Le Mâle Le Parfum 2020

Le Mâle Le Parfum von Jean Paul Gaultier
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Platz 12 in Parfums für Herren
8.4 / 10 2957 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Jean Paul Gaultier für Herren, erschienen im Jahr 2020. Der Duft ist süß-würzig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird von Puig vermarktet.
Aussprache
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Duftrichtung

Süß
Würzig
Orientalisch
Pudrig
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
KardamomKardamom
Herznote Herznote
IrisIris LavendelLavendel
Basisnote Basisnote
VanilleVanille orientalische Hölzerorientalische Hölzer

Parfümeure

Bewertungen
Duft
8.42957 Bewertungen
Haltbarkeit
8.12808 Bewertungen
Sillage
7.72789 Bewertungen
Flakon
8.32798 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
8.22376 Bewertungen
Eingetragen von OPomone, letzte Aktualisierung am 26.05.2024.
Wissenswertes
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Rezensionen

121 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Preis
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9.5
Duft
Leimbacher

2768 Rezensionen
Leimbacher
Leimbacher
Top Rezension 46  
Aufstieg zum Admiral
Der originale Seemann ist eine moderne Legende im Herrenspiel. Und es gibt auch durchaus einige verdammt feine Ableger von ihm, von waschechten Hits bis nischigeren Geheimtipps. Eine schier unkaputtbare Blockbusterreihe am Duftmarkt. Jedes Release ein Event. Im Sommer letzten Jahres machte sich dann „Le Male Le Parfum“ in der Kollektion und den Kaufhäusern breit. Ok, Letzteres eher weniger, da die pandemiebedingt oft zu hatten. Aber an der Parfumcommunity geht solch ein Release selbst in einer weltweiten Notlage natürlich nicht vorbei. Und dieser schwarz-graue Seefahrer hat die Aufmerksamkeit und seinen leichten Hype aber mal sowas Job verdient…

„Le Parfum“ ist ohne zu zögern ein „Le Male“. Aber gedämpfter, oomphiger und abendlicher denn je. Das ist definitiv kein Discozappler mehr, das ist Erwachsenenunterhaltung der besten Sorte. Gereift, selbstbewusst, mit dicker Brust aber ohne Hahnenkamm. Angekommen und ausgeschlafen. Noch immer dicksüss - aber so viel tiefer, dichter und stärker, dass es einem positiv den Atem verschlägt. Damit haben einige in dieser Konsequenz sicher nicht gerechnet. Weniger Minze, mehr milder Rauch. Zuckerwatte mit Bart. Anzug im Lamborghini. Luxusjacht auf halb Acht. Kardamomsegelturn. Fette Portion Iris - kein Wunder, warum ich steil gehe. Elegant und gebannt. Wirklich hochwertige Vanille für den vollen Mainstream. „Le Male Le Parfum“ ist ein Knaller in D-Groll.

Flakon: Le Male in erwachsen und dunkel
Sillage: düster, dicht, da
Haltbarkeit: 11 Stunden, egal ob auf See oder im Hafen

Fazit: ein grandioser, reifer und fast schon bizarr-unsüsser Matrose, der längst im Rang zum Seebären aufgestiegen ist. Ein Hit!
5 Antworten
9
Preis
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Flakon
8
Sillage
10
Haltbarkeit
8.5
Duft
KnowThis30

12 Rezensionen
KnowThis30
KnowThis30
Top Rezension 28  
Der schönste Flanker seit dem Original, aber...
...vermutlich werde ich ihn nie tragen, beziehungsweise für eine lange Zeit nicht besitzen! Warum? Dazu kommen wir noch!

