Virgin Island Water 2007

Virgin Island Water von Creed
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Platz 24 in Unisex-Parfums
8.2 / 10 2269 Bewertungen
Virgin Island Water ist ein beliebtes Parfum von Creed für Damen und Herren und erschien im Jahr 2007. Der Duft ist frisch-zitrisch. Es wird noch produziert. Der Name bedeutet „Jungferninseln-Wasser”.
Aussprache
Gut kombinierbar mit Monoï Eau des Vahinés (Eau de Toilette)
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Duftrichtung

Frisch
Zitrus
Süß
Fruchtig
Cremig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
LimetteLimette BergamotteBergamotte tropische Früchtetropische Früchte
Herznote Herznote
KokosmilchKokosmilch KokoswasserKokoswasser JasminJasmin weiße Blütenweiße Blüten
Basisnote Basisnote
TonkabohneTonkabohne weißer Moschusweißer Moschus
Bewertungen
Duft
8.22269 Bewertungen
Haltbarkeit
7.02016 Bewertungen
Sillage
6.62000 Bewertungen
Flakon
7.91854 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.1932 Bewertungen
Eingetragen von DonVanVliet, letzte Aktualisierung am 23.04.2024.

Rezensionen

120 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
MelBushman

3 Rezensionen
MelBushman
MelBushman
Top Rezension 73  
Brust oder Keule?
Hier im Süden brennt die Sonne schon frühmorgens wie ein gelber Pfirsisch vom Himmel, als ich eine SMS meines Freundes Karl auf dem Handy finde: "Badesee? Um 12:00?"
Warum nicht, ich habe seit heute Urlaub, 3 faule Wochen liegen vor mir.
Also, rein in die Badehose, das Notwendige in die Badetasche gepackt, ein Spritzer Creed in den Nacken: Badewonnen in der Sonnen, Bushman kommt!
Von Limettenduft umweht werfe ich mich an den Badestrand des naheliegenden Sees und döse mit geschlossenen Augen in der Sonne.
"Könnten Sie mir den Rücken einölen?" Ich blinzle mit zusammengekniffenen Augen in die grelle Sonne.
"Bitte!"
Nun sehe ich sie: Schwarzes glattes Haar bis zur Hüfte, ein Nichts von einem Bikini, schräge dunkle Augen und 2 Reihen blitzweißer Zähne.
Volltreffer, ich fühle mich wie einst Marlon Brando auf der Bounty.
Als ich das intensiv duftende Kokosöl auf ihren Rücken einmassiere, sauge ich den süßen Jasminduft ihrer Haare ein. Im Hintergrund spielt ein unsichtbares Radio "Summer wine" von Nancy Sinatra.
Sie dreht sich um, ihr schönes Gesicht ist nun ganz nah. Als sie den Mund öffnet glaube ich, weißen Rum riechen zu können. Hatte sie sich Mut angetrunken?
Als ich sie küssen will, wendet sie sich lachend ab und beißt mir spielerisch in den Oberarm. Aua! Ich versuche den einsetzenden Schmerz zu ignorieren, als sie mich aufs Ohrläppchen küsst und leise wispert: "Brust oder Keule?"
Da ich nicht genau weiß, was sie damit meint, halte ich meine Augen geschlossen und belasse es bei einem genießerischen Grunzlaut.
Als ich sie nun endlich küssen will, bemerke ich, dass dieser köstliche Kokos-Jasmin-Rum- Tropen-Cocktail von einem anderen, weit profaneren Geruch verdrängt wird: Der Geruch gerösteter Haut!
Im gleichen Augenblick brüllt sie mich nun deutlich lauter an: "Brust oder Keule?"
Was???
Verstört reiße ich die Augen auf und sehe bleiche, haarige Beine, die zum meinem Freund Karl gehören. Er hält einen Teller in der Hand, den er steif von sich hält, als wolle er eine Kollekte abhalten.
"Sag mal, pennst du? Ich hab uns vom Hendl und Haxen ein halbes Hähnchen mitgebracht! Was willst du denn nun? Brust oder Keule?"
Verwirrt sehe ich mich um. neben mir liegt eine Mutti mit 2 Kleinkindern aus deren Kofferradio der SWR1 Moderator unerfreuliche Nachrichten in den Äther plärrt.
Ich sehe Karl an, der inzwischen befremdet meinen Oberkörper inspiziert. Ich halte meine Badetasche aus Nylon fest an mich gepresst und auf meinem Oberarm leuchtet ein fetter Insektenstich .
Ermattet und verwirrt lasse ich meinen Kopf wieder auf das Badelaken sinken während Limetten und Kokos dem Hähnchenduft trotzen und flüstere mit heiserer Stimme: "Brust! Bitte!!"
14 Antworten
8
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Achilles

