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Bois Impérial 2020 Eau de Parfum

Platz 23 in Unisex-Parfums
8.1 4.765 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Essential Parfums für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2020. Der Duft ist frisch-holzig. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich. Es wird noch produziert. Das Parfum ist laut Hersteller vegan.
Aussprache Vergleich Vegan
Ähnliche Düfte
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Duftrichtung

Frisch
Holzig
Synthetisch
Würzig
Grün

Duftnoten

Akigalawood®Akigalawood® AmbrofixAmbrofix Georgywood®Georgywood® nepalesischer Szechuanpfeffer Absoluenepalesischer Szechuanpfeffer Absolue Thai-BasilikumThai-Basilikum haitianisches Vetiverhaitianisches Vetiver indonesisches Patchouliindonesisches Patchouli Petalia®Petalia®

Parfümeur

Bewertungen
Duft 8.1
4.765 Bewertungen
010
Haltbarkeit 8.5
4.441 Bewertungen
010
Sillage 8.1
4.418 Bewertungen
010
Flakon 7.2
4.102 Bewertungen
010
Preis-Leistung 8.8
4.096 Bewertungen
010
Eingetragen von mehreren Usern, aktualisiert am 24.10.2026
Quellenbasiert & geprüft

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Womit der Duft vergleichbar ist
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Attacks

Rezensionen

256 ausführliche Duftbeschreibungen
8Duft 9Haltbarkeit 7Sillage
Jazzbob

130 Rezensionen
Jazzbob
Jazzbob
Top Rezension 69
Synthetisch im besten Sinne (aber nicht nur)
Reine Naturdüfte haben oft den Nachteil, schon zu dicht zu wirken – Synthetik kann helfen, sie aufzuhellen, sie leichter zu machen. Und dann gibt es noch eine weite Welt dazwischen, wie etwa Akigalawood zeigt. Der Duftstoff wird aus Patchouli-Pflanzenresten* gewonnen, wobei dessen eher schmutzige Facetten entfernt werden und letztlich ein ganz anderer Eindruck entsteht. Bois Impérial wird stark von ihm und verschiedenen synthetischen Komponenten geprägt, sodass sich – wie Viele hier schon bemerkt haben – der Vergleich zu den Escentric Molecules aufdrängt. Der wichtige Unterschied offenbart sich darin, dass Letztere oftmals zu seelenlos auf mich wirken, während hier der Spagat zwischen Synthetik und Natur gelingt.

Was mir bei den ersten Tests gefallen hat, ist die Tatsache, dass der Duft zwar schon eher simpel wirkt, ich aber dennoch jedes Mal verschiedene Nuancen herausfiltern konnte, die mir vorher nicht oder kaum aufgefallen waren. Zu Beginn ist da nämlich nicht nur die Kombination aus der zitrischen Frische, die weder zu scharf, noch zu lieblich wirkt, mit der trockenen Holzigkeit (1), die sich von Anfang bis Ende durchzieht, sondern auch eine ganz dezente blumige Komponente (2). Diese lässt Bois Impérial nicht als floral erscheinen, verleiht ihm aber noch mehr Helligkeit und etwas Fülle, die sonst fehlen würde. Grüne Frische fügt sich ebenso bestens ein, wobei die Vetiver-Note überhaupt nicht klassisch-altmodisch daherkommt, wie es manchmal der Fall ist.

(1) Ambrofix = Ambroxan: Falls ihr Molecule 02 kennt, wisst ihr, was ich meine.
(2) Petalia: "rosenartig mit Nuancen von Maiglöckchen". Ich hätte daneben auch an Hedion gedacht.

Der Duft wirkt deshalb durchgehend hell und transparent, weil keine schweren Komponenten den Basis-Akkord ergänzen, sondern mit Georgywood (entspricht Iso E Super, ist aber noch holziger*) und Akigalawood immer eine luftige Textur aufrecht erhalten wird. Letztere Note ist schwer zu beschreiben, da sie schon noch leicht erdige und grüne Facetten von Patchouli besitzt, aber eben wesentlich leichter und sauberer wirkt. Bei Supræ von Aether (noch trockener) oder Nisean von Parfums de Marly (dunkler, balsamisch) kann man sie beispielsweise auch gut wahrnehmen.

