
Nukolar
34 Rezensionen

Nukolar
1
Polo 67 – gar nicht grün hinter den Ohren
Polo 67 ist einer dieser Düfte, bei denen man nach dem Lesen der offiziellen Duftbeschreibung zunächst eine ziemlich klare Vorstellung im Kopf hat: grün, frisch, sportlich, vielleicht ein bisschen Rasen, ein bisschen Polohemd und irgendwo im Hintergrund ein gut erzogener Labrador.
Nach dem ersten Sprühen muss ich diese Vorstellung allerdings ziemlich schnell wieder beerdigen.
Polo 67 ist nicht grün. Überhaupt nicht.
Was einem zunächst entgegenkommt, ist vielmehr eine erstaunlich fruchtig-süße Mischung, in der die Ananas sofort mit beiden Füßen auf dem Tisch steht. Interessanterweise wird sie offiziell erst der Herznote zugerechnet, aber meine Nase hat offenbar beschlossen, sich nicht an die Betriebsanleitung zu halten. Die Ananas ist im Opening sehr präsent und baut meiner Meinung nach danach sogar eher wieder ab.
Dazu kommen Bergamotte, Lavendel und eine deutlich wahrnehmbare aquatische Frische. Und auch hier scheint die offizielle Duftpyramide etwas optimistischer zu sein als meine Nase: Für mich verschwinden diese Noten keineswegs nach der Kopfnote, sondern begleiten den Duft mindestens bis weit in die Herznote hinein.
Das Ergebnis ist ziemlich ungewöhnlich.
Im allerersten Moment muss ich tatsächlich an Wrigley's Juicy Fruit denken. Nicht, weil Polo 67 wie Kaugummi riecht – das tut es ausdrücklich nicht. Aber diese Kombination aus süßlicher tropischer Frucht, Frische und einem gewissen künstlich-sauberen „Fruchtgefühl“ ist erstaunlich ähnlich.
Und gleichzeitig gibt es noch eine zweite, fast schon absurde Assoziation: Wrigley's Spearmint.
Auch hier natürlich ohne Minze und ohne Kaugummigeruch. Es ist eher diese kühle, frische, leicht aquatische Wirkung, die das Gehirn offenbar irgendwo in der Kaugummi-Schublade einsortiert hat.
Das klingt jetzt möglicherweise schlimmer, als es ist.
Denn Polo 67 riecht keineswegs billig oder nach Kaugummiautomat. Im Gegenteil: Diese fruchtig-aquatische Kombination funktioniert erstaunlich gut. Ein bisschen erinnert sie auch an ein wirklich gelungenes Duschgel – und zwar ausdrücklich nicht im Sinne von „08/15-Duschgel für 4,99 Euro“.
Nach und nach verliert die Ananas etwas an Lautstärke und das Ganze wird erwachsener. Rosengeranie und Muskatellersalbei kommen stärker ins Spiel und verbinden sich mit dem weiterhin vorhandenen aquatischen Lavendel. Dadurch verstärkt sich der Eindruck von frisch gewaschen.
Jetzt verschiebt sich die Assoziation allerdings.
Aus dem Duschgel wird langsam eher frische Wäsche.
Und genau hier beginnt Polo 67 für mich interessanter zu werden. Denn unter dieser sauberen, leicht floralen und aquatischen Oberfläche liegt bereits eine dezente holzige Basis aus Sandelholz, Vetiver und Patchouli. Die ist nicht laut und macht aus dem Duft auch keinen schweren Holzklotz. Sie gibt ihm lediglich genug Substanz, damit er nicht nach einer halben Stunde als Duftende-Wäsche-Simulation davonfliegt.
Am Ende bleibt bei mir sogar ein leichtes Aftershave-Gefühl zurück.
Nicht das klassische, alkoholische Rasierwasser von Opa, sondern eher diese gepflegte, saubere, leicht holzig-florale Aura, die man von einem guten Aftershave kennt.
Überhaupt wirkt Polo 67 angenehm unaufgeregt. Die Sillage ist durchaus ordentlich, aber es ist nun einmal kein Duft, der einem schon aus drei Metern Entfernung mit der Tür ins Gesicht fällt und verkündet: „ACHTUNG, HIER KOMMT EIN PARFUMTRÄGER!“
Stattdessen bleibt er vergleichsweise dezent und entwickelt sich eher in der persönlichen Duftzone, ohne dabei völlig auf der Haut zu verschwinden. Genau das macht ihn für mich ziemlich alltagstauglich. Man kann ihn morgens auflegen, ohne damit gleich seine komplette Umgebung olfaktorisch zu besetzen – und bekommt trotzdem selbst den ganzen Tag etwas davon mit.
Allerdings sollte man keine olfaktorische Offenbarung erwarten. Polo 67 ist kein Duft, bei dem man nach fünf Minuten innehält und sich fragt, ob gerade ein Engel eine Zedernholzplantage angezündet hat.
Er ist eher der zuverlässige Typ, der schon seit Jahren im Verein ist, immer pünktlich erscheint und beim Sommerfest selbstverständlich die Bierzeltgarnitur aufstellt – der einem aber dennoch das Gefühl vermittelt, dass man vielleicht doch noch nicht jede Ecke und Facette von ihm kennt.
Und genau darin liegt seine Stärke.
Polo 67 ist gepflegt, fruchtig, aquatisch, leicht floral und dezent holzig. Er versucht nicht, interessanter zu sein, als er ist. Und gerade deshalb funktioniert er erstaunlich gut.
Nur eines sollte man ihm nicht vorwerfen:
