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Opus XIV - Royal Tobacco 2022

8.1 / 10 740 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Amouage für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2022. Der Duft ist rauchig-würzig. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich. Es wird von Sabco Group / Oman Perfumery vermarktet.
Aussprache Vergleich
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Duftrichtung

Rauchig
Würzig
Harzig
Orientalisch
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
AnisAnis ElemiharzElemiharz KardamomKardamom WeihrauchölWeihrauchöl BasilikumBasilikum BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
SüßholzwurzelSüßholzwurzel Tabak AbsolueTabak Absolue BockshornkleeBockshornklee bulgarische Rosebulgarische Rose LavendelLavendel OrangenblüteOrangenblüte Osmanthus AbsolueOsmanthus Absolue PrunolPrunol
Basisnote Basisnote
WeihrauchWeihrauch MyrrheMyrrhe Assam-OudAssam-Oud BenzoeBenzoe BirkenteerBirkenteer Bourbon-VanilleBourbon-Vanille GuajakholzGuajakholz LabdanumLabdanum MoschusMoschus PerubalsamPerubalsam TonkabohneTonkabohne VetiverVetiver

Parfümeur

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Bewertungen
Duft
8.1740 Bewertungen
Haltbarkeit
9.0665 Bewertungen
Sillage
8.6664 Bewertungen
Flakon
8.9633 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.7546 Bewertungen
Eingetragen von Sniffer · letzte Aktualisierung am 01.01.2026.
Quellenbasiert & geprüft
Wissenswertes
Dieser Duft wurde 2023 von der Fragrance Foundation mit dem Preis „Indie Fragrance of the Year” ausgezeichnet.
Das Parfum ist Teil der Kollektion The Library Collection.

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Rezensionen

18 ausführliche Duftbeschreibungen
10Duft 8Haltbarkeit 8Sillage
Kaathi85

2 Rezensionen
Kaathi85
Kaathi85
Sehr hilfreiche Rezension 29  
Gänsehautmoment!
Da ist sie, meine zweite 10er Bewertung - all in! Meine erste gab ich übrigens dem schönen Santal Nabataea. Und meiner zweiten 10er Bewertung widme ich meine zweite Rezension. Ja - mehr habe ich bisher nicht geschrieben, da ich eher schnell mal ein Statement tippe.

So, nun zu diesem wunderschönen Duft, der mich eben spontan sprachlos machte. In den ich mich spontan heftig verliebt habe und der mir einen Gänsehaut-Moment mit dem Drang, die Augen zu schließen, und eine absolute Wohlfühl-Entspannungs-Gedankenreise bescherte. Wow! Ich liebe es, wenn Düfte es schaffen, Macht über die Gedanken zu bekommen. Natürlich am liebsten in angenehme, positive Richtung (denn Düfte können das durchaus auch in die andere) ;)

Dieser komplexe Duft ist Perfektion. Er startet mit süßem Weihrauch, feierlich, sakral, weihnachtlich, festlich, tannig-grün. Ich erinnere mich nicht, jemals so etwas wie süßlichen Weihrauch gerochen zu haben. Subtil, Nasen-entspannend, umhüllend, hypnotisierend, magnetisch. Ich nehme den Anis wahr, der immer mehr zu einer von mir geschätzten Note in Parfums wird. Sehr komplex wehen mir im Wechsel rauchige, cremige, ätherisch-tannige, "wellnessige" Noten um die Nase. Dabei permanent diese subtil-süßliche, fast fruchtige Note. Die Sillage ist dabei ganz hervorragend. Sanft streichelnd, nicht grob klatschend ;) Alles ist hier dermaßen stimmig und harmonisch miteinander verwoben. Ein Meisterwerk!
Ob ich Basilikum (bewusst) wahrnehme, kann ich nicht sagen, aber ich liebe ihn in Düften, das weiß ich. Der Tabak hält sich sehr im Hintergrund, tritt hier ganz zahm auf, weich & cremig. Nicht derb-rauchig, wie es bei vielen Tabakdüften der Fall ist. Gefällt mir sehr!

