Erster Besuch in einer Parfümerie oder „Ist das noch zu früh?“
Vor kurzem hatte ich das Glück, mit meiner Familie inkl. Enkelkinder ein paar Tage gemeinsam Urlaub am schönen Bodensee zu machen. Da für mich der Urlaub dort auch immer mit einem Besuch meiner Lieblingsparfümerie verbunden ist, hat es sich ergeben, dass ich zusammen mit meiner 7-jährigen Enkelin (nennen wir sie Antonia) die Parfümerie besucht habe.
Nachdem wir erstmal ausgiebig die vollen Regale mit den wunderschönen gläsernen Flakons bestaunt haben, habe ich sie gefragt, ob sie mal einen Duft probieren möchte und wonach er duften sollte. Sie wählte die Erdbeere. Naja, das wäre jetzt ja überhaupt nicht meine Wahl, aber darum ging es ja nicht.

Daraufhin wurden uns von der Verkäuferin vier Düfte auf Streifen gesprüht:
Perfect,
Bouquet de Hongrie Eau de Parfum ,
Aqua Allegoria Rosa Rossa und "Acqua Colonia Lychee & White Mint | 4711". Irgendwie haben sie alle nicht nach Erdbeere geduftet, aber zumindest hat Antonia sehr sicher den
Perfect für sich als schönsten Duft unter diesen vier ausgewählt. Von den vorgestellten Düfte hatte nur der bdk die Erdbeere in der Pyramide und auch diese war hinter der dominanten Birne kaum wahrzunehmen - aber wahrscheinlich hatten sie dort keinen anderen. Meine Wahl wäre von diesen vieren auf den "Acqua Colonia Lychee & White Mint | 4711" gefallen mit seiner schönen Frische - aber um mich ging es ja nicht.
Antonia hat die vier Teststreifen den ganzen Tag mit sich herumgetragen und – ohne es zu wissen – bei wiederholter Nachfrage immer wieder den
Perfect als für sie schönsten Duft genannt.
Am nächsten Tag waren wir nochmals dort, diesmal mit der ganzen Familie. Nach einem ausgiebigen Einkauf (Ostergeschenke für die Eltern) wurden Antonia und ihr Bruder (nennen wir ihn Felix, 11 Jahre) gefragt, welchen Duft sie gerne mal probieren möchten. Felix nannte die Natur mit Orange und ihm wurde
Eau des Jardins vorgestellt. Das war für ihn ein Volltreffer. Antonia nannte dieses Mal Lavendel (den Duft kennt sie aus dem eigenen Garten) und ihr wurde
Lavande de Haute-Provence auf den Streifen gesprüht. Auch dieser hat ihren Geschmack voll getroffen. Ich möchte diese Auswahl hier nicht kommentieren – wichtig ist, dass die Düfte den beiden gut gefallen haben.

Das Beste aber war, dass beide jeweils einen 5 ml Schmuckzerstäuber mit diesen Düften geschenkt bekommen haben. Darauf waren sie sehr, sehr stolz. Vielleicht haben hier zwei spätere Parfumliebhaber ihre ersten Dufterfahrungen gemacht – ich bin gespannt. Die Verkäuferin hat jedenfalls alles richtig gemacht und mit ihrer schönen Geste wirklich gutes Marketing betrieben.
Natürlich habe ich mich gefragt, ob das nicht alles noch zu früh für die beiden ist. Aber gibt es hierfür überhaupt ein "zu früh", solange es Freude macht? Es kann nicht verkehrt sein, die uns gegebenen Sinne frühzeitig zu schulen. Vieles kommt in der heutigen digitalen Welt ja sowieso viel zu kurz. Meinen ersten Duft "Patrizier Lavendel | Jünger & Gebhardt / Patrizier Haus Köln" habe ich mit 12 oder 13 Jahren bekommen. Und ich war auch so stolz darauf. Auf jeden Fall hat es Antonia und Felix – und auch mir – großen Spaß gemacht!
Danke fürs Lesen und ich hoffe, Euch hat es auch ein wenig Spaß gemacht 😊


MadameLegras
Die Medien kommen noch früh genug mit den wildesten Versprechen..
Ein tolles Erlebnis mit der Omi hast Du ihnen beschert- daran werden sie sich sicher lange erinnern, vor allem an ihre erste Abfüllung! Ich erinnere mich auch noch genau an meine erste Miniatur (als die noch kostenlos mitgegeben wurden): Chanel No.5 !
Aber wie die Lieblingsparfümerie mit so einer netten Dame heisst hätte ich so gerne erfahren:).
Solange sie sich nicht täglich einsprühen sondern es als etwas Besonderes zelebrieren ist doch auch gesundheitlich nichts bedenklich.
Ich persönlich hätte vielleicht etwas Bedenken, denn man sagt ja dass durch frühe Kontakte mit zu vielen oder "den falschen" (welche sind das???) Duftstoffen und ähnlichem das Risiko für Allergien steigt und bei uns in der Familie gibt es sehr viele Allergien...
Aber das wären nur meine Bedenken für meine "Ableger" 😂
Ich wünsche mir auch oft, dass ich als Kind z. B. schon ein Gespür für geschmackvolle Kleidung vermittelt bekommen hätte, wie es wahrscheinlich in den romanischen Mittelmeerländern passiert.
Ich glaube auch nicht, daß es zu früh ist, sich mit schönen Düften zu befassen. Die Enkel hatten doch schon ganz konkrete Vorstellungen.
Gerüche aller Art begleiten uns doch seit den ersten Tagen im Leben. Düfte können so viel auslösen und als schöne Erinnerung bleiben. Wie z.B. hat die liebe Oma geduftet, der köstliche Duft des Sonntagsbratens, eine blühende Wiese, die Lieblingskörperpflege, frische Erdbeeren und und und...
Ich finde es großartig, daß die Enkel so toll beschenkt wurden. Das vergißt man nicht so schnell wieder.
Ich kann mich noch erinnern, daß ich schon als kleiner Steppke an den Düften meiner Mutter herumschnupperte und ich oft Miniaturen geschenkt bekam. Das hatte schon eine große Faszination. Und wer weiß, vielleicht mischen die Enkel ja mal hier mit :-)
Ich weiß, dass solche Erfahrungen für später prägend sind und man sich gern daran erinnert, erstrecht wenn es die erste Parfumberatung in einer Parfumerie ist.
Meine Mutter liebte Parfum und schenkte mir als ich 7 war so ein kleines Fläschlein Veilchen-Blütenparfum von Florena (1948). (Ist auch hier bei Parfumo zu finden, kann es nur nicht verlinken.)
Zu DDRzeiten kostete das damals nur 1 Mark :-) .
Nichts Besonderes wohl, aber es war mein eigenes & ich liebte es, daran zu riechen. Als Jugendliche fing dann meine Suche nach eigenen tragbaren Düften an und als ich nach der Wende das erste mal in Grasse/🇫🇷 war, hatte die Leidenschaft für Parfüm auch mich gepackt. Zwischenzeitlich, als ich selbst Mutter wurde, habe ich auch mal meine Sammlung aufgelöst, aber so ganz weg davon kommt man doch nie. Heute sammle ich lieber Pröbchen&liebe es, Neues zu testen, auf der Suche nach meinem heiligen Gral :-) .
Die Kinder werden sich riesig gefreut haben
Alles richtig gemacht
Tolles Erlebnis.