Collection Héritage - Chaldée 2013

Version von 2013
Collection Héritage - Chaldée (2013) von Jean Patou
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8.0 / 10 72 Bewertungen
Collection Héritage - Chaldée (2013) ist ein beliebtes Parfum von Jean Patou für Damen und erschien im Jahr 2013. Der Duft ist blumig-würzig. Es wurde zuletzt von Designer Parfums vermarktet.
Aussprache
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Duftrichtung

Blumig
Würzig
Pudrig
Chypre
Süß

Duftnoten

OpoponaxOpoponax BlütenBlüten GewürzeGewürze AmberAmber

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.072 Bewertungen
Haltbarkeit
7.861 Bewertungen
Sillage
6.861 Bewertungen
Flakon
7.861 Bewertungen
Eingetragen von Apicius, letzte Aktualisierung am 27.03.2024.

Rezensionen

3 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
6
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Serenissima

1053 Rezensionen
Serenissima
Serenissima
Top Rezension 26  
ererbter Charme des sehr späten Jugendstils
Dem Haus Jean Patou gelingt es immer wieder, bei "Neuauflagen" oder zeitlich angepassten Düften der Linie treu zu bleiben.
Hier wird nichts zwanghaft irgendwelchen Moden angepasst; hier wird sehr fein geschliffen, bis das neue Ganze den Ansprüchen der Kundinnen und auch dem eigenen Namen genügt.
Allein "Joy forever", die jüngere, lebhaftere und auch leichtere Schwester des legendären "Joy" (wer kennt es nicht!), ist ein gutes Beispiel dafür.
Es verleugnet seine "Abstammung" nicht und ist trotzdem ein vollkommen eigenständiges "Familienmitglied".

ALzD nennt die Jean Patous Collection Héritage "ein kostbares Geheimnis".
Große Düfte aus der Vergangenheit werden mehr oder weniger "eins zu eins" wieder aufgelegt; eventuell ein kleines bisschen geschliffen und poliert; sie werden aber nie ihrer Eleganz und ihres Charmes beraubt!
In dieser edlen Kollektion darf jeder Duft er selbst bleiben: seine Persönlichkeit leben.

Auch "Chaldée" aus dieser Serie bildet keine Ausnahme; es entführt in eine Vergangenheit, in der sinnlichen Frauen durch Mode und Parfums gehuldigt wird. Da ist nichts mit "Unisex"! Hier ist Frau ganz Frau!
Wie der Vorgänger von 1927, eröffnet auch dieses moderne "Chaldée" mit Bergamotte und sonnengereifter Orange. Auch ein Hauch von Rose ist dabei und unterstreicht gleich eine gewisse reife Weiblichkeit.
Zarte Frühlingsblüten wie Narzisse, Jasmin und Flieder werden hier mit einem Hauch von Gewürznelke und noch weniger Muskat aromatisiert.
(Das sagt mir jedenfalls meine Nase! Ob es stimmt, bleibt das Geheimnis des Hauses Jean Patou.)
Auch Jasmin betritt die Bühne - welcher Jean Patou-Duft kommt ohne Jasmin aus? Er ist hier einfach ein "Muss"!
Amber, in strahlenden Goldfacetten, und Opoponax, auch "Harz der Venus" genannt (ich liebe diesen Begriff: verbindet er doch mit der Göttin der Liebe!), bilden den Höhepunkt eines "sexy und verhalten erotischen" Duftgebildes.
Ich zitiere hier bewusst aus dem Statement von 0815abc; nicht, weil ich es nicht selbst formulieren kann, sondern weil mir dieses so sehr gefällt und überaus passend erscheint.
Deshalb entschuldige bitte dieses Plagiat, meine Liebe!

Die Haltbarkeit ist einem derart opulenten Duftwesen angemessen; es dauert lange Zeit, bis nur noch ein leichter, vornehmer Hauch zurückbleibt.
"Chaldée" ist ein Duft, der charmant und elegant einen ganzen Abend begleitet.
Ein Nachsprühen ist hier unnötig; es würde nur den raffiniert erdachten Duftverlauf stören, d.h. durcheinander bringen.
So sollte man hier vielleicht der Duftentwicklung ein eigenes Zeitgefühl zubilligen, ohne dazwischen zu funken.
Ein Gemälde oder ein Konzert ist auch erst mit dem letzten Pinselstrich oder der letzten Note vollendet: warum soll das für ein Parfum nicht gelten?
Bei "Chaldée" aus der Collection Héritage ist es meinem Gefühl nach so; ich habe zu viel Respekt vor den Duft-Kreateuren, um in ihr Werk einzugreifen.