Was soll ich sagen? Ich habe ein Sharing entdeckt... Ich MUSS ihn haben, ich kann nicht anders. Dass ich so spontan nach dem Testen bei einem Sharing teilnehme, kommt eher selten vor. Meistens wächst zunächst meine Merkliste weiter stetig an, und die kann auch mal geduldig sein, bis man einen Duft zum (ausgiebigeren) Testen unter die Nase bekommt.

Royal Tobacco ist bei weitem nicht der erste Amouage, der einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlässt, doch er setzt sich sofort mit Abstand an die Spitze. Lilac Love und Journey Woman fallen mir zB ein. Journey gelingt ebenfalls eine wunderbare Gedankenreise, hier in in ferne Länder & Kulturen. Weitere Amouages habe ich bisher nicht bzw. nicht ausführlich genug getestet. Es wird Zeit, mir meine Amouage Abfüllungen gründlich vorzunehmen :D

Amouage`s Opus XIV - Royal Tobacco - Große Empfehlung von mir, unbedingt testen!
6 Antworten
9.5Duft 9Haltbarkeit 8Sillage
Tosba

3 Rezensionen
Tosba
Tosba
Top Rezension 13  
Gemütlichkeit braucht seine Zeit
Nachdem ich hier schon mehrere Jahre immer mal wieder mitgelesen und mir Inspirationen für den neuen Duft gesucht habe, habe ich mich jetzt auch endlich angemeldet. Und meine erste Rezension soll dann natürlich auch dem Duft gelten, der gerade "mein" Duft ist. Und es - so viel sei verraten - es zumindest bis zum Frühling auch bleiben wird.

Ich wechsle mein (Alltags-) Parfum nicht allzu oft. Natürlich ein bisschen an Hand der Jahreszeiten, da meine Winterdüfte in aller Regel für den Sommer zu schwer sind. Aber ich benutze dann auch gerne mehrere Winter am Stück dasselbe Parfum, wenn mir der Duft noch gefällt. Leider (oder soll ich sagen zum Glück) ist mir mein Duft vom letzten Herbst/Winter ("Ébène Fumé | Tom Ford") dieses Jahr ein bisschen zu langweilig und unaufgeregt. Also musste was neues her.

Dank Parfumo war der Kandidat schnell gefunden: Royal Tobacco. Also schnell eine Probe bestellt, ausgepackt und direkt mal aufgetragen. Einen Spritzer auf die Brust und zwei seitlich an den Hals. Das war viel zu viel. Ein Gewürzgewitter stieg mir in die Nase und ich kam gar nicht damit klar, die ganzen Noten irgendwie zuzuordnen. Okay, Kardamom war sehr präsent, aber ansonsten? Als ob man aus Versehen irgendeine eher orientalische Gewürzmischung hoch in die Luft geworfen und eingeatmet hätte. Total durcheinander, eine einzige Überforderung für mich und meine Nase und das dringende Bedürfnis nach einer Dusche.

Aber Düfte entwickeln sich ja bekanntlich, also war etwas Geduld gefragt. Und wie nicht anders zu erwarten, sortierte sich was eben noch Chaos war zu einem zwar immer noch sehr dichten, aber sortierten Gemisch. Da war eindeutig Tabak. Eher süß, was wahrscheinlich am Einfluss von Lavendel und Rose gelegen hat, was für mich aber nicht als eindeutige Duftnuancen wahrnehmbar war. Eher war es so, dass da verschiedene Einflüsse von verschiedenen Seiten auf den doch schweren Tabak einwirken, um ihn ein bisschen freundlicher und eben süßlicher zu machen. Das gefiel mir richtig gut, auch weil der Tabak dadurch mal mehr, mal weniger deutlich zum Vorschein kam.

So verliefen auch die nächsten so ca. 90 Minuten. Ein stetiger Kampf des schweren, dichten, rauchigen Tabaks, gegen die mal mehr, mal weniger präsenten süßlichen Noten. Wirklich spannend das an mir selber zu verfolgen und immer wieder kleine, aber deutlich wahrnehmbare Unterschiede festzustellen, wie es im Kampf Süß gegen Tabak gerade steht.

Weihrauch, wie ihn hier einige als sehr präsent beschrieben haben, konnte ich bis dahin noch gar nicht wirklich wahrnehmen. Was ich eher schade fand, denn ich mag den Geruch sehr gerne.

