Full Incense 2010

Full Incense von Montale
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7.9 / 10 416 Bewertungen
Full Incense ist ein beliebtes Parfum von Montale für Damen und Herren und erschien im Jahr 2010. Der Duft ist harzig-rauchig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.
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Duftrichtung

Harzig
Rauchig
Holzig
Würzig
Orientalisch

Duftnoten

Somalischer WeihrauchSomalischer Weihrauch ElemiharzElemiharz Labdanum AbsolueLabdanum Absolue AtlaszederAtlaszeder PatchouliPatchouli
Bewertungen
Duft
7.9416 Bewertungen
Haltbarkeit
8.3357 Bewertungen
Sillage
7.8356 Bewertungen
Flakon
6.7321 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.4124 Bewertungen
Eingetragen von DonVanVliet, letzte Aktualisierung am 08.04.2024.

Rezensionen

27 ausführliche Duftbeschreibungen
7.5
Flakon
7.5
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Meggi

1019 Rezensionen
Meggi
Meggi
Top Rezension 38  
Olfaktorische Charakter-Hupe
“Herrgott, dass ich die Hupe vergessen habe! Jetzt kann ich noch eine Sinfonie schreiben!“ Mit diesen Worten ist eine Gustav-Mahler-Karikatur aus dem Januar 1907 beschriftet (http://www.la-belle-epoque.de/mahler/sinf06_d.htm). Mahler neigte halt nicht nur zu opulenter Besetzung der Orchester - seine achte Sinfonie wird (wenngleich das nicht auf den Meister selbst zurückgeht) oft als „Sinfonie der Tausend“ bezeichnet. Sondern er griff auch zu origineller Instrumentierung: Für seine sechste Sinfonie kamen zum Beispiel Herdenglocken und ein Hammer zum Einsatz. Da lag eine Hupe gar nicht so fern.

Und bei eben jener bleiben wir nun. Full Incense ist eine olfaktorische Hupe. Ohne jeden Firlefanz drumherum und im Sekundenbruchteil von Null auf Hundert eröffnet eine volle Ladung weißen Weihrauchs. Sie wird im Untergrund sofort angewärmt und sacht gesüßt von den Kollegen. Mehr balsamisch als rauchig. Wärmer und nahbarer als die komplett ernst-sakralen Vertreter. Schön!

Weißer Weihrauch, von einer Art leichter Honig-Note unterlegt und mit einer Winzigkeit Säure angespitzt. Das ist das rasch erreichte, vorläufige Ende des Duftverlaufs. Wie besagte Hupe trötet diese Note nämlich bis mittags vor sich hin. Das vergleichende Bild hat dabei weniger mit der Lautstärke zu tun. Die ist zwar eines Montale durchaus angemessen, allerdings gibt’s aus jenem Hause doch noch heftigere Kaliber. Nein, ich meine das Beharrungsvermögen im Duft-Charakter. Andere mögen das penetrant und öde finden, das gestehe ich gerne zu. Ich mag es.

Und selbst mittags wird keineswegs ein grundsätzlicher Schwenk eingeleitet. Der Duft fächert sich lediglich etwas auf und neben Weiß-Weihrauch und Honig tritt eine Holz-Note, die pyramidal tadellos identifizierbar ist: Wir haken die Zeder ab. Das ist das endgültige Ende des Duftverlaufs. Na ja, zum Abend hin wird vielleicht die Honig-Note eine Idee deutlicher und der Duft damit wärmer, aber das sind Nuancen und im Wesentlichen tutet es den Nachmittag über unverändert vor sich hin. Andere mögen das aufdringlich und langweilig finden, das gebe ich bereitwillig zu. Ich mag es: Vorne Trööt und hinten Tuut - Full Incense gefällt mir gut.

Fazit: Ein schnörkelloser, warm-weißer und im Kern milder Weihrauch-Duft. Bingo. Meine Bewertung erhebt mithin keinerlei Anspruch auf Objektivität. Ein starker Konkurrent zu Avignon und Cardinal, ich sehe ihn sogar eine Turibulum-Breite vorn. Ein Kauf-Kandidat.