Mit dieser großzügigen Abfüllung ist etwas sonnig Leuchtendes mit ererbten Charme in meine Duftwelt gelangt.
Ich bedanke mich sehr dafür und werde diese edle Schönheit mit Sicherheit wertschätzen!
Sie hat es verdient!
8 Antworten
7.5
Haltbarkeit
9
Duft
NarcisseNoir

1 Rezension
NarcisseNoir
NarcisseNoir
Top Rezension 39  
Die zweite Offenbarung
Als Mitte der 80iger Jahre die Reihe „Jean Patou - Ma Collection - Parfums D'Epoque 1925-1964“ veröffentlicht wurde, war es für mich eine Offenbarung. Joy, Mille, ok, die waren mir bekannt, haben mich aber damals nicht sonderlich begeistert (das ist heute gottseidank anders, man lernt ja dazu). Aber die anderen, alten, legendären Patou-Düfte, insbesondere aus den 20- und 30igern, die keiner mehr kannte? Die waren nun eine absolute Entdeckung für mich. 12 großartige Düfte, darunter Klassiker, wie Chaldée (1927), Divine Folie (1933), Normandie (1935), Vacances (1936) und vor allem Colony (1937). Was für ein Genuss! Unbeschreiblich.

Es gab damals eine Miniaturensammlung in Form eines Albums, die ich immer noch besitze (leider sind einige Flakons vom vielen Schnüffeln nun teilweise schon bis zur Hälfte leer) und die ich hüte, als wäre es der heilige Gral.

Umso begeistert und gespannt war ich, als ich erfuhr, dass die neuen Besitzer das Hauses Patou (nun befreit aus dem Würgegriff von Procter & Gamble, deren einziges Interesse an der Marke nur die Gewinne aus dem ewigen Bestseller Joy waren), das große Parfum-Erbe dieses für seine Zeit so richtungsweisenden Couturiers wieder neu beleben möchten.

Im Dezember 2013 war es endlich soweit: Chaldée wurde - gemeinsam mit den wesentlich später, lange nach Patous Tod lancierten, aber für ihre Zeit so wichtigen Düfte Eau de Patou (1976) und Patou pour Homme (1980) - in der neuen Reihe „Jean Patou - Collection Héritage“ wiederveröffentlicht.

Und das erste, von mir getestete Ergebnis dieser Neuedition musste natürlich der noch „Original-Patou“ Chaldée sein, nun verantwortet unter der Regie des neuen Hausparfumeurs Thomas Fontaine.

Als es 1927, kreiert von Henri Alméras, lanciert wurde, war Chaldée der Duft eines (und des damals angeblich ersten) Sonnenöls, tatsächlich! Kurz darauf wurde es, aufgrund des großen Erfolges, anscheinend auch als separates Parfum angeboten. Chaldée ist Sonne pur: nach dem leicht zitrischen Beginn, in der Mitte sehr helle, strahlende, aldehydische Blumenakkorde, anschließend abgerundet durch eine animalisch, würzig und vanillige Basis, die das Ganze sehr sinnlich und erotisch erdet. Absolut suchtgefährdend. Wie Chanel No. 22, L'Heure Bleue und Shalimar von Guerlain, in sich perfekt ergänzender Kombination. Meine persönliche Kurzimpression: duftgewordene, sinnliche Erotik, Visionen von braungebrannten Körpern in leidenschaftlicher Umarmung in den Dünen eines Strandes der Provence, kurz vor Sonnenuntergang.

Der Vergleich zwischen der 30 Jahre alten 80iger-Wiederaufauflage und der heutigen Neuorchestrierung von Thomas Fontaine, fällt absolut zu Gunsten der aktuellen Version aus. Klar, 30 Jahre (auch in Dunkelheit und gut geschützt) können einfach einen Duft verändern. Er „arbeitet“ nun mal über die Jahre, wie guter Wein. Die damalige Eau de Toilette-Version hatte außerdem eine geringere Konzentration als die aktuelle Eau de Parfum-Variante. Und diese wirkt viel facettenreicher und komplexer als der Dufteindruck der alten 80iger Edition, die ich heute doch als wesentlich flacher als die Fontaine-Version empfinde. Aber, beide Editionen haben unmissverständlich den gleichen Duftakkord, jeweils in leicht unterschiedlicher Instrumentierung (bei Fontaine natürlich auch bedingt durch die aktuellen IFRA-Regularien). Gemeinsam ist beiden außerdem die sehr gute Projektion und Haltbarkeit, zumindest auf meiner Haut.

