Iris Bleu Gris von Maître Parfumeur et Gantier
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7.7 / 10 72 Bewertungen
Iris Bleu Gris ist ein beliebtes Parfum von Maître Parfumeur et Gantier für Herren und erschien im Jahr 1988. Der Duft ist pudrig-grün. Es wird noch produziert.
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Duftrichtung

Pudrig
Grün
Blumig
Würzig
Zitrus

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
grüne Notengrüne Noten BergamotteBergamotte ZitroneZitrone
Herznote Herznote
IrisIris JasminJasmin VanilleVanille
Basisnote Basisnote
EichenmoosEichenmoos MoschusMoschus VetiverVetiver

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.772 Bewertungen
Haltbarkeit
7.661 Bewertungen
Sillage
6.859 Bewertungen
Flakon
7.452 Bewertungen
Eingetragen von DirkDS, letzte Aktualisierung am 08.03.2024.

Rezensionen

3 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Meggi

1019 Rezensionen
Meggi
Meggi
Top Rezension 26  
Da verwischt die Zuordnung
Leicht macht dieser Bursche es einem nicht. Der Auftakt riecht regelrecht nach Klebstoff, womöglich ist daran das Blattgrün Schwarzer Johannisbeere beteiligt. Iris blinkt zwar zügig auf, inklusive einer huschenden Karotten-Hommage, aber rasch wird sie überflügelt von rauem, warmem Gekratze, wahlweise moosig-grünem Geschabe, und hat es hinfort schwer, sich dagegen zu stemmen.

Mag sein, dass hier der Gegenspieler einen Zacken zu wuchtig geraten ist, indes bedarf eine derartige Iris eines würdigen Konterparts. Ewig balgen sich bittere und süße Aspekte. Sofern überhaupt ein gelegentlicher Gedanke an Lippenstift aufblitzt, ist das sozusagen ein sehr muskulöses bzw. maskulines Exemplar. Daneben kommen stundenlang immer wieder punktuelle Klebstoff-Ambitionen zum Vorschein.

Innerhalb dieser Gemengelage entsteht in Sachen Iris ein Effekt, den ich ähnlich in Bois d’Iris von TDC (kein Zwilling!) erlebt habe und der am ehesten mit einem Schluck Leitungswasser nach einem Bad im Meer vergleichbar ist. Der schmeckt dann ja fast süß und so wirkt es heute auch. Die über-bittere Iris im Wechselspiel mit latent karottiger Süße, die geruchlich von Rechts wegen nicht vom Lippenstift-Pudrigen trennbar ist und doch das Unangenehme mehr als nur streift, mithin dem Träger einiges abverlangt. Oder durchaus der Trägerin – das für den vorliegenden Duft erforderliche Format verwischt meines Erachtens jede klare Zuordnung.

Ab mittags rieche ich obendrein einen deutlich seifigen Einschlag direkt auf der Haut. Aromatisch und rustikal, so auf eine kräftig-markante Anno-dunnemals-Weise. Keine der genannten Zutaten vermag mir das in Gänze aufzuschlüsseln.

Im Verlauf des Nachmittags kehrt via Vanille Beruhigung ein. Die Dame kleistert den Duft allerdings nicht zu, darf lediglich als verbindendes Element allmählich die Ecken abrunden. Seinen starken Kern verleugnet Iris Bleu Gris freilich zu keiner Zeit und alle bislang beteiligten Kollegen bleiben bis in den Abend hinein an Bord. Dennoch tut diese Milderung nun gut, ein bisschen anstrengend war die Reise nämlich schon.

Fazit: Der hat Art, Ecken und Kanten. Eine Test-Empfehlung.

Ich bedanke mich bei Bartholomeo für die Probe.
18 Antworten
5
Flakon
7.5
Sillage
10
Haltbarkeit
8.5
Duft
Profumo

284 Rezensionen
Profumo
Profumo
Top Rezension 26  
Nicht pudrig und sehr maskulin: das Anti-"Dior Homme"
Selten, aber doch häufiger als man denkt, geschieht es, dass ein Duft durch eine warum auch immer vorgenommene Reformulierung gewinnt.
So geschehen im Falle von „Iris Bleu Gris“.
Sicher, der Duft war schon zuvor (noch in den 90ml Flakons) ziemlich gut gelungen: erdig, buttrig und blumig im Herzen, ganz im Zeichen der Iris Pallida stehend, mit einem kräftigen, maskulinen Fond, der an die großen Lederchypres der späten 70er und frühen 80er erinnerte – Jean François Laporte verstand sein Handwerk. Aber „Iris Bleu Gris“ war eben auch arg groß dimensioniert, ziemlich voluminös und vergleichsweise laut.
Die heutige Fassung ist dagegen viel moderater, so als habe man noch einmal das Mischpult bedient um sämtliche Tonspuren, Bässe wie Höhen, in neue, für heutige Bedürfnisse verträglichere Relationen zu setzen.

