Royal Oud 2011

Royal Oud von Creed
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Platz 52 in Unisex-Parfums
8.2 / 10 1460 Bewertungen
Royal Oud ist ein beliebtes Parfum von Creed für Damen und Herren und erschien im Jahr 2011. Der Duft ist holzig-würzig. Es wird noch produziert.
Gut kombinierbar mit Aventus
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Duftrichtung

Holzig
Würzig
Frisch
Harzig
Rauchig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
rosa Pfefferrosa Pfeffer BergamotteBergamotte GalbanumGalbanum LimetteLimette
Herznote Herznote
AngelikaAngelika GewürznelkeGewürznelke KardamomKardamom ZedernholzZedernholz
Basisnote Basisnote
AmbraAmbra GuajakholzGuajakholz MoschusMoschus WeihrauchWeihrauch vietnamesisches Oudvietnamesisches Oud

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.21460 Bewertungen
Haltbarkeit
7.61278 Bewertungen
Sillage
7.11280 Bewertungen
Flakon
7.91208 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.1630 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 15.04.2024.

Rezensionen

57 ausführliche Duftbeschreibungen
1
Duft
Elemi

1 Rezension
Elemi
Elemi
Top Rezension 42  
Seine königliche Ödheit
Creed war schon immer brilliant, wenn es darum ging die Düfte des Hauses mit dem Glanz von Prominenz zu versehen. Die meisten historischen Verweise entziehen sich einer Prüfung, klingen jedoch selten plausibel. Bei Royal Oud greift Creed nun in die unterste Schublade der PR-Trickkiste. Der Duft soll die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton begleitet haben, was viel bedeuten kann. Etwa, dass ein Creed-Mitarbeiter den beiden einen Duftflakon geschickt hat oder auch nur am Rande der Hochzeit lustige Duftwölkchen in die Luft setzte. Im nächsten Schritt widme man einen Teil des Umsatzes in den USA und Kanada einem guten Zweck, schenke ex-US-Staatsmännern einen Flakon und sammle für die gute Tat von den Prominenten Dankesschreiben ein, um diese im Firmen-Blog zu erwähnen.

Warum ich so viel über die Marketing-Strategie von Creed schreibe? Zum einem weil sie eine Zumutung ist und die Wahrheit wahrscheinlich vom Verkaufspersonal in den Parfümerien unbeabsichtigt weiter gebeugt wird: “Der Duft von Prinz William. Und der Ex-US-Präsident Clinton trägt den auch.”

Zum anderen weil es über den Duft kaum etwas zu schreiben gibt. Ein dünner, frischer Holz-Duft, der mit Oud offenbar so viel zu tun hat wie Astrologie mit Astronomie. Nach dem sich die Kopfnote gesetzt hat, zeigt er keinerlei Entwicklung. Wer schon YSL bei seinem M7 einer synthetischen Oud-Note bezichtigt hat, der hat bei Royal Oud nun wirklich allen Grund. Ein dünnes, undefiniertes synthetischen Wässerchen, für all jene, die nun auch schon den Trend “Oud” mitbekommen haben und etwas tragen wollen, mit dem man bloß nicht aneckt. M7 ist dagegen wirklich extrem interessant und ungewöhnlich.

Teure Langeweile, für Menschen, deren größtes Abenteuer darin besteht, am Shopping-Samstag ihr SUV durch das zu enge Parkhaus zu lenken.

Royal Oud hat für mich sehr viel Ähnlichkeit mit dem Eau de Parfum Labdanum von L’Occitane, das ungefähr ein Drittel des Creed Duftes kostet.
11 Antworten
8
Duft
Naaase

109 Rezensionen
Naaase
Naaase
Top Rezension 23  
Oud für Könige statt königliches Oud
Oud für Könige statt königliches Oud

“Prince William und seine Braut werden daran schnuppern, wenn der Duft dem Paar am Santa Barbara Polo Club präsentiert wird.“- Wall Street Journal

Diese Hochzeit von Prinz William und Catherine Middleton fand am 29. April 2011 in der Westminster Abbey in London statt. Sie vollzog sich nach anglikanischem Ritus bis auf das Geloben von „Gehorsam“.
Es war sicherlich eine "dufte" Hochzeit, aber wie diese Festlichkeit und auch die sich anschließende Hochzeitsreise "geduftet" haben konnten wir Millionen, die wir da gebannt -gleich einem Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft- das Ereignis an den Bildschirmen verfolgten, nicht miterleben. Was Wunder: Diese Technik-Freaks haben uns schon alle möglichen Bildschirm-Diagonalen und multiple HD's gebastelt und vor allem verkauft. Aber "Geruchs-Fernsehen" gibt es bislang noch nicht. Ist auch manchmal ganz gut: Man denke nur an die verschwitzen Kicker-Leiber nach einem schweißtreibenden Spiel...