Meine Freundin mag den Duft übrigens nicht, denn sie hatte sofort die Assoziation mit etwas Eingelegtem. Vielleicht kommt das durch die leichte Säure und etwas Würze. Jetzt empfinde ich den Duft als etwas weicher als am Anfang, wo ich die trocken-holzige Seite als am dominantesten angesehen habe. Eventuell braucht es etwas Zeit zur 'Eingewöhnung'. Für den Alltag ist Bois Impérial optimal, da die Haltbarkeit wirklich extrem gut ist – insbesondere auf Kleidung. Die Sillage kann man auch leicht unterschätzen und ich habe sie deshalb mit 7 bewertet, weil man durch die transparente Wirkung nicht vom Duft erschlagen wird, er aber gleichzeitig relativ weit abstrahlt.

Eine wichtige Frage bei Parfums ist außerdem, wie man sich dabei fühlt, wenn man sie trägt: Bois Impérial hat einerseits dieses Unbeschwerte, universell Tragbare, andererseits wirkt der Duft durchaus stimmungsaufhellend.

[*Vielen Dank an Ronin für die Hinweise.]
Aktualisiert am 07.10.2021, 17:38 Uhr
8 Antworten
7.5Duft 8Haltbarkeit 9Sillage
Felix0o0

17 Rezensionen
Felix0o0
Felix0o0
Top Rezension 62
Die demokratischste Lüge der Nischenparfümerie
Es gibt 2 Versprechen die Essential Parfums auf jeder Website, bei jedem Händler, in jeder Pressemitteilung wortgleich wiederholt. 1) Luxusparfümerie zum fairen Preis. 2) absolute kreative Freiheit für die Parfümeure, keine Grenzen, keine Einschränkungen, carte blanche. Beide Versprechen klingen revolutionär. Beide sind, bei genauerer Betrachtung, präzise konstruiertes Marketing. Und das Interessante daran ist: es spielt überhaupt keine Rolle.

Fangen wir mit dem an was stimmt. Bois Impérial Eau de Parfum ist ein außergewöhnlicher Duft. Quentin Bisch hat hier dasselbe getan was er bei Ganymede Eau de Parfum für Marc Antoine Barrois getan hat, er hat Akigalawood ins Zentrum gestellt und alles andere darum herum gebaut. Aber bevor wir das Skelett sezieren, sollte man ihn selbst testen. Und zwar mit einer konkreten Aufgabe.

Beim ersten Sprüher kommt der Pfeffer. Sofort, direkt, fast aggressiv. Das ist das Rotundon im Akigalawood, dasselbe Molekül das schwarzen Pfeffer scharf macht, hier freigelegt durch Biotechnologie, nicht durch die Natur. Dann passiert etwas Merkwürdiges. Die Schärfe löst sich nicht auf, sie verwandelt sich. Es entsteht eine Spritzigkeit die man nur schwer benennen kann. Süß, aber nicht klebrig. Sprudelnd, fast wie das Prickeln von Kohlensäure an der Nase. Wie Kräuterlimonade, wie Zitronenminze, wie Wasser das irgendwie leuchtet. Wer jetzt die Nase direkt auf die Haut presst, riecht kaum etwas davon, diese Leichtigkeit existiert ausschließlich in der Luft, in der Sillage, etwa einen Arm weit entfernt. Und genau in diesem Moment sollte man innehalten und sich fragen: Was ist das eigentlich?

Die Antwort liegt in der Chemie, und sie ist nicht das was man erwartet. Das Grapefruit in der Notenpyramide ist keine Grapefruit. Es ist Timut Pfeffer aus Nepal, ein Gewürz das gleichzeitig pfeffrig, zitronig und leicht seifig riecht, mit einer elektrischen Bitterkeit die an Grapefruitschale erinnert, ohne je fruchtig zu werden. Das Thai Basilikum liefert nicht Kräuterwürze, sondern genau diese spritzige, fast herbe Frische die man als sprudelnd wahrnimmt, beide Zutaten sind von Natur aus reich an Linalool und Eugenol. Wer wissen will was das bedeutet. Linalool ist dasselbe Molekül das Lavendel seinen kühlen, fast seifigen Charakter gibt. Eugenol ist das was Nelken brennen lässt. Hier arbeiten sie nicht als Blume oder Gewürz, sondern als unsichtbare Architektur, sie halten die Luft offen, damit der Akkord nicht zusammenfällt. Man riecht sie nicht. Und warum das alles ausschließlich in der Luft passiert und nicht auf der Haut, hat einen weiteren chemischen Grund. Es ist Ambroxan. Es haftet stark auf Hautlipiden und gibt nur langsam Moleküle frei. Aber die Moleküle die es freisetzt verteilen sich mit einer Effizienz die weit über ihre Menge hinausgeht. Das Ergebnis ist ein Paradox. auf der Haut fast unsichtbar, in der Luft eine Wolke. Aber hier ist die Testaufgabe. Sprüh Bois Impérial Eau de Parfum auf die Haut, warte 30 Sekunden, und halt dann die Innenseite des Handgelenks einen Arm weit von der Nase entfernt. Diese schwebende, fast elektrische Leichtigkeit die du jetzt riechst, das sind sie. Drück die Nase direkt auf die Haut, und sie sind weg.