Aber das sollte sich (Gott sei Dank) ändern. Langsam aber sicher gewann Team Süß den Kampf gegen den Tabak. Aber ziemlich genau zur selben Zeit gesellte sich ein neuer Mitspieler dazu. Oder sogar mehrere. Im neu formierten Team balsamisch war tatsächlich Weihrauch der Kapitän, wie die erste Rezension zum Duft so schön formuliert hat. Aber auch seine Mitspieler Myrrhe und Oud waren sehr präsent. Ein wirklich angenehme Kombination aus diesen Noten entwickelte sich recht schnell und wurde immer deutlicher wahrnehmbar.

Der Unterschied zum Kampf zu Beginn lag jedoch darin, dass Team Balsamisch keineswegs gekommen war, um gegen Team Süß, das immer noch da war und mit Vanille einen neuen, starken Mitspieler bekommen hatte, zu kämpfen. Die beiden Teams machten jetzt vielmehr gemeinsame Sache und formierten sich zu einem wunderschönen, gemütlichen Duftensemble, das wirklich ein unglaublich starkes Gefühl von Geborgenheit und Stärke ausstrahlte, ohne dabei noch irgendwie überladen zu wirken.

Das ging wirklich so weit, dass ich ein paar Minuten die Augen zu gemacht habe, um einfach dieses Gefühl zu genießen, dass dieser Duft am Ende in mir ausgelöst hat. Und das Beste war: Dieses Ensemble war gekommen um zu bleiben. Der Duft, den ich gegen 14 Uhr aufgetragen habe, war auch abends um 23 Uhr noch sehr deutlich wahrnehmbar. Und auch an den kommenden Tagen (mit nur noch einem statt drei Spritzern) hielt der Duft den ganzen Tag und auch am nächsten morgen war in den Klamotten noch ein Restduft gut wahrnehmbar.

Alles in allem bin ich wirklich Fan und werde nicht drum rum kommen, das Geld für einen vollen Flakon auszugeben. Und das obwohl ich mit einem Spritzer gut hinkomme und auch für Menschen in meinem Umfeld gut, aber nicht aufdringlich wahrnehmbar bin. (3 Spritzer wären im Alltag tatsächlich übergriffig, da zieht man seinen Duft dann durch das Leben seiner erweiterten Peripherie...muss nicht sein).

Es ist ein toller Duft für die kalten Tage, er strahlt ein gemütliches Selbstbewusstsein aus und hat auch schon das ein oder andere Kompliment erhalten. Ein Duft, den man auch selber einfach genießen kann und der mir im Alltag die ein oder andere Pause verschafft, indem er mich runterholt und mir ein Lächeln auf die Lippen zaubert, wenn ich ihn mal bewusst versuche wahrzunehmen.
0 Antworten
8Duft 9Haltbarkeit 8Sillage
Burak46

106 Rezensionen
Burak46
Burak46
Top Rezension 11  
FC Royal Tobacco
Wenn der Amouage Opus XIV die Manschaft ist, ist Weihrauch der Trainer. Maßgebend und bestimmend für das Team.

Tabak & Anis sind Flügelspieler, sie sorgen für Nuancen und das es vorwärts geht.

Die Vanille ist der Stürmer der Manschaft und macht vorne die Buden.

Die Rose plus Lavendel und die anderen Floralen Noten sind das Mittelfeld und gestalten den Verlauf.

Die Holzigen Noten so wie das Oud sind die Abwehr plus Torwart und sorgen dafür das, der Verlauf nicht kippt und alles in der Wage bleibt.

So würde Ich den Aufbau des Duftes beschreiben haha :))

Das Gesamt Bild ist für mich schwer beschreiblich .. Es wirkt zwar 1 Dimensional ist aber ein komplexer für Weihrauch Duft mit grünen Nuancen und einer starken Vanille Note, hinten rum finde Ich persönlich das es so einen leichten Lakritz Geruch hat der sehr gut passt.

Der Duft ist meiner Persönlichen Meinung nach sehr Unique und Ich hatte mir den anders vorgestellt jedoch finde Ich ihn trotzdem sehr gut. Nur weiß Ich nicht bei dem stolzen Preis ob er einen Kauf wert ist da es sich auch noch um ein jüngeres Release handelt.

Verwandtschaft mit dem Epic Man oder Interlude sind nicht zu verleugnen.