Doch jetzt wieder zu weitaus angenehmeren Gerüchen; ja sogar Düften: Nämlich zu Creed's "Royal Oud". Ein großer Name für einen "Großen" der Branche. Dabei hat "Creed" immerhin mal ganz klein angefangen: Im Jahre 1760 zog der Schneider James Creed im Alter von 50 Jahren von Leicester nach London. Dies ist der Beginn der Maßschneider-Dynastie, die inzwischen mithin auf eine 254-jährige Firmentradition -nunmehr in der 6. Generation- zurückblickt. Das Unternehmen "Creed" knüpfte Kontakte zum französischen Adel und ließ sich 1850 in Partnerschaft mit einem Mr. Cumberland in Paris nieder. Seinen Ruf erwarb man sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts unter Henry Creed durch seine Dienste unter anderem für Königin Viktoria und Kaiserin Eugenie von Frankreich. Unter anderem wurde der Mantel des Sohnes Napoleon III. von Henry Creed geschneidert. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Haus zum Hoflieferanten vieler europäischen Königshäuser sowie des Hochadels und der Prominenz aus Politik und Kultur. Zu den Kunden zählten neben Königin Victoria, Kaiser Napoleon III. und seiner Gattin Eugénie auch die spanische Königin Christine. Dem Inhaber Henry Creed wurde der "K.u.K. Hoflieferantentitel" als Schneider in London verliehen. Jedoch beziehen sich sowohl Presseberichte als auch die Firmenwerbung aus dem 19. Jahrhundert ausschließlich auf Bekleidung; in der Parfumgeschichte spielt Creed in dieser Zeit anscheinend keine Rolle. Das wird heutzutage von der eifrigen Marketing-Abteilung dieses Unternehmens jedoch gerne -na sagen wir mal- "vergessen".
Olivier Henry Creed leitet heute das Unternehmen. Der Durchbruch auf dem Duft-Sektor gelang erst 1986 mit "Green Irish Tweed". Bei "Wikipedia" finden sich folgende -interessanten- Ausführungen: "Die Datierung vieler Creed-Düfte ist auf der Basis ihrer Zusammensetzung anachronistisch und viele Bezüge zu Prominenten gehen auf Gerüchte zurück. Royal English Leather (angeblich 1781) und Tabarôme Private Collection (angeblich 1875) sind stilistisch und chemisch z.B. typische Düfte der 1920er Jahre, nicht des 18. bzw. 19. Jahrhunderts. Sie sind entweder in bewusster Retromanier konstruierte neuere Parfüms oder wurden seinerzeit in kleiner Auflage als Kaufartikel oder Geschenk für Creeds Privatkunden von dem Haus in Auftrag gegeben. Octavian Coifan hat Royal English Leather als geniale Variation von Cotys L'Origan identifiziert, dessen Formel komplett in den Lederduft eingearbeitet wurde. Das deutet auf einen sehr talentierten und geschichtsbewussten Parfümeur hin oder sogar auf Coty selbst, der ja auch für den Wiener Schneider Knize 1924 den Duft "Knize Ten" kreierte."

Unser heutiger Kandidat "Royal Oud" kann nun -anders als das Englische Königshaus- unstreitig nicht auf eine lange Tradition zurückblicken; nicht einmal die Werbeabteilung des Hauses unternimmt den Versuch, ihn einem gekrönten Haupt vergangener Jahrhunderte oder der auf Grund eines unbarmherzigen Eisbergs gesunkenen "Titanic" anzudichten.
Immerhin soll ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf von "Royal Oud" für die Kinderhilfe in Indien über "Global Giving" gespendet werden. Ist ja auch schon mal was...