Akigalawood selbst, (ein biotechnologisch bearbeitetes Patchouliöl, bei dem Enzyme die erdigen und schokoladigen Facetten herausfiltern und eine pfeffrige, holzige Klarheit hinterlassen die es in der Natur nicht gibt), ist Bischs Signatur. Sein Fingerabdruck. Auf dem Teststreifen riecht Bois Impérial Eau de Parfum kurze Zeit sehr ähnlich wie Ganymede Eau de Parfum, dieselbe sterile Holzigkeit, dieselbe metallische Frische, derselbe fast außerirdische Charakter. Auf der Haut und im Drydown trennen sich die Wege aber. Ganymede Eau de Parfum entwickelt eine Tiefe die man als Seele bezeichnen könnte. Bois Impérial Eau de Parfum bleibt brillant in der Luft, beliebig auf der Haut. Ein Duft der seinen besten Moment beim ersten Sprüher hat und danach sich selbst wiederholt.

Aber zurück zu den Versprechen. Geraldine Archambault, (Gründerin von Essential Parfums), erzählt in einem Interview "EXCITING NEW FRAGRANCES Launching Soon From ESSENTIAL PARFUMS" mit dem Youtube Kanal ThePerfumeGuy etwas das der offiziellen Markensprache direkt widerspricht. Sie hatte für Bois Impérial Eau de Parfum von Anfang an eine konkrete Vision. Einen eleganten Mann, beiger Anzug, ein Haus auf Stelzen am Mekong nach einem Tropenregen. Kein abstraktes Briefing, kein leeres Blatt. Und als Quentin Bisch eine erste Formel mit Benzoe Süße lieferte, lehnte sie ab. Zu süß, zu weich, nicht trocken genug. Sie wollten es gemeinsam auseinandernehmen und neu zusammensetzen, Zutat für Zutat, bis es ihrem inneren Bild entsprach. Das ist kein carte blanche. Das ist kuratorische Kontrolle mit höflichem Lächeln.

Und falls das noch als Einzelfall durchgehen sollte, es ist keiner. Im selben Interview spricht Archambault über Velvet Iris, kreiert von Dominique Ropion. Dem Mann der Portrait of a Lady Eau de Parfum gemacht hat. Auch hier driftete die Komposition zu pudrig, zu gourmand, 2 Eigenschaften die sie hasst. Sie stoppte den Prozess, ging zurück an den Anfang, identifizierte den exakten Punkt wo es falsch abbog und pfiff Ropion zurück. Dasselbe Muster, ein anderer Weltklasse Parfümeur. Das ist keine Vision. Das ist kuratorische Kontrolle, konsequent, still und systemisch.

Und dieses System hat eine Logik. Divine Vanille, einer der ersten Essential Parfums Düfte, von Olivier Pescheux kreiert. Demselben Parfümeur der
Herod für Parfums de Marly gemacht hat. Dieselbe Zimt, Vanille, Tabak Dna, derselbe warme würzige Kern, nur ohne den Tabak, zugänglicher, günstiger. Die Parfüm Community hat es längst registriert. Divine Vanille riecht wie Herod, der Parfümeur ist identisch, und Essential Parfums kostet ein Drittel. Quentin Bisch baut Bois Impérial Eau de Parfum als zugänglichere Version seiner eigenen Ganymede Eau de Parfum Dna. Olivier Pescheux destilliert Herod in Divine Vanille. Essential Parfums ist nicht das Haus das Parfümeuren absolute Freiheit gibt. Es ist das Haus das Parfümeuren erlaubt ihre eigenen Meisterwerke zu demokratisieren.

Ist das schlecht? Nein. Im Gegenteil. Es ist ehrlicher als jedes Nischenhaus das fremde Dna kopiert, 14 fach kaltgepresstes Mandarinöl auf die Verpackung schreibt und das Ergebnis als Revolution verkauft, für 275€. Bois Impérial Eau de Parfum riecht gut. Er performt gut. Er kostet fair.