Duft:
Wie riecht also der nächste Flanker im Le Mâle-Universum? Zumindest auf meiner Haut in der Kopfnote für einen kurzen Zeitraum wirklich stechend! Man riecht den Kardamom - beinahe unbehandelt und in keiner Weise süßlich gestaltet - deutlich heraus, wenn auch nur für wenige Minuten.
Die Herznote ist, anders als die Kopfnote quasi 1:1 dem Original-Duft entliehen. Wenngleich der Duft mit der Iris statt der bisherigen Minze nun auf eine andere Art und Weise frisch zu riechen vermag: beide Varianten gehen in der Herznote in diese Richtung, nur hat sich im "Le Parfum" eine "saubere" Note eingeschlichen, beinahe so, wie man sie von einigen Prada-Düften vielleicht kennt - und in keiner Weise ähnlich der Lippenstift-artigen Iris aus den Dior-Homme-Düften!
Die Basisnote ist es hingegen, die diesen Duft für mich zu etwas ganz besonderem macht. Selten durfte ich in einem Designer-Duft eine solch angenehme, zugleich zurückhaltende wie auch omnipräsente Vanille-Note wahrnehmen, die von sanften Holzakkorden - zumindest meine Nase lässt mich unter anderem auf Sandelholz schließen - begleitet, jedoch niemals übertönt wird.

Sillage & Haltbarkeit:
Ich denke nicht zu übertreiben, wenn ich sage, dass kein Duft auf meiner Haut in beiden Kategorien seit "No. 02 - L'Air du Désert Marocain" je so eine überragende Leistung erbracht hat - auch wenn die beiden Düfte natürlich in keiner Weise vergleichbar sind. Die Sillage geht weit über die übliche Armlänge hinaus und der Duft verweilt noch lange im Raum, nachdem dieser von einem selbst verlassen wurde.
In Sachen Haltbarkeit reden wir von rund 12 - 14 Stunden, wobei natürlich gesagt sei, dass der Duft selbst "lediglich" in den ersten drei bis vier Stunden stark ausstrahlt. Ab achter Stunde wird "Le Parfum" zu einem sanft mitschwingenden aber eng anliegenden Duft auf der Haut, der jedoch auch hier noch weit über Durchschnitt wahrzunehmen ist.
Zudem sei gesagt, dass von diesem Duft noch nie mehr als zwei Sprühstöße auf meine Haut gelangten und selbst diese auch noch recht sparsam dosiert wurden.
Natürlich sind dies lediglich Erfahrungen auf meiner Haut und können von Person zu Person abweichen.

Flakon:
Wäre ein solcher Flakon als Neuerscheinung in den letzten Jahren erschienen, so hätte er vermutlich einen ebensolchen Verriss erlitten, wie einst der Goldbarren von Paco Rabanne, die Kronenhäupter aus selbigen Hause, bzw. von Dolce & Gabanna oder der neuerdings die Regale verunstaltende Roboter!? Aber als Flanker des legendären Le Mâle - passt schon, selbst in der heutigen Zeit!?
Die Farbgebung ist stimmig, der schwarz und grau unterteilte Flakon mit seiner halb matten, halb glänzenden Oberfläche erzählt wunderbar subtil vom ernsteren, tieferen und dunkleren Ton den dieser Flanker im Vergleich zum einstigen Original angenommen hat. Und ich möchte mir zumindest vorstellen, dass der glänzend goldene Sprühkopf einen Verweis auf die prägende Vanille in diesem Duft darstellen soll!?

Preis:
Mittlerweile ein gutes Jahr auf dem Markt, ist "Le Mâle Le Parfum" problemlos auf einschlägigen Discounterseiten erhältlich - und dies auch zu einem angemessenen Preis! Abseits von extra Rabatten, Gutscheinen und etwaigen saisonalen Preisnachlässen, ist der kleine 75ml-Flakon für eine Summe von rund 40 - 50€ erhältlich. Bedenkt man, mit wie wenig Parfum man diesen Duft auftragen kann, handelt es sich hierbei um ein grandioses Preis-Leistungs-Verhältnis!

Anwendungsgebiet:
"Le Mâle Le Parfum" kann laut sein, verfällt jedoch nie in ein penetrantes Schreien wie zum Beispiel einer seiner Vorgänger - namentlich "Ultra Mâle"! Sieht man diesen für den Einsatz im Club oder Diskothek vor, so eignet sich "Le Parfum" hingegen eher für die gemütliche und stimmungsvolle Lounge, die Bar oder eben einen Jazz-Club. Vorsichtig aufgetragen ließe er sich sogar zur Arbeit nutzen, sofern die Kopf- und Herznoten beim Eintritt in die Firma bereits - oder beinahe - verschwunden sind.
Auf die Jahreszeiten bezogen ist "Le Parfum" bis auf die warmen Sommertage grundsätzlich jederzeit tragbar, wobei hier natürlich das Auftragen eine große Rolle spielt.

