Parfums-Jardins

Un Jardin en Méditerranée 2003

Un Jardin en Méditerranée von Hermès
Flakondesign Fred Rawyler; Box Illustration: Aurore de la Morinerie
7.6 / 10 560 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Hermès für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2003. Der Duft ist frisch-grün. Es wird noch produziert. Der Name bedeutet „Ein Garten am Mittelmeer”.
Aussprache

Duftrichtung

Frisch
Grün
Zitrus
Würzig
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
BergamotteBergamotte OrangeOrange ZitroneZitrone
Herznote Herznote
OrangenblüteOrangenblüte weißer Oleanderweißer Oleander
Basisnote Basisnote
FeigenblattFeigenblatt ZypresseZypresse WacholderWacholder MoschusMoschus PistaziePistazie rote Zederrote Zeder

Parfümeur

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Bewertungen
Duft
7.6560 Bewertungen
Haltbarkeit
6.8409 Bewertungen
Sillage
6.1386 Bewertungen
Flakon
7.9390 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.9130 Bewertungen
Eingetragen von DonVanVliet, letzte Aktualisierung am 16.06.2024.
Wissenswertes
Das Parfum ist Teil der Kollektion „Parfums-Jardins”.

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Rezensionen

24 ausführliche Duftbeschreibungen
7.5
Flakon
5
Sillage
5
Haltbarkeit
8
Duft
DonJuanDeCat

2035 Rezensionen
DonJuanDeCat
DonJuanDeCat
Top Rezension 29  
Süße Feige
Hermès ist einfach toll. Ich weiß, dass ich hier einigen vielleicht auf die Nerven gehe, da ich immer von Hermès schwärme, aber bislang habe ich nur wenige Ausnahmen erlebt, die mir von Hermès nicht so gefallen hatten. Aber ich kann nun mal nicht anders, denn ähnlich wie bei Guerlain duften die meisten Parfüms einfach so toll, dass man sie am liebsten alle haben möchte.

Auch Un Jardin en Méditerranée ist so ein toller Duft. Vielleicht ein klein wenig zu süß geraten, aber dennoch ein wundervoller Duft.

Wie riecht es?
Zu Beginn riecht man ein wenig von der Orange, aber vor allem kann man schon die Feige wahrnehmen, die hier eigentlich erst in der Basis auftauchen sollte. Die Feige riecht wie immer sehr gut, aber nicht so reif wie man es sonst kennt, sondern eher ein wenig grüner. Danach nimmt man etwas den Neroli wahr, was wohl den Übergang zur Herznote einläutet. Es wird nun auch etwas blumig-süßlicher und ich nehme an, das dies an den Oleandern liegt (wobei ich zugeben muss, dass ich gar nicht weiß, wie Oleander wirklich riechen).
In der Basis ist die Feige die Hauptkomponente und riecht nun etwas weniger grün. Dazu wird es mit der Zeit noch süßer, aber ich denke nicht, dass man hier den Moschus riecht, sondern diese Süße eher einen blumigen Hintergrund hat. Es sind auch ganz leichte, holzige Noten enthalten. Bei dem Wacholder bin ich mir etwas unsicher, aber die Pistazie ist kaum vorhanden.
Floral-süß, leicht holzig, aber vor allem mit der Feige geht der Duft schließlich zu Ende.

Die Haltbarkeit ist mit etwa fünf Stunden (wobei er aber schon nach ca. drei Stunden recht schwach wird) nicht so hoch geraten, für einen sommerlichen Duft aber ganz okay.
Die Sillage ist nicht schlecht, strahlt zu Beginn sogar recht kräftig aus, bevor er auf ein durchschnittliches Niveau herabsinkt. Etwas stärker parfümiert hinterlässt er aber durchaus eine gut wahrnehmbare Duftwolke für einige Zeit.

