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Top Rezension
Weiche, würzige Umarmung auf sanfter Vanillebasis
Extraordinaire Camelia 209. Ja, eine Edelhure könnte tatsächlich so duften. So mancher Freier könnte schwach werden bei diesem sündhaft teuren Duft im edlen Flakon, in dessen Zentrum die namensgebende Kamelienblüte stehen soll. Ich selbst hatte bisher noch nie bewusst eine Kamelienblüte unter der Nase und kann daher auch schlecht beurteilen, ob Kamelien so duften. Mich erinnert dieser charmante Blütenduft ein bisschen an Maiglöckchen, Freesien oder Jasmin. Vermutlich sind diese drei in der Rezeptur ebenfalls enthalten. Auch etwas Rose wäre vorstellbar. Im Gegensatz zu Mörderbiene mag ich die Kombination mit der weichen Vanille und dem Moschus sehr. Ich bin was Düfte angeht, wohl einfach ein kleiner Softie.
Die prickelnden, leicht fruchtig anmutenden Teenoten der Kopfnote sind einfach wunderbar. Und es dauert nicht lange, schon verzaubern mich Moschus, Vanille und Blüten. Kardamom liebe ich für gewöhnlich eher an den Herren der Schöpfung. Hier setzt das Gewürz im Zusammenspiel mit Pfeffer feinwürzige Akzente.
Eine Komposition, die mich mit ihrer Weichheit und den feinen Gewürzkanten auch entfernt an meinen geliebten Max Mara Le Parfum denken lässt. Nur dass Max Mara ein Understatement-Duft ist, während dieses Parfum ordentlich Pfeffer im Hintern hat. Nicht nur, was die Gewürze angeht. Ja, das ist schon ein kleiner Wummser, diese Kamelienblüte, auch wenn er zunächst zart erscheint. Die Sillage bleibt zunächst im Raum, auch bei einer dezenten Dosis. Und er hat eine ausgezeichnete Haltbarkeit. Leise Düfte scheinen nicht ganz dem Konzept der Marke zu entsprechen. Wobei Extraordinaire Camelia im Vergleich mit anderen, würzigeren Krigler-Düften, dann doch wieder sanfter daherkommt. Ein gewisser Mr. Polly hält den Duft übrigens für schwach, aber das überrascht mich jetzt nicht. Ich hingegen liebe diese Wölkchen, die im Raum auf mich warten, kurz nachdem ich ihn verlassen habe. Zum Niederknien schön.
Obwohl er 2009 erst lanciert wurde, haftet ihm ein wundervoller Neunziger-Jahre-Charme an. Ich erinnere mich an Deodorants und andere Kosmetikprodukte, die so ähnlich dufteten. Das ist ein Stückchen Jugend im Flakon. Ein bisschen Zeitreise. Ein Duft, der unmittelbar an mich andockt. Meine Vorlieben auf so wunderbare Weise vereint. Wie fast alle meine floralen Lieblinge mit Moschus, bringt auch dieser, und da sind wir wieder bei der Kameliendame, weshalb der Name einfach großartig passt, eine klitzekleine Portion Dreck mit. Dies hat er mit meinem wundervollen Coralie von Ikiryō gemeinsam.
Tja, ich habe lange versucht, ihn mir auszureden, denn die Preise dieser Marke sind astronomisch. Stört mich vielleicht doch etwas? Zwickt etwas? Tja, leider nein. Ich fürchte, Widerstand ist zwecklos. Und die Flakons sehen so traumhaft schön aus und sind ganz sicher ein Hingucker in jeder Sammlung. Ja, was soll ich sagen. Es ist Liebe.
Ein ganz herzliches Dankeschön an Gandix für die Testmöglichkeit.
Die prickelnden, leicht fruchtig anmutenden Teenoten der Kopfnote sind einfach wunderbar. Und es dauert nicht lange, schon verzaubern mich Moschus, Vanille und Blüten. Kardamom liebe ich für gewöhnlich eher an den Herren der Schöpfung. Hier setzt das Gewürz im Zusammenspiel mit Pfeffer feinwürzige Akzente.