88 Rezensionen
Achilles
Achilles
Top Rezension 40  
Wild caribbean light
Seit 2002 ist es, so oft es geht entweder irgendwo auf der wunderschönen Insel Hispaniola, südliches Florida oder Yucatan in Mexico. Mein Jahresurlaub. Die Leute, ob nun einheimisch oder zugereist, sind immer herzlich und gastfreundlich. Letztes Jahr lernte ich in Cancun José und Carmen kennen, die aus Detroit jedes Jahr dieses perfekte Fleckchen Karibik besuchen, obwohl ihre Heimat eigentlich Chihuahua oder Sonora ist. Ist für sie wie für uns Ost- oder Nordsee...nur eben anders. Rum oder Mezcal bringe ich mir immer mit, je nachdem, wo ich bin. Kuba wartet ebenso wie andere Teile der großen und kleinen Antillen. Ich liebe einfach das durchgängig konstante Wetter (gut, bis auf die Regenzeit, aber geschenkt) von über 30 °, das Wasser, das in allen Blauschattierungen aufwartet und diesen Sand, in fast nicht erwähnenswerten Nuancen von strahlend weiß bis hin zu muschelfarben.

Ich liebe es einfach, aufzuwachen und keine Wolke am Himmel zu sehen, die tropische Hitze die einem entgegenkommt, wenn man das klimatisierte Zimmer verlässt, gleich am frühen Morgen zum Sonnenaufgang der erste Sprung ins Meer, die leicht salzige Luft, die fast schon kühle aber auch schwüle Brise des karibischen Morgens. Ich liebe es, mittags nach einem leichten Lunch einfach nur am Strand zu liegen, vielleicht etwas zu schnorcheln, aber vor allem, immer zwischendurch eine frische Kokosnuss, mit einer Machete von Einheimischen von der Palme geholt und ein Trinkloch reingeschlagen. Das Kokoswasser da drin ist nun aber nicht etwa süß, es ist eher säuerlich-mild, unsüß, unheimlich erfrischend und zuviel Hydration geht in den Tropen nicht. Am Nachmittag, je nach Region, geht schon mal nach der Siesta ein gemütlicher Spaziergang ins Umland, nur um dann irgendwo doch Schutz vor der Sonne hinter einem weißen Häuschen zu suchen.
Wenn es dann abends zum Surf´n´Turf Barbecue geht, und man frischen Limettensaft auf Langusten und Fleisch und Gemüse verteilt und Cuba Libre mit bestem einheimischen Zuckerrohrschnaps trinkt, es immer noch lauschig warm ist und man dieses verrückte Gefühl von Erholung + leichtes Ziehen des Sonnenbrands spürt, dann ist es für mich nahezu perfekt. Warum erzähle ich das alles? Weil Virgin Island Water wie kein anderer Duft geschafft hat, all das in mir hervorzurufen. Es ist ein zitrisch-frischer und dennoch warmer, süßer Duft, der Lebensfreude versprüht. Er ist hell, wie die strahlende Sonne, und positiv wild, wie das Leben nur sein kann, so gut wie man sich eben fühlen kann wenn der Urlaub erholsam ist.

Hätte ich Virgin Island Water schon 2002 gekannt, oder wäre es nicht erst 2007 auf den Markt gekommen, dann wäre dies der perfekte Duft für solch einen Urlaub. Es startet schwülstig-frisch wie ein typischer Karibikmorgen inklusive der Vorboten von maritim-salziger Meeresluft an der Küste, und liefert mit einem tollen Cola-Zitrone Akkord den Ausblick auf den gemütlichen Teil des Abends. Es riecht von der Kopfnote her wie ein spritziger eisgekühlter tropischer Drink, wirklich köstlich. Augenblicklich kommt Kokos durch, es wird süßer, üppiger, und trotz all dem schafft es dieser Duft nicht, mich mit zuviel Dichte zu nerven, er bleibt transparent trotz des vielfältig-karibischen Facettenreichtums. Der Duft hat viele typisch karibische Elemente eingefangen, das muss man ihm zugestehen. Die zitrisch-limettenartige Note weicht zum Glück nicht allzu schnell und bleibt zu meiner Freude über eine Stunde wahrnehmbar, bevor es weiß-cremig köstlich Kokosnuss ohne Schale wird. Bounty rieche ich nicht, Raffaello auch nicht, das hier kommt ganz ohne Schokolade aus. Die schmilzt in diesen Temperaturen eh, kann man vergessen. Und die Kokosnuss riecht hier auch nicht wie die ganzen Kokoshaarwachs-Geschichten oder billig plastikmäßig, wie viele Duschgele. Kokos riecht hier beidseitig süß-cremig und säuerlich wie frisches Kokoswasser. Weißer Rum und Tonkin-Moschus, den ich bei den Creeds liebe, sorgt für ein leicht hölzern-trockenes Finish, einen bodenständig-leichten aber soliden Grundstock, der den Katamaran vor dem ersaufen retten.