Das Ergebnis ist verblüffend: Eindeutig erklingt dasselbe Lied, nur leiser, weniger wummernd, mit zurückgenommenen Bässen, dafür strahlenderen Höhen. Wer aber nun denkt, das Ergebnis sei vermutlich auch ein kurzlebigeres, der irrt. „Iris Bleu Gris“ ist in Sachen Langlebigkeit immer noch ein Marathonläufer, nur eben dezenter im Auftritt und dadurch eine Raffinesse offenbarend, die ich zuvor so nicht wahrgenommen habe.

Die aktuelle Ausgabe des Duftes beginnt mit einem viel frischeren Auftakt, der von zitrischen und grasigen Noten geprägt ist. Darunter aber eröffnet sich schon bald der mächtige Iriswurzel-Akkord mit seinen buttrig-erdigen (die Wurzel: „Gris“), aber auch blumigen (die Blüte:„Bleu“) Nuancen, die gewisse Ähnlichkeiten mit dem Geruch von Veilchen haben, gepaart mit den grasig-grünen Momenten des Veilchenblattes. Die für viele Iris-Düfte typische Pudrigkeit ist allerdings kaum auszumachen, was manche, die diese Düfte gerade deswegen schätzen, sicher irritieren dürfte.
Aber das Konzept dieses Werkes war vermutlich, einen Duft rund um die dunklen, mitunter fast holzigen Aspekte der Iris-Wurzel zu kreieren, um deren maskuline Seite hervorzuheben. Hätte man die Pudrigkeit betonen wollen, wäre sicher zusätzlich an Vanille und Mandeln erinnerndes Heliotropin zum Einsatz gekommen, was den Duft allerdings recht schnell in die Nähe solcher Klassiker wie Guerlains „Après l´ondée“ oder „Mouchoir de Monsieur“ gerückt hätte – Düfte, die 80 Jahre und mehr auf dem Buckel haben und zur Entstehungszeit von „Iris Bleu Gris“ alles andere als modern waren (wiederum zwanzig Jahre später nahm „Dior Homme“ das pudrige-Iris-Thema wieder auf und konnte es als vermeintlich „brandaktuelle“ Neuigkeit, die so neu nun wirklich nicht war, platzieren).

„Iris Bleu Gris“ ist nun also ein Kind seiner Zeit und da experimentierte man eben gerne mit ledrigen Chypre-Fonds, die häufig auch ein wenig Castoreum enthielten – ein animalischer Twist musste halt sein, damals, in den überaus hedonistischen 80er Jahren.
Heute ist das natürlich alles furchtbar unmodern und vorgestrig, aber irgendwie geht es mir mit „Iris Bleu Gris“ wie mit einem uralten Bekannten, den man lange nicht gesehen hat und im Grunde seines Herzens auch gar nicht sehen wollte – zu sehr erinnern altbekannte Gesichter doch zuweilen auch an gerne verdrängte Exzesse... Nun aber, da er vor einem steht, ist man doch unerwartet freudig überrascht und verwundert, wie gut er sich gehalten hat, der Bekannte. Wie vertraut er einem noch immer ist, und – im Falle von „Iris Bleu Gris“ – wie feingliedrig er daher kommt: Keine Schulterpolster, kein überlautes Gebahren, stattdessen ein zwar in die Jahre gekommener, eleganter Zeitgenosse, dem man sein Alter durchaus ansieht, der aber dennoch verjüngt wirkt, schlanker, fitter, irgendwie trainierter als in der eigenen Erinnerung.

So ähnlich ergeht es mir mit dem heutigen „Iris Bleu Gris“ (nun in 100ml Flakons): es überzeugt mich noch immer und ich bin tatsächlich ausnahmsweise einmal froh um die behutsame Reformulierung, die offensichtlich im Respekt vor der Güte des alten Laporte-Werkes vorgenommen wurde.