Die Flakons sind Hermès-mäßig schön gemacht und allgemein etwas besser als die farbigen Flakons wie die von Narcisse Bleu oder Gentiane Blanche. Der Flakon ist schmal, hoch, durchsichtig und hat einen tollen Farbverlauf von hellgelb bis türkis/blau (von oben nach unten betrachtet). Der Deckel ist rundlich, durchsichtig und lässt daher einen Blick auf den silbernen Sprühkopf zu. Auch die Handhabung ist wie immer super, da es perfekt in der Hand liegt.

Ach ja, früher habe ich die meisten Düfte von Hermès auch meinen Kater riechen lassen. Während er die meisten (tollen) Düfte, die in den bunten Flakons wie d’Orange Verte, Mandarine Ambrée und ähnliche überhaupt nicht leiden kann, sind die Düfte in den durchsichtigen Flakons wie dieser Duft hier, oder auch Un Jardin sur le Toit etc. für ihn viel erträglicher. Daher kann ich hier leider auch nicht die typichen „Kater rennt weg“ Witze machen. Aber wie dem auch sei, ich schweife ab.

Méditerranée ist ein sehr schöner Duft. Durch die floralen und süßlichen Noten wirkt er aber etwas weiblicher als Unisex. Im Grunde kann man den Duft jederzeit tragen, aber vielleicht nicht unbedingt im Winter. Doch am besten passt er zum Frühling, dann Sommer. Immerhin trägt er den Namen Méditerranée nicht umsonst.
Ich würde ihn auf alle Fälle mal testen.

Wer aber gezielt einen Duft mit der Hauptnote Feige sucht, den würde ich eher Fico di Amalfi von Acqua di Parma oder Philosykos von Diptyque empfehlen, da diese Parfüms noch schöner riechen.
5 Antworten
7
Duft
Naaase

109 Rezensionen
Naaase
Naaase
Top Rezension 26  
Das ganze Mittelmeer in einer Flasche
Das ganze Mittelmeer in einer Flasche

"Hinunter in die Myrtenschlucht
Stürzt sich zerflatternd die Kaskade,
Es rauscht das Meer von Bucht zu Bucht
Entlang der zackigen Gestade,
Und Höhle tönt und Felsenspalt
Vom Lispeln seiner Wellenzungen;
Im Herzen murmelt?s mir und hallt
Von wonnigen Erinnerungen.

Strahlend in Regenbogenglanz,
Grün, golden und mit Silberflamme,
Hin hüpft des Lichtes Zittertanz
Von Wellenkamm zu Wellenkamme
Und wiegt um Klippen, schaumbespritzt,
Sich funkelnd auf dem Wogenschlage.
Im Herzen leuchtet?s mir und blitzt
Von der Erinnrung sel?ger Tage."

Adolf Friedrich Graf von Schack
(* 02.08.1815 , † 14.04.1894)

Das Mittelmeer - seit jeher zieht es uns Deutsche dorthin. Wir folgen dem "Traum vom Süden". Ein Traum, den wir mit zauberhaften Landschaften, sonniger Lebensfreude und dem blauen Nass erfrischender Fluten verbinden.
Insbesondere Orte wie Monte Carlo, Cannes und Nizza oder Namen wie Capri, Calabrien oder Sizilien stehen für eine mediterrane Lebensart unter einer den Körper umschmeichelnden Sonne. Und just an dieser Stelle kommt (von italienischer Seite) "Acqua di Parma" - genauer gesagt: deren "Blu Mediterraneo"-Reihe- ins Spiel: Jeder einzelne Duft ist einer ausgewählten Spezialität einer bestimmten Landschaft gewidmet. So der Bergamotte aus Calabrien, der Mandel aus Sizilien, der Orange von Capri oder der Feige von Amalfi. Und Jean-Claude Ellena und "Hèrmes" liefern uns nun die französische Interpretation des Mittelmeer-Raumes in Form eines Gartens. Das ganze Mittelmeer in einem einzigen Duft. Kann das gelingen ?