Ich bedanke mich bei Tiara für die Probe.
21 Antworten
4
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
RobGordon

59 Rezensionen
RobGordon
RobGordon
Top Rezension 35  
Bleibt alles anders?
Heute bin ich froh, den Kommentar betreffend "Full Incense" immer wieder aufgeschoben zu haben. Sonst wäre ich jetz in der Not diesen zumindest zu adaptieren. "Full Incense" war mal, zutreffender wäre heute der Name "Incense". Zwischen meinem Fass #1 und meiner derzeitigen Errungenschaft Fass #2 liegen leider kleine Welten.

Full Incense (alt):
2 Sprüher und man musste, wenn man das Haus verließ, auf Kommentare von der Straße gefasst sein:

"Herr Gordon, starten Sie wieder eine Fronleichnam-Prozession?"

Dennoch kam ich leider nie in die Verlegenheit darauf zu antworten:

"Sie kommen mir gelegen, brauch eh noch einen Leichnam!"

Wenn Montale ein "Full" in die Dosen ätzte, dann war mit dem Inhalt nicht zu spaßen.
Ich war zwar damit nie im Schwimmbad, aber womöglich hätte ich damit das Wasser im Becken geteilt.

Ich mag es gewöhnlich nicht so Vorschlaghammer-mäßig, aber bei dem guten Stoff, mach ich schon mal eine Ausnahme und selbst da nicht ohne Hintergedanken.

Weihrauch fasziniert mich von Kindesbeinen an. Somalischer Weihrauch ist da etwas ganz besonderes. In der Optik nahe am Kandis-Zucker, im Wesen ein aromatisches Raubtierwölkchen, das raumfordernd in alle Richtungen schnappt.

Und dieses Schnapp-Monster hielt mir das honigsüße Labdanum, je nach Beiwerk auch rosinenhaft anmutendes sehr gut in Schach, auf das viele Weihrauchdüfte in unterschiedlicher Dosis schwören. D.h., die Leidensphase war wesentlich kürzer, bis ich dorthin gelangte, wo ich eigentlich hinwollte. Den Zustand knapp über Hautnähe, in dem "FI" noch Stunden verharrt. Das macht er für meine Nase noch um einen Tick besser als "Cardinal" und "Avignon".

Full Incense (neu):
Hat etwas an Haltbarkeit und Sillage eingebüßt. Das wäre aus meiner Sicht nicht das Drama, weil immer noch überdurchschnittlich. Macht den Duft so auch bei mehr Gelegenheiten leichter tragbar. Das Problem, das ich heute mit dem aktuellen Fass habe, ist eine Nuance-Verschiebung zugunsten des süßen, rosinigen.

Es ist ähnliches eingetreten, wie ich es bei einer alten abgelegenen Abfüllung bemerkte. Die Kopfnote wurde dort stumpfer und geht für mich anfangs jetzt deutlicher in Richtung "Encens Chembur". Der Eventualität, auf Anfragen zu Exorzismen zu stoßen, wurde mit der Wahrnehmung gegenständlicher Rezeptur konsequent begegnet.

Der somalische Weihrauch hat quasi einen Beißkorb bekommen und ragt nicht mehr so deutlich in den Duftstart hinein, was für mich bedeutet, ich muss etwas 3 Stunden "leiden", bis der Duft dort ist, wo ich ihn haben möchte. Die für mich weniger schönen süßen Einstreuungen, werden nicht mehr so gut abgedeckt, wie ich es in Erinnerung habe. Das Endergebnis nach langem Warten, ist zum Glück immer noch dasselbe.

Aufgrund der "Leidensphase" wird der "Cardinal" für mich zu einer echten Alternative. Der ist sehr rasch sehr schön und sollte ihm die Luft ausgehen, kann man nachlegen. Auch wenn der Full Incense in Hautnähe noch einen Tick schöner ist, muss ich heute insgesamt weniger Kompromisse eingehen.

"Avignon", schmecke ich nach dem Auftragen auf der Haut, nach spätestens einer Stunde im Mund. Ist somit gar keine Option für mich. Keine Ahnung was die dort pantschen.

