Anubis Papillon Artisan Perfumes 2012
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Top Rezension
Mumienduft
Das ist mal eine Auftakt! Der Weihrauch und das Leder schlagen einem gleich nach dem Aufsprühen entgegen. Anubis kennt keine Gnade! Das Unterste wird nach oben gekehrt: Kopfstand. Ohne Rücksicht auf angeblich vorhandene Kopf- und Herznoten kommt erst mal die Basis zur Sache und zur Geltung.
Während in vielen weihrauchhaltigen Düften eine gewisse Kühle spürbar ist, der Weihrauch etwas bitter erscheint, ist er hier so gut in warme, weiche, süßliche Noten eingebunden, dass er ein wenig nach Räucherstäbchen riecht; das aber nicht unangenehm oder aufdringlich, sondern seriös, rund und erhaben. Man soll wohl an ägyptische Totenriten, an Einbalsamierung, denken. Anubis, oft als schwarzer Schakal dargestellt, ist der ägyptische Gott der Mumifizierung und eine Erscheinungsform von Osiris, dem Gott des Jenseits und der Wiedergeburt. Wenn das nicht spannend ist. Lasst uns den Sarkophag öffnen. Die Erwartung steigt!
Ausgesprochen interessant finde ich, dass bei diesem Duft der Rauchcharakter lange erhalten bleibt. Man hat fast das Gefühl, als spüre man ein stetes Kratzen im Hals, der Geruch nach Geräuchertem drängt immer wieder nach vorne, so als würde man die Tür einer Räucherkammer öffnen - und dieser Ton ist sogar mir als Vegetarier nicht unangenehm.
Diesem Duft nach Geräuchertem unterlegt ist eine angenehme balsamische Süße, die nie zu stark oder aufdringlich wird: keine Vanille, kein Marzipan, kein penetrantes, übersteuertes Ambra oder Amber, ein bisschen Oud vielleicht. Ich vermute, dass für dieses ausgewogen Balsamische vor allem Opoponax verantwortlich ist; deutlich erkennbar ist jedenfalls eine harzige Komponente.
Wir schlagen die Tücher der Mumie weiter auseinander...
Nach einiger Zeit tritt dann die Ledernote, die von Anfang an vorhanden ist, immer stärker in Erscheinung, eine Ledernote übrigens, die sehr authentisch und stark ist, ähnlich wie der Geruch von Wildleder, vergleichbar auch mit dem Ledergeruch, den man von rustikaleren Gebrauchsgegenständen her kennt. Ich muss an Ledertaschen, alte Schulranzen oder Lederbörsen denken: warm, weich, zugleich robust und fest; die Erinnerung an das Tierische, das Animalisch bleibt dunkel erhalten. Riechen vielleicht Mumien so?
In aller Regel teste ich Düfte zwar auf der Haut, trage sie aber auch gerne auf Kleidung. Interessant ist in diesem Falle, dass Anubis auf Stoffen kühler, weihrauchdominierter erscheint. Eine interessante Möglichkeit, mit dem Duft zu spielen und ihn in Nuancen zu variieren.
Das einzige, was man dem Duft vorwerfen könnte, wäre seinen linearen Charakter. Eine wirklich starke Entwicklung kann ich nicht wahrnehmen. Der Totengott ist kein Tänzer oder Spieler. Er rammt dir gleich zu Beginne seine ganze Präsenz entgegen und bleibt dann (während er langsam verblasst und dich sanft umarmt) sich selbst treu.
Wem die o.g. Assoziationen eher unangenehm erscheinen (i.e. Einbalsamieren, Mumien, Totengott), der kann wahlweise auch an geräucherten Schinken mit honigsüßer Kruste denken.
Guten Appetit! Ich mag das!
Während in vielen weihrauchhaltigen Düften eine gewisse Kühle spürbar ist, der Weihrauch etwas bitter erscheint, ist er hier so gut in warme, weiche, süßliche Noten eingebunden, dass er ein wenig nach Räucherstäbchen riecht; das aber nicht unangenehm oder aufdringlich, sondern seriös, rund und erhaben. Man soll wohl an ägyptische Totenriten, an Einbalsamierung, denken. Anubis, oft als schwarzer Schakal dargestellt, ist der ägyptische Gott der Mumifizierung und eine Erscheinungsform von Osiris, dem Gott des Jenseits und der Wiedergeburt. Wenn das nicht spannend ist. Lasst uns den Sarkophag öffnen. Die Erwartung steigt!
Ausgesprochen interessant finde ich, dass bei diesem Duft der Rauchcharakter lange erhalten bleibt. Man hat fast das Gefühl, als spüre man ein stetes Kratzen im Hals, der Geruch nach Geräuchertem drängt immer wieder nach vorne, so als würde man die Tür einer Räucherkammer öffnen - und dieser Ton ist sogar mir als Vegetarier nicht unangenehm.
Diesem Duft nach Geräuchertem unterlegt ist eine angenehme balsamische Süße, die nie zu stark oder aufdringlich wird: keine Vanille, kein Marzipan, kein penetrantes, übersteuertes Ambra oder Amber, ein bisschen Oud vielleicht. Ich vermute, dass für dieses ausgewogen Balsamische vor allem Opoponax verantwortlich ist; deutlich erkennbar ist jedenfalls eine harzige Komponente.
Wir schlagen die Tücher der Mumie weiter auseinander...
Nach einiger Zeit tritt dann die Ledernote, die von Anfang an vorhanden ist, immer stärker in Erscheinung, eine Ledernote übrigens, die sehr authentisch und stark ist, ähnlich wie der Geruch von Wildleder, vergleichbar auch mit dem Ledergeruch, den man von rustikaleren Gebrauchsgegenständen her kennt. Ich muss an Ledertaschen, alte Schulranzen oder Lederbörsen denken: warm, weich, zugleich robust und fest; die Erinnerung an das Tierische, das Animalisch bleibt dunkel erhalten. Riechen vielleicht Mumien so?
In aller Regel teste ich Düfte zwar auf der Haut, trage sie aber auch gerne auf Kleidung. Interessant ist in diesem Falle, dass Anubis auf Stoffen kühler, weihrauchdominierter erscheint. Eine interessante Möglichkeit, mit dem Duft zu spielen und ihn in Nuancen zu variieren.
Das einzige, was man dem Duft vorwerfen könnte, wäre seinen linearen Charakter. Eine wirklich starke Entwicklung kann ich nicht wahrnehmen. Der Totengott ist kein Tänzer oder Spieler. Er rammt dir gleich zu Beginne seine ganze Präsenz entgegen und bleibt dann (während er langsam verblasst und dich sanft umarmt) sich selbst treu.
Wem die o.g. Assoziationen eher unangenehm erscheinen (i.e. Einbalsamieren, Mumien, Totengott), der kann wahlweise auch an geräucherten Schinken mit honigsüßer Kruste denken.
Guten Appetit! Ich mag das!
29 Antworten


Der Duft bleibt bei mir auch linear.
Ich rieche eher eine Gerberei als eine Räucherkammer.
Jetzt noch die Mullbinden wechseln…
😂😂😂🤪
Balsamische Süße und Honigkrustenschinken - das gefällt Inger!!