Zunächst nehmen wir einen kräftigen Schluck aus "Bergamotto di Calabria": Eine angenehm runde und weiche Bergamotte begrüßt uns nämlich. Dicht neben ihr steht "Arancia di Capri" in Form einer reifen und natürlichen Orange. Diese beiden Freunde gehen nunmehr Hand in Hand und werden begleitet von einer zurückhaltend säuerlichen Zitrone. Diese ist jedoch -wie bereits erwähnt- nur deren Begleiter. Der Hauptaspekt dieser Kopfnote verbleibt jedoch nach wie vor bei der angenehm reifen und runden Orange und der weichen Bergamotte. Die Zitrone soll nur etwas für die nötige Erfrischung sorgen. Und das vorsichtig im Hintergrund.
So verbleibt es dann auch: Die Orange wird etwas leichter und luftiger: Neroli umschmeichelt unsere Freunde aus der Kopfnote. Sanft und zärtlich und gibt es diesem südländischen Duft etwas Locker-Beschwingtes. Man fühlt sich versetzt auf einen südfranzösischen Markt, auf dem vornehmlich von der Sonne verwöhnte Zitrus-Früchte in rauer Menge marktschreierisch von ihren Händlern angepriesen und gehandelt werden. Es ist ein heißer Sommertag und wir streifen auf diesem farbenprächtigen Markt unter der unbarmherzigen Mittags-Sonne umher. Sehen viele Früchte. Dürfen ab und an kosten. Und erfreuen uns an dem lebensfrohen und bunten Treiben.
Doch was ist das ? Da steht ja noch ein Flakon "Fico di Amalfi" ! Ja, von diesem müssen wir auch kosten. Doch dieser Flakon scheint schon eine ganze Weile auf unsere Bekanntschaft zu warten. Denn: Zeigt sich die namensgebende Feige in "Fico di Amalfi" zumeist sehr schüchtern und -für meinen Geschmack- etwas grün, so hat sie sich wohl mittlerweile einiges vorgenommen und präsentiert sich uns nun als reifes und stolzes Exemplar. Man muss sich das so vorstellen: Eine reife Feige, wie sie nach einem ebenso köstlichen wie kalorienintensiven mehrgängigen Mahl als krönende Begleitung zu einer kaum überschaubaren Käseplatte oder gar in Form eines süßlich-würzigen Feigenkonfits serviert wird.
Auf diese wunderbare Weise gestärkt erreichen wir nun auf unserem erlebnisreichen Streifzug über den südfranzösischen Markt diejenigen Stände, an denen Nüsse und Gewürze feil geboten werden: In nicht minder lautstarker Art und Weise preisen uns braun gebrannte Männer mit Schnurrbart in einer für uns ungewohnt anmutenden Sprache köstliche Pistazien und würzigen Wacholder an. Ja, mir kommt es sogar vor, als wenn ich den leicht salzigen Geschmack jener verführerischen Pistazien riechen könnte. Diejenigen Exemplare, die als Begleitung in den ebenso kleinen wie gemütlichen Straßencafés entlang einer malerischen südfranzösischen Promenade zu kühlendem Bier dargereicht werden. Diese Exemplare, die mit "vollen Händen" (natürlich erst nach ihrer Befreiung aus der sie zunächst schützend umgebenden Schale) konsumiert, zunächst den zwischenzeitlich aufgekommenen Hunger stillen, sich jedoch in Form eines dramatischen Trinkverlangens rächen. Nun ja, es ist Urlaub. Und Wein und Bier schmecken einfach allzu köstlich...
Doch irgendwann findet auch der schönste Marktbesuch sein Ende. Der Abend bricht herein und die noch tagsüber auf uns unbarmherzig herunter brennenden Sonnenstrahlen machen bereitwillig Platz für eine noch angenehm wärmende -jedoch langsam untergehende- Sonne. Tiefgründiger Moschus und weiche Hölzer begleiten uns, da wir nun unseren Blick über den noch vor wenigen Stunden so unglaublich belebten Marktplatz streifen lassen. Die Händler packen die nicht verkauften Waren zusammen; bauen ihre Stände ab. Und besprechen -nach wie vor- lauthals die aufregenden Ereignisse des zurückliegenden Markt-Tages. Auf dass morgen die strahlende Sonne des Südens unsere Herzen wieder erfreut und das ganze umtriebige Schauspiel von Neuem beginnt.