Und genau darin liegt die eigentliche Wahrheit über diesen Duft. Er ist, wie das Versprechen der Marke selbst, am überzeugendsten im ersten Moment. Im Auftakt, in der Sillage, auf dem Teststreifen. Danach wiederholt er sich. Und das ist kein Zufall, das ist Methode. Geraldine Archambault hat kein Haus für Meisterwerke gebaut. Sie hat ein Haus für brillante erste Sätze gebaut. Das reicht für den Alltag. Das reicht für den Preis. Aber wer wissen will wie dieser Satz endet, muss Ganymede Eau de Parfum kaufen
Aktualisiert am 12.04.2026, 08:24 Uhr
18 Antworten
9Duft 10Haltbarkeit 9Sillage
Basti87

1523 Rezensionen
Basti87
Basti87
Top Rezension 25
Holzig-frische Synthetik-Bombe
Mal was neues von mir und die erste Rezension in diesem Jahr. Der Bois Imperial von dem französischem Hause Essential Parfums. Dieser soll dem "Ganymede | Marc-Antoine Barrois" sehr ähnlich kommen, welcher ebenfalls von Quentin Bisch stammt. Machen einige Parfumeure: Eigene Werke kopieren für andere Marken. Gleiches für diese Marke hat Olivier Pescheux getan. Dieser hat seinen Kracher Herod von Parfums de Marly "geklont". Ebenfalls ein wundervoller Duft aus dem Hause Essential. Leider nur noch schwer zu finden. Insgesamt diese Marke ist nicht weit verbreitet. Findet man fast ausschließlich bei Douglas, der Divine Vanille ist dort leider nicht mehr im Sortiment.
Bois Imperial ist schon lange in meiner Sammlung gewesen, allerdings nur als 10ml Travel-Edition der mehr zu Testzwecken diente. Nun habe ich mir gleich 2x 100ml geordert. Auch weil dieser desöfteren vergriffen war und ich der Marke nicht traue. Manche kleineren Marken kommen und gehen, auch wenn manchmal die Verkaufszahlen echt gut sind. Ob ich diesen Duft wirklich brauchte in der großen Flasche... ich war mir nicht sicher. Aber dieser Duft hat wirklich Charme und man hat viele Möglichkeiten diesen Duft in vielen Lebenslagen zu tragen.

Preislich bietet der echt viel: Einen extreeem uniquen Duft, auf den man desöfteren angesprochen wird. Eine Top-Performance, die schon den ganzen Tag hält. Dazu kann man diesen Duft eigentlich immer tragen: Im Alltag, zum Abend, zum Sport, im Winter oder im Sommer. Kann man fast nie was falsch machen.
Man sollte beachten dass dieser Duft eine Synthetik-Bombe ist. Synthetik ist für viele schon mit negativen Assoziationen verbunden. Es gibt in der Duftwelt allerdings auch Synthetik mit viel Charme, der auch gut ankommt und nicht billig und infatil wirkt. Dies ist hier absolut der Fall. Quentin Bisch ist ein Parfumeur der gut mit Synthetik klarkommt und Kreationen entwickelt die einfach im Kopf bleiben. Hier wird auch in der Pyramide damit kein Geheimnis gemacht. Man sieht es an den ®-Noten + Ambrofix.
Der Flakon ist recht hübsch und schlicht gehalten. Sehr nischig und edel. Er kommt in einer nicht-eingeschweißten Verpackung als mehreren Lagen Pappe. Originell. Preislich bekommt man diesen meist für 60 bis 75 Euro a 100ml. Die 10ml sind meist für an die 20 Euro erhältlich. Wer sich nicht sicher ist kann sich gut diese zum testen bestellen.
Dieser Duft flasht gleich nach dem aufsprühen. Er hat eine ganz besondere charmante Duft-Aura. Auch wenn hier einiges an Synthetik genutzt wurde wurden diese mit edlen tollen Noten ergänzt. Viel Vetiver, welcher gleich im Opening schon wahrnehmbar ist. Vetiver wertet meist schon auf und lässt einen Duft schon edel erscheinen, auch hier. Hinzu kommt eine angenehme krautige Basilikum-Note. Sehr einfach zu mögen, speziell durch diese angenehme Frische durch die Grapefruit und sanftem Holz mit dezentem Pfeffer. Auch Ambroxan ist wahrnehmbar, speziell im späterem Verlauf. In den Statements habe ich was von Süße gelesen. Für mich ist dieser 0,0 süß und einfach nur frisch-holzig.
Insgesamt ein Duft der mit Sicherheit massig Komplimente einbringen wird. Ein Duft der in Erinnerung bleibt, auffällt und nicht so dahinplätschert wie so viele Freshies. Der Duft-Charakter ist einfach sehr spannend und macht den/die Träger/in interessant.
Einziger Minuspunkt: Er kann den Träger manchmal schon nerven, da dieser sehr sehr haltbar und potent ist und auch eher wenig Verlauf hat. An manchen Tagen würde er mich nerven, speziell wenn man nicht so gut drauf ist. Ansonsten ein Top-Alltagsduft, der die Duftsammlung extrem aufwertet bei den Tagesdüften.
Performance ist wie gesagt extrem gut. Fast schon zu gut. Die Sillage ist extrem auffallend und auch die Haltbarkeit geht weit ins zweistellige. Sollte man bei der Synthetik aber auch erwarten.