Grün zu sein.
Denn grün ist dieser Polo nun wirklich nicht.
Nach dem ersten Sprühen muss ich diese Vorstellung allerdings ziemlich schnell wieder beerdigen.
Polo 67 ist nicht grün. Überhaupt nicht.
Was einem zunächst entgegenkommt, ist vielmehr eine erstaunlich fruchtig-süße Mischung, in der die Ananas sofort mit beiden Füßen auf dem Tisch steht. Interessanterweise wird sie offiziell erst der Herznote zugerechnet, aber meine Nase hat offenbar beschlossen, sich nicht an die Betriebsanleitung zu halten. Die Ananas ist im Opening sehr präsent und baut meiner Meinung nach danach sogar eher wieder ab.
Dazu kommen Bergamotte, Lavendel und eine deutlich wahrnehmbare aquatische Frische. Und auch hier scheint die offizielle Duftpyramide etwas optimistischer zu sein als meine Nase: Für mich verschwinden diese Noten keineswegs nach der Kopfnote, sondern begleiten den Duft mindestens bis weit in die Herznote hinein.
Das Ergebnis ist ziemlich ungewöhnlich.
Im allerersten Moment muss ich tatsächlich an Wrigley's Juicy Fruit denken. Nicht, weil Polo 67 wie Kaugummi riecht – das tut es ausdrücklich nicht. Aber diese Kombination aus süßlicher tropischer Frucht, Frische und einem gewissen künstlich-sauberen „Fruchtgefühl“ ist erstaunlich ähnlich.
Und gleichzeitig gibt es noch eine zweite, fast schon absurde Assoziation: Wrigley's Spearmint.
Auch hier natürlich ohne Minze und ohne Kaugummigeruch. Es ist eher diese kühle, frische, leicht aquatische Wirkung, die das Gehirn offenbar irgendwo in der Kaugummi-Schublade einsortiert hat.
Das klingt jetzt möglicherweise schlimmer, als es ist.
Denn Polo 67 riecht keineswegs billig oder nach Kaugummiautomat. Im Gegenteil: Diese fruchtig-aquatische Kombination funktioniert erstaunlich gut. Ein bisschen erinnert sie auch an ein wirklich gelungenes Duschgel – und zwar ausdrücklich nicht im Sinne von „08/15-Duschgel für 4,99 Euro“.
Nach und nach verliert die Ananas etwas an Lautstärke und das Ganze wird erwachsener. Rosengeranie und Muskatellersalbei kommen stärker ins Spiel und verbinden sich mit dem weiterhin vorhandenen aquatischen Lavendel. Dadurch verstärkt sich der Eindruck von frisch gewaschen.
Jetzt verschiebt sich die Assoziation allerdings.
Aus dem Duschgel wird langsam eher frische Wäsche.
Und genau hier beginnt Polo 67 für mich interessanter zu werden. Denn unter dieser sauberen, leicht floralen und aquatischen Oberfläche liegt bereits eine dezente holzige Basis aus Sandelholz, Vetiver und Patchouli. Die ist nicht laut und macht aus dem Duft auch keinen schweren Holzklotz. Sie gibt ihm lediglich genug Substanz, damit er nicht nach einer halben Stunde als Duftende-Wäsche-Simulation davonfliegt.
Am Ende bleibt bei mir sogar ein leichtes Aftershave-Gefühl zurück.
Nicht das klassische, alkoholische Rasierwasser von Opa, sondern eher diese gepflegte, saubere, leicht holzig-florale Aura, die man von einem guten Aftershave kennt.
Überhaupt wirkt Polo 67 angenehm unaufgeregt. Die Sillage ist durchaus ordentlich, aber es ist nun einmal kein Duft, der einem schon aus drei Metern Entfernung mit der Tür ins Gesicht fällt und verkündet: „ACHTUNG, HIER KOMMT EIN PARFUMTRÄGER!“
Stattdessen bleibt er vergleichsweise dezent und entwickelt sich eher in der persönlichen Duftzone, ohne dabei völlig auf der Haut zu verschwinden. Genau das macht ihn für mich ziemlich alltagstauglich. Man kann ihn morgens auflegen, ohne damit gleich seine komplette Umgebung olfaktorisch zu besetzen – und bekommt trotzdem selbst den ganzen Tag etwas davon mit.
Allerdings sollte man keine olfaktorische Offenbarung erwarten. Polo 67 ist kein Duft, bei dem man nach fünf Minuten innehält und sich fragt, ob gerade ein Engel eine Zedernholzplantage angezündet hat.
Er ist eher der zuverlässige Typ, der schon seit Jahren im Verein ist, immer pünktlich erscheint und beim Sommerfest selbstverständlich die Bierzeltgarnitur aufstellt – der einem aber dennoch das Gefühl vermittelt, dass man vielleicht doch noch nicht jede Ecke und Facette von ihm kennt.
Und genau darin liegt seine Stärke.
Polo 67 ist gepflegt, fruchtig, aquatisch, leicht floral und dezent holzig. Er versucht nicht, interessanter zu sein, als er ist. Und gerade deshalb funktioniert er erstaunlich gut.
Nur eines sollte man ihm nicht vorwerfen:
Grün zu sein.
Denn grün ist dieser Polo nun wirklich nicht.
2 Antworten



aquatische Noten
kalabrische Bergamotte
Lavendel
Ananas
Rosengeranie
Muskatellersalbei
Sonnenblumenkern
Sandelholz
Patchouli
haitianisches Vetiver




Yatagan
Ergoproxy
Zinni
Bibogat
Whoispaul
