Warum also würde ich mir diesen Duft vermutlich nicht kaufen? Schließlich hört sich das oben gesagte doch eigentlich hervorragend an? Ganz einfach: Weil ich bereits im Besitz von Armanis "Armani Code Eau de Parfum" aus dem Jahre 2021 bin!
Und auch wenn manch einer nun sagen wird, die Düfte seien doch bereits beim Blick auf die Duftnoten-Pyramide vollkommen unterschiedlich, so muss ich einwenden, dass - zumindest für meine Nase - diese Düfte eine starke Ähnlichkeit besitzen: sowohl im Duft selbst, als auch vor allem im Sinne des Zwecks und der Anwendung!
Beide besitzen eine - wenn auch unterschiedlich riechende - schnell verfliegende Kopfnote, welche somit für mich nicht der Rede wert ist. Beide Herznoten erinnern mich im - mal mehr, mal weniger - entferntesten Sinne an die originale "Le Mâle"-Duftpräsenz. Und auch in der Basis spielen beide mit einer wunderbaren Vanille-Note, wenngleich "Armani Code" sich hier durch die perfekt abgerundete Tonkabohne noch ein wenig stärker unterscheidet.
Müsste ich eine Note wählen, die diese beiden Düfte am stärksten voneinander trennt: es wäre vermutlich die Iris!?
Warum also "Armani Code Eau de Parfum" und nicht "Le Mâle Le Parfum", mag jetzt manch einer fragen: weil der "Armani Code" für mich persönlich einfach runder, besser zusammengesetzt und - aus Ermangelung eines besseren Wortes - smoother wirkt! Wenn er auch nicht so lange hält bzw. projiziert wie "Le Parfum", so lässt er sich doch problemloser an Tagen und/oder Orten tragen, an denen bei ich "Le Parfum" vor dem Auftragen doch eher nachdenklich bis zögerlich werden würde.
Oder, um es noch anders auszudrücken und auch hier wieder in Ermangelung eines besseren Wortes: egal welchen der beiden Düfte ich trage, sie vermitteln mir von der Kopf- bis zur Basisnote jederzeit dasselbe Feeling!

Nun ist dies meine Meinung, welche einen Sammler vermutlich ohnehin nicht beeindrucken dürfte. Und so sage ich: wer noch auf der Suche nach einem eleganten, aber doch noch ausreichend verspielten und süßlichen Duft für die eher kühleren bis klirrend kalten Tage ist, dem sei "Le Mâle Le Parfum" wärmstens ans Herz gelegt. Nur selten findet sich im Designerbereich ein so angenehmer und langanhaltender Duft der - trotz markanten Flakons - problemlos elegant und einnehmend wirken kann.

Was ein toller Duft, der - würde ich die besagte Alternative nicht besitzen und kennen - in jedem Fall bei mir eingezogen wäre!

Edit vom 10.10.2021:
Nun habe ich mir die Kommentare zu Herzen genommen, den Duft noch ein-, zweimal getestet und muss gestehen: ich habe keinerlei Ahnung, welchen Streich mir meine Nase damals gespielt hat!? Der Unterschied zu "Armani Code Eau de Parfum" ist doch größer als zuvor von mir assoziiert.
Was soll ich sagen! Vielen Dank für die doch zielführenden Kommentare! Noch immer der schöne Duft mit der wirklich sehr, sehr guten H&S und ... dann doch jetzt neben meinen anderen Flakons eingezogen.
9 Antworten
10
Flakon
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Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Micha1984