Mein Fazit:
Ein sehr schön gemachter Duft, der uns den Reiz des Mittelmeer-Raumes in einem Flakon nach Hause bringt. Ereignisreich spielt Jean-Claude Ellena mit den einzelnen Früchten, die von der warmen Sonne Südfrankreichs ausgereift wirken. Er trägt uns fort in eine andere Welt. Auch wenn wir -dem Namen des Duftes entsprechend ("Jardin"=Garten)- konsequenterweise keine aquatischen Noten vorfinden, hätte ich mir etwas mehr Erfrischung durch eine säuerliche Zitrone bei meinem schweißtreibenden Ausflug über meinen südfranzösischen Markt gewünscht.
5 Antworten
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Serenissima

1076 Rezensionen
Serenissima
Serenissima
Top Rezension 23  
Einladung zum Verweilen
In diesem Garten kann man einen ganzen Tag verbringen: schon morgens dem Gesang der aufsteigenden Lerchen von den nahe gelegenen Feldern lauschend.
Die Sonne begrüßte zwar auch schon den Tag, aber morgendliche Kühle liegt noch über der Landschaft; die Nadelhölzer, locker im Areal verteilt, begrüßen das warme Licht und auch mich mit angenehmer Würze.
Wer Zedern und Zypressen und auch deren leicht harzigen Duft mag, der fühlt sich hier schon beizeiten wohl.
Es ist eine Einladung zum gemächlichen Schlendern durch den Morgen, zu einem leichten Frühstück im Freien.

Die aufsteigende Sonne erreicht inzwischen den kleinen Hain der Zitrusgewächse; so entfalten sich die Düfte von belebender Zitrone und warmer, Herz erwärmender Orange und der bekannten Bergamotte.
Auch deren dunkel-lackiertes Blattwerk schickt einen feinen Dufthauch in die nun schon wärmere Luft.
Diese Nuancen passen wunderbar zu der harzigen Würze der Nadelbäume.
Im Laufe des zunehmenden Tages ist diese Frische auch sehr willkommen.
Die Zikaden beginnen in der Mittagssonne mit ihrer nicht geraden leisen Unterhaltung ihrer Umgebung.
Ihr "Schaben" ist kaum zu überhören; sie liefern den Klang zum Übergang in den wohlduftenden Nachmittag.
Nun, schon der Geheimrat Goethe sagte: "Glücklich sind die Zikaden, denn sie haben stumme Weiber!"
Am späteren Nachmittag taucht ab und zu der Wunsch auf: "Ach, wären auch deren Männer stumm!"

Unter der Kraft der Sonne entwickelt sich nicht die aromatischen Düfte der Blütenbündel der weiße Oleander. Welche Pracht sind diese in ihren großen Kübeln, die fast willkürlich im Garten platziert wurden.
Dazu gesellt sich nun noch die Orangenblüte; zarter und feiner als der Oleander - ein fragiles, leicht wächsern scheinenden Kunstwerk.
Mit einem Duft, der nicht grundlos ganz oben auf der Liste der Aromatherapie gehandelt wird.
Zusammen mit Neroli schmeichelt die Orangenblüte Herz und Seele: so auch hier!
Das gefingerte Laub der Feigen, auch sie vielfach in diesem mediterranen Garten vertreten, mischt sich jetzt in den vorhandenen Duftakkord.
Nicht laut und aufregend, sondern mit einem hellgrünen Schleier schmeichelt dessen Duft die Blütenpracht: gemeinsam wiegen sie sich sanft in der Nachmittagsbrise.
Dies ist der Moment, die mit dicken Kissen belegte Hollywood-Schaukel aufzusuchen und nach einem ersten Cocktail Ausschau zu halten.
Mit dem fortschreitenden Nachmittag verstärkt sich erneut die Würze von Zypresse und Zeder und jetzt spielt endlich auch der Wacholder im Konzert der Duft-Aromen mit!
Die leichte Abenddämmung, in ihrer samtigen Weichheit, bringt eine gute abgemessene Dosis Moschus mit.
Zusammen mit der öligen Pistazie (ein feiner grüner Duft, der durch den Ölanteil immer ein wenig sämig scheint), vollendet sich das Duftgemälde des Tages.
Das zitrisch helle frische Grün schwebt auf würzigem Nadelholz; Sommerblüten verströmen großzügig viele Facetten ihrer duftigen Schönheit bis - pünktlich zum Nachtigallenschlag - ein erneuter Schub harzige Würze, hier gebettet auf weichem Moschus, stimmungsvoll die samtige Nacht begrüßt.

