Blue Amber 2006

Blue Amber von Montale
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7.6 / 10 431 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Montale für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2006. Der Duft ist würzig-orientalisch. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.
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Duftrichtung

Würzig
Orientalisch
Süß
Holzig
Harzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
Bourbon-RosengeranieBourbon-Rosengeranie BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
KorianderKoriander PatchouliPatchouli VetiverVetiver
Basisnote Basisnote
AmberAmber VanilleVanille
Bewertungen
Duft
7.6431 Bewertungen
Haltbarkeit
8.8379 Bewertungen
Sillage
8.1361 Bewertungen
Flakon
7.3345 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.4106 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 29.02.2024.

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Rezensionen

21 ausführliche Duftbeschreibungen
Gaukeleya

109 Rezensionen
Gaukeleya
Gaukeleya
Top Rezension 35  
.... erstmal alles weit aufreissen hier..!
... pflegte mein alter, etwas hutzeliger Geschichtslehrer (seine Ähnlichkeit zu Yoda war immer unverkennbar) zu sagen, wenn er das Klassenzimmer betrat. Proteste der Schüler ("...aber es ist so kalt draussen..") wischte er kopfschüttelnd vom Tisch mit einem lächelnden "neinneinnein" und machte sich ans Fensteraufreisswerk.

Frische, klare Waldluft strömte ins Klassenzimmer und verscheuchte den warmen Mief alsbald, die Mädchen jammerten, die Jungs zogen sich demonstrativ ihre Jacken an, und Herr Dr. A. begann seinen Unterricht.

Ich liebe frische Luft. So schnell ich auch immer friere und es gern warm habe und Wärme gut vertrage, so sehr liebe ich frische Luft. So hatte ich damals auch durchaus nichts gegen Herrn Dr. A.´s Anwandlungen einzuwenden. Ich zog dann eben auch einfach meine Jacke an, fertig.

Als ich mir neulich das erste Mal Blue Amber aufsprühte, wünschte ich mir Herrn Dr. A. herbei, der stets mit Vehemenz und Konsequenz seinen Actionpoint Fensteraufreissen vertrat und durchsetzte.

Der Duft trifft mich wie ein Schlag. Schon vom grosszügigen Probenspender (danke, lieber G.!) vorgewarnt mit den Worten "anstrengende Kopfnote" und "Vorsicht bei der Dosierung" war ich gewappnet und hatte nur *einen* Sprüher getätigt.

Es rollt sich eine Anstaltspackung Leukoplast mit Rheumasalbe ab, pastös, scharf, bleiern und schwer, dahinter lauert es dumpfpudrig. Etwas Lieblichkeit kann ich vernehmen und muss an die Parfümierung meiner Puppen der Kindheit denken.
Okay, aber ich wusste ja, die schwierige Kopfnote und so... Der wird noch...

Ja, er wird noch, der Blue Amber, aber leider nicht viel besser. Was angenehmer wird: das Stechende verzieht sich, es wird deutlich weicher. Was unangenehmer wird: an mir entwickelt sich eine starke Pudrigkeit, eher unsüss, dafür aber sehr stickig, dumpf, muffig, statisch.

So bleibt er dann auch relativ linear an mir. Und zwar lange. Sehr lange. 14, 15 Stunden, auch nach der Dusche ist er noch da. Ein Sprüher, wohlbemerkt. Der eine Sprüher umhüllt mich gefühlt kilometerweit, und das nicht nur die erste Stunde lang. Hier kriegt man was für sein Geld! Für Sillage- und Haltbarkeitfans ein Leckerli.

Ich hingegen kriege leichte Beklemmungen. Möchte alle Fenster aufreissen. Nach draussen gehen. Wünschte mir, dass die Hamburger Brise zu einem Nordseesturm auffrischen möge.

Schade, dass die Duftentwicklung bei mir nicht so richtig in Richtung "edler Amber zum Einkuscheln, wunderschöne softe Vanille" etc. geht. Ich habe Blue Amber natürlich nicht nur das eine Mal getestet. Doch leider wurde er auch beim weiteren Test nicht viel angenehmer für mich.
Ich wüsste auch nicht, wann ich ihn tragen sollte. Drinnen? Unmöglich, Erstickungsgefahr. Draussen? Ferner kann ein Duft einem Outdoorduft kaum sein. Vielleicht in einem verräucherten Club, wo man gegen andere Sillagefans ankommen muss. Aber sowas suche ich ohnehin nicht auf.

