
Vrabec
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Vrabec
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En Voyage chez l'Artisan Parfumeur: 2 Dzonghka - das Holzlackmaleur auf dem Dorfmarkt.
Beschäftigt man sich mit dem Haus L'Artisan Parfumeur stößt man unweigerlich auf Dzonghka. Vor allem, weil oft Vergleiche zu seinem bekannteren Bruder "Timbuktu" gezogen werden, welchen ich in meinem letzten Kommentar rezensierte. Etwas schade, denn Dzonghka ist durchaus ein eigenständiger Duft der so etwas in den Schatten gestellt wird.
Um seine Einzigartigkeit darzustellen werde ich ihn hier hin und wieder auf Timbuktu beziehen und abgrenzen.
Dzonghka Ist die Amtssprache des Bhutan, eine Monarchie welche an Indien, sowie an Tibet angrenzt. Ich habe weder Erfahrungen noch Assoziationen mit diesem Teil der Erde, also werde ich das Gerochene nicht auf den Namen beziehen können.
Der Start ist recht orientalisch. Vetiver spielt zwar wie bei Timbuktu deutlich mit, wird jedoch begleitet von ordentlich Rauch und Tee. Auch hier bildet sich eine prominente Fruchtnote mit matschigen Anteilen, allerdings lässt sich eine knackige Litschi als Verursacher ausmachen. Wirkt auf mich deutlich verspielter als Timbuktu's Mango. Und das ist wichtig, denn Dzonghka ist zwar lebhaft, vielseitig aber auch schwerfällig; dies wird in folgendem Verlauf deutlich, eine leichte Litschi tut da gut. Auch für die Rose bin ich dankbar, was bei mir wirklich selten vorkommt.
Denn nach dem Drydown ist Dzonghka nur noch schwer für mich zu greifen. Gerade diese Holzlacknote macht es mir schwer. Nie zuvor in einem Parfum gerochen, gebe ich kleinlaut zu, dass sie mir gefällt. (Vielleicht ist dass das Rindersüppchen, was Annarosalein ein paar Kommentare weiter unten roch?;) ) Am Anfang recht schkwer, fast an getrocknete Kuhfladen erinnernd, wird er im Verlauf zum Glück leichter, frischer, in Richtung helles Leder. Im wesentlichen sehe ich hier den größten charakterlichen Unterschied, Timbuktu's matschige Süße gegen Dzongkha's Holzlack- akkord. Das und seine enorme Wandlungsfähigkeit;
Mal wirkt er pudrig, mal ölig. Mal saftig bittergrün. Mal rieche ich watteweichen Vetiver, mal staubigen, spinnenwebenverhangenen Dachboden.
Mal Traubenzucker, mal trockene Gewürze mit leicht glühenden Holzkohlen. Das ganze erinnert an einen belebten, unordentlich bunten Dorfbazar. Und doch ist es, gleich einer Fata morgana, Timbuktu welches ich verschleiert nach ein paar Stunden wahrnehme. Es ist und bleibt immer die gleiche DNA zweier Brüder, wobei ich Timbuktu dem intelektuellen zurückhaltenden Gentleman zuordne und Dzonghka dem brecherischen, impulsiven Lebemann. Gefällt einem einer von beiden, sollte unbedingt der andere getestet werden.
Dzonghka kann, wie ich finde ganzjährig getragen werden. Im Winter ist er vielleicht etwas zu schwach. Bei wärmeren Temperaturen zeigt er sich durchaus, ohne aufdringlich zu sein. Auch die Haltbarkeit ist mit 8 Stunden für mich in Ordnung.
Vielen Dank für das lesen meines Kommentars.
Um seine Einzigartigkeit darzustellen werde ich ihn hier hin und wieder auf Timbuktu beziehen und abgrenzen.
Dzonghka Ist die Amtssprache des Bhutan, eine Monarchie welche an Indien, sowie an Tibet angrenzt. Ich habe weder Erfahrungen noch Assoziationen mit diesem Teil der Erde, also werde ich das Gerochene nicht auf den Namen beziehen können.
Der Start ist recht orientalisch. Vetiver spielt zwar wie bei Timbuktu deutlich mit, wird jedoch begleitet von ordentlich Rauch und Tee. Auch hier bildet sich eine prominente Fruchtnote mit matschigen Anteilen, allerdings lässt sich eine knackige Litschi als Verursacher ausmachen. Wirkt auf mich deutlich verspielter als Timbuktu's Mango. Und das ist wichtig, denn Dzonghka ist zwar lebhaft, vielseitig aber auch schwerfällig; dies wird in folgendem Verlauf deutlich, eine leichte Litschi tut da gut. Auch für die Rose bin ich dankbar, was bei mir wirklich selten vorkommt.
Denn nach dem Drydown ist Dzonghka nur noch schwer für mich zu greifen. Gerade diese Holzlacknote macht es mir schwer. Nie zuvor in einem Parfum gerochen, gebe ich kleinlaut zu, dass sie mir gefällt. (Vielleicht ist dass das Rindersüppchen, was Annarosalein ein paar Kommentare weiter unten roch?;) ) Am Anfang recht schkwer, fast an getrocknete Kuhfladen erinnernd, wird er im Verlauf zum Glück leichter, frischer, in Richtung helles Leder. Im wesentlichen sehe ich hier den größten charakterlichen Unterschied, Timbuktu's matschige Süße gegen Dzongkha's Holzlack- akkord. Das und seine enorme Wandlungsfähigkeit;
Mal wirkt er pudrig, mal ölig. Mal saftig bittergrün. Mal rieche ich watteweichen Vetiver, mal staubigen, spinnenwebenverhangenen Dachboden.
Mal Traubenzucker, mal trockene Gewürze mit leicht glühenden Holzkohlen. Das ganze erinnert an einen belebten, unordentlich bunten Dorfbazar. Und doch ist es, gleich einer Fata morgana, Timbuktu welches ich verschleiert nach ein paar Stunden wahrnehme. Es ist und bleibt immer die gleiche DNA zweier Brüder, wobei ich Timbuktu dem intelektuellen zurückhaltenden Gentleman zuordne und Dzonghka dem brecherischen, impulsiven Lebemann. Gefällt einem einer von beiden, sollte unbedingt der andere getestet werden.
Dzonghka kann, wie ich finde ganzjährig getragen werden. Im Winter ist er vielleicht etwas zu schwach. Bei wärmeren Temperaturen zeigt er sich durchaus, ohne aufdringlich zu sein. Auch die Haltbarkeit ist mit 8 Stunden für mich in Ordnung.
Vielen Dank für das lesen meines Kommentars.
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Kopfnote
Kardamom
Litschiblüte
Pfingstrose
Herznote
Vetiver
Masala-Chai-Tee
Somalischer Weihrauch
Basisnote
Leder
Papyrus
Bleiche Schwertlilie








Eggi37
Xecut
Ergoproxy
NuiWhakakore
Schoeibksr

