Dieser Duft wird im Internet wie folgt beworben:
"ROYAL-OUD – For Men and Women. Die geheimnisvollen Klänge der Nacht lassen einen exotischen Tag erwachen – verzaubert von Düften des Orients. Inspiriert von einem königlichen Palast, verführt Royal-Oud die Sinne und lässt die rosige Morgendämmerung Persiens erwachen. Gleißendes Licht dringt durch das Gitterwerk des Palastes, aus glänzendem, schwarzem Marmor. Edle Hölzer, goldene Elemente erstrahlen in prachtvoller Schönheit. Duftwolken kühlen ab und schweben über wertvollem Steinboden. Ein Wechselbad der Sinne – ein Geruch von Erde, ein Hauch von Exotik und Sinnlichkeit, intensiviert durch das legendäre, kostbare Öl des Oud. Mystisch – Sinnlich – Ambivalent."

Wow ! Das lässt einem ja sogar trotz des erst kürzlich zurückliegenden Tests von Giorgio Armani's "Oud Royal" das Wasser in der Nase... pardon ... natürlich im Munde zusammenlaufen: Creed's "Oud-Flaggschiff" beginnt -"creed-typisch" und damit der Tadition des Hauses verpflichtet- klassisch mit Bergamotte und Zitrone. Kate und William haben da anlässlich ihrer Hochzeit jedoch keinen sauer-spitzen Auftakt gerochen, sondern vielmehr bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Duftentwicklung reife Früchte. Aber nicht einfach nur Früchte. Diese sind von Anfang an würzig untermalt. Ich vernehme etwas Pfeffer, der den Beginn interessant werden lässt. Obgleich "Allure Homme Édition Blanche" von Chanel -dem Grunde nach (sozusagen "auf dem Papier")- mit den selben Zutaten in der Kopfnote arbeitet ist der Beginn dieser beiden Düfte keinesfalls ähnlich: Bei "Allure Homme Édition Blanche" ist es eine spitz-saure Zitronenplantage, die der Nase -pfeffrig unterlegt- sogleich erfrischend entgegen springt. Diese ist zudem cremig untermalt. Bei "Royal Oud" hingegen sind es nur die reifen (nicht jedoch über-reifen) Zitrusfrüchte, die sogleich eine angenehme Würze durch den Pfeffer erhalten. Zudem bekommen diese schon im nächsten Moment eine gut gemachte "Krautigkeit" zur Seite gestellt: Es ist die liebe Angelika, auch "Engelwurz" genannt, die wir ja insbesondere aus dem von mir so geliebten "French Lover" von Pierre Bourdon (Éditions de Parfums Frédéric Malle) kennen. Sehr würzig. Sehr schön. Und diese gut gemachte würzige "Frucht-Kraut-Kombi" erfreut uns dann einen gewissen Zeitraum. Dann wird's holzig: Der Duftpyramide entnehme ich "Libanonzeder". Nun gut, ich hatte noch nicht das Vergnügen, den Libanon und demgemäß eine dort beheimatete Zeder zu besuchen, aber sei's drum: Meine kosmopolitisch anscheinend noch ungeübte Nase hätte dieses ferne Exemplar doch glatt mit dem Duft einer hiesigen Zeder verwechselt. Jedenfalls gibt diese Zeder (welche Nationalität auch immer in ihrem Reisepass festgehalten sein mag) dem Duft eine weitere Tiefe. Zwar nicht Aufsehen erregend, aber sehr schön gemacht. In der Basis kommen wir Männer (oder Frauen, die gerne "männliche" Düfte tragen) dann noch mal so richtig auf unsere Kosten: Unser Freund der Moschus begrüßt uns. Er ist nicht allein gekommen, sondern hat vielmehr noch etwas Sandelholz mitgebracht. Sehr tiefgründig. Sehr schön. Und so klingt dann auch dieser Duft nach einigen Stunden holzig-würzig aus.