Ein weiser Mann (oder war es eine Frau), hat mal sinngemäß gesagt: "Wenn du einen Duft magst, leg dir einen Vorrat an. Weil er nie wieder so riechen wird" Ich muss hier leider beipflichten!
16 Antworten
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
Cravache

64 Rezensionen
Cravache
Cravache
Top Rezension 0  
Sensationelle Enthüllung: Yatagan ist Pierre Montale! - Ein Expeditionsbericht
Diese Enthüllung schlug im idyllischen Parfumo-Dorf ein wie ein neuer Aventus-Batch in der Sekte der Jeremyaner. Der Parfumo-Philosoph Yatagan ist in Wirklichkeit Pierre Montale. Und umgekehrt. Pierre Montale, der Schöpfer der 15,390 Montale-Düfte (plus 8,690 Mancera-Flanker) und Erfinder des Bhopal-Ouds. Damit war auch klar, weshalb sich Yatagan jedes Jahr einmal für einige Monate zurückzog: er konzipierte in Schweigeklausur die 3,400 jährlichen Neuerscheinungen von Montale.

Da man nun im Parfumo-Dorf Yati zum einen sehr vermisste, zum anderen befürchtete, die Montale-Neuerscheinungen könnten bei übermässig langer Klausur allzu sehr Überhand nehmen, beschloss man, Yatagan zu suchen. Man befragte das Orakel von Parfumo, Gleigoline, und bekam zur Antwort: «Hehre Brüder und Schwestern der Nase, waldschrattet durch den schwarzen Schwarzwalde, wabert durch die Wogen des schwäbischen Meeres bis zum petrichorbekuhweideten Berge Appenzell!». Eilig wurde ein Expeditionstrupp mit dem Ziel Appenzell unter der Führung des wildesten Parfumos, Ole W. Chizza, zusammengestellt. Der Expedition schlossen sich der Speesuit Spee von der Spree, Polly Norris, eine Friesin, der Waldschrat Loyd und Melisse3 mit ihrem blutverschmierten Krummsäbel an.

Für den 20. Tag des Monats Hornung verabredete sich die Parfumo-Expedition an der Grenze zum Lande Appenzell. Appenzell, dieses sagenumwobene Gefilde, in dem es drei Vornamen und zwei Familiennamen gibt. Ein Land, in dem Kühe abstimmen und wählen dürfen, während dies Frauen noch versagt ist.

Als erste traf Polly Norris ein. Zu Fuss, nicht mit dem Auto, denn sie hatte es eilig. Mit einem Korb schwäbischer Eier und einer Quetschkommode unter dem Flügelarm, zur Verpflegung und Erbauung der Expeditionstruppe. Alsdann waldschrattete Loyd heran, mit einer Eishockeytaschen-grossen Tabaktasche, drei leere Fässer vor sich her rollend. Mit denen er Yatagan und gleich auch die grüne Fee, die in Schweizer Tälern haust, einfangen wollte. Auch nicht lange auf sich warten liessen Ole W. Chizza, die wie immer schwerbewaffnete Melisse3 und der Speesuit, der seine Exorzismuszange mit sich führte. Als letzte raste die Friesin aus Friesland mit ihrem schwedischen Strassenkreuzer Knut herbei. Da Appenzell kaum grösser als eine gut sortierte Parfümerie ist, erwischte die Friesin die letzte Kurve nicht richtig und parkierte Knut auf Pollys Landeiern und Ole W. Chizzas Motorrad, das nun die Dimensionen eines Dreirads hatte. Und auch eines von Loyds Fässern war Kleinholz. Ein arger Tumult brach aus und hätte nicht der Speesuit alle mit seiner Exorzismuszange gekniffen, die Parfumo-Truppe hätte sich in Parfumo Innerrhoden und Parfumo Ausserrhoden geteilt.

