Manchmal werden Mulche durch Seattle getrieben, auf weichen Wegen aus Hackschnitzelrinden, die den silbernen Staub in den Parks überdecken und fast alle Rosenrabatten. Dann wird ein Zeichen gegeben. Die ganze Stadt dreht drauf Kaffeemühlen mit großen gerösteten Espressobohnen, die die Straßen mit nussigen Aromen erfüllen und ein paar kochen heiße Schokoladen. Die wabern herben Sud unter Siebträgern wie verbindende dunkle Materien. Das wird dann noch warm getrunken. Alsbald kühlt die Luft im Staat Washington und doch bleibt der Duft noch einige Stunden.
***
Gatsby Yeh aus Seattle betreibt seit 2023 sein kleines Label Nose of Gatsby. Er versucht dabei seinem Publikum eine möglichst große Duftvielfalt anzubieten. Einen guten Teil seiner Fertigkeiten hat er sich selbst angelesen und da Meister nur selten vom Himmel fallen, hat auch er sicher noch Entwicklungspotenzial, was man an manchen Düften feststellen kann. Wer noch etwas mehr über den sympathischen jungen Mann erfahren möchte, dem sei an dieser Stelle BeJots Interview mit ihm ans Herz gelegt:
https://www.parfumo.de/Benutzer/BeJot/Blog/Eintrag/interview-mit-gatsby-der-aussergewohnlichen-nase-aus-seattle
Eine der durchaus gelungenen Kompositionen ist für mich "Double Espresso", der auf moderne Art nussig-dunkle Arabicabohnen zunächst mit mulchig-animalischen, indisch erscheinenden Oudnoten verbindet, die allmählich in herben, fast bitteren dunklen Kakao übergehen. Der Kardamom spielt dabei im Kopf nur eine subtil grüne, kampferstaubig-silbrige Rolle, die Rosen zeigen sich lediglich im Herzen als kleine säuerlich-fruchtige Pinpoints im Kakao. Was sehr deutlich und konsistent beginnt, nimmt nach etwa einer Stunde in Projektion und Dichte ab, wird staubiger und transparenter, bleibt aber in seiner kakaoherben Espressobohnenwürze noch einige Zeit gut wahrnehmbar. Eine für mich sehr angenehme, herbstliche Kaffee-Zeremonie.
Den Geruch von frischem Kaffee finde ich dufte, das Oud mag ich leider nicht so. Ich bin dir gerne auf der Mulcheschnitzeljagd durch Seattle gefolgt. Hab jetzt Bilder im Kopf von einer Stadt die nach Kaffee duftet und kleine Tierchen durch die Rosenbeete flitzen. Hat Spaß gemacht zu lesen. lg🥰🍁
Mich irritiert die Sache mit den Mulchen. Kaffee klingt gut, alles sehr speziell hier und eine ganz andere Welt. Ob ich so was tragen würde? Vermutlich eher nicht. Aber kennen lernen bestimmt. Fühle mich sehr eingeladen meinen Horizont zu erweitern.
oh ... das klingt nach meinem neuen Ende-Januar bis Mitte-Aprilduft. Wenns draußen so scheusslich schmoddert und matscht und friert, sind diese urbanen Röstaromen Balsam für Eulen, die wie Lerchen arbeiten müssen.
ein schönes Bild über eine Stadt, die ich gern mal kennenlernen würde; die Vorstellung des kleinen Labels habe ich bereits bei BeJot mit Interesse gelesen, ich vermute aber, dass die Düfte nicht in mein momentanes Schema passen würden; wie immer wieder sehr gerne gelesen.
Ich liebe den Duft von gutem Kaffee. In den Straßen von Seattle dürfte es mir wohl auch sehr gefallen...
In Parfums finde ich Kaffeeduft "okay" . Ich würde aber wohl maximal einen Duft davon in meiner Sammlung akzeptieren.... wenn ich ehrlich bin , wäre dieser Duft vermutlich verzichtbar.
Nicht aber Deine Rezension, denn die ist wieder grandios!
Mit Kaffee bin ich gut Freund, auch mit stärkeren Aufgüssen, gern auch mal gemixt! Im Parfüm verzichte ich bisher darauf, aber Deine Beschreibung verlockt schon etwas! Schön vorgestellt!
Habe mich gerne nach Seattle entführen lassen. Sicher ein interessanter Duft. Auch wenn ich bei dieser Stadt immer an Kurt Cobains tragisches Abtreten denken muss. RIP Kurt!
🤣 Seattle ist so schräg drauf! Die können das!
Die skurrile Szene, die du hier beschreibst, könnte sich tatsächlich so zugetragen haben:
Nach dem großen Brand 1889 in Seattle beschließt die Stadt, die Fahrbahn eine Etage nach oben zu verlagern. Damit sollten die Probleme der regelmäßigen Überschwemmungen behoben werden. Es wurden am Rand der alten Fahrbahn Betonmauern gesetzt und die Zwischenräume mit dem Material gefüllt, das die Holzfällerstadt in Massen zur Verfügung hatte: Holzschnitzel aus den Sägewerken. Die Fußgänger mussten zum überqueren der Straße Leitern nutzen, um auf Fahrbahnhöhe zu gelangen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Seattle_Underground
Deine Rezension passt!👍
Der Duft eines jeden Barrista....frisch gebrüht ist halb getrunken....zu guten Kaffee-Düften sagt man nie
nein. Bisher bleibt ist mein Favorit Animal Cafe
Das klingt sehr schön und auch wirklich interessant; aber ich gehöre leider zu den Menschen, die vor zu intensiver Kaffeeröstung und Schokoladengeschäften mit ihren ganz eigenen Düften flüchten.
Ich kann's nicht erklären, aber es ist leider so!
Wahrscheinlich beruht darauf auch meine Teeleidenschaft.
In Parfums finde ich Kaffeeduft "okay" . Ich würde aber wohl maximal einen Duft davon in meiner Sammlung akzeptieren.... wenn ich ehrlich bin , wäre dieser Duft vermutlich verzichtbar.
Nicht aber Deine Rezension, denn die ist wieder grandios!
Trotz einprägsamer Beschreibung bleibe ich lieber beim Kaffee zum trinken. Stück Kuchen dazu??
deutet wohl in die rechte Richtung. Darauf nen Kaffee
nur dünner Kaffee regt mich auf 😉
Die skurrile Szene, die du hier beschreibst, könnte sich tatsächlich so zugetragen haben:
Nach dem großen Brand 1889 in Seattle beschließt die Stadt, die Fahrbahn eine Etage nach oben zu verlagern. Damit sollten die Probleme der regelmäßigen Überschwemmungen behoben werden. Es wurden am Rand der alten Fahrbahn Betonmauern gesetzt und die Zwischenräume mit dem Material gefüllt, das die Holzfällerstadt in Massen zur Verfügung hatte: Holzschnitzel aus den Sägewerken. Die Fußgänger mussten zum überqueren der Straße Leitern nutzen, um auf Fahrbahnhöhe zu gelangen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Seattle_Underground
Deine Rezension passt!👍
nein. Bisher bleibt ist mein Favorit Animal Cafe
Ich kann's nicht erklären, aber es ist leider so!
Wahrscheinlich beruht darauf auch meine Teeleidenschaft.