Alles in allem schafft es Virgin Island Water, mich ab und an dahin zurück zu holen, wenn ich mal gerade nicht dort sein kann, und ich bin froh diesen Duft in der Sammlung zu haben. Nichts für jeden Tag, aber ein absolut perfekt umgesetzter "Themen"-Duft, der dann und wann aufgesprüht werden kann, wenn einem genau nach diesem einen Urlaubs-Feeling ist und man einfach ein paar Stunden davon träumen möchte. Viele Stunden, denn die Haltbarkeit ist sensationell. Ich weiß nun nicht wie das mit diesem bei tropischen Temperaturen ist, meiner Erfahrung nach hält da kein Duft länger als 1 Stunde auf der Haut, da ist auf Klamotten sprühen ergiebiger. Karibik für daheim, mit einem guten Schuß Rum, weiß, strahlend, vielleicht auch mal mit Sprite, frische Limetten (dominikanische Einheimische nennen das mancherorts "Vitaminas") - all das evoziert Virgin Island Water.
16 Antworten
8
Duft
Naaase

109 Rezensionen
Naaase
Naaase
Top Rezension 27  
Die Ritter der Kokosnuss auf dem Segelschiff
Die Ritter der Kokosnuss auf dem Segelschiff

"Da die Ritter der Tafelrunde pensionsberechtigt waren folgten dem Sir Bevedere bald weitere Ritter mit klangvollen Namen: Sir Lancelot, der Tapfere. Sir Gallahad, der Reine. Und Sir Robin, der nicht ganz so tapfere wie Sir Lancelot, der beinahe gegen den Drachen von Angnor gekämpft hätte, der beinahe gegen das bösartige Huhn von Cristol angetreten wäre und der sich höchst persönlich in der Schlacht von Badon Hill nass gemacht hat. Und der Herr, der in diesem Film nicht erscheint. Diese pensionsberechtigten, armen Ritter, bildeten eine Mannschaft, die populärer wurde, als die vom FC Bayern."

So viel zu den "Rittern der Kokosnuss". Die "Ritter der Kokosnuss" (Originaltitel "Monty Python and the Holy Grail"), ist ein Spielfilm der britischen Comedy-Gruppe Monty Python aus dem Jahr 1975. Der Film behandelt in satirischer Weise die Sage von König Artus und der Suche nach dem heiligen Gral. Doch, was haben Monthy Pyton's "Ritter der Kokosnuss" mit unserem heutigen Kandidaten "Virgin Island Water", das Oliver und Erwin Creed im Jahre 2007 schufen, zu tun ? Nur Geduld ! Vielleicht bringt der Werbetext wieder einmal etwas Licht ins Dunkel: "Virgin Island Water für Damen und Herren ist eine Hommage an ein Segelabenteuer, das Olivier Creed in Begleitung eines königlichen Paares und seinem Sohn in der Nähe von Ginger Island, einer unbewohnten Trauminsel der unter britischer Hoheit stehenden Virgin Islands, erlebte. Als Olivier Creed 2006 mit seinem Sohn und zwei königlichen Gästen durch den tiefblauen Sir Francis Drake-Kanal zu Ginger Island segelte, trugen ihm die Winde des Meeres eine besonders betörende Duftimpression entgegen. Verführerische Kokosnuss, Limette und Hibiskus lagen in der Luft und noch an Deck seiner Yacht notierte Olivier Creed die ersten Ideen für ein neues Parfum. Als er 6 Monate später in Paris den ersten Flakon mit dieser Kreation seinen königlichen Gästen präsentierte, tauften diese die Komposition spontan 'Virgin Island Water'."