Da Knut voll mit Helmen, Zollstöcken und anderem Friesenkrimskrams war, musste die Truppe nun zu Fuss weiterziehen, gackernd, Fässer rollend-grollend, ermuntert durch einen gelegentlichen Exorzismuszangenzwick. Am Abend des 20. des Monats Hornung traf die Parfumo-Expedition in Hundwil ein (benannt nach dem Appenzeller Nationalgericht). Schnell zimmerte Bob, die friesische Baumeisterin, eine Unterkunft zusammen. Die Friesin verpflegte die Truppe aus ihrer Knutkombüse mit Getreideriegelkrümeln, Pollys Quetschkommode berieselte die Truppe mit lüpfigen Hudigäggelern (Ländlermusik) und der Speesuit quarzte heimlich Loyds Tabaktasche leer.

Leider erwies sich die Hütte als nicht besonders stabil und brach mitten in der Nacht zusammen. «Gute Architektur und Stabilität bedingen sich nicht!», meinte die Friesin. Eine Ansicht, die Loyd gar nicht teilte, denn er hatte nebst dem Verlust seiner Tagesration Tabak den eines weiteren Fasses zu beklagen. Noch in der Nacht brach die Parfumo-Expeditionstruppe auf und erreichte im Morgengrauen des 21. Tages des Hornungs Appenzell.

Als erstes vernahm die Truppe einen kräftigen Hauch Montale-Weihrauch. Yatagans Parfumlaborkemenate konnte wohl nicht mehr fern sein. Ein nicht zu frommer Weihrauch, violett-dunkel, aber nicht so schwarz wie eine Hasenseele. Weihrauch auf einen warmen Zedernscheiterhaufen gebettet, dessen Basis noch nicht abgebrannt, aber auch nicht mehr weihrauchgrün wie YS Uzacs BOM hinter den Ohren ist. Unisex gewürzt und gendersternchenausbalanciert. Zu Beginn ist der Duft mit einer voralpinen Morgenkühle beseelt, sonnenbeschienen, im Herzen harzig, mit balsamischem Piniengewand. Schwarzes Harz tropft vom Himmel auf die Patch-Erde. Eine Weihrauchaura vom Zauber eines morgenländischen Königsgeschenkes, persischem Gold gleich. Nicht so scheu wie die nächtlichen Schatten am Gemäuer des südfranzösischen Papstsitzes. Vielmehr durch die Knopfnasenkathedrale schwebend, wenn auch nur in einer Dimension, nicht in Transzendenz entschwebend. Dem Speesuiten gefiel der sakrale Weihrauch ohne jede Rokokoallüre, so ornamentlos, dass er sogar Melisse3s Waffenbruder Zwingli gefallen würde. Unaufgeregt wie die Ewigkeit, wohlriechend wie der Geigenlack des Firmaments.

Die Parfumo-Expedition wähnte sich beim Einzug in die Häuseransammlung Appenzell kurz vor ihrem Ziel. Melisse3 stürmte als erste mit gezücktem Krummsäbel den Landsgemeindeplatz von Appenzell, die anderen Parfumos folgten ihr. Beim Einparken von Knut wurde weiterer Kollateralschaden verursacht – Loyds letztes Fass war platt wie eine Flunder und auch Pollys Quetschkommode war mehr Quetsch als noch kommod. Doch die Appenzeller waren schwer beeindruckt von der Parfumo-Expeditionstruppe und die männlichen Appenzeller sowie das horntragende Stimmvieh wählten sie zur neuen Standeskommission (Regierung von Appenzell). Ole W. Chizza, der erste Expeditionsleiter, der seit dem Ende der letzten Eiszeit Appenzell erreicht hatte, wurde Regierender Landammann. Der Speesuit Spee von der Spree wurde Stillstehender Landammann, da dem schneidigen Exorzisten der Stillstand lag. Polly wurde Frau Statthalter, da sie Appenzell für eine Stadt hielt, zur Frau Landeshauptmann wurde die schwerbewaffnete Melisse3 ernannt (noch heute kann an der Appenzeller Landsgemeinde statt der Stimmkarte der Landsgemeinde-Degen als Zeichen der Zustimmung erhoben werden). Die Friesin entschied sich für das Amt der Frau Säckelmeister, weil ihr der Amtsname neckisch erschien und Nackigwandern in Appenzell Volkssport ist – Zipfelstürmer ahoi. Knut, als einziger im Besitze eines Zollstocks, wurde zum Appenzeller Bauherren gewählt. Und zu guter Letzt ernannte man Loyd zum neuen Landesfähnrich. Zwar fand er weder Yatagan noch die grüne Fee, doch der Appenzeller Alpenbitter machte ihn zum ersten Fahnenträger im Lande Appenzell.

