidenheit und doch … verletzt? Er wünschte, er hätte sie nicht im Trubel übersehen, hätte sie verlegen errötend zum Tanz gebeten, mit ihr gesprochen, nach ihrem Namen gefragt. Das nagende Gefühl, dass er sich dumm verhalten hatte, ließ sich nicht mehr abschütteln, doch daran konnte er nun nichts ändern. Er wandte sich zur geschotterten Landstraße um und ging raschen Schrittes weiter.

**

„A mere vessel of emotion untinctured by experience.“ So beschreibt Thomas Hardy seine junge Protagonistin zu Beginn seines Romans „Tess of the d’Urbervilles“, der, 1891 erschienen, nur drei Jahre jünger ist als Hasu-no-Hana. Ob der Duft „frei von jeglicher Erfahrung“ ist, möchte ich nicht beurteilen, aber ein „Gefäß, das nichts als Gefühle enthält“ ist er für mich auf jeden Fall.
Um ein Grundgerüst aus Bitterorange und Iris über einer Basis aus Amber, Patchouli und Eichenmoos, das man wenige Jahrzehnte nach dem Erscheinen wohl als Chypre mit orientalischem Twist bezeichnet hätte, schillert der Duft perlmuttartig in allen hellen Facetten, die Farben annehmen können, bevor sie aufhören, Farben zu sein und weiß werden. Iris tritt hier kaum pudrig in Erscheinung, sondern so samtig wie die Blüten der Iris Florentina, die genauso weiß-perlmutt-hellblau schimmern wie der Duft. Da sind noch andere florale Noten, die ich nicht benennen kann, eine rührend altmodische Gartennelke (nicht gelistet – war ja klar, dass meine Nase wieder macht, was sie will) und zitrische Noten, die sich wie feinster Goldstaub auf die zarten Blütenblätter legen. Im Verlauf behält der Duft seine filigrane Zartheit und Helligkeit, wird aber durch die (eingebildete) Gartennelke würziger, nimmt eine unterschwellig fruchtige Note an (vielleicht von Ylang-Ylang?), um schließlich von hellen Hölzern, eher grünlichem Patchouli und sanft rauchigem Vetiver umrahmt und von Unmengen Eichenmoos zärtlich abgefedert zu werden.

Wie wegweisend muss dieser Duft, der heute so nostalgisch wirkt, zu seiner Zeit gewesen sein! Oder war er ihr gar voraus? So wie Thomas Hardys Roman?

So richtig möchte ich mich mit dem Gedanken gar nicht aufhalten, nicht herumphilosophieren, was Hasu-no-Hana für andere sein oder gewesen sein könnte, sondern einfach nur die herzzerreißende Schönheit dieses Duftes genießen. Neben der majestätischen Wucht und Perfektion ihrer Schwestern Phũl-Nãnã und Shem-el-Nessim aus Grossmiths Classic Collection mag Hasu-no-Hana fast ein bisschen unscheinbar wirken. Es ist kein Duft, der das Bedürfnis hat, sich in den Vordergrund zu drängen, und doch bringt er in mir eine Saite zum Klingen, welche die anderen, ehrfürchtig, aber distanziert bewunderten Schönheiten nicht zu berühren vermochten.
Hasu-no-Hanas helle Leichtigkeit erscheint mir so unschuldig wie die junge Tess Durbeyfield, die noch nicht ahnt, mit welch traurigem Schicksal die Zukunft ihre Schönheit und ihr zartes, loyales Wesen bestrafen wird. Und doch schwingt von Anfang an eine sehnsuchtsvolle Melancholie mit. Fast wie in jener Szene ganz zu Beginn des Romans, die ich immer wieder lese, in der Tess Durbeyfield und Angel Clare sich um Haaresbreite nicht begegnen und in der dieses bitter-süße Was-Wäre-Wenn mitschwingt.

Vielen Dank für das Pröbchen, lieber Floyd. Da hast du mal wieder was losgetreten ;-)
43 Antworten
10Duft
Bertel

236 Rezensionen
Bertel
Bertel
Top Rezension 34  
Wie machen die das nur...?
Da ist er schon wieder, dieser unglaublich fette, cremig-milchige, tiefe, reiche, dichte golden-ölige florale Akkord der mir schon in der ersten Minute "Vintage!!!" in die Ohren bzw. die Nase schreit! Kopf und Herz gehen beinahe unmittelbar ineinander über, das ist eun unfassbar dichter, runder, weicher, wuchtig-tiefer Akkord vornehmlich aus Ylang-Ylang und Rose mit ganz leicht herb-dunkel-bitteren rauhen Rändern und Flecken aus Bergamotte und Bitterorange, kaum einzeln wahrnehmbar sondern als Farbnuance des hermetisch runden Gesamtakkords, in welchen bald voll-milchiger Jasmin und beinahe maskuline Iris eintreten, abgerundet und gebettet auf das unvermeidliche und hier ebenfalls superdichte gründampfende Eichenmoos, und irgendwo da muss auch die "Japanese lotus lily" sein die Grossmith ja ins Zentrum dieses Duftes stellt (die in obiger Pyramide aber gar nicht erst auftaucht).