"Un Jardin en Méditarranée" ist eine elegante frische Sommerlady mit dem gewissen Etwas!
Es ist ein Duft, der unaufgeregt, aber anregend den ganzen Tag über harmonisch begleitet.
Das Interessante an diesem Kunstwerk ist, dass es an jedem gewünschten Ort des Mittelmeers geschaffen worden sein kann. So geschickt sind hier die Duftnoten kombiniert, dass sich dieser Garten nicht nur im Süden Frankreichs befinden muss.
Diese Duftsymphonie aus dem Hause Hermès kann also eine Art "fliegender Aroma-Teppich" zu jedem individuellen Wunschpunkt sein!
Sie lädt uns zum "Entschleunigen" und Verweilen ein.
Es lohnt sich auf jeden Fall, dieser Einladung zu folgen.
11 Antworten
9
Flakon
6
Sillage
6
Haltbarkeit
8
Duft
McConren

5 Rezensionen
McConren
McConren
Top Rezension 17  
Sommerling? Sonderling...
Huch! Der hat mich jetzt aber echt erschreckt. Hab nach dem ersten Sprüher fast den Flakon fallen lassen. Wo sind denn die Zitrusfrüchte, der weißblühende Oleander, der Blick auf das blaue Meer? Statt im Mittelmeergarten stehe ich vor einem Blockhaus. Durch das kleine Fenster lugt ein bärtiger Schrat, der in nadelholziger Waldeinsamkeit geheimnisvolle Tinkturen gegen Mondsucht oder Fußwarzen braut. Fremdartig riecht es, unglaublich herb – bitter muss es schmecken, sonst wirkt es nicht.

Während ich noch darüber nachdenke, wie ich den Fehlkauf am elegantesten wieder auf die Reise schicke ist aber schon eine erste Veränderung zu bemerken. Die bitteren Noten heben sich mühsam wie ein Morgennebel, es kämpft sich langsam eine zaghafte fruchtige Süße hervor, begleitet von ein paar Blüten. Dieses vermischt sich mit krautigen Bitternebel auf eine Weise, die ich wirklich bemerkenswert finde, im Sinne von ungewöhnlich, erinnerbar. Im weiteren Verlauf beschnuppere ich mich immer wieder, und so langsam glaubt meine Nase den mediterranen Garten. Ich suche mir eine alte, verschörkelte Bank, genieße den Ausblick und erahne zwischen den blühenden Büschen sogar ein kleines Meeresglitzern. Der Gedanke an den Souk verliert sich. Das hübsche Fläschchen bekommt nun doch einen Platz auf dem Badezimmersims.

Was da olfaktorisch passiert ist, verwirrt mich. Die Pyramide sieht in der Eröffnung schon die Zitrusnoten, erst am Ende die Hölzer und Wacholder. Bei mir passiert da was ganz anderes. Als irgendwie-noch-Anfängerin finde ich so was total spannend. Vielleicht kann mir nochmal jemand die Feige erklären, die kann ich nicht wirlich orten - hat die Anteil an den bitteren Noten? Der Duft jedenfalls gefällt mir trotz anfänglicher Zweifel gut, definitiv etwas, das man nicht an jeder Ecke riecht.