Schönes Release !
3 Antworten
9Duft 8Haltbarkeit 8Sillage
TG93

10 Rezensionen
TG93
TG93
Sehr hilfreiche Rezension 13  
Finnische Sauna im Wald meets Hookah Lounge, oder: Räucherstäbchen und die Farbe Dunkelgrün
Royal Tobacco ist, so viel ist wohl nasenunabhängig zu sagen, kein Duft mit einer wer weiß wie gängigen DNA (auch wenn, selbstverständlich, hier und da bekannte Elemente in ihrer Einzelheit vorkommen).
Er startet unfassbar, fast zu stark, dunkelgrün, trocken-krautig, Amouage typisch, orientalisch-würzig, mit Weihrauch und Tabak nur im Hintergrund. Diese schieben sich dann – wie kann es anders sein? – im Duftverlauf immer weiter nach vorn, sodass im (späten) Drydown diese Noten von einer leicht ambrierten Vanille aufgegangen und abgerundet werden.
In der Promo zum Duft ist zu lesen und von Cecile Zarokian auch zu hören, dass der Duft dem authentischen Duftverlauf bzw. -Erlebnis einer angezündeten und dann nach und nach abbrennenden Zigarre nachempfunden ist. Mit ein wenig Fantasie ist dieses Bild tatsächlich nachzuvollziehen. Zu Beginn scharf, balsamisch, würzig-ätherisch, dann immer smoother, rauchiger, cremiger auch. Künstlerisch und handwerklich kann der Duft somit nur eine Höchstpunktzahl erhalten. Grandios.
Die H/S ist makellos, raumfüllend und intensiv. Auf der Arbeit wurde ich nach bereits mehreren Stunden des Duftes auf der Haut gefragt, was denn hier im ganzen Raum so schön verführerisch-winterlich, aber auch warm und einladend duftet, Räucherstäbchen und Wellness Assoziationen kamen auf.
Fazit: Für Fans starker, rauchig-trockener und grün-würziger Düfte, in denen Tabak tatsächlich einmal sehr trocken, kühl und warm zugleich, und damit nicht Gourmand-like interpretiert ist, ist Amouages Royal Tobacco eine unbedingte Empfehlung! 9/10
4 Antworten
4Duft 10Haltbarkeit 10Sillage
ProustEffekt

1 Rezension
ProustEffekt
ProustEffekt
12  
Zu Tränen gerührt... Eine Reise in die Welt der Düfte
Da es sich um meine erste Rezension hier auf Parfumo handelt, möchte ich eine Einführung zu mir geben und erklären, wie ich den Weg in die Welt der Düfte gefunden habe (die eigentliche Duftbewertung ist ganz am Ende zu finden; man kann also getrost die ersten sechs Absätze überspringen).

Anfang des Jahres bin ich 40 Jahre alt geworden und lebe in vollen Zügen eine Art Midlife-Crisis aus. Diese zeigt sich nicht in Seitensprüngen mit jüngeren Frauen oder dem Erwerb eines Cabrios, sondern in einem geradezu exzessiven Tauchgang in die Untiefen der Welt des Stils, allen voran der Kleidung und Düfte. Den Einstieg habe ich mit Kleidung gemacht, da eine Erneuerung meiner Garderobe aufgrund starken Gewichtsverlusts nötig war. Außerdem würden nur Dilettanten eine Midlife-Crisis ohne neue Lederjacke begehen (es ist eine Boda Skins Kay Michaels geworden ^^).

Bei einer dieser Bekleidungslieferungen war eine Duftprobe dabei: Tom Fords Oud Wood. Es war das erste Mal, dass ich einen nischigen Duft gerochen habe. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinerlei Erfahrung mit Parfums, lediglich mit parfümierten Deos bis Ende meiner 20er. Im ersten Moment hat mich der Duft abgestoßen. Die übliche Impulsreaktion: Wenn ich meine Nase missbrauchen will, betrete ich einen Douglas und atme kräftig ein. Doch schon am nächsten Tag wollte etwas in mir diesen Duft erneut riechen. Eine starke Neugier durch diese neuartige Sinneserfahrung war geweckt. Ich wollte mehr.