Fazit: ich kann ja nicht alle mögen. Am Ende dann doch 6.0 insgesamt gibt es von mir dafür, dass er so weich wird gegen später und ich einfach auf Softies stehe ;-)

Aber dennoch: jetzt bitte erstmal alles gaaaanz weit aufreissen...!

----

Edit 2.3.19: Ok, ich muss feststellen, dass ich ihn mir offenbar doch schön(er) gerochen habe mittlerweile. Zwar kann ich meine bisherigen Empfindungen nach wie vor so stehenlassen, jedoch *stört* mich dieses Stickige - jedenfalls hier beim Blue Amber - inzwischen nicht mehr. Insofern trage ich ihn auch doch schon mal ganz gern, sofern die Aussentemperaturen es zulassen. Mehr als ein Sprüher ist aber nach wie vor nicht.
21 Antworten
7.5
Flakon
8
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Couchlock

52 Rezensionen
Couchlock
Couchlock
Top Rezension 39  
Und täglich grüßt Blue Amber...
Schon seit jahren wollte ich endlich einen Kommentar über Blue Amber verfassen, ist es doch lange einer meiner Lieblingsdüfte.

Inzwischen sind viele tolle Kommentare verfasst worden, die so ziemlich alles enthalten, das ich schreiben wollte, teilweise mit den gleichen Formulierungen und
Bildern, die mir durch den Kopf gingen.
Ich werde versuchen, soweit als möglich Redundanz zu vermeiden.

Wenn ich mir einige der neueren Kommentare anschaue, beschleicht mich die böse Ahnung, dass BA reformuliert wurde, ich beziehe mich auf meinen Flakon von 2010.

Ich bin kein Fan der Marke Montale, die für mich mehr Quantität als Qualität bietet, BA ist der einzige Duft von Montale, der mich wirklich begeistert.

Eine Probe des Duftes war neben anderen Köstlichkeiten in meiner ersten Duftpost, die ich hier von einer sehr großzügigen Spenderin erhielt. Ich habe in den knapp 8 Jahren noch viele tolle Probensendungen bekommen, aber keine enthielt soviele Treffer wie diese erste, aus der einige Flakons erwuchsen, von denen ich noch 4 oder 5 in meiner Sammlung sind.
Neben vielen Patchoulidüften sowie besagten Blue Amber war auch mein geliebtes Ambre 114 dabei. Ich kann bis heute nicht sagen, welcher Duft mir mehr gefällt und so besorgte ich mir hier im geschätzten Souk von beiden Flakons.
Getestet habe ich seitdem viele andere Amber, aber keiner konnte die beiden vom Thron stoßen. Die meisten Amberparfums sind mir zu schwülstig, zu opulent, zu kuschelig, oft auch zu feminin.

Ich kann mich noch an den ersten Test vom Blue Amber erinnern (immer ein gutes Zeichen!), da ich einen intensiven Duftflashback hatte...ich kam erst nach 1 oder 2 Stunden drauf, an was mich dieser Duft erinnerte:
Vor viele Jahren, als ich das erste Mal im Sandelholzmekka Mysore (Südindien) war, kaufte ich in einem staatlichen Store für Sandelholzprodukte ein kleines Stückchen grauen Amber, Ambergris, jenen mythischen und heutzutage sündhaft teuren Duftstoff, den Wale absondern ("Walkotze").
In meiner Erinnerung war es gräulich-beige und von harter, leicht poröser Struktur, ähnlich einem Ytongstein.
Es sonderte einen leichten & wunderbaren Duft ab, den man am besten wahrnehmen konnte, wenn man es leicht an dem Arm rieb. Dieses Amber roch dem Amber im Blue Amber sehr ähnlich, somit ist dieses Parfum ein tatsächlich authentisch duftendes, ähnlich der ersten Version von Lutens Koublai Khan, der erstaunlich akkurat Hirschmoschus imitiert.