Insgesamt ein sehr schöner und interessanter Duft. Aber das sagte ich ja bereits. Nur noch ein kurzes Schnuppern, damit ich auch ja nichts vergessen habe. Einen Moment ... jetzt drängt mich doch nicht so !
Ja, in der Tat, da war doch noch was. Irgendetwas ist da noch. Habe ich wirklich nichts vergessen ? Nein, habe ich nicht ! Ach, was bin ich für ein Tölpel ! Das Oud. Ja, das ist ja auch noch drin. Etwas vielleicht. Ja, jetzt kann ich es riechen. Ganz leicht: Vornehm und zurückhaltend trägt es dazu bei, dem Duft eine angenehme Tiefe zu verleihen. Es ist nicht das majestätische Harz des Adlerholzbaumes des orientalischen Sultans aus "Oud Royal" (Armani Privé). Nein, die liebe Kate und der liebe William treten hier keine abenteuerliche wie möglicherweise beschwerliche (Fern-) Reise auf einem kunstvoll verzierten fliegenden Teppich über geheimnisvolle Wüsten des Abendlandes an. Schon gar nicht eine Reise, die sich über einen Zeitraum von 1001 Nacht hinstreckt. Nein, diese beiden Blaublüter können weiter im britischen Königreich vollumfänglich ihren Dienstgeschäften für ihr Volk nachgehen und müssen beim Einatmen dieser "Oud-Variante" nicht mal eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen. Denn unser Oud hier lebt offensichtlich von seinem (very) "British Understatement". Wohlwollend ausgedrückt: Gut, es ist da. Es übernimmt jedoch keine Hauptrolle, sondern fügt sich -William würde jetzt sagen: Als "Teamplayer"- brav in den Duft ein,
Da wird mir alles klar: Ich Tolpatsch habe offensichtlich den Namen dieses Produktes falsch verstanden: Während Armani's "Oud Royal" (zu Recht !!!) bedeutet "königliches Oud" will unser Kandidat hier wohl als "Oud für Könige" verstanden werden. Könige scheinen offensichtlich Oud nicht so sehr zu mögen ...

Mein Fazit:
Ein wirklich gut gemachter Duft. Alle Komponenten -wie stets bei Creed- sehr natürlich und diese auch sehr fein abgestimmt und ineinander verwoben. Sehr schön; aber das sagte ich bereits mehrfach. Dem Namen dieser Kreation folgend hätte ich eine dominierendere Rolle des Adlerholzbaumes erwartet. Unser Parfümfreund "Baux" hat es in einem (im übrigen sehr lesenswerten und scharfsinnigen) Kommentar mal so bezeichnet: "Oud für Leute, die Oud nicht mögen". Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen.
2 Antworten
7.5
Flakon
10
Haltbarkeit
9
Duft
Baux

69 Rezensionen
Baux
Baux
Top Rezension 0  
Oud für Leute, die Oud nicht mögen
Es gibt nichts Schlimmeres für Individualisten als den Hype. Gestern noch warfen wir unsere iPhones vor die S-Bahn, heute müssen wir uns unsere Vollbärte abrasieren. Und, für den Parfumo besonders schlimm, in regelmäßigen Abständen landet die halbe Sammlung im Ausguss, weil mindestens drei andere Leute den Duft auch besitzen. Hat sich die Innovation erst einmal zum Trend hochgearbeitet, kann es nicht mehr lange dauern, bis jeder, wirklich jeder etwas derartiges im Programm hat.

Aber freut euch, der Oud-Hype ist schon wieder vorbei. Wir werden ihn zwar noch eine Weile beklagen, wenn ein neuer Oud-Duft rauskommt, genauso wie jedes mal über Schon-wieder-ein-Frischeduft gestöhnt wird, wo doch Frischedüfte seit geraumer Zeit der Vergangenheit angehören und man so viel Empörung nur als Kind der 70er aufbringen kann, für das Papa irgendwann nicht mehr nach Papa roch, sondern nach Cool Water. Mit einigem Abstand zur Produktwelle, die gerade über den Markt hinweggeschwappt ist, lässt sich damit wieder das Klassische, das Reizende, das Gelungene ergründen, das am Anfang fasziniert hat. Mehr noch, die Zeit ist nun reif, auch zu überblicken, was in der Zwischenzeit alles an Schund erblüht und wieder verwelkt ist.

Nachdem sich Innovateure und Kopisten ausgetobt haben, der Kuchen verteilt und gegessen ist, bleibt nur noch wenig zu tun, sollte man meinen. Was seiner Zeit voraus war, ist inzwischen reformuliert (M7), am Klassischen hat man sich sattgerochen (Rose + Oud) für das Schrille kann man sich begeistern, es aber nicht tragen (Fetish). Bleibt die Frage an Parfumhäuser wie Creed, warum man bisher kein Oud im Programm hatte. Die Antwort ist ganz einfach: Creed mag kein Oud. Und Creed ist damit nicht allein. Sehr vielen Leuten geht der Kram auf die Nerven, und nicht nur, weil es diesen Hype gab.