35 Rezensionen
Micha1984
Micha1984
Top Rezension 27  
Die Vollendung eines Klassikers
Wie lange mich mittlerweile Le Male schon begleitet und immer noch begeistert, kann ich schon gar nicht mehr nachvollziehen. Klar, er ist in die Jahre gekommen und ein Allerweltsduft. Trotzdem verzaubert er mich immer noch wenn ich ihn rieche. Hängen an diesem Duft doch viele Situationen und Erlebnisse, die ich mit diesem Duft assoziiere. Und so habe ich ihn immer mal wieder besessen wenn ich Bock auf ihn hatte. Die ganzen Ableger, die darauf folgten, waren weniger meins. Ultra Male war der letzte der Reihe, den ich mir zugelegt hatte (damals ein Blindkauf). Diesen hatte ich aber relativ schnell wieder verkauft, da er mir zu klebrig und zu jugendlich war. Danach war erstmal wieder Schluss damit und ich wartete nun wie vermutlich viele hier, auf eine Intense Version des Originals. Nun, unsere Gebete wurden erhört... Zumindest zum Teil. Denn wer bei dem Le Parfum denkt, es handel sich dabei um eine Intense Version des Originals, der wird zwar nicht enttäuscht aber verblüfft sein wenn er ihn riecht.

Zum Duft selbst... Le Parfum ist deutlich kräftiger und maskuliener als das Original. Minze wurde durch Kardamom ersetzt, was dem Duft richtig gut tut und ihm einen modernen Twist verleiht. Das Kardamom bleibt bis zur Mitte präsent, wo er sich mit einem Hauch Lavendel und der starken Vanille vereint. Hölzer nehme ich persönlich nicht wahr, da die Vanille hinten raus sehr viele Nuancen frisst. Die Ursprungs DNA ist während des gesamten Duftverlaufs präsent und schwingt im Hintergrund auffällig mit. Insgesamt ist es ein warm wurziger süßer Duftverlauf ohne dabei übertrieben klebrig süß zu wirken.

Der Flakon, ist der ursprüngliche nur in einer anderen Farbgebung. Der Sprühkopf ist wie gewohnt gut.

Die Haltbarkeit ist deutlich besser als beim Original und geht in die selbe Richtung wie Ultra Male 8-10h. Die Sillage ist ebenfalls gut, aber nicht so penetrant wie beim Ultra Male. Quasi Mittelmaß zwischen Le und Ultra Male.

Anschließend bleibt zu sagen, dass JPG hier einen richtig guten Release gebracht hat, der sich nahtlos in die Reihe einfügt. Mir gefällt er richtig gut, da er deutlich reifer geworden ist und somit auch tragbarer für ältere Altersklassen ist. Ich kann ihn von daher weiterempfehlen.
5 Antworten
7
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
4
Duft
FabianO

1005 Rezensionen
FabianO
FabianO
Wenig hilfreiche Rezension 27  
Tatsächlich: Das Schwülstigste aus aller Süße, kombiniert mit "Axe Alaska"
Um nicht als Plagiateur durchs Raster zu rutschen - Hajo21 hat unten schon diesen Bezug hergestellt, aber auf den Zug springe ich gerne auf.
Ich hatte es fast befürchtet, dass dieses weihnachtliche Zuckerbombardement mit ebenjenen gerade erwähnten Begleiterscheinungen in die vordere(!) Spitze der Herren-Rangliste fliegen würde.

Nein, ich gebe es zu, es schüttelt mich bei "Le Mâle Le Parfum". Das Original ist ja fraglos ein Klassiker geworden, den ich auch zu üppig, zu süß finde, der aber irgendwie einen klaren Fingerabdruck hinterlässt.

Hier aber treffen gleich zwei krasse Gegenströmungen aufeinander, die ich wahrlich olfaktorisch nervtötend finde: Einerseits das Zuckerbombardement aus viel, viel Kardamom und reichlich Vanille, dazu noch verpuderte Iris. Die Vanille nehme ich extrem künstlich wahr, plakativ und unnatürlich. Kardamom kann wohldosiert sehr schön sein, schlägt einem hier aber mit dem Gummihammer auf die Omme, als hätte man 3 Lockdown-Feuerzangenbowlen rasch vernascht.

Und dann ist da - ja, leider als Antipode - dieser Unterton, der wirklich an das billige, etwas säuerlich-aqautische "Alaska"-Duschgel von Axe erinnert, auf das ich als Teenie mal ganz scharf war, dessen Qualität man dann aber rasch entlernt hat. Diese Billig-Labor-Stilistik, gekoppelt mit einem Overkill an überfrachtet süßem Vorweihnachtsgenasche, sind einfach nur heftig in der Nase und selbst schmal dosiert brutal.