Ambergris ist ein sehr komplexer Duftstoff, wie Oud kann es unterschiedlich duften: Frisch ausgeschieden verströmt es einen sehr unangenehmen, fäkalen Geruch. Je länger es im Seewasser treibt und der Seeluft und dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, desto angenehmer wird es.
Christopher Kemp etwa schreibt in seinem Sachbuch „Floating gold: A natural (and unnatural) history of ambergris“, dass Ambra „wie Moschus, Veilchen, frisch geschlagenes Holz, Tabak, Schmutz, Paranuss, Farn-Gestrüpp, feuchter Wald, frisch gemähtes Heu, Algen in der Sonne, das Holz alter Kirchen, oder etwa wie so ziemlich jeder andere süße-aber-erdige Duft“ duften kann. Ich gehe davon aus, das das gekaufte Stück von hoher Qualität war, da es nicht streng, sondern einfach nur schön duftete.

Amber in einer Duftpyramide kann für verschiedene Duftstoffe stehen, weshalb es immer wieder, auch durch Übersetzungsfehler, für Verwirrung und Verwechslungen und sorgt.
Ambra bedeutet in der englischen Sprache Bernstein, der im Naturzustand geruchlos ist. Es lässt sich aber verräuchern, dabei entsteht ein harzig-aromatischen Geruch, wird aber in Parfums nicht verwendet. (Danke für den Hinweis, Camey5000!)

Hier ist mal eine Amberliste:

1. Das eben erwähnte Ambra oder Ambergris, Walamber.

2. Pflanzlicher Amber, die Rinde des als „Liquidambar“ bekannten Amberbaumes, die dem verräucherten Amber olfaktorisch ähnelt

3. Was die meisten mit Amber verbinden und am häufigsten Amberdüfte charakterisiert, ist der Amberakkord aus Benzoe, Labdanum, Styrax und Vanille.

In Blue Amber wird letzteres wohl auch duftbildend sein, eventuell ist (war?) eine kleine Prise Ambergris enthalten, im Ambre 114 soll dies der Fall sein. Andy Tauer nutzt echten Walamber in einigen seiner Parfums. Traditionell wird es in erster Linie dafür genutzt, die Haltbarkeit anderer Duftstoffe zu verstärken. Um es olfaktorisch wahrzunehmen, braucht man schon eine höhere Konzentration, was aufgrund des extrem hohen Preises einigen exklusiven Düften vorenthalten ist, der Nische der Nische. Es gibt einige Parfumeure, die mit viel Leidenschaft ausschliesslich kostbare Naturstoffe nutzen und ihre Düfte in kleinen Chargen für Liebhaber direkt vertreiben.

B.A. und Ambre 114 sind auf meiner Haut bei allen Unterschieden nicht sooo unähnlich. Beide sind eher würzig und nicht sonderlich auf meiner Haut. (Ich weiß, das Thema Hautchemie wird kontrovers diskutiert, nach meiner Erfahrung ist sie ein Faktor...)

Ambre 114 ist das komplexere Parfum, die Komposition ist raffinierter und es ist das wohl wertigere von beiden.
B.A. hat keine große Duftentwicklung, nach der knarzigen Kopfnote geht der Duft nach kurzer Zeit in die Basis über, die dann montaletypisch ewig hält.
Mir gefällt das gut, bei vielen Düften würde ich mir eine olfaktorische Pausetaste wünschen, um den Duft an einer Stelle einzufrieren. Auf dem Handgelenk mag ich abgefahrene Duftverläufe, beim Tragen möchte ich nicht jede halbe Stunde das Gefühl haben, einen neuen Duft aufgesprüht zu haben.

Es dominiert der Amberakkord, perfekt unterlegt und verwoben mit unsüsser und natürlich duftender Vanille. Der Duft ist in seiner Gesamtheit her herb als süsslich.

Ja, er ist irgendwie schmal, das schwarze Schaf und der wohl maskulinste Amberduft, ein olfaktorischer Nachthimmel...

Mit B.A. fühle ich mich stets sehr wohl, es ist einer der wenigen Düte, die beim Tragen gefühlt zu einem Teil von mir werden und mit meinem Innersten in Resonanz treten.

By the way: Das Gefühl beim Tragen ist mir inzwischen weit wichtiger als z.b. Duftverläufe oder Qualität der Duftstoffe, es muss passen. Nicht jeder auf dem Handgelenk begeisternde Duft fühlt sich beim Tragen gut an...

Die Farbe dunkelblau ist gut gewählt, ich persönlich assoziiere ein tiefes, sehr dunkles Purpur.
Die passende Jahreszeit für B.A. ist der Winter, zudem ist es für mich ein Duft für die Nacht.