Was Creed hier vorlegt, ist daher tatsächlich innovativ. Das Rad oder das Oud wurde neu erfunden: Es ist Oud für Leute, die Oud nicht mögen. Als Maßstab dienen Understatement und Modernität, daneben hat man alles gestrichen, was irgendwie orientalisch wirkt, sodass als Erstes das klassische Rosenthema dran glauben musste. Nun kann man es nicht einfach ersatzlos streichen, denn ohne die blumig-dunkle Seifigkeit der Rose wirkt Oud eher anstrengend. Die ganze Bandbreite an Ersatzkombinationen wurde vor geraumer Zeit schon von Montale durchexerziert, ohne wirklich überzeugen zu können. Entschieden hat man sich bei Creed für eine alltagstaugliche Best-of-Mischung, die die Waage halten soll zwischen ein bisschen frisch, aber mit Tiefe, was ein zitrischer Auftakt erreicht, ein bisschen Seife, aber cremig und ohne Waschmittelassoziationen und eine unblumige florale Note. Darunter spielt die ganze Zeit das eigentliche Thema die Hauptrolle: Oud und Holz. Das Adlerholz gibt hier nicht den dominaten Krachmacher, sondern fügt sich ein, bleibt erkennbar, aber als Solist in einem hochklassigen Ensemble und nicht als Star mit ein bisschen Playback.

Anders als der Name vermuten lässt, ist Royal Oud damit kein Oud-Duft im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein Parfum mit Oud. Wichtiger als der markante Geruch dieser Zutat sind für das Parfum seine elegante Cremigkeit, seine unmodische Modernität und die souveräne Variation eines Themas, das schon als ausgespielt galt.
23 Antworten
8
Flakon
7
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
RobGordon

59 Rezensionen
RobGordon
RobGordon
Top Rezension 26  
Der Zauberer von O(ud)z!
Je länger ich mich mit der Vorlage auseinandersetze, desto mehr Parallelen wollen sich auftun. "Royal Oud" ist schon mal kein Amerikaner. Die Kritiker seinerzeit meinten: "wegen des Stils nicht mehr zeitgemäß" und auch gab es auch kritische Stimmen, die urteilten: "Für Kinder ist das nichts!"

Schön langsam wird mir selbst bewusst, warum ich mich, gegenüber mir, für das Märchen als Überschrift durchgesetzt habe. Der ursprüngliche Titel "Asche auf mein Haupt" wurde hintangestellt, dazu bald mehr.

Mein Bild von Royal Oud ist heute ein etwas anderes als noch vor 3 Monaten. Sieht man auch an meinem Statement aus dieser Zeit. Ich habe hier keine wesentlichen Gedanken daran verschwendet, wie viel "Oud" da drinnen sein mag, obwohl es als Namensgeber herhalten muss. Wobei das Attribut "Royal" weist bereits darauf hin, dass hier einmal mehr britische Zurückhaltung zu erwarten ist, nicht ungezügelte Orientalik.

Orientalik ist ein gutes Stichwort. Ich bin kein großer Freund solcher Düfte. Dennoch war ich auf der Suche nach etwas würzigem auf Holz-Basis das gerade noch als solches in der Gruppe der orientalischen Düfte mitspielen darf. Fragrancia listet ihn als "orientalischen Fougère".

Na bitte, mission accomplished! In dieser Disziplin möchte ich dennoch nicht geprüft werden, die Einordnung dieser Themen ist für mich zu oft nicht schlüssig bzw. nachvollziehbar. Jedenfalls sollte es etwas weitestgehend universell einsetzbares und nicht auf eine einzige Jahreszeit beschränkt sein, was einer gewissen Zurückhaltung bedarf.

Nachdem ich mich zum Thema Oud ein wenig eingelesen habe, weiß ich nun, dass es kaum etwas gibt, wonach Oud nicht riechen kann. Das Prinzip gefällt mir, da komm ich mir sofort nicht mehr so komisch vor, weil ich gleich behaupten werde, dass zwischen all den Schwaden etwas leicht süßlich mit kekselt.

Wenn also der Olivier nachts heimlich um seinen Zaubertrank schleicht, ist nicht auszuschließen, dass er das mit einer Prinzenrolle bewaffnet tut. Falls ihm seine Holde auflauerte, wo er sich denn nächtens herumtreibt, könnte das corpus delicti vor lauter Schreck beim Erwischen in flagranti durchaus im Royal Oud Parfum-Kessel versenkt worden sein. Nicht, dass sein nächstes Werk womöglich "Love Handles for her" lautet.