Nach einer kurzen Recherche bin ich nicht nur auf Parfumo gestoßen, sondern habe auch eine realistische Preisvorstellung entwickelt, die ich zunächst verdauen musste. Somit war klar: Designerdüfte blind kaufen geht. Die Welt der Xerjoffs, Amouages, Marlys & Co. zu ergründen, nur mit Proben. Inzwischen habe ich drei Dutzend Proben zu Hause. Und so wurde der Gedanke „Es gibt tatsächlich Leute, die 300 € für ein Parfum bezahlen?!“ zu „Ich verstehe, warum es ein Hobby sein kann.“ Und wenn wir über Hobbys sprechen, sprechen wir nicht über Preise (mein langjähriges und heißgeliebtes Hobby ist die Astrophotographie... iykyk).

Man beachte also bitte, dass ich keinesfalls ein versierter Parfumo bin. In den letzten 6-8 Monaten beobachte ich zwar, wie ich zunehmend Vorlieben entwickle, sich ein klareres Bild von meinem idealen Duft in meiner inneren Nase manifestiert und ich anhand der Duftnoten erahnen kann, ob der Duft für mich überhaupt in Frage kommt. Dennoch bin ich weit davon entfernt, kompetent in Sachen Duftbewertung zu sein.

Was ich mit absoluter Sicherheit sagen kann: Gourmand und Süß sind nicht meines. Der Vanille-Baseballschläger geht mal gar nicht. Seifige Gerüche sind mir zuwider und haben schon für grobe Enttäuschungen gesorgt. So war ich überaus gespannt auf Xerjoffs Richwood. Kaum war die Probe im Haus, war das Haus erneut mit einem Duft erfüllt. Zum Leidwesen meiner Familie und zu meinem eigenen. Seife pur. Egal, wie fein und interessant all die Noten dieses Duftes sind. Seifige Gerüche widerstreben meiner Nase.

Doch nun zu Amouage. Ich habe ein Probenpaket direkt beim Hersteller bestellt – eine Lieferung aus dem Oman. Tägliche Kontrollen des Sendungsstatus mit der Hoffnung, dass die Zollkontrolle mir keinen Strich durch die Rechnung macht, indem sie für wochenlange Verzögerungen sorgt. Eine bunte Mischung einer neuen Duftwelt: Purpose, Silver Oud, Journey Man, Outlands, Interlude Man, Memoir Man, Woods Symphony und nicht zuletzt: Amouage Interlude Black Iris Man. Mein Liebling aus all diesen Düften. Spannend, anregend, erwachsen. Das Gegenstück zu dem von mir aktuell am häufigsten getragenen Micallefs DesirToxic, der jung und verspielt wirkt (Stichwort: Midlife Crisis).

Und dann war da noch Amouage Opus XIV Royal Tobacco. Schon die Duftpyramide ist ein Alleinstellungsmerkmal und an Komplexität und Tiefe kaum zu überbieten. Als ich diese zum ersten Mal las, bin ich ins Träumen geraten. Was für eine einmalige Sinnesreise wird mir dieser Duft bescheren?
Meine Frau wie auch meine Jungs waren es bereits gewohnt, meinen Handrücken an ihrer Nase vorzufinden, gefolgt von einem erwartungsvollen Blick und der Frage: „Riecht das gut?“ Doch keine Reaktion ist vergleichbar mit der, die dieser Duft ausgelöst hat.