Hier ist weniger mehr, dezent dosiert verleiht dieser Duft dem Träger eine Aura, die, so kitschig es klingt, irgendwie mystisch und geheimnisvoll, aber auch anziehend und sinnlich ist.
Neben dem alten! Dia Man wurde ich auf keinen anderen Duft so oft angesprochen, stets positiv.

BA ist für mich auch erotisch , nicht plump sexy, sonder wie erwähnt sehr sinnlich, dies unisex, aber speziell für Männer perfekt!

Nun aber zur Auflösung der seltsamen Überschrift:

Als wir vor einigen Jahren in London waren, nahm ich meinen B.A. Flakon mit, es war November und kalt.
Im Hotel angekommen, packten wir aus und ich bemerkte sofort einen intensiven Duft, der aus meiner Tasche kroch...zweifelsohne BA.
Irgendwie war war eine gewisse Menge aus dem Flakon in meinen Kulturbeutel ausgelaufen oder der Sprühkopf wurde durch Druck mehrfach betätigt.
Ich wusch den Beutel sofort aus, aber trotzdem roch es intensiv, das ganze Hotelzimmer duftete nach BA.
Besagter Beutel duftet noch nach Jahren leicht nach diesem Duft, das nenne ich mal Haltbarkeit!
Auch heute nehme ich einen Hauch wahr, wenn ich an dem Beutel vorbeigehe, BA grüsst immer noch täglich;-)

Mission accomplished!
15 Antworten
10
Preis
7.5
Flakon
7.5
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
ParfumAholic

252 Rezensionen
ParfumAholic
ParfumAholic
Top Rezension 33  
Das "blaue Schaf" der Amber-Familie
Das sprichwörtlich "schwarze Schaf" in Familien kennt jeder, wenn vielleicht auch nicht aus eigener Erfahrung, zumindest aber doch dem Hörensagen nach. Eine wirkliche Auszeichnung ist dieser "Titel" nicht, auch fällt er einem nicht einfach in den Schoß, sondern muss erarbeitet werden. Alles in allem ist diese "Auszeichnung" also eher negativ behaftet.

Schade eigentlich, denn nur weil jemand "anders" ist, andere Vorlieben (und Vorzüge!), andere Vorstellungen und einen anderen Geschmack als die Masse hat, muss er ja deswegen nicht schlechter als andere sein.

Ich persönlich jedenfalls biege mir daher die Auslegung des "schwarze Schafs" einfach mal in die entgegengesetzte Richtung und sehe den Begriff als "anders sein" im positiven Sinne.

Und genau in dieses Bild passt für mich Montale's "Blue Amber".

Montale und ich hatten bislang eine eher schwierige Beziehung zu- und miteinander. Die Düfte waren mir persönlich bislang immer oft zu sperrig, zu verworren und wollten bei mir nicht zünden. Herausfordernd umkreisten sie mich, aber anders als z.B. bei Guerlain-Herausforderungen, mochte ich die à la Montale bislang nicht wirklich annehmen.

Doch die Parfumos sind ein schlaues Völkchen! Obwohl ich nie ein Wort über Montale verloren habe, mehrten sich die "probier doch mal den Blue Amber" Hinweise.

OK, bei Amber muss man mich als passionierten Amber-Liebhaber nicht oft und lange bitten, trotzdem blieb die Skepsis gegenüber Montale.

Was hatte ich von einem Amber aus dem Haus zu erwarten? Ich stellte mich auf eine eher Amber-untypische Erfahrung ein und sollte....goldrichtig damit liegen.

Direkt nach dem Auftragen...vermisse ich die Kopfnoten. OK, mit viel gutem Willen kann ich etwas Bergamotte erahnen. Aber wirklich nur im Ansatz und als flüchtigen Hauch.

Gut, dann nicht, also ran an die Herznoten! Koriander? Vetiver? Letzteres auch wieder nur im Ansatz.

Und dann, einem Paukenschlag gleich, fällt der namensgebende Amber quasi mit der Tür in's Haus. Mega präsent, unüberriechbar, dominant, raumgreifend, raumfüllend und alles bestimmend.

Und dieser Amber ist anders als andere Amber-Familien-Mitglieder. Trocken, nüchtern, ja fast schon medizinisch anmutend kommt er daher.