Eine Komposition, die mich mit ihrer Weichheit und den feinen Gewürzkanten auch entfernt an meinen geliebten Max Mara Le Parfum denken lässt. Nur dass Max Mara ein Understatement-Duft ist, während dieses Parfum ordentlich Pfeffer im Hintern hat. Nicht nur, was die Gewürze angeht. Ja, das ist schon ein kleiner Wummser, diese Kamelienblüte, auch wenn er zunächst zart erscheint. Die Sillage bleibt zunächst im Raum, auch bei einer dezenten Dosis. Und er hat eine ausgezeichnete Haltbarkeit. Leise Düfte scheinen nicht ganz dem Konzept der Marke zu entsprechen. Wobei Extraordinaire Camelia im Vergleich mit anderen, würzigeren Krigler-Düften, dann doch wieder sanfter daherkommt. Ein gewisser Mr. Polly hält den Duft übrigens für schwach, aber das überrascht mich jetzt nicht. Ich hingegen liebe diese Wölkchen, die im Raum auf mich warten, kurz nachdem ich ihn verlassen habe. Zum Niederknien schön.
Obwohl er 2009 erst lanciert wurde, haftet ihm ein wundervoller Neunziger-Jahre-Charme an. Ich erinnere mich an Deodorants und andere Kosmetikprodukte, die so ähnlich dufteten. Das ist ein Stückchen Jugend im Flakon. Ein bisschen Zeitreise. Ein Duft, der unmittelbar an mich andockt. Meine Vorlieben auf so wunderbare Weise vereint. Wie fast alle meine floralen Lieblinge mit Moschus, bringt auch dieser, und da sind wir wieder bei der Kameliendame, weshalb der Name einfach großartig passt, eine klitzekleine Portion Dreck mit. Dies hat er mit meinem wundervollen Coralie von Ikiryō gemeinsam.
Tja, ich habe lange versucht, ihn mir auszureden, denn die Preise dieser Marke sind astronomisch. Stört mich vielleicht doch etwas? Zwickt etwas? Tja, leider nein. Ich fürchte, Widerstand ist zwecklos. Und die Flakons sehen so traumhaft schön aus und sind ganz sicher ein Hingucker in jeder Sammlung. Ja, was soll ich sagen. Es ist Liebe.
Ein ganz herzliches Dankeschön an Gandix für die Testmöglichkeit.
40 Antworten


Ich mag manchmal Düfte , die etwas verruchtes haben. So ging es mir eine Zeit lang bei "Allure Sensuell" von Chanel.
Irgendetwas leicht verdorbenes hat mich an diesem Duft fasziniert.
Ich freue mich ,dass du dir so etwas Schön es geleistet hast-Du bist es wert!
Für mich wäre er ziemlich sicher nichts, aber so vielseitig sind unsere Nasen und Geschmäcker eben 😊
Für mich persönlich gibt es eine Grenze.. allzu hochpreisige Düfte stimmen mich dann doch etwas stutzig.. so quasi.. echt jetzt?! 😳😆
Schöner Duft wohl und übernatürlich teuer.
Dein Dilemma, querida Pollita.
🙄
Freut mich für dich für den 10er! (auch wenn sich dein Geldbeutel vermutlich nicht so freut :D )
(Und bin heimlich erleichtert, dass ich kein Maiglöckchen mag, der wird mir also nicht gefährlich...)
Deine Assoziationen sind also nicht ganz falsch…
Sicher ist das aber auch ein toller Duft für alle Ladies die einem anderen Broterwerb nachgehen ;-)
Ich gönne ihn dir aber von Herzen.
Ich hab mal einen Job bei einer Firma angenommen, die in der Theatinerstraße in München residierte. Aussage meiner besten Freundin: "Das wird teuer... Hier mal ein Gürtel, da mal ein Schühchen...". Tatsächlich habe ich keinen einzigen Cent, bzw. damals noch Pfennig in der Straße gelassen, weil dieses Preisniveau so dermaßen außerhalb meines persönlichen Preis-/Wertekonsenses gelegen hat, daß ich noch nicht einmal traurig (oder neidig) war.
einer unter die Nase gekommen. Und dann noch die Stichworte „Moschus“, „Soft“ und „Neunziger“, hm, werde direkt mal ein paar Abo- Knöpfe dazu einschalten 😊
"Ein bisschen Zeitreise. Ein Duft, der unmittelbar an mich andockt "... gefällt mir als Beschreibung ja sehr. Ansonsten wäre ich wohl wieder nicht Zielgruppe ;-)