Insgesamt wie ein Ohrwurm, der sich ins Gedächtnis brennt. Gefällig, aber doch auf eine einzigartige Weise. Sollte man wenigstens getestet haben.
4 Antworten
9.5Duft 9Haltbarkeit 9Sillage
Taurus

1232 Rezensionen
Taurus
Taurus
Top Rezension 36
Des Kaisers neue Düfte?
Nun ist es endlich soweit: hier ist mein 1000. Kommentar. Da überlegt man sich natürlich schon im Vorfeld, zu welchem Duft man seine Jubiläums-Rezension verfasst. Die Wahl fiel nicht auf einen Klassiker, eine absolute Rarität oder ein verschmähtes Hassobjekt sondern auf Bois Impérial.

Der Grund ist zusammengefasst recht profan, denn kaum ein Duft hat mich neben Ganymede in der letzten Zeit so sehr geflasht wie dieser hier.Das war schon quasi bei der ersten Begegnung bei Douglas so. Da standen alle Düfte von Essential Parfums rum. welche gut gemacht sind, doch Bois Impérial hinterließ bei mir den nachhaltigsten positiven Eindruck.

Als ich dann Ganymede unter die Nase bekam, fand ich diesen sogar noch einen kleinen Tick brillanter, so dass er auf meine "Must-have"-Liste auf Platz 1 schoss. Leider war er in meiner Stamm-Parfümerie ausverkauft und ich wollte nicht länger warten.
Also besann ich mich auf besagten Bois Impérial, der ja ebenfalls von Quentin Bisch stammt. Beide Düfte sind zwar gleich, aber nicht identisch. Zumindest ist dieser definitiv derjenige, der dem Ganymede am nahesten kommt - und bekanntermaßen weitaus günstiger angeboten wird.

Ich finde, dass bei Bois Impérial die Kopfnote mehr die Mandarine (auch wenn hier Grapefruit steht) hervorhebt. Hier habe ich das Bild von Mandarinensaft auf warmen Holz vor Augen, während ich glaube bei Ganymede noch eine metallisch-bronzene Nuance rauszuschnuppern.

Auf dem spartanischen Packaging wird explizit auf Akigalwood hingewiesen. Dessen holzig-würzig-blumigen Eigenschaften mit einem Hauch von Patchouli kann ich nur bestätigen und haben mich wohl neben den vielen anderen Ingredienzien in den Bann gezogen. Nicht zufällig ist jener Stoff auch bei Ganymede angegeben. Letztendlich laufen beide Düfte im späteren Verlauf auf ein und dasselbe Ergebnis zu: ein geheimnisvoller kraftstrotzender Synthetikknaller mit ordentlich einnehmendem Raum. Und wie schon zu Ganymede geschrieben: die Synthetik ist hier m. E. nicht nur gewollt, sondern auch polarisierend.

Zudem ist Bois Impérial aufgrund der ausgeprägten ständig plockernden Projektion eher eine Offenbarung für Oudoor-Aktivitäten wie Stadion-, Trödelmarkt- oder Kirmesbesuche - weniger für intime Momente und für geschlossene Räume. Die Haltbarkeit ist ebenso gigantisch, so dass auch lange heiße Sommertage "gerettet" sind, vorausgesetzt man möchte von morgens bis abends seine Zeit im kaiserlichen Wäldchen verbringen.