Und so lebte die Expeditionstruppe in Parfumo Innerrhoden glücklich noch viele Jahre. Währenddessen man in Parfumo Ausserrhoden des Phantoms Pierre Montale ein weiteres Mal nicht habhaft wurde.
50 Antworten
7
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9.5
Duft
Leimbacher

2762 Rezensionen
Leimbacher
Leimbacher
Top Rezension 23  
Die Erneuerung des Weihrauchs
"Full Incense" von Montale ist einer ihrer Besten, einer der feinsten Weihrauchdüfte am Markt und ein kleines, nicht zu klerikales Wunder vor dem Duftherrn.

Die Jungs und Mädels von Montale haben ein paar wummsige Klassiker in ihrem Repertoir - "Full Incense" ist ohne Wenn und Aber einer von diesen. Er ist die volle Dröhnung Weihrauch, nur etwas gesüßt und wärmer gemacht. Ein wirklich fantastischer Duft, dem selbst Weihrauch- und Montale-Skeptiker seine Klasse nicht absprechen können. Und wenn man, wie ich, Weihrauch liebt, dann verpasst man diesem Montale schnell einen Heiligenschein.

Dieser Weihrauch hat alles, was man sich von dem rauchigen Stoff wünschen kann. Klar gibt es purere und klarerer strukturierte Weihräuchler, doch für meinen Geschmack ist "Full Incense" eindeutig in der Top 5 in seinem Genre. Er ist griffig, eindeutig ein Weihrauchduft aber nicht angestaubt oder altbacken. Nicht steril, sondern warm, balsamisch und vollmundig. Die braune Farbe seines Flakons passt gut, vielleicht würde ich sogar noch etwas Orange reinmischen. Nicht dass er fruchtig wäre, doch er hat diesen Schimmer und Glanz in den Augen, ein Prickeln und eine positive Aura, die vielen anderen, strengen Weihrauchparfums oft abgeht. "Full Incense" ist wärmer als man denkt.

Flakon: die teuersten Deos der Welt... noch immer.
Sillage & Haltbarkeit: 9 Stunden, volle Kanne, Wuchtbrumme - Beastmode ist angeschaltet.

Fazit: Weihrauch wurde für mich nie schöner, tragbarer, feiner, cooler. Ein Charakterduft, aber nicht nur für Mönche und Heilige. Wer Weihrauch in seinen Düften mag, kommt eher früher als später nicht um diesen Montale-Meilenstein herum. Große Klasse! Meinen Segen hat er.
6 Antworten
7.5
Flakon
5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
8
Duft
Apicius

1106 Rezensionen
Apicius
Apicius
Top Rezension 28  
Himmel hilf!
Wie katholisch muss man sein, um diesen Duft tragen zu können? Wer in der Sonntagsmesse noch nicht genug bekommen hat, kann mit ein paar Sprühern Full Incense das sakrale Feeling augenblicklich wieder herstellen. Montale hat uns nicht zu viel versprochen: Full Incense ist eine volle Dröhnung Kirchenweihrauch!

Leise Töne sind nicht Sache von Pierre Montale. Mit Parfums wie Oud Cuir d'Arabie oder auch Chocolate Greedy hat er bewiesen, dass er meint, was er sagt. In diese Reihe dürfen wir Full Incense ohne Bedenken stellen.

Weihrauchparfums können sehr unterschiedlich sein. Oft sind sie einfach nur besonders rauchig, behalten aber eine gewisse Wärme, die sie zu einem guten Begleiter an kalten Tagen machen – L'Homme Sage von Divine wäre hier als Beispiel zu nennen. Doch Full Incense ist da ganz anders, und das beschreibt man am besten in einem Bild.

