
Meggi
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Meggi
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20
Sonst wohin
Ein rätselhaftes Gebräu. Gleich nach dem Auftragen springt mich eine stechend-muffige Künstlichkeit an, wie sie viele (und leider nicht ausschließlich miese) Lavendeldüfte bei mir entwickeln. Erst im Verlauf der folgenden Stunde dämmert mir, dass es sich dabei um den Vorboten einer Heliotrop-Synthetik handeln muss.
Die womöglich bekannteste Heliotrop-Art, die Vanille-Blume, macht zwar geruchlich ihrem Namen zweifellos Ehre, bietet allerdings zusätzlich einen pieksig-süßlichen Einschlag, der auf mich stets recht künstlich wirkt. Genau das kommt mir in den Sinn. Nun ist Heliotrop in Düften als Vanille-Geruchs-Quelle wohl keineswegs ungewöhnlich (oder sogar Standard - habe ich zumindest irgendwo gelesen), aber ein bisschen runder darf das doch gern sein, finde ich.
Außerdem könnte Zimt am Geruchseindruck beteiligt sein, würde zum Gepiekse allemal passen. Von Ferne – ganz von Ferne – mag Orangenblüte eine Rolle spielen. Laut Angua (siehe unten) wird eben jene auf der Pulle erwähnt, von selbst wäre ich darauf zunächst nicht gekommen. Wie dem auch sei, mit Phantasie geht – ganz, ganz von Ferne – meinetwegen Orangenblüten-Honig in Ordnung. Trockene Zeder staubt im Untergrund herum. Nebenher. Als wenn die beiden nichts miteinander zu tun hätten, macht da jeder so sein Ding.
In der vierten Stunde dringt der Muff wieder durch, diesmal, das sei zugestanden, holziger als zuvor. Die leicht pieksig-stinkige Weißblüher-Note rückt ein wenig näher heran. Ab der fünften Stunde – variatio delectat – scheint mir der Muff mehr wie einer von Patchouli. Dazu die wohlbekannte synthetische Süße. Die Kombination empfinde ich als richtig unangenehm. Staubiger Muff und billige Vanille. Unglücklicherweise geht das stundenlang damit weiter, bis gegen Abend endlich bloß noch…staubiger Muff herrscht.
Wenn ich einen Duft nennen müsste, an den mich Africa am ehesten erinnert, dann wäre das wegen der dominant-künstlichen Heliotrop-Note auf trockenem Holz tatsächlich (das freilich bessere) Nightflight von Joop. Wobei der Nacht-Flug im vorliegenden Fall sonst wohin führen mag – nur jedenfalls nicht nach Afrika.
Was bleibt, ist meine Erkenntnis, dass laut Duden ein „sonst“ immer vom folgenden Wort getrennt wird. Aha. Wenigstens etwas.
Ich bedanke mich bei ChaiTee für die Probe.
Die womöglich bekannteste Heliotrop-Art, die Vanille-Blume, macht zwar geruchlich ihrem Namen zweifellos Ehre, bietet allerdings zusätzlich einen pieksig-süßlichen Einschlag, der auf mich stets recht künstlich wirkt. Genau das kommt mir in den Sinn. Nun ist Heliotrop in Düften als Vanille-Geruchs-Quelle wohl keineswegs ungewöhnlich (oder sogar Standard - habe ich zumindest irgendwo gelesen), aber ein bisschen runder darf das doch gern sein, finde ich.
Außerdem könnte Zimt am Geruchseindruck beteiligt sein, würde zum Gepiekse allemal passen. Von Ferne – ganz von Ferne – mag Orangenblüte eine Rolle spielen. Laut Angua (siehe unten) wird eben jene auf der Pulle erwähnt, von selbst wäre ich darauf zunächst nicht gekommen. Wie dem auch sei, mit Phantasie geht – ganz, ganz von Ferne – meinetwegen Orangenblüten-Honig in Ordnung. Trockene Zeder staubt im Untergrund herum. Nebenher. Als wenn die beiden nichts miteinander zu tun hätten, macht da jeder so sein Ding.
In der vierten Stunde dringt der Muff wieder durch, diesmal, das sei zugestanden, holziger als zuvor. Die leicht pieksig-stinkige Weißblüher-Note rückt ein wenig näher heran. Ab der fünften Stunde – variatio delectat – scheint mir der Muff mehr wie einer von Patchouli. Dazu die wohlbekannte synthetische Süße. Die Kombination empfinde ich als richtig unangenehm. Staubiger Muff und billige Vanille. Unglücklicherweise geht das stundenlang damit weiter, bis gegen Abend endlich bloß noch…staubiger Muff herrscht.
Wenn ich einen Duft nennen müsste, an den mich Africa am ehesten erinnert, dann wäre das wegen der dominant-künstlichen Heliotrop-Note auf trockenem Holz tatsächlich (das freilich bessere) Nightflight von Joop. Wobei der Nacht-Flug im vorliegenden Fall sonst wohin führen mag – nur jedenfalls nicht nach Afrika.
Was bleibt, ist meine Erkenntnis, dass laut Duden ein „sonst“ immer vom folgenden Wort getrennt wird. Aha. Wenigstens etwas.
Ich bedanke mich bei ChaiTee für die Probe.
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Aspasia0
ChaiTee
Odoriamola





























