Umfrage: KI als Ersatz für Markenidentität?
In der Parfumbranche sieht man zunehmend einen Trend: Immer mehr neue Marken entstehen und setzen auf KI-generierte Inhalte für ihren gesamten Auftritt - von poetischen Duftbeschreibungen über Kampagnenbilder bis hin zur kompletten Website.
Der Duft selbst mag real sein, doch der erzählerische und visuelle Rahmen entsteht oft ohne menschliche Handschrift. Die Marke wird zum (Massen)-Produkt eines Algorithmus.
Das wirft die Frage auf: Welche Rolle spielen Kreativität, Authentizität und Transparenz, wenn die Markenidentität von Düften künftig von einer KI gestaltet wird?
Wie stehst du zu Parfum-Marken, bei denen Story, Bilder und Website überwiegend KI-generiert sind?
99 Antworten



Parfumo
"Der Gedanke, künstlerisches Handwerk garantiere inneren Aufstieg, ist ein Mythos. Mühsal erzeugt nicht automatisch Tiefe, Ethik oder Reife – oft nur Routine und Selbstvergewisserung. Die Geschichte zeigt: Werkzeuge haben menschliche Entwicklung nie ersetzt, sondern verschoben. Die KI nimmt dem Menschen nicht das Ringen ab, sondern entzieht dem Handwerk seine moralische Schutzfunktion. Übrig bleibt Haltung, Auswahl, Verantwortung.
Die Angst vor KI ist weniger die Sorge um Zivilisation als um den Verlust eines kulturellen Sonderstatus. Besonders problematisch wird es dort, wo sich Kunst als „zivilisatorisch höherstehend“ versteht – genau diese Selbstüberhöhung macht sie anfällig für Macht, Instrumentalisierung und moralische Vereinnahmung.
KI ist kein Rückschritt, sondern ein Filter: Sie trennt Ausdruck von Pose, Tiefe von Technik. Unbequem – aber ehrlich."
MfG
deine KI
Man denke an die Werke von Bob Ross und die Seitenbacher Müsli-Werbung, Packaging usw. 100% organic manmade. Und da hört es schon mit Qualitätsmerkmalen auf.
Jedes Produkt der Kreativität ist genau so gut wie sein Erschaffer.
Für mich persönlich ist der Werbeauftritt einer Marke sowieso nur ein Beiwerk - beim Duftkauf entscheidet eher nur die Nase.
Markenidentität – aber für welchen Markt genau?
Sprechen wir vom massentauglichen Duftmarkt?
Einem Markt, der im Kern stark auf Copy-Paste basiert: auf bekannten, bewährten Duftprofilen, gezielt entwickelt, um dem „potenziellen Kunden“ zu gefallen.
Dieser Markt konzentriert sich nahezu ausschließlich auf die ersten Momente der Wahrnehmung:
auf eine schnelle „First-Sniff-Liebe“-Wirkung, auf Komplimente und soziale Bestätigung.
Ein Duft funktioniert, weil er sofort gefällt – nicht, weil er langfristig etwas Eigenes erzählt.
Dass sich diese Düfte stark ähneln, ist eine Tatsache. Und persönlich stört mich das überhaupt nicht.
Doch genau diese Eigenschaften machen diesen Markt besonders zugänglich für KI.
"Was wäre, wenn KI eines Tages diese Wahrnehmung erlangen würde? Wenn sie Düfte nicht mehr nur imitiert, sondern aus ihrer eigenen Perspektive erschafft – mit eigener Identität und Vision?!"
.
Dann wäre sie nur eine von Milliarden Nasen und würde in der Masse der individuellen Subjektivität genauso untergehen wie deine und meine 😉
Innerhalb dieses Kontexts war meine Antwort in der Umfrage nicht nur eindeutig, sondern bewusst klar positioniert:
Ja, ist für mich okay – und ich habe den Pfeil dabei sogar konsequent bis an das äußerste rechte Ende verschoben.
Die Aussage „Der Duft selbst mag real sein“ verkennt, dass die Wahrnehmung des Geruchs selbst – unabhängig von ihrem Ursprung – immer real ist.
Genau an dieser Stelle beginnt die eigentliche Fragestellung.
Ich habe ChatGPT gefragt, ob künstliche Intelligenz tatsächlich imaginieren und eine persönliche Dufterfahrung vermitteln kann. Die Antwort war klar: KI riecht nicht,
KI kann den kreativen Prozess unterstützen und poetische Bilder erzeugen. Doch Intuition, emotionale Tiefe und echte Authentizität entstehen weiterhin aus menschlicher Erfahrung.
Der eigentliche Grund für diesen Text liegt jedoch tiefer. Er hat mich in einen Zustand zurückversetzt, den ich vor etwa einem Jahr erlebte, als ich meine Rezension zu Ganymede schrieb – im Licht der tiefgreifenden Veränderungen meines persönlichen Lebens und meiner außergewöhnlich intensiven Beziehung zur Welt der Düfte.
Und doch bleibt eine Frage offen:
Was wäre, wenn KI eines Tages diese Wahrnehmung erlangen würde?
Wenn sie Düfte nicht mehr nur imitiert, sondern aus ihrer eigenen Perspektive erschafft – mit eigener Identität und Vision?!
- Rockmusik: „Sexuelle Enthemmung der Jugend“ – „Zerstört Familie und Moral“.
- Comics: „Machen Kinder gewalttätig“ – „Fördern Kriminalität und sexuelle Abweichung“.
- Fernsehen: „Verdummung der Massen“ – „Zerstört Familiengespräche“ – „Hypnotisiert Kinder“.
- Internet: „Verlust der Realität“ – „Isolation“ – „Anarchie“ – „Niemand überprüft Inhalte!“.
- Computerspiele: „Killerspiele“ – „Training für Amokläufe“ – „Sucht“
- KI: „KI nimmt uns die Arbeit.“ – „KI zerstört Kreativität“ – „KI macht Menschen überflüssig“ – „Existenzielle Bedrohung“
Es ist immer dasselbe: Wer keine Ahnung hat und haben will, stimmt in den Chor der Kritiker ein – der Rest sieht die Chancen zum persönlichen Wachstum.
Zunächst habe ich NIE gesagt, dass KI Therapie ersetzt. Ich habe nur von Fakten aus Studien geschrieben. Lesen hilft, wenn man den Text auch verstehen kann. 😉
@PeteRalon007 Solltest du tatsächlich Psychotherapeut sein, und deine KI deinen Job ersetzen, würde ich mir prinzipiell Sorgen machen. Ich möchte sehen, wie du schweres PTSD, Kombistörungen, Bipolarität etc. mit KI behandeln möchtest.
"Der Rest sieht die Chancen zum persönlichen Wachstum."
Alles klar, dann nimm mal den Herrn ChatGPT als deinen (Beziehungs-)Therapeuten. Was ein Quatsch.
Aber hier, wenn ich mich kreativ, assoziativ, phantasievoll, poetisch ausdrücken will, will ich keinen Ghostwriter KI. Parfüm kann man nicht "sachlich" beschreiben. Weil man Gerüche und Wahrnehmungen nur umschreiben kann, nie sachlich vereinfacht. Es ist immer: ich nehme wahr, rieche etwas WIE. Das sollte die Werbung auch so halten, wenn es auch oft abseitig scheint, man kann es u. U. nicht nachvollziehen, wie man das bei Poesie oft nicht kann. Was hat das schöne Gesicht mit dem Parfümgeruch zu tun?
Am Anfang habe ich das Thema für mich oft mit der Glühbirne verglichen. Mittlerweile kann man den Vergleich nicht mehr ziehen. Jeder kann dieses "Tool" für sich auf verschiedenste Weisen nutzen. Leider wird dafür viel Wasser benötigt...
Sicher kann KI nützlich und auf hilfreich sein – im Bereich Medizin und Forschung. In der Kreativ- und Schaffenswelt jedoch ist sie für mich fehl am Platz. Wenn man das Bedürfnis hat, etwas zu kreieren und mit der Welt zu teilen geht es auch um den Schaffensprozess. Wenn man das Bedürfnis hat schnell Geld zu machen, versucht man diesen zu verkürzen.
Ich benutze viel KI für meinen Shop und es bietet soviel Zeitersparnis, dass ist unglaublich!!
Mit besten Grüßen
Jlovesperfumes
Im Bezug auf das Thema hier ist das so abgeschlagen banal, dass ich gar nicht weiter weiß, was ich dazu sagen soll. Was hat denn bitte A mit B zu tun?
So mit wie mit meinen Liebling Nasomatto ergo Alessandro Gaultier ! Das Nasomatto Grafik Design, hatte immer Hand-made gute illustration durchdachte Formen Ironie Witze! Das wurde leider mit K.I nun verbanalisiert! Risvelium werbe videos mit üblich KI morph videos gesteuert ! Ohne die, würde die sich was einfall (müssen) können , das ist eben vorbei Profit geht vor! PS: Der Insta kanal nervt
Die sogenannte KI kann man - wenn überhaupt - nutzen, um große Datenmengen auszuwerten, WENN das Urteil eines Menschen nicht benötigt wird oder WENN im Anschluss ein Mensch das Urteil fällt.
Aber, aber, aber:
Ich verstehe einfach nicht, wie Menschen bereitwillig das Denken an die Tools der großen Tech-Firmen abgeben. Ich denke allein, schreibe allein Texte, bilde mir meine Meinung selbst sowie ich auch selbst einen Duft rieche, ein gutes Essen genieße und Musik höre. Ob ein Gerät das alles besser machen könnte, interessiert mich nicht.
Und ich erwarte auch, dass die Musik und die Düfte, die ich genieße von Menschen gemacht sind.
Die KI-Begeisterung meiner Mitmenschen finde ich absurd und gefährlich naiv. Das ist vorauseilender intellektueller Gehorsam.
Man sollte versuchen mit der Zeit zu gehen, dabei zwar immer kritisch bleiben, doch sich zu verschließen bringt nichts. Wann wird dann nur abgehängt und das sehe ich schon an meinen Eltern, die kaum ein Handy oder PC bedienen können, weil sie sich dagegen gewehrt haben.
Ich würde gerne sagen, dass ich das ablehne... aber ganz ehrlich? Erkenne ich das als Laie tatsächlich immer? Selbst bei uns in der Firma wird empfohlen, Texte vor dem Versenden durch die KI laufen zu lassen, um diese zu optimieren.
Viele Kollegen können auch tatsächlich von selber keine zwei vernünftigen Zeilen hintereinander schreiben.
Früher wurde solchen Leuten beigebracht, es besser zu machen oder sie haben eben andere Aufgabengebiete bekommen, bei denen sie weniger formulieren müssen.
Heutzutage nutzt unsere neue Sekretärin, die keinen fehlerfreien Satz von selber tippen kann, eben KI.
Ich glaube, es ist schon zu spät, um daran noch viel zu ändern....
Wenn wir von inspirierten Marken und Designern sprechen ist es vollkommen wurscht, weil es da bekanntlich um andere Dinge geht.
Worauf ich damit raus will:
Herzblut kann man manchmal in der untersten Reihe des Drogeriemarkts genauso gut finden wie in der "Ultranische". Der Rest ist Marketing.
Marken, lyrische Luftschlösser und Duftpyramiden sind egal.
Was zählt ist, wie ich es auf meiner Haut wahrnehme.
Bulletproof.
Das heißt ja nicht, dass es "uns" gefallen muss, dafür haben wir dann den richtigen Parfümeur mit seiner Handschrift und Tiefe.
Jetzt, mit KI, ist es für mich nur noch schlimmer geworden: Vieles ist absolut beliebig und austauschbar geworden, erst recht, wenn man sich manche KI-generierten Bilder ansieht.
Von daher konzentriere ich mich zunehmend nur mehr auf den Flakon und seinen Inhalt und was mir meine Augen und meine Nase für ein Feedback geben. Der Rest bleibt Schall und Rauch.
Das wiederum torpediert auch die wahren und echten Talente und da stellt sich die Frage, wo zieht man eine Grenze, was feiert man und was missachtet man, weil schlicht keine Leistung dahintersteht. KI ist ein Mekka für Blender aber eben auch ein hilfreiches Tool für Menschen, die zeitliche Ressourcen besser und zielgerichteter einsetzen wollen.
Ein subtiler, eloquent und elegant formulierter Text wird als solcher meist aber nur von ebensolchen feinsinnig Wortverliebten als erfreuliche Bereicherung empfunden. Nicht umsonst heißt es "Wortschatz".
Ich fürchte leider, dass zu viele zeitgenössische Dumpfbacken auf unserer Erde herumstolpern, für diese ist Poesie ein Fremdwort und wird daher als unwichtig empfunden - KI wird sich a la long deshalb durchsetzen können.
"Da stellt sich die Frage: brauchen wir Kunst? Brauchen wir Kreativität? Das sind in den Raum geworfene Fragen, ohne dass ich Deine Aussage widerlegen oder bestreiten will."
Allein von deiner Frage bin ich geschockt. Ein Leben ohne Kunst und Kreativität wäre nicht mehr lebenswert: Keine Filme, Theater, Literatur, Malerei, Fotografie, Bildhauerei, Architektur, Musik uvm. Es wäre zu traurig, fiele dies alles weg.
Dem Leben würde die Schönheit und Leichtigkeit abhanden kommen. Die Unterhaltung durch Kunst, nimmt uns Menschen einen Teil der Schwere und Kompliziertheit des Lebens und erfreut sowohl den Kunstschaffenden als auch den Betrachter. Ohne Kunst wäre das Leben trostlos.
Vor allem ohne Kreativität säßen wir wohl noch auf den Bäumen, Kreativität ist der Antrieb jeglicher Entwicklung.
Auch wenn deine Abneigung nachvollziehbar ist, wäre das aber eine zu verallgemeinernde Aussage.
Am Ende ist KI ein Werkzeug mit dem man - richtig eingesetzt - in meinen Augen kreativ sein kann. Da sind dann Flakons auf Gummibärchen wie hier in der Parfumfoto Abteilung oder das stereotype Standard Arrangement mit geschnittenem Obst, Gewürzepulverhäufchen und Blütenblättern um den Flakon drapiert Paradebeispiele von KI-generierter Einfallslosigkeit.
Wahlweise traurig, bizarr und bedenklich ist,
dass heutzutage bei fehlerfrei und sachlich formulierten Texten nahezu automatisch angenommen wird, per KI erstellt worden zu sein,
dass manche Leute Partnerschaftskonflikte von ChatGPT aka "Chatty" lösen lassen oder ihn befragen, was sie im Restaurant ordern sollen (ohne Witz, das gibt es tatsächlich),
dass viele ganz unkritisch die oft falschen Antworten der Google-KI übernehmen
uvm.
Selbstverständlich kommt für mich nicht in Frage, KI-generierte Düfte zu verwenden oder solche Marken zu unterstützen. Entsprechend habe ich abgestimmt.
PS: Als Subfossil (noch nicht alt genug für ein richtiges Fossil ;)) denke, schreibe, zeichne, recherchiere ich selbst, nutze meinen Verstand und meine Fantasie. Ich besitze nicht mal ein Smartphone, weil ich keins brauche.
Hatte vor kurzem einen Artikel bestellt, dessen Anzeigebild KI generiert war. Als es bei mir ankam, war der Unterschied gravierend und es ging sofort in Retoure. Die Zeit des Verkäufers mag es gespart haben, aber meine wurde geraubt. Das war nur ein kleines Beispiel. Schade.