Im Verlauf der Zeit sorgen Patchouli und Vanille dafür, dass er nicht noch (staub-) trockener, sondern insgesamt gefälliger wird. Das Wort "süß" möchte in diesem Zusammenhang nicht benutzen, denn süß wird BA trotz der Vanille zu keinem Moment (zumindest bei mir nicht).

Blue Amber verbreitet über lange Stunden hinweg (die Haltbarkeit ist immens) eine ganz eigene Duft-Aura um sich herum. Ich finde, die Farbe "blau" trifft sie ziemlich gut und treffend. Auch ich stelle mir einen nachtblauen Himmel vor, wolkenlos und mit einer Frische, die einen nicht frieren, aber im Zweifel frösteln lässt.
Anders als z.B. "Ambre 114" von HdP verliert er nie ganz seine angenehme "Sperrigkeit" und wirft sich einem auch am Ende des Duftverlaufs nicht plötzlich an den Hals, um "Kuschel-Attacken" zu fahren.
Blue Amber ist und bleibt sachlich, kühl und "aufgeräumt".

Da ja mittlerweile alle großen Designer von Armani bis Zegna auf ihren Schauen zwischen Paris und New York "nachtblau als das neue Schwarz" anpreisen, kann ich die Namensgebung zu Blue Amber bestens nachvollziehen.

Denn "nachtblau" ist ein freundliches Tiefdunkelblau, das harmonischer und weitaus weniger abweisend als das klassische Schwarz daherkommt. Trotzdem eine sehr seriöse, stilvolle und elegante Farbe.

Und genauso empfine ich BA. Kein Kuschel-Duft, kein Seelen-Tröster, aber dafür ein hoch eleganter, edler, schnörkelloser, kompromissloser, kühl anmutender und tiefgründiger Vertreter der ansonsten so heiteren und wärmespendenden Amber-Familie.

Und so schließe ich den Kreis und behaupte, dass dieser blaue Amber ein positives Beispiel für das Eingangs erwähnte "schwarze Schaf" einer Familie ist.

Und ganz nebenbei ist mir das Haus Montale mit diesem Duft etwas näher gekommen. Oder ich ihm? Oder wir uns?

Egal, Blue Amber's Einzug in mein kleines Duft-Paradies ist beschlossene Sache (auch wenn er ganz und gar nicht kuschelig ist). Basta!
13 Antworten
9
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Sweetsmell75

210 Rezensionen
Sweetsmell75
Sweetsmell75
Top Rezension 33  
Wenn die Erkältungssalbe verduftet ...
... dann belohnt Montale mit einem wunderschönen Amberduft!
Blue Amber erhielt ich als kleine Abfüllung zu einem feinen Duftpäckchen dazu. Hatte ja schon so einiges über diesen Amberduft gelesen und war sehr gespannt darauf diesen zu testen. Mit Montale kann ich persönlich nicht so gut und bis jetzt hat es nur der Soleil de Capri in meine Sammlung geschafft.
Herzlichen Dank nochmal an den edlen Spender :)
Zum Duft:
Der Auftakt ist etwas gewöhnungsbedürftig ... mein erster Gedanke war ... der riecht nach Erkältungssalbe. Ich kann weder Bergamotte noch Rosengeranie erkennen. Es duftet kühl-medizinisch fast schon ätherisch vom Handgelenk.
Etwas würziges nehm ich nun im Duftverlauf wahr, was ich dem Koriander zuschreibe. Vetiver unterstützt dieses nun frisch-kühle von Blue Amber.
Mit Amber, erdigem Patchouli und feiner Vanille geht´s in die Basis. Die Vanille macht den Duft aber nicht zu süß.
Blue Amber duftet wunderschön und behält noch lange diese frisch-kühlende Note, die diesen Amberduft schon sehr besonders macht ... nach ungefähr 1 1/2 Stunden wird der Duft langsam wärmer auf der Haut und Blue Amber entwickelt sich nun zum feinen Kuschel-Amberduft. Gut gemacht Montale!
Tragbar ist Blue Amber an kühlen Frühlingstagen, im Herbst und im Winter.
Die Haltbarkeit liegt bei 9 Stunden plus.
Ich finde den Duft gar nicht so extrem von der Sillage ... Raumfüllend ist er sicherlich nicht. Aber gut am Träger/ der Trägerin wahrnehmbar.
Tragbar zu vielen Gelegenheiten.
Unisex ... ja unbedingt!
Der typische Montaleflakon ... hier passend in blau...sieht schön aus.
Fazit:
Wenn die Erkältungssalbe verduftet ... kommt ein wunderschöner, frisch-kühlender Amber zum Vorschein den ich hochloben muss da genial!
Nicht vom Auftakt abschrecken lassen ... dieser Montale ist wirklich schön und Amberfans sollten den mal geschnuppert haben.
Einem Restflakon wäre ich nicht abgeneigt :)
20 Antworten
7
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
6.5
Duft
Meggi