Auf dem rechten Handrücken trug ich Side Effect von Initio (und war natürlich auf die Reaktion meiner Frau gespannt – denn die pubertäre Vorstellung eines Pantydropper-Dufts hat auch bei mir Einzug gehalten), auf dem linken Handrücken Royal Tobacco. Zugegebenermaßen die eiskalte Dusche nach einer wohlig warmen Umarmung. Während Side Effect bei der gesamten Familie eher Gleichgültigkeit hervorgebracht hat, die unisono „ganz okay“ attestierten, war Royal Tobacco regelrecht gewaltsam:
Schon kurz nach dem Auftragen vernehme ich aus dem Nebenraum irritierte Nachfragen. Beim Testen schiebt meine Frau meine Hand von sich und fragt angewidert: „Was zum Teufel ist das?!“ und verlässt den Raum.
Sohn 2 (4 Jahre alt) reagiert mit: „Oh lecker, das riecht nach Fencheltee. Schenkst du mir den?“ (die Duftproben verschenke ich an meine Jungs, wenn sie ihnen gefallen). Meine Frau flehend zu Sohn 2: „Bitte nicht!“, was selbstverständlich motivierende Worte für ihn waren.
Dann betritt Sohn 1 (7 Jahre alt) die Bühne, rümpft die Nase: „Papa, bist du das?“, ich hebe den Handrücken: „Baaah! Ekelhaft! Warum hältst du mir das an die Nase?“.
Sohn 2 schnappt sich das Probenfläschchen, sprüht es sich auf den Handrücken und belagert Sohn 1 damit, bis dieser in Tränen ausbricht. Beim tröstenden Hochheben und Tragen weint Sohn 1 immer noch: „Papa, der Gestank geht mir nicht mehr aus der Nase. Ich kann heute Nacht bestimmt nicht schlafen...“.
Nachdem die Situation wieder unter Kontrolle war, das Wohnzimmer eine Weile gelüftet und ich nun mit vielen Fragezeichen zu diesem Duft in mein Arbeitszimmer verbannt wurde, wo ich diese Worte niederschreibe, vernehme ich hinter verschlossenen Türen: „Mama, es stinkt immer noch, so kann ich meine Hausaufgaben nicht machen.“

Es wird viel über Anlässe und Jahreszeiten debattiert, um die Nutzbarkeit eines Duftes festzulegen. Doch hier stellen sich weitere Fragen: Muss ich als Familienvater auf kindgerechte Düfte achten? Kann es überhaupt kindgerechte Düfte geben? Oder trage ich mit Nischendüften zur olfaktorischen Frühbildung meiner Kinder bei? Sollte ich mich auf weniger raumfüllende Düfte konzentrieren, wie den von mir aktuell als Signaturduft genutzten DesirToxic, um den häuslichen Frieden zu wahren? Oder allgemein verträgliche Düfte wie Prada Luna Rossa Black, den ich zwar gerne trage, da er gut auf mein Umfeld wirkt, aber so gar nicht bei meiner Nase ankommt und ich schon nach kurzer Zeit das Gefühl habe, kein Parfum zu tragen. Darf ich mit einem Musc Ravageur Abends alleine das Haus verlassen, um Freunde zu treffen, nachdem meine Frau dem Duft eine anregende Wirkung auf das weibliche Geschlecht attestiert hat? Fragen über Fragen... Nicht alle ganz ernst gemeint.

Für Tobacco Royal gilt zumindest eines: Keinesfalls im Restaurant!

Entschuldigt bitte diesen Plappertext. Ich bin in einen Schreibfluss versunken und wollte mit irgendwem meine Erfahrungen teilen, denn mein Umfeld ist gänzlich desinteressiert, wenn es um Düfte geht.
Und so bin ich nun der exotische Vogel, der in Sachen Geruch stark hervorsticht. Ich muss meinen Freundeskreis um feinsinnigeres Volk erweitern. ^^
Einen positiven Effekt hat es: Ich kann meine Mitarbeiter quälen, wenn ich es für nötig erachte. Völlig legal *g
5 Antworten
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Statements

136 kurze Meinungen zum Parfum
47
45
Ich habe einen Tabakduft erwartet, aber stattdessen einen süßen Gourmand mit viel Karamell-Lebkuchen, Lakritz & hellen Weihrauch bekommen.*
45 Antworten
45
42
Lakritzschneckensirup
Kräuter-Karamalz-Tabak
Pflaumenlikör auf glühendem Guajak
Schmort auf verbrannten Blütenhonig
Zu Grafschafter Goldsaft
42 Antworten
44
40
Schonmal Chaldäisch rückwärts gesprochen?
Der elegante Exorzist behilft sich mit hellem Weihrauch.
Austreibungsort Sauna.
Laktrizgewürge *
40 Antworten
30
25
Ein ziemlich vollgepackter Mix aus massenhaft Harzen, Rauch, Gewürzen und süßlichen Noten. Für mich zu laut, zu dicht und zu viel des Guten.
25 Antworten
30
31
Der grün-würzige Tabak
Wurde zunächst in Anis-Lakritz getupft
Anschließend in süßlichen Harzen getränkt
Jetzt qualmt es dunkel-weihrauchig
31 Antworten
Weitere Statements

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