Also alles in allem ein Duft der Dank Quentin Bisch (welcher anscheinend gerade mit vielen angesagten Kreationen einen "Lauf" hat) der nicht nur Fans von H/S, sondern auch von ansprechenden Innovationen alles bietet was man braucht und das zu einem fairen Preis - sofern man natürlich dieses Eau de Parfum mag.
20 Antworten
9Duft 9Haltbarkeit 9Sillage
Daffy089

30 Rezensionen
Daffy089
Daffy089
Sehr hilfreiche Rezension 26
Wie der Zufall so will
Manchmal ist das alles schon schräg im Leben. Bois Imperial habe ich mir als kleine Aufheiterung gegönnt, als ich im Juli in die Corona-Isolation musste. Wenn ich schon meine Wohnung nicht verlassen darf, dann zumindest in Stil und gut duftend daheim sitzend.
Zu der Zeit war der Duft zusätzlich noch auf Douglas reduziert und da der eh preislich der Wahnsinn ist für einen Nischenduft, musste ich da nicht zweimal nachdenken. Das Parfum Ganymede, welches extrem ähnlich riechen soll und vom selben Parfümeur ist, kannte ich nicht vorher. Den Parfumeur Quentin Bisch jedoch schon, da ich Fan und Besitzer einiger seiner Schöpfungen bin.

Das Parfüm kam also an und zu meinem Glück hat es der DHL Bote direkt vor meiner Haustür abgestellt (normalerweise klappt das nie mit Lieferanten, aber wahrscheinlich hatte der Fahrer ein Gespür dafür, dass ich meine Wohnung nicht verlassen darf). Das Parfüm also mit den Lebensmitteleinkäufen, die mir geliefert wurden in die Wohnung geholt und ausgiebig getestet.
Komisch, irgendwie riecht das nach gar nichts? Nochmal die Bewertungen hier angeschaut. Duft über 8, Haltbarkeit gleich noch besser. Mag ich den einfach nur nicht? Ist da wieder Ambroxan drin, welches ich einfach in den meisten Parfums kaum wahrnehmen kann? Vielleicht muss der ja auch noch einen Tag "atmen".

Am nächsten Tag noch einmal aufgesprüht und erschrocken. Noch komischer als tags zuvor, ich rieche einfach gar nichts mehr? Und dann kam es mir, ich habe durch Corona meinen Geruchssinn verloren! Ich konnte kein Parfum meiner Sammlung mehr riechen, keinen Kaffee und nicht einmal VapoRub, das einem normalerweise alles rausbrennt, konnte ich mehr wahrnehmen.

Jetzt, ein paar Monate später klappt wieder alles und die Nase funktioniert wieder wie sie soll.
Und der Duft, kann ich euch sagen, haut rein. Ich verstehe die Rezensionen die sagen er rieche wie Limo auf Hölzern. Aber gerade diese Kombination ist irgendwie süchtig machend und je öfter ich ihn trage, desto besser finde ich ihn. Gestern hatte ich ihn in der Arbeit an, um 5:45 aufgesprüht daheim und gegen 14 Uhr von einem Kollegen mit "boah der Duft den du gerade aufgelegt hast riecht ja wahnsinnig gut" quittiert. Soviel zur Haltbarkeit, der absolute Wahnsinn und zumindest in meiner Sammlung maximal vielleicht von Hacivat oder einigen PDM getoppt. Sillage ist auch brutal und über den Preis braucht man gar nicht erst sprechen. Wer in die Nischenwelt einsteigen will ohne dabei sein Konto zu überziehen, findet hier einen "Nobrainer".

Was bin ich froh, dass ich riechen kann!
0 Antworten
251 weitere Rezensionen

Statements

1325 kurze Meinungen zum Parfum
Der Vorgänger von Musc Oli .
Brachiale Synthetik erfrischt, täuscht Hölzer vor, krönt sich mit Grapefruit.
AR-tauglich gefällig.
39 33
33 Antworten
Bois Impérial ist pure Liebe.
Frisch, holzig, clean und modern. Mein absoluter Wohlfühlduft, bei dem mich selbst die Synthetik nie stört.
38 24
24 Antworten
Die Pyramide hat mich ja eig.
gewarnt
Fürchterlich synthetisch-künstlich-holziger Freshie
Ka wie er in den Top100
Ist und eine 8,1 hat…
38 27
27 Antworten
Offensive Synthetik: artifiziell übersteuerte Kunstholztöne, unterschwellig würzige Grünnoten und verzerrte Blütenvibes: kann man mögen.
36 20
20 Antworten
Vakuumiertes Spiegelkabinett
Aus hochglanzpolierten Edelstahlbäumen
Starship singt
„Got caught in here under false pretences, no way out.“ *
30 47
47 Antworten
1.320 weitere Statements

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So ordnet die Community den Duft ein.

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