1019 Rezensionen
Meggi
Meggi
Top Rezension 25  
Das Verblüffendste ist ein „nicht“
Nanu, das soll ein Montale sein? Direkt nach dem Aufsprühen rieche ich nämlich erstmal…nichts. Natürlich relativ gesehen – sprich: für Montale-Verhältnisse. Der Duft benötigt rund eine Minute, um ernsthaft in Gang zu kommen. Lediglich die Rosengeranie tastet sich schon mal vor; kratzig, doch auch mit was Ätherisch-Bissigem dabei. Ein Hauch von Vanille schleicht hinterher.

Ist dann Fahrt aufgenommen, finde ich die bereits geschilderte Assoziation zu Erkältungssalbe verständlich, allerdings scheint sie mir eher moderat. Überdies recht naturmedizinisch. Plantago Bronchialbalsam von Wala vielleicht. Der Eindruck speist sich wohl aus der lustigen, ätherisch-frischen Rosengeranie. Viel auffälliger finde ich demgegenüber eine sacht gesüßte Heftpflaster-Note in der Phase danach. Außerdem riecht es ein bisschen wie Hustensaft. Prospan oder so.

Amber – joah. Das leicht Zuckrige des mittleren Vormittags dürfte er sein, flankiert von einer bitteren Spur, der ich nicht auf selbige komme. Irgendwie krautig-kartoffelig. Keine Ahnung. Ohnehin schlägt Herr Amber gegen Mittag die süßlichere Richtung ein, ich denke abermals an Pflaster, weißlich-süßlich. Seltsam. Eine raue, kratzige Unterlage verweist nunmehr auch auf Patchouli. Die Vanille-Patchouli-Kombi wirkt heute zunächst ziemlich miesepetrig, „mona-esk“ sozusagen.

Im Verlauf wird es wieder vertrauter: Vanille greift beherzter ein und bildet hinfort die Klammer um diverse Ambereien, welche mich einerseits etwas an Plastik und Wachs erinnern, andererseits eine gewisse (Patchouli)-Staubigkeit nicht vernachlässigen. Dieser Schluss-Akkord begleitet mich bis in den Abend hinein.

Fazit: Das Verblüffendste am Duft scheint mir, dass er nicht derart rumschreit wie andere Montales. Ansonsten finde ich ihn exakt so mitreißend, wie die obigen Ausführungen klingen.

Ich bedanke mich bei MisterE für die Probe.
16 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

77 kurze Meinungen zum Parfum
GoldGold vor 2 Jahren
4
Flakon
9
Sillage
9
Haltbarkeit
7.5
Duft
Scharfer Auftakt, weiche Basis.
Es gibt bessere Amberdüfte. Dennoch punktet der hier mit viel Wohlfühl-Vanille u. wenig Knarzigkeit.
20 Antworten
RenataRenata vor 4 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Beginnt kräftig-würzig, wird weicher, etwas süßer, sehr angenehm, mit großer H.u.S, kein Duftzwilling zu Amber Precieux, der ist lavendelig.
15 Antworten
GlosoliGlosoli vor 8 Jahren
5
Flakon
8
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Lieber Herr M.!
Verstecke Deine Düfte bitte nicht alle hinter diesem Schimmelholz!
Du hast es nicht nötig, wie Du hier eindrucksvoll zeigst!
0 Antworten
SabriniSabrini vor 2 Jahren
8
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Ganz besonderer Amberduft. Startet recht kühl, irgendwie minzig, wird dann immer wärmer und süßer, vanilliger. Bin so verliebt! H&S super!
2 Antworten
MefunxMefunx vor 9 Jahren
6
Flakon
9
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Referenzamber. Umschmeichelnd & von kühlenden Kontrasten spannend gehalten (Kampfer/Menthol, eine Idee Zitrus). Auch bei Hitze toll. Hut ab!
2 Antworten
Weitere Statements

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