Nein, ich widerspreche heftig den Lobeskanonaden, die hier überschwänglich verbreitet werden. Das möchte ich kein zweites Mal mehr riechen....
11 Antworten
Flaconesse

87 Rezensionen
Flaconesse
Flaconesse
Top Rezension 22  
Von Wintermatrosen und Unisexgedanken
Herzlich willkommen ihr Lieben zum 16.Parfüm-Adventskalendertürchen und dahinter verbirgt sich kein geringerer als Jean Paul Gaultiers neuster Zuwachs der Le Male Familie, nämlich das Le Male Le Parfum.

Einleitend möchte ich heute jedoch ein paar nachdenklichere und blogeske Töne anschlagen und aus voller Brust rufen:

Tragt bitte was ihr wollt!

Tragt was euch gefällt und gebt nicht so viel auf die Einteilung in Herren- und Damendüfte, denn die sind lediglich den Marketingabteilungen der jeweiligen Firmen geschuldet. Eines meiner Lieblingsthemen, wenn es um Parfüms und deren Verwendung geht.

Aber warum strebt die Menschheit immer noch danach sich in Schuhladen stecken zu lassen, sich ein Label aufzudrucken? Ich denke es liegt zum einen daran, dass die ganze Menge schier ungeahnter Möglichkeiten sehr viel Entscheidungsfreude bedarf. Wir leben schließlich in Zeiten, in denen Frauen in Chefetagen arbeiten können und Männer daheim die Kinder versorgen, das macht Vielen Angst. Das erfordert neue Denkweisen. Ein Auflösen alter, tradierter, oft unendlich festgefahrener Strukturen und Konventionen. Früher war schließlich alles besser!? Nein, definitiv nicht. Wir sind zwar alle noch nicht ganz so emanzipiert (und ich hasse dieses Wort) wie wir es gerne wären, benötigen Frauenquoten und Gleichstellungsbeauftragte, aber theoretisch kann jeder tun was er mag.

Da das Viele verunsichert, will man wenigstens in der Drogerie und Parfümerie eine gewisse Ordnung und Übersicht haben, also muss das besagte Regal „nur für Männer“ her. Bei Produkten wie Gesichtsreinigung ist es womöglich sogar sinnvoll, da Männer oft eine dickere Haut und stärkere Barthaare besitzen, meistens jedenfalls. Ich hatte jedoch auch mal eine Phase, in der ich Gesichtspflege für Herren nutzte, weil ich den frischen Geruch so gerne mochte und ein guter Freund von mir boykottiert alle Duschgels mit der Aufschrift „for men“, sondern greift zu cremigeren Formulierungen, gerne mit Kokos oder Vanilleduft. Wer hat also wann entschieden, was weiblich und was männlich riecht?

Früher waren viele Damendüfte herber, als es Herrendüfte heutzutage sind. Und ohne das Label „Herrenduft“ würden so einige der Wässerchen locker auch als Damenduft durchgehen. Viele Nischenmarken haben das mittlerweile verstanden und deklarieren ihre Kompositionen als Unisex, denn dieses Label ist nicht nur Marketingentscheidung sondern könnte, und sollte meiner Meinung nach, auch immer eine gesellschaftspolitische Einstellung sein. In diesem Sinne betrachte ich alle Düfte als Unisex und sehe die jeweilige Einteilung nur als Empfehlung an, denn damit lebt es sich deutlich einfacher, weil grenzenloser.