Ah ! Es geht hier also um die "Virgin Islands": Die Britischen Jungferninseln ("British Virgin Islands", offiziell nur:"Virgin Islands") sind ein britisches Überseegebiet in der Karibik. 1493 entdeckte Christoph Kolumbus -nachdem er offensichtlich ein Jahr zuvor ein tropisches Süßgras auf Haiti für Creed's 2004 kreiertes "Original Vetiver" entdeckt hatte- die Jungferninseln für die Europäer. 1555 besiegten spanische Truppen die indigene Bevölkerung und rotteten sie in den kommenden Jahrzehnten aus. Nachdem die Niederlande 1648 als erste die Inseln besiedelten, wurde das Gebiet 1672 von England annektiert. Die Briten setzten den auf der Sklaverei basierenden Zuckerrohranbau durch, so dass heute 90 % der Bevölkerung schwarzafrikanischer Abstammung sind. Die Britischen Jungferninseln umfassen geographisch über 60 Inseln und Riffs im nordöstlichen Teil der Inselgruppe der Jungferninseln am nördlichen Ende des Inselbogens der Kleinen Antillen. Das Gebiet der Britischen Jungferninseln, deren Klima tropisch und feucht ist,
umfasst die Inseln Anegada, Beef Island, Cooper Island, Ginger Island, Jost Van Dyke, Norman Island, Peter Island, Salt Island, Tortola, Virgin Gorda und darüber hinaus noch andere kleine Inseln um den Sir-Francis-Drake-Kanal.

Unser Segelausflug beginnt zitrisch: Eine spritzige Bergamotte schwimmt ebenso vor unserem Segelboot wie eine exotische Limette. Begleitet von einem Hauch Mandarine. Schön fruchtig. Nicht zu säurebetont. Aber immerhin noch erfrischend. Gerade die Limette sorgt zudem für eine gewisse olfaktorische Abwechslung.
Doch, was kommt denn da ? Ja, in der Tat, es sind unsere "Ritter der Kokosnuss", die nunmehr auf ihrer ebenso unermüdlichen wie glorreichen Suche nach dem Heiligen Gral vor unser Schiff treten. Oder, um im Bild zu bleiben: Sie kommen in einer Nuss-Schale angeschwommen. Statt auf ihren Pferden klappern sie nunmehr unentwegt mit den Schalen ihrer Kokosnüsse. Doch die Schalen sind leer. Was Wunder ! Denn deren Inhalt befindet sich ja auch in Creed's "Virgin Island Water". Ich muss gestehen, dass ich persönlich in Düften für uns Herren die Verwendung von Kokos-Aromen etwas gefährlich finde. Nur allzu schnell kann es da passieren, dass der Duftverlauf zu sehr ins Kitschig-Süße abgleitet. So jedoch nicht "Virgin Island Water". Und dafür gebührt ihm mein Dank. Das Kokos-Element duftet hier eher nach frisch geriebenen Kokos-Raspeln, denn nach einer zuckersüßen Kokos-Schokolade (womöglich noch im Zusammenspiel mit Mandel). Nein, hier ist es nur ein zart-fruchtiger Kokos-Hauch, der uns oben an Deck umweht. Wie eine sanfte Brise auf einem Segeltörn. Ich bin -wie gesagt- kein Kokos-Fan, aber das ist hier vorliegend gut gemacht. Zumal uns auch in diesem Stadium des Duftverlaufes die eingangs erwähnte Limette erhalten geblieben ist und diese -im Zusammenspiel mit den fruchtigen Kokos-Raspeln- durchaus den Eindruck eines erfrischenden Cocktails an Deck eines stattlichen Segelbootes vermittelt. Und dieser Cocktail bleibt uns dann -leicht würzig angereichert- in der Herznote erhalten. Doch bereits nach nicht allzu langer Zeit verabschieden sich unsere Ritter der Kokosnuss auch schon wieder und hüpfen mit lautem Geklapper davon. Auf der Suche nach dem Heiligen Gral. Aber immerhin -wie wir ja eingangs erfahren durften- pensionsberechtigt. Ist ja auch schon mal was: Die Renten der Ritter schienen damals ja noch enorm sicher gewesen zu sein. Vielleicht sollte man sich überlegen, statt einer "Riester-Rente" eine "Ritter-Rente" abzuschließen. Diese würde dann ja immerhin aus dem Heiligen Gral ausbezahlt werden. Aber dieser musste ja damals eben noch gefunden werden. Und: Schwups ! Schon sind sie weg. Und hinterlassen uns noch eine leichte Kokos-Brise, angenehm "angewärmt" mit Moschus und ein paar Hölzern.