Ich erinnere mich da an Fahrradtouren im Hochsommer, vielleicht durch Frankreich. An einem dieser viel zu heißen Tage erreicht man erschöpft und schwitzend irgendwo auf dem Lande ein Kloster, dessen mittelalterliche Gemäuer entspannende Kühle versprechen. Man betritt ein dunkles gotisches oder gar romanisches Kirchenschiff, und sofort erwischen einen die kalt abgestandenen Weihrauchreste der letzten Messe. In so einem Gemäuer ist es immer kalt und feucht, auch bei Sommerhitze! Wie schön ist doch der November, mag man da denken, angesichts dieser Grabeskälte, die einen da aus Richtung Krypta - von den Grüften her - anzuwehen scheint: jene so eigentümliche Mischung aus Weihrauch, Schimmel, Stockflecken, Staub und Feuchtigkeit.

Es gibt nur einen kleinen Aspekt, der im Bereich der Herznote dieses Bild etwas modifiziert: ich meine eine deutlich harzige Note mit etwas synthetischer Anmutung, vermutlich das Elemi-Harz. Ihre Qualität ließe fast auf einen hypermodernen Duft aus dem Hause Comme des Garçons schließen. Doch auch diese Irritation fügt sich stimmig ein. Ich erinnere mich hier an die merkwürdige, synthetische Tiefe eines Vapor von Neil Morris, dem sie ähnelt – jenes durchdringend ätherischen Parfums, das an Wölkchen vor einem unendlich blauen Himmel denken lässt.

So kontrastiert die aschfahle, düstere Grabesluft in Full Incense mit grellen, surrealen Farben des Sommers – einem enorm tiefen, verdächtig blauen Himmel mit weißen, scharf gezeichneten Wolken und einer fast unerträglichen Mittagshelle. Gut, dem Weihrauch sagt man ja gewisse psychische Wirkungen nach - vermutlich ähnlich wie schnellem Fahrradfahren („Runners High!“). Da gehen wohl ein paar Dinge zusammen.

So ist es für mich gerade dieser Gegensatz, der bei Full Incense ein Abgleiten in den Kitsch der Gregorianik-, Kloster- und Mittelalterwellen verhindert. Was kann unheimlicher sein als Grabeskälte im Hochsommer?

Allein der Drydown verläuft mit zunehmender Patchouli-Präsenz etwas konventioneller, aber da hilft nachlegen!

Und so empfehle ich Full Incense – als Sommerduft! Und zwar allen Freunden dunkler Romantik, die angesichts allgemeiner Sommerlaune eine alternative Gemütslage pflegen und hierfür ein entsprechendes Parfum suchen.
9 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

111 kurze Meinungen zum Parfum
PinseltownPinseltown vor 9 Monaten
8
Flakon
9
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Würziger Weihrauch
Umhüllt im Licht des Dunklen
Den Holzaltar
Der alten Kathedrale
Erdboden vibriert grollend
I wear my sunglasses at night
42 Antworten
SchalkerinSchalkerin vor 3 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
9
Haltbarkeit
8
Duft
Wir sind mal wieder in der Kirche. Der große Herr Weihrauch und die kleine Frau Grün treffen sich zur Messe. Montale in schön.
24 Antworten
NuiWhakakoreNuiWhakakore vor 2 Jahren
5
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8
Duft
Ostersonntag in der Dorfkirche
der Ministrant gibt alles
full Incense mit Zitronenscheibe
Ohnmachtsanfälle in der Zedernbank
22 Antworten
GaukeleyaGaukeleya vor 3 Jahren
8
Flakon
9
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Frischer, klarer, silbriger, mineralischer Weihrauch. Fegt das Hirn frei und entspannt mit wohliger Monotonie Körper und Seele.
13 Antworten
FloydFloyd vor 4 Jahren
5
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Aus schwerer Schale Pendel
Wabern leinenweiße Weihrauchwolken
Regnen dunkles Harz vom Himmel
Schimmern tausendfarbig golden
7 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

Diskussionen zu Full Incense

ExUser in Herren-Parfum
"Comme des Garçons 2 Man" finde ich angenehm. Geht ein bisschen in die Richtung von "Gucci Pour Homme", ist aber weihrauchiger, weniger holzig und nicht...

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