Nun aber endlich zum Duft: Le Male das Le Parfum erschien dieses Jahr als neustes Familienmitglied der riesengroßen Le Male Familie. Viele der Le Male Duft mit ihren zahlreichen Flanker, Sommer-, Winter-, Oster- und Matrosenversionen, wie auch die allererste Version, das Eau de Toilette, welches 1995 auf den Markt kam, wurden von Francis Kurkdjian erdacht, der mit der Erschaffung des ersten der Düfte im ikonischen Männertorso Parfümgeschichte schrieb. Seine darauf folgende steile Karriere ist allen Parfumos bestens bekannt. Le Male le Parfum wurde nun allerdings von einem anderen Parfumeursduo erschaffen, knüpft aber an das klassische le Male an:

Direkt beim Aufsprühen umweht mich ein herb-frischer Hauch, der ganz deutlich die Le Male DNA erkennen lässt. Ich bin mir sicher, dass ihr diese DNA schon einmal gerochen habt, wenn nicht bewusst, dann irgendwo in der Öffentlichkeit, Bahn, Bar oder im Kino. Und ich glaube tatsächlich, dass es keinen Herrenduft gibt, den ich in meiner 20jährigen täglichen Zur-Arbeit-mit der-Bahn-fahr-Karriere öfter gerochen habe, als diesen. Kurz darauf wird der Duft-winterlicher und süßer, ich rieche mandelige Marzipananklänge, die jedoch in den Duftnoten nicht aufgeführt sind. Süße Iris verbindet sich mit noch süßerer Vanille und klingt sanft über Gehölz aus. Die ambrierten Hölzer mit leichter Synthetik, die ich hier im Drydown wahrnehmen kann, gefallen mir erstaunlicherweise in diesem Duft richtig gut, denn sie unterstützen den ihn bestmöglich. Die Le Male DNA zieht sich dabei durch den gesamten Duftverlauf.

So waren meine Erwartungen an diesen Duft extrem hoch und ich muss sagen, dass sie nicht enttäuscht wurden. Der Duft gefällt mir so gut, dass ich ihn bereits an vielen Tagen getragen habe und um den Keris zu schließen, er ist absolut UNISEX. Also liebe Damen, traut euch. Wenn ihr den duschgeligen Vibe der Urversion mögt und adaptiert in einem Winterduft tragen wollt, nur zu. Ich bin mir sicher, hiervon einen großen Flacon zu erstehen, wenn das Pröbchen geleert ist, denn ich ihn umwerfend schön, edel und stimmig so in Schwarz und Gold. Er eignet sich besonders gut im Winter, als Alltags-, Ausgeh- aber auch als Kuschel und Einschlafduft.

Um ihn mit den beliebtesten Le Male Kreationen zu vergleichen würde ich sagen, das Original Eau de Toilette ist der alltagstaugliche, frischere Signaturduft, Ultra Male, der junge, wilde süßfruchtige Partykracher und das Le Parfum der kuschelig-wintertaugliche, Edelste und Erwachsenste der Reihe.

Vielen Dank für’s Lesen,

Eure Flaconesse

7 Antworten
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Statements

666 kurze Meinungen zum Parfum
PinseltownPinseltown vor 2 Jahren
10
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
Der Kapitän
Kehrt von Orientreise zurück
Sein holzig Antlitz
Elegant gereift
Sein würzigsüß Blick
Sinnlich sanft
Chapeau, mon Capitaine!
30 Antworten
PollitaPollita vor 3 Jahren
9
Sillage
6
Duft
Gehts noch süßer und dichter? Den Ur-LeMale fand ich damals sehr gelungen und innovativ. Der hier zieht einem die Zähne. Von allem zu viel.
18 Antworten
SchatzSucherSchatzSucher vor 2 Jahren
8
Sillage
8
Haltbarkeit
7.5
Duft
Ein kardamomwürziger, irispudrig verfeinerter Le Mâle auf (Kunst-) Holzbett, der sich im Verlauf ein wenig im beliebigen Allerlei verliert.
20 Antworten
GandixGandix vor 3 Jahren
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
7.5
Duft
Wart wart
Gleich kommt's
Ne, doch nicht
Da ist keine so überbordende Süße
Der ist durchaus angenehm
Und tragbar
Jean,so kann man das lassen
18 Antworten
AchillesAchilles vor 3 Jahren
10
Flakon
10
Sillage
9
Haltbarkeit
5
Duft
Riecht wie alle billigen Le Male-Kopien auf einmal. Plastikvanille und seicht-süßes Kardamom-Geplänkel. Keine Spur originell
8 Antworten
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