Lake Bottom Folie à Plusieurs 2020
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Following Ophelia
Ophelia. Ist es wahr. Wie Staub bewegten sich Tropfen von Wasser, fast lautlos wie fliegende herbstliche Blätter, hinauf aus Deinem Bett im Fluss. Aus Pfeffer gemahlen Deine bitteren Tränen, die im Morgen zu Reif vertrockneten. Deine Augen schlugen nussbraune Wurzeln durch das herbe Kraut verlebter Blüten im Laub auf den aufgedunsenen Rinden. Ich kann Deinen Körper nicht finden. Ich folge den klammen Nebelschwaden über frierende Flechten und knirschenden Grünspan, die zart mäandernden feuchten Schlieren im Tau auf den erdigen Böden, die perlmuttfarbnen Zweige, die in der Ferne sich regen, am Grund eines Sees. Der Rest ist Schweigen.
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Folie À Plusieurs versteht sich als olfaktorisches Aufnahmegerät, welches die Gedanken, die Arbeit und die Erfahrungen von Künstlern speichert und reflektiert. "Lake Bottom" ist Mark Buxtons olfaktorische Reflexion der gleichnamigen Fotoserie der Künstler Prue Stent und Honey Long aus dem Olfactive Journal von 2020 aus dem selben Haus. Abgebildet ist dort etwa ein nackter Körper in grünem Schlamm, Perlen auf Haut, Strukturen von Wasser, Erde, Pflanzen und Holz am Grund eines leeren Sees.
Buxton widmet sich dem Thema auf seine typische Art, transparent, fast nebelartig deutet er die Szenerie an, zunächst hellgrün, herb, frisch, feucht-wurzelig-krautig (Cypriol, Artemisia, Arnika) mit leicht pfeffrigen (Veilchenblatt) und würzig-laubartigen Noten (Galbanum), bevor das Vetiver deutlicher wird, nussig, erdig und holzmulchig. Die Eiche ist eher hell und frisch geschnitten, in kleinen zweigartigen Spänen ragt sie eher selten aus den erdig-feuchten Moosen und dem fast schon minzig-hellen Patchouli der Basis hervor. Weihrauch und Moschus wirken wie tauartige Schleier, in welchen die Moleküle mit gebührendem Abstand für gedankliche Leerstellen leise schweben und nach guten sechs Stunden zunehmend schweigen.
(Mit Dank an Marieposa)
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Folie À Plusieurs versteht sich als olfaktorisches Aufnahmegerät, welches die Gedanken, die Arbeit und die Erfahrungen von Künstlern speichert und reflektiert. "Lake Bottom" ist Mark Buxtons olfaktorische Reflexion der gleichnamigen Fotoserie der Künstler Prue Stent und Honey Long aus dem Olfactive Journal von 2020 aus dem selben Haus. Abgebildet ist dort etwa ein nackter Körper in grünem Schlamm, Perlen auf Haut, Strukturen von Wasser, Erde, Pflanzen und Holz am Grund eines leeren Sees.
Buxton widmet sich dem Thema auf seine typische Art, transparent, fast nebelartig deutet er die Szenerie an, zunächst hellgrün, herb, frisch, feucht-wurzelig-krautig (Cypriol, Artemisia, Arnika) mit leicht pfeffrigen (Veilchenblatt) und würzig-laubartigen Noten (Galbanum), bevor das Vetiver deutlicher wird, nussig, erdig und holzmulchig. Die Eiche ist eher hell und frisch geschnitten, in kleinen zweigartigen Spänen ragt sie eher selten aus den erdig-feuchten Moosen und dem fast schon minzig-hellen Patchouli der Basis hervor. Weihrauch und Moschus wirken wie tauartige Schleier, in welchen die Moleküle mit gebührendem Abstand für gedankliche Leerstellen leise schweben und nach guten sechs Stunden zunehmend schweigen.
(Mit Dank an Marieposa)
42 Antworten


Buxton ist für mich manchmal hervorragend, manchmal weniger verständlich.
Immerhin scheinen sich hier die Kontraste gut auszugleichen.
Wie dem auch sei, schön geschrieben aber Buxton kommt mir nicht ins Haus.
Mich macht der transparent ,nebelartige Aufbau richtig neugierig.
Wieder eine sehr besondere Floyd-Rezension.🏆🏆🏆
Hier finde ich das Flakonbild auch sehr cool, sieht aus wie das Leuchten einer Kerze im Wasserglas.
Deine Rezension ist ein melancholischer Düstertraum. Wunderschöne Worte...
Gänsehaut und ein Pfeffertränchen.
Du hast sie in deinen starken Bildern wundervoll eingebettet !
Einer der besseren Folie À Plusieurs. (deren Bilder ich sehr schätze)
Die Düfte ordne ich eher im Mittelfeld ein.