Diese floral-holzig-moosige fantastische Chypre-Wucht (genau, Medusa!) die es irgendwie auf atemberaubende Weise geschafft hat trotz IFRA-Regulierungen, trotz "Kostenoptimierungen", trotz Reformulierungen und einem gruseligen "remastered for the modern world" wie ein aus der Zeit gefallenes Power-Chypre der 1980er daherzukommen und die meisten Wässerchen und Düftchen von heute wie schale blasse Rinnsale aussehen zu lassen - zusammen mit ihren Schwestern "Phul-Hana" und "Shem-el-Nessim" halten sie ein Erbe und eine Vintage-Ästhetik hoch die ansonsten längst untergegangen ist. Probleme gibt es leider zwei:

Zum einen lebt der ganze Marketing-Hype "Grossmith!" von diesen drei Düften der Classic Collection, hier werden aufwändige, kostenintensive alte Rezepturen weiter gepflegt und behutsam neu interpretiert, das ist hohe Kunst und das unermesslich wertvolle Kapital von dem Grossmith zehren kann - die schwächlich-banalen Düftchen zumindest der Black Label Collection (die Royal Collection kenne ich leider noch nicht) segeln auf unsägliche und ärgerliche Weise mit simplen Rezepturen und minderen Qualitäten im Kielwasser der Edlen Drei und wollen von dieser "Story" und der Glorie des Hauses und seiner Geschichte profitieren was augenscheinlich nur zu gut gelingt. Ärgerlich und schändlich, leider ist Grossmith (mit Sicherheit dank Herrn Dove) kein bisschen besser als all die anderen pseudo-historischen Häuser die eigentlich Neugründungen sind.

Zum anderen, abseits aller warmen und euphorischen Liebe aus ganzem Herzen die ich diesen Düften entgegenbringe - von wenigen schmerzfrei-weltabgewandt-überheblichen Momenten abgesehen sehe ich mich ausserstande diesen so opulenten floralen Duft selbst zu tragen... Das spielt aber eigentlich keine Rolle, nicht danach sondern daran zu riechen ist mindestens genauso erfüllend ;-) Also werde ich demnächst mit Freude das Bruttoinlandsprodukt eines durchschnittlichen afrikanischen Kleinstaates dem guten Teil des Monsters Grossmith in den Rachen werfen wenn von den drei klassischen Düften 125ml-Refills in Extrait de Parfum-Konzentration (derzeit nur in der Baccarat Collection verfügbar) zu erwerben sein werden (laut Grossmith voraussichtlich ab August) Das wird reines Glück und tiefes Leid zugleich... ;-)
16 Antworten
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Statements

56 kurze Meinungen zum Parfum
47
41
1888
Impressionisten malen Blüten
Die wie Seifenblasen fliegen
Und sich in warmen erdigen Moosen
Zwischen alte Bäume legen
41 Antworten
47
43
Grün-gleißender Blütenprunk
Im Klang
Gazehafter Rauch-Schleier
Orientalische Pfade
Über
Mystischen Iris-Gewächsen
Hell
In Patchouli gebettet
43 Antworten
45
42
Mandelschmelz
grünpudriger
Blütennebel
Zitrusschatten und
Goldglanz auf Moos
Helle Patchoulitränen
Herzschlag im Chypretakt...
42 Antworten
42
72
Traumfänger:
Bitterorangen der Wehmut
Liebesblüten sinken puderwürzwarm
ins zedersandelweiche Moos der Vergangenheit
wo Zimtgesänge locken
72 Antworten
37
32
Blütenstaub
in schwarzweiß
seifensauber
schwarzes Haar
weiße Robe
Räucherstäbchenduft.
32 Antworten
Weitere Statements

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So ordnet die Community den Duft ein.
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Diskussionen

Themen zum Parfum im Forum
XeniaXenia vor 11 Jahren
Beratung
Wenn man Hasu-no-Hana liebt ...
Den Arpege konnte ich gestern testen. Es ist ein sehr schöner Duft, der bestimmt irgendwann auch bei mir einziehen wird, hat aber mit meiner momentanen Hasu-no-Hana Leidenschaft nix zu tun.

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