Direkt nach dem Aufsprühen habe ich gute 5 Minuten lang ganz zarte Anflüge von Zwetschke (= Pflaume) und Zimt in der Nase, das kommt nicht von völlig ungefähr. Weil der rosa Pfeffer und die Bergamotte die hier verbaut wurden, wohl auch aus der selben Charge stammen, wie sie in (und ich sehe quasi wie sich die Mienen verziehen) Spicebomb gutes vollbringen. Nur dort haben sie einen zusätzlichen Helfer, den Zimt, den sich mein Hirn hier bei Royal Oud offensichtlich automatisch, wahrscheinlich aus Gewohnheit dazu imaginiert.

Nur in RO nehmen alle Zutaten im Auftakt eine Katzenwäsche in feinstem Pfeifentabak und einem Schmelz aus keksigem Oud, der sich von hinten forsch durchzwängt. Wer diesen orchestralen Pfeifentabak-Eindruck auf der Haut nicht sofort mitbekommt, weil man womöglich mit dem Zerlegen von Zutaten beschäftigt ist, einfach mal am Sprühkopf des Atomizers riechen. So gut wie nicht verfehlbar.

Wenn sich der Duft weiter zu ordnen beginnt, wird das edle Pfeifenschwaden-Thema nach kalter Pfeife riechend. Sehr angenehm, elegant, beruhigend, alles in Balance befindlich. Belohnt wird man neben diesen Aspekten nicht zuletzt mit einer wunderbaren, eleganten Vanille, wenn der Duft schon seinen Ausklang einläutet. Was so nach 7-8 Stunden in dieser Jahreszeit der Fall und damit vorbildlich ist.

Auch wenn sich das alles womöglich sehr angenehm lesen mag, ich hatte beim Erstkontakt Probleme mit diesem Duft. Jahrzehnte der Konditionierung auf Designer-Düfte mussten erst überwunden werden.

Das war eine völlig neue Duftrichtung für meine Nase. Dennoch ist er nicht halb so sperrig wie "Royal Mayfair" mit seinem Türsteher in Form dieser Petroleum Kopfnote, die auch erst ihr Haupt verlieren möchte, damit der Duft für mich tragbar wird.

(Tragbarkeit: gutes Stichwort, fast immer außer vielleicht im Hochsommer. Ich dachte anfangs es wäre ein Duft für wenige Gelegenheiten, mitnichten! Und ich sehe diesen Duft ausnahmsweise eher in der Herrenabteilung. Zumindest eindeutig unisex wirkt er bis heute nicht auf mich)

So lag meine Abfüllung sehr lange in der Lade, bis ich Royal Oud wieder und wieder probierte. Ich erwischte mich immer öfter dabei vor dem Schlafengehen noch einen Hub aus der Abfüllung auf dem Unterarm aufzutragen und mich damit in den Schlaf zu schnüffeln. Es ist für mich mittlerweile völlig nachvollziehbar, dass man sich im Orient mit Oud einkokelt und warum die Menschen in diesen Breitengraden lieber Cannabis konsumieren, angesichts der Preislage von Royal Oud. Dieser Duft beruhigt mich jedenfalls ungemein. So wie mich DH Cologne in die andere Richtung pusht.

Und so nimmt das Märchen, wie der kleine Robinator und Royal Oud ziemlich beste Freunde wurden, sein glückliches Ende. Nachts schleicht er, so wie mutmaßlich der Olivier, gerne um seinen Zaubertrank und nimmt noch eine Brise aus seiner royalen Oud-Keksdose.

PS: Creed behaupten, dass ihr indisches Oud aus nachhaltigen Quellen stamme, sowie mit Erwerb dieses Dufts für "Global Giving" gespendet wird. Ich fühle mich sofort an die Rettung des Regenwaldes durch Erwerb von Bierkisten erinnert. In diesem Sinne, berauschen für einen gute Zweck! Was wäre die Welt ohne Marketing.
12 Antworten
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Chizza