4 Antworten
9
Duft
pudelbonzo

2371 Rezensionen
pudelbonzo
pudelbonzo
Top Rezension 14  
ein Nachmittag...
... in Taormina.

Ich reise gern ins schöne Taormina, und von dort erkunde ich die ganze malerische Insel, um dann wieder in das schöne Örtchen zurückzukehren und mir unter Orangenbäumen, und im Schatten von schützenden Oleanderbüschen einen Longdrink zu gönnen, der hier viel besser schmeckt, als in meiner teutonischen Heimatstadt.

Der Orangen - Bergamotte Drink ist kühl und erfrischend, dekoriert mit einer gezuckerten Zitronenscheibe.

Die Farben im Glas leuchten in der Sonne, und ich denke zufrieden: Sicilia Insula est.

Meine Ma, meine Tante und ich, sind in einhelliges Schweigen versunken, und blinzeln in die Sonne.
Eine gefleckte Katze räkelt sich zu meinen Füßen und döst - so wie ich.

Die Zypressen und die Zedern wiegen sich leise im Wind, der mir mild ihre würzig - rauchigen Aromen zuweht, vermischt mit einer zart - bitteren Wacholdernote.

Der Ober bringt mir ein Schälchen Pistazien, und wartet geduldig bis ich meine nächste Bestellung im Küchenitalienisch formuliert habe.

Er umrundet vorsichtig die schlafende Katze und ward länger nicht mehr gesehen.
"Eine italienische Minute" raunt er mir zu, und ich muss lächeln.
Die Zeitrechnung ist hier eine andere.

Und diese Entschleunigung, gepaart mit den mediterranen Düften ist gekonnt in Un Jardin en Mediterranee eingefangen.
Ich rieche sogar das glitzernde Mittelmeer.

Ein Sprüh aus der Flasche weckt die italienischen Momente und ist wie eine kleine Reise ins dolce far niente.
3 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

84 kurze Meinungen zum Parfum
AxiomaticAxiomatic vor 2 Monaten
9
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Sehr schöner Start an grünen Noten und Hesperiden, einfach toll.
Dann übernimmt die Feige.
Cremiger Moschus erledigt den Rest an Marzipan.*
41 Antworten
PinseltownPinseltown vor 4 Monaten
Schlummer träumend
Im blümchengrün Sessel
Im zitrusfrisch Licht des Südens
Glänzt Holz würziger Pistazien & Feigen
I float and I float... +
40 Antworten
Konst121Konst121 vor 6 Monaten
8
Flakon
6
Sillage
6
Haltbarkeit
8
Duft
Entdeckt in Marseilles Gärten
Ihr zitrusgelbes Hermes Tuch
duftet hesperidisch frisch
nach weißen Blüten
& sattgrünen Feigen
Où es-tu??
19 Antworten
FragillyFragilly vor 2 Jahren
7
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
Urlaubsoase
holzumsegelt
feigenblattbewedelt
grünfeigencremig
frischquellumnebelt
bringt mein Herz zum singen
und die Seele zum schwingen
14 Antworten
LilienfeldLilienfeld vor 8 Jahren
7.5
Flakon
5
Sillage
5
Haltbarkeit
7
Duft
Kräutrig, waldig, würziges, auf süßer, saftiger, grüner Feige, mit grünen Piatazien und ein paar Flockerl Meersalz..
ein grundfroher Duft:D
3 Antworten
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Diskussionen

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HyundaihopeHyundaihope vor 9 Jahren
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Grün, herb, melancholisch, geheimnisvoll - Tipps?
"Bottega Veneta Essence Aromatique". Zwar weniger herb, finde ihn aber melancholisch, grünlich, geheimnisvoll und ein bisschen elegant.
MeerhexeMeerhexe vor 11 Jahren
Unisex-Parfum
bitte um euer Urteil
An mir absolut untragbar. Hat eine unsägliche Rasierwassernote. Das muß aber nichts heißen, trotzdem würde ich Dir raten, ihn vorher zu testen. Ich hatte ihn mir auch anders vorgestellt. An mir funktionieren...

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