
First
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Kofferkleid, weiße Bluse und ein Versuch über Sternjasmin.
Ein frischer Wind weht, ein leicht zitrischer, im Auftakt mit minimal grünem Einschlag. Was für ein angenehmer Beginn! Alsbald wird die Frische mit ordentlich Veilchenblatt unterlegt und mit etwas freundlich Blumigem. Von Beeren finde ich keine Spur. Dafür wird es schon in Minute drei leicht pudrig und gewinnt minimal an Süße. Der frische Wind hat sich beruhigt. Weiße Bluse.
In der Herznote legt das herb-würzige Veilchenblatt zu und bekommt eine feine Bleistiftnote, ähnlich wie ich es schon in 65 empfand. 65 war der erste Duft, in dem ich Veilchenblatt als Komponente mochte. Veilchenblatt wirkt auf mich zwar auch in 65 und Brilliant Wish künstlich, aber es ist, obwohl im Vordergrund, weich und milde und nicht so beißend wie in anderen Düften, die ich schon testete.
Im weiteren Verlauf von Brilliant Wish bleibt Veilchenblatt tonangebend, wird aber weiterhin weicher und der Duft wird leicht süßlich.
Kleines schwarzes Kofferkleid.
Nach etwa eineinhalb Stunden zeigt sich mir ein zarter Anflug von angenehmer, natürlich wirkender Vanille, die schon beginnt ganz langsam die Basis anzukündigen.
Es bleibt eine hauchzarte, flügelleichte, weiche und freundliche Basis aus durchscheinendem Moschus mit einem Hauch von Süße und dem immer weniger werdenden Rest des etwas herben Veilchenblattes.
Weiße Bluse.
Nach vier bis fünf Stunden ist Brilliant Wish dann so gut wie weg.
Mir ist das persönlich viel lieber als wenn sich jetzt eine fette Moschus-Amber-Decke noch stundenlang stickig und schwer auf meine Lungen legen würde wie in so vielen anderen Düften.
Lieber verzichte ich auf eine mit solchen Mitteln hergestellte Haltbarkeit und sprühe nach fünf Stunden nach.
Soweit so gut.
Nachdem ich mir über Tage des Testens nach und nach meine Wahrnehmung notiert, obenstehende Meinung zu Brilliant Wish gebildet hatte und nun zum Schreiben dieses Kommentares schreiten wollte, kam mir in den Sinn, vielleicht vorab doch mal nachzusehen, was es mit dem hier großgeschriebenen, mir bislang aus Düften unbekannten, Sternjasmin auf sich hat. Nach Jasmin schien mir Brilliant Wish nämlich kaum zu riechen.
Und dann ging es los: Zunächst mal gibt es laut Wikipedia 15-20 Arten von Sternjasmin. Und Ihr könnt es Euch schon denken: sie duften nicht alle gleich.
Offenbar duften sie nicht einmal alle ähnlich.
So fand ich zum mediterranen Sternjasmin, er dufte wie eine Mischung aus Vanille, Rose und Zitrusblüten.
Auf einer Seite zum Thema Gärten las ich, Sternjasmin dufte wie eine Mischung aus Muskat, Nelken und echtem Jasmin. Auf einer anderen Seite über Gärten las ich, er dufte vor allem süß und ansonsten wie Jasmin.
Vermutlich hätte ich bei ausgiebigerer Recherche noch diverse andere Angaben finden können.
Einigkeit bestand nur darin, dass Sternjasmin sternförmige Blüten habe und zu den Hundsgiftgewächsen zähle, also giftig sei.
Tja. Und nun? Welcher Sternjasmin ist es denn nun in Brilliant Wish? Oder vielleicht eher: Welcher war gemeint, welcher wurde als Duftreferenz genommen für den Akkord?
Der Erste kommt schon ganz gut hin: Vanille, Rose und Zitrusblüten. Allerdings würde ich die Zitrusblüten an erste Stelle setzen. Rose habe ich zwar nicht gerochen, aber dennoch etwas angenehm Blumiges. Und da ich Akkorde, die Rose darstellen sollen, oft nur als undifferenziert blumig wahrnehme, könnte das passen. Auch etwas dezent Vanilliges käme hin.
Der zweite war es mit Sicherheit nicht: Es erinnert mich nichts an Muskat, auch Nelken, zumindest Gewürznelken, aber auch Gartennelken, kommen mir da nicht in den Sinn. Naja, einen Hauch Jasmin will ich nicht völlig ausschließen, aber insgesamt scheidet die zweite Variante meiner Meinung nach aus.
Und die Dritte? Süß und Jasmin. Etwas süß wird Brilliant Wish schon. Aber wenn überhaupt Jasminanklänge, dann definitiv nicht als Hauptbestandteil. Reicht das, um Sternjasmin in der Pyramide groß zu schreiben? Wenn das Wort Sternjasmin nicht gerade als blendende Worthülse für ein bisschen Jasmin unter der Wahrnehmungsschwelle und etwas Zucker herhalten soll, dann nicht.
Mein Fazit zum Sternjasmin: Hier ist, nach meiner Nase, der mediterrane Sternjasmin gemeint, der an Zitrusblüten, Rose und Vanille erinnern soll.
Zum Abschluss bleibt zu sagen, dass der Flakon ausgesprochen schön ist. Wenn man von unten in ihn hineinschaut, sieht man erst die auf die Unterseite des metallenen Rings um den Sprühkopf eingeprägten Informationen, die sich bei anderen Parfums profan auf den Boden des Flakons gedruckt finden. Diese feine und dennoch gut leserliche Schrift bei Brilliant Wish und die schwere, an einen Brilliