Coty

Die Firma Coty wurde 1904 von François Coty, einem Visionär und epochal einflussreichen Schöpfer der Parfumkunst, gegründet und ist heute ein internationaler Konzern mit 12.000 Angestellten und einem umfänglichen Portfolio einzelner Kosmetik- und Parfumlabels des mittleren Preissegments im Mainstreambereich.

François Coty (1874-1934) war einer der ersten großen Pioniere der modernen Parfümerie. Er arbeite mit dem Schmuck- und Glashersteller René Lalique zusammen und begründete damit die moderne Flakon-Kultur. Viele seiner Duftkompositionen wirkten stilprägend und wegweisend, vor allem sein "Chypre de Coty“ von 1917, das der neuartige Referenzduft für eine ganze Richtung wurde und bis heute seinen Namen für die ganze Parfumfamilie Chypre gibt.

Der Korse (geboren als Joseph Marie François Spoturno und um die Ecke verwandt mit Napoleon Bonaparte) war nicht nur begnadeter Parfümeur, sondern auch tüchtiger Geschäftsmann, der schon früh den großen Kosmetikmarkt als solchen begriff und sein Unternehmen international erfolgreich aufstellte: er erweiterte seine Produktlinien um dekorative und pflegende Kosmetik und eröffnete, als nach dem Ersten Weltkrieg das französische Parfum bei US-amerikanischer Kundschaft boomte, Dependancen in den UAS sowie weitere in Europa, Asien und Lateinamerika.

François Coty war auch Zeitungsverleger und politisch sehr umtriebig. Er kaufte 1922 den „Figaro“ und änderte dessen bislang gemäßigt konservative Ausrichtung zu einer extrem rechtspopulistischen. Als ausgewiesener Antisemit und Faschist gründete er 1933 die faschistische Liga Solidarité Française, eine paramilitärische Organisation, deren Mitglieder mit blauen Hemden und schwarzen Barettmützen marschierten und dabei „Frankreich den Franzosen“ skandierten. Coty nannte sich selbst „den französischen Duce“ (wobei die Solidarité Française mehr nach dem Vorbild der deutschen Nationalsozialistischen Partei, weniger nach dem des italienischen Faschismus gestaltet war).

Durch den Börsencrash 1929 litt das Vermögen Cotys gewaltig und bei der Scheidung von seiner Frau Yvonne im selben Jahr ging ein erheblicher Teil des restlichen Firmenvermögens und der Besitzrechte an sie. Die letzten fünf Jahre seines Lebens waren von Prozessen gegen seine Exfrau geprägt. 1934 starb er an den Folgen eines Aneurysmas.

Yvonne verkaufte 1963 die Firma Coty an den Pharmakonzern Pfizer mit der Auflage, dass die Erben François Cotys weiterhin Teil der Unternehmensleitung bleiben. 1992 wurde die Firma und mit ihr der prominente Name von Pfizer an die deutsche Joh. A. Benckiser GmbH verkauft.

Der große Einfluss François Cotys auf die Parfümerie und das Geschäft mit Parfum kann kaum überschätzt werden: avantgardistisch, progressiv, richtungweisend, entwarf er richtiggehend programmatisch den künstlerischen Weg der Kunstform Parfümerie in die Zukunft, wobei er, bereits in seiner Gegenwart dadurch erfolgreich und wohlhabend, den internationalen Markt erschloss und auch unternehmerisch seiner Zeit voranging.

Heute steht der Name des Pioniers Coty für eine breite Palette an Beauty-Artikeln, die weltweit sehr erfolgreich mit viel Werbung und professionellem Marketing vertrieben werden.

Recherchiert und verfasst von LouceLouce
Offizielle Website: http://www.coty.com

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