332 Rezensionen
Chizza
Chizza
Top Rezension 23  
Distinguiert, exquisit, royal: mein Creed-Favorit
Royal Oud sehe ich im Creed-Regal meistens ganz unten, es scheint nicht der Favorit bei Parfümerie Pieper auf der Kö in Düsseldorf zu sein. Damals, vor Corona, tat ich hier und da einen Abstecher in der Pause dahin wenn noch Zeit war. Entspannt ging ich in den Laden wo mich meist eine dienstbeflissene Dame abfing. Häufig hatten sie nicht was ich suchte, da merkt man dann schon, dass die reale Duftwelt sich nicht immer mit den Parfumo-Hitlisten deckt.
Dafür bekam ich dort jedes Mal Creed empfohlen, immer Viking, Himalaya auch sehr gerne genau wie VIW. Alles Düfte, die ich nicht schätze. Ich nickte in Richtung unterstes Regal, ließ einen Satz fallen in Richtung Royal Oud, aber keine Reaktion. Machte auch nichts, denn den besaß ich längst und wollte nur mal hinweisen, dass es doch mehr als die drei Creed-Düfte und die Montales daneben geben muss. Und auch mehr als das Parfum der Ruhruni. Hier leistete ich mir übrigens auch den absoluten Parfum-Fehlkauf für meine Frau, irgendwas Musk von Montale. Im Laden ok, zuhause wurde ich dafür nicht gerade mit Freude nach dem Aufsprühen bedacht. Aber das ist eine andere Geschichte.
Also, Royal Oud ist mein Liebling von Creed. Warum ist das so? Vermutlich weil das Oud hier sehr gedimmt in Szene gesetzt wird und das auch eher für den europäischen Raum. Viel mehr riecht man die Zeder durch, die wirklich wundervoll duftet. Er wirkt durch seine feine Ausgewogenheit etwas unnahbar, man kann sagen royal. Jedenfalls wird das Oud also gut eingefangen und mit einem Duft garniert, den ich lange nicht greifen konnte. Im Hintergrund schwelt eine angenehme Würze mit, fast schon etwas Süße ohne Süß zu sein. So wie Schokolade mit sehr hohem Kakaoanteil, jedenfalls löst das Parfum in mir diese Assoziation aus. Ich kann mir durchaus vorstellen dass die Melange aus Angelika und Galbanum hierfür sorgt. Jedenfalls hebt das den Duft für mich in gehobene Sphären. Auch wenn das alles sehr nüchtern klingt: Royal Oud begeistert mich!

Der Duft und das alles wirkt alles sehr distinguiert und tatsächlich komme ich mir mit dem Duft falsch vor, wenn ich zu Sneakern greife und meinen Footballhoodie trage. Das ist nicht Royal Oud. Ob es selffulfilling prophecy ist oder ob diese Aura wirklich besteht, das möchte ich nicht beurteilen. Jedenfalls trage ich den nur mit wenigstens Polohemd und Chino, Royal Oud wirkt sonst zu oversized.
8 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

349 kurze Meinungen zum Parfum
Eggi37Eggi37 vor 10 Monaten
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Elegantes Royal Wood
Aber höchstens ein Oud-Molekül
Zitrische Bleistiftzeder
Etwas modrig-feucht
Nelkig-pfeffrige Würze
Warm-rauchige Basis
51 Antworten
FloydFloyd vor 2 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
5
Duft
Bergamogalbanischer Kunstpunsch
Verwaschener Zederflederwunsch
Blütenschwamm voll Schwarzlichtmolke
Digitale Moschuswolke
34 Antworten
SchalkerinSchalkerin vor 2 Jahren
8
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
6
Duft
Der Name, schon fast lustig.
Oud - wo? Und royal finde ich den auch nicht.
Ein zitrisch holziger Frischling.
47 Antworten
SchoeibksrSchoeibksr vor 7 Monaten
6
Sillage
7
Haltbarkeit
5
Duft
Hesperidenstart mit grüner Würze.
Leider viel zu viel süßer Kardamom über dem überwürzten Zedernholz.
Oudlose Synthi-Basis faked Royalty.*
25 Antworten
NuiWhakakoreNuiWhakakore vor 2 Jahren
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7
Duft
Man reiche Pfeffer
bitte nicht scharf
und Zitrusfruchsaft von Tesco
schmeckt nur kurz bitter
die Adlerholzmöbel glänzen
von zu viel Politur
17 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

Diskussionen zu Royal Oud

Voluptatem in Herren-Parfum
Persönlich hatte ich ihn zwar nie in meiner Kollektion. "Royal Oud | Creed" nicht so ikonisch wie "Aventus (Eau de Parfum) | Creed", aber wie ich finde...
DonLeBon in Beratung
Alexis66:Ach Terra, lass uns unsere Kuschelouds und bösen Etikettenschwindel.Kann nicht jeder so hart...

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