Wer einen trockenen, unpudrigen Irisduft sucht, und wem beispielsweise „L´Homme de Coeur“ zu spröde ist, dem sei dieser alte Laporte-Duft empfohlen. Allerdings sollte man aber auch die ledrige Chypre-Basis von sagen wir mal „Van Cleef & Arpels pour Homme“ ertragen können, denn diese ist durchaus vorhanden, wenngleich viel sanfter und gezähmter.

Ein großer Duft!
11 Antworten
7.5
Haltbarkeit
7
Duft
Apicius

1106 Rezensionen
Apicius
Apicius
Top Rezension 7  
Zuviel des Guten, zu wenig Iris
Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, ist Iris Bleu Gris ein Duft, in dem die Iris nur sehr verhalten eingesetzt wurde. Nach dem Aufsprühen muss man zunächst eine saure Zitrone überstehen; dann endlich macht sich langsam Iris bemerkbar. Aber – leider – nicht alleine. Mit ihr zusammen erscheinen etwas Vanille, etwas helles Vetiver und dann auch schon Hölzer und Moschus. Also ein sehr „integrierter“ Irisduft; insofern das genaue Gegenteil von Düften wie Mouchoir de Monsieur (Guerlain) oder Infusion d’Homme (Prada). Von Iris-typischer Pudrigkeit ist nur ein wenig zu spüren, zu sehr macht sich Vanille breit.

Was ist hier bloße mit „bleu-gris“ gemeint? Vielleicht die Tatsache, dass die Iris begleitet, regelrecht verschattet und abgedunkelt werden soll? Dann aber irritiert mich doch sehr die kräftige, strahlende Zitrone im Kopf, die will so recht nicht zu einem solchen Konzept passen. Wenn die jedoch weg ist, ergibt sich eine ziemliche Ähnlichkeit mit Serge Lutens’ Gris Clair. Ähnlich wie dort empfinde ich den Duft nicht als (blau)-grau, sondern eher beige-braun.

Erst im Drydown, wenn die Zitrone komplett verschwunden ist, wird der Duft schön. Erst dann haben sich alle anderen Komponenten miteinander zu etwas Eigenem vemählt. Aber möchte man so lange warten?

Mein Fazit: Iris mit Vanille, Hölzern und etwas Vetiver wäre bereits ein bemerkenswerter Ansatz für ein ungewöhnliches „blau-graues“ Iris Parfum gewesen. Aber mit der vollkommen deplazierten Zitrone ist mir das einfach viel zu barock. Der Duft verzweigt sich selbst in gegensätzliche Richtungen. Eine Synthese kommt hierdurch nicht zustande. Schade! Nur der Drydown ist schön.
2 Antworten

Statements

19 kurze Meinungen zum Parfum
Eggi37Eggi37 vor 4 Monaten
8
Flakon
6
Sillage
7
Haltbarkeit
7
Duft
Hell-grüner Irispuderstaub
mit feiner Zitrus
& seifigen Moos
sind klassisch angehaucht
Mit Vanille-Moschusfluff ist es etwas dumpf & blass
53 Antworten
PollitaPollita vor 2 Jahren
8
Duft
Die blaugraue Iris mags gerne mediterran-krautig, ganz, ganz zart floral und moosig-herb. Keine Schminke, kein Puder. Kühle Iris im Grünen.
19 Antworten
FloydFloyd vor 2 Jahren
7
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
7
Duft
Im Blumenladen
Liegt Kunststoffrollrasen
Den sie mit Zitronat besprühn
Bald ist alles voll mit Moosen
Seife und Vanillekrem
23 Antworten
LicoriceLicorice vor 2 Jahren
8.5
Duft
Zitrisch-blattsaftiges Galbanum-Grünen

Ledriges Cumin-Nelken-Tier-Raunen

Hingehauchtes Blüten-Wurzel-Gepuder

Sinnliche Eleganz
14 Antworten
ParfumAholicParfumAholic vor 1 Monat
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7
Duft
Ein grünlich-frischer Iris-Puder (der auf mich leider etwas blass wirkt) verbündet sich mit Moschus-Fluff und Vetiver (das für mich aber +
41 Antworten
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So ordnet die Community den Duft ein.
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