Was Thomas Fontaine hier leistet, ist, meiner Meinung nach, perfekte Arbeit, absolut meisterhaft. Einer der bedeutenden Duftklassiker des letzten Jahrhunderts, großartig neu, aber dem Original treu interpretiert für unsere Zeit. Und auch mein erstes Schnüffeln an den Neueditionen von Eau de Patou (köstlich!) und Patou pour Homme haben diesen Eindruck nur bestätigt.

Der Preis, gewöhnungsbedürftig. OK. Aber das unternehmerische Wagnis, in einem vom Mainstream und Trash (wie z.B. den ganzen CK-Banalitäten, dem Celebrity-Müll, oder so "hippen" Stinkbomben wie Invictus) dominierten Parfummarkt, ist nicht zu unterschätzen. So etwas kostet nun mal. Schade, dass solche Düfte heute leider nicht Mainstream sind, aber die Realität sieht nun mal leider anders aus.

Und ich hoffe doch sehr, dass dieser unternehmerische Mut von Erfolg gekrönt sein wird. Denn die Héritage des Hauses Patou ist Teil des Panthéons der französischen Parfumeurskunst und somit auch des kulturellen Erbes der „Grande Nation“.

Und es warten noch so wunderbare und überwältigende Patou-Wiederentdeckungen und Erlebnisse auf uns. Ich sage nur Colony, Colony, Colony.......... Gehört gemeinsam mit Sous le Vent/Guerlain und Bois des Iles/Chanel zu den absoluten Klassikern der Exotik-inspirierten fruchtig-holzigen Düfte der 20iger und 30iger Jahre.

Und natürlich die große unbekannte Legende: Le Sien (1929), der angeblich erste „offizielle“ Unisex-Duft, der leider nicht Bestandteil der 80iger-Neuauflage war.

Also, Thomas Fontaine! Machen Sie sich unverzüglich weiter an die Arbeit! Aber zackig!
7 Antworten
2.5
Flakon
7.5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
8
Duft
Behaviour

20 Rezensionen
Behaviour
Behaviour
4  
Den kenn ich doch
An Sonnenöl erinnert er micht nicht. Chaldée ist sehr stark, blumnig aber nicht stickig.
Wer es nicht weiss, denkt jemand hat hier Amouage Gold Man in die Flasche gefüllt, sehr sehr ähnlich. Nun wissen denke ich die Meisten, nach was dieser hier duftet.

Haltbarkeit ist sehr gut und die Sillage auch.

Ich besass den Gold Man,und liebte ihn sehr gern, Patou iwst aber dagegen verglichen ein Lüftchen, wenn man bedenkt das Amouage Gold Man megastark ist.

Passt sehr gut in die Pariser Boheme, ein Sonnengott Duft ohne Sonnencremealluren.

Preis ist auch hier too much für mich...dann lieber Amouage Gold Man.
0 Antworten

Statements

19 kurze Meinungen zum Parfum
MarieposaMarieposa vor 3 Monaten
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Cap d’Antibes 1927
Verträumte Tage im Gegenlicht
zwischen Opoponaxpuder
und Orangenblüten
Haut an Haut
Zärtlich ist die Nacht
49 Antworten
AndrulaAndrula vor 3 Jahren
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Charleston Rockerl
Bubilockerl
Seifgewürzte Frauenpower
harzbesonnte Amberflower
Nobler Herr hält Wacht am Strand
hinter der Moralenwand
25 Antworten
SchatzSucherSchatzSucher vor 1 Jahr
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Zeitspung in die 20er/30er Jahre. Viele Blüten, aldehydig-seifig untermalt und mit harziger Würze verfeinert. Klassische Eleganz aus...
27 Antworten
ErgoproxyErgoproxy vor 1 Jahr
7
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Herr Fontaine kann Neuinterpretationen und Überarbeitungen. Ein tolles Blütenparfum mit Vintage-Appeal. Zuerst feinseifig, wird dann ...
33 Antworten
YataganYatagan vor 5 Jahren
9
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Einerseits durch und durch traditionell: ein Hauch von Chypre. Andererseits Blüten-Schwüle wie in dampfenden Tropen nach dem warmen Regen.
5 Antworten
Weitere Statements

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So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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