Mein Fazit:
Unsere Ritter der Kokosnuss haben in den Britischen Jungferninseln mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenso wenig den Heiligen Gral gefunden wie ich in "Virgin Island Water. Ein interessant gemachter Duft, dem ich zu großem Dank verpflichtet bin, dass das Thema "Kokos" so dezent erfrischend -und eben nicht "pappig-süß"- behandelt wurde. Beim Tragen dieses Duftes können beim Träger durchaus Gedanken an einen Segeltörn in exotischen Gewässern aufkommen. Kompliment !
6 Antworten
7
Flakon
5
Sillage
6
Haltbarkeit
8.5
Duft
Jumi

41 Rezensionen
Jumi
Jumi
Top Rezension 30  
Sind wir nicht alle ein bisschen Hula?!
Das Weiss blendet. Der pfeiffende, peitschende Wind jagt den Schneestaub, der kriechend über die Fahrbahn wandert, eine bizzare Illusion einer Mondlandschaft bildend.

Die Sonne hängt tief, strahlt täuschend hell, wärmt jedoch nicht wirklich bzw. nur den klitzekleinen zu ihr gedrehten und nicht mit dicker Kleidungsschicht bedeckten Körperteil – die Augenlider.

In den letzten Wochen (gefühlt Monaten) erschien die Sonne mehrmals in Begleitung: Sundogs (Nebensonnen) sind in unseren Breitengraden bei derzeitigen Temperaturen eine häufige Erscheinung am Himmel. Und sind leider keine Frühligsvorboten.

In kurzen Sprint-Marathons (Haus-Auto-Arbeit, Arbeit-Auto-Einkaufszentrum, Eikaufszentrum-Auto-Haus) bewegt sich die Mehrheit der vermummten Bevölkerung durch den Tag. Die Autos an den Zwischenstops natürlich laufend, da sie sonst innerhalb 30 Minuten auf ein Gefrierfachniveau sinken.

Was käme jetzt wohl auf die Haut? Die ganzen Gewürz- und Weihrauchkracher, die Amberharzigen, die Fuseligen, die Kaminholzigen, kurzum – die Wärmenden, richtig? Richtig. Aber nicht ausschliesslich. Wenn mir der Winter aus dem Hals heraus hängt (dauert nicht lange, ab dem 1. Januar fängt es schon an), kommt Virgin Island Water überraschend gut. Ja, dieser Sommerduft. Ja, die Pina Colada im Flakon, genau die. Der säuerliche Frischekick der Limette am Start, gefolgt von leichtem cremigem Kokosschaum und Frucht (ob nun Mandarine aus der Pyramide oder Ananassaft aus dem Cocktail-Rezept, ist mir wurscht). Bald kommt der Zucker. Ja, Zucker – das weisse Zeug, dass ich in Düften meist nicht schätze. Ich sehe ihn quasi vor mir – den Zuckerglasrand. Man hat mich aber beschummelt – mein Drink...ähm... Duft enthält keinen Rum (auch keine Blumen). Trinken mochte ich Pina Colada noch nie (zu klebrig, zu cremig, einfach zu süss). Eher lasse ich mich mit einem Mojito, Margarita oder gar Bloody Mary ein. Aber wenn es um den Geruch geht, ist Pina Colada für mich der ungekrönte König des Südseefeelings. So war es auch mit VIW – im Sommer war mir der Duft oft einen Tick zu süss. Ich wünschte mir die Limette grösser, lauter, saurer. Ein herber Drüber-Spritzer Bergamote Soleil von Atelier Cologne schaffte Abhilfe und ein herrliches Gefühl der Duftvollkommenheit und Zufriedenheit mit dem ersten erfolgreichen Layer-Versuch (bin sonst eine Layer-Niete).

Jetzt im Winter habe ich die “Verunsüssung” nicht mehr nötig und, sollte der Wind mir das Gesicht wieder einmal glaswollescharf streicheln, stecke ich die Nase einfach tiefer in den Kragen, in die Pina Colada. Sofort strömen entspannte Hula-Töne nach oben (auch wenn diese kulturell nach Hawaii gehören – ist mir wurscht). Unwillkürlich beginnen meine Hüften seitwärts hin und her zu schwingen. Dann bin ich weit, weit weg und hoffe bloss, dass die Hüftbewegungen unter meiner dicken Kleidungsschicht für Aussenstehende entweder gar nicht zu sehen sind oder zumindest aussehen als ob ich mir die eingefrorenen Füsse vertrete. Und falls nicht, denken sie sich bestimmt “Die ist doch ein bisschen Hula”. Ist mir auch wurscht, denn sind wir es nicht alle? :)
20 Antworten
8
Flakon
4
Sillage
4
Haltbarkeit
6
Duft
FabianO

1005 Rezensionen
FabianO
FabianO
Top Rezension 24  
Kopfkino-Name, Roland Kaiser und ein ordentlicher (oberflächlicher) Zitrus-Kokos-Frischling
Durchgerutscht. Obwohl schon 12 Jahre alt, ist dieser Creed mir bislang irgendwie nicht aufgefallen und stieß mir jüngst erst durch die monströs hohen Bewertungen hier beim Rumscrollen auf.

Was soll ich sagen? Eine Bürde, direkt nach Catch22 einen Kommi zu schreiben (was wir beide schon öfter hatten). Man muss dann immer einen Haufen Chat-Scherben zusammenfegen und ich fühle mich da manchmal wie der "Relativator" :-)

Kurz und gut - ich kann den Punkte-Hype hier auch nicht verstehen, würde mich aber hüten, ein Teeren und Federn zu praktizieren. Ohne Frage - der Name des Dufts lässt ein marketingkluges Kopfkino ablaufen, wobei ja allein das Wörtchen "Virgin" den ein oder anderen Gesellen hier sicher hibbelig gemacht haben dürfte.

Das Ganze mit "Island" kombiniert, und schon sind wir bei Roland Kaisers "Santa Maria". Triefend kitschiger Schlager, den ich aber - ich gestehe es - in Kindertagen ohrwurmartig aufgedrängt bekam und der seidem immer wieder im Kopf eine herrliche Klischee-Atmosphäre konstruiert und zum Mitsingen verführt.

Zieht man diese ganzen Paradies-Jungfrauen-weiße-Strände-Lustmolchereien mal ab, bleibt bei diesem Creed ein kurzweiliger, erfrischend-netter, zwischen Zitrus und milder Kokosnuss changierender Sommerduft übrig. Nicht mehr, nicht weniger. Nicht sehr ausgeklügelt, wenig Tiefe, eine furchtbare Haltbarkeit und triste Sillage. Und dennoch ein anständig zu riechender Bursche für die Hundstage und drumherum.

Sein heillos vieles Geld fraglos nicht wert, in meinem Schrank steht ein halbes Dutzend ideal frischer Sommerdüfte herum; aber wer eben gerne noch die Kokosnuss dazuhätte und sein Konto prall gefüllt, der möge sich ein Fläschchen gönnen und dazu vielleicht mal "Santa Maria" anspielen oder "Conquest of Paradise" oder auch "Eldorado", dann wären wir auch musikalisch auf den richtigen Klischee-Breitengraden.
14 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

594 kurze Meinungen zum Parfum
PinseltownPinseltown vor 2 Jahren
9
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
Weiße Strände der Virgin Islands
Unter Kokospalmen
Turteln bunte Paradies-Papageien
Süßer Rum glitzert golden
Im Limettenlicht der Karibik
41 Antworten
NuiWhakakoreNuiWhakakore vor 3 Jahren
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Oliver + Erwin machen Cluburlaub
mit Pina Colada im Club Topicana
das Blümchenhemd spannt am Bauch
Gertrude + Irmgard schauen trotzdem
27 Antworten
BastianBastian vor 2 Jahren
7
Sillage
8
Haltbarkeit
7.5
Duft
Karibik feeling pur
Kräftige Kokosnuss
Rum mit Limette
Piña Colada
Ich liege am weißen Strand
Erinnerungen an Kuba
Einfach
Leicht
Leben*
27 Antworten
Rookie82Rookie82 vor 8 Jahren
6
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Noch vor Wochen hätte ich NIE gedacht das Parfum nur annähernd so gut riechen kann.Hab echt Herzklopfen! Creed, shut up and take my money!!!
8 Antworten
DufteFrauDufteFrau vor 5 Jahren
Ayyayaya coco jambo ayyayai ...
Put me up, put me down
Put my feedback on the ground
Put me up, take my heart
And make me happyyy ...
7 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

Diskussionen zu Virgin Island Water

Superstar123 in Beratung
"Caribbean Waters" ist eine 1:1-Kopie, man kann sie aber wohl nur aus den USA beziehen.
Xealo in Unisex-Parfum
Die Kokosnuss scheint bei meinem sehr lange wahrnehmbar zu sein. Ich bekomme auch nach 8 Stunden noch gesagt das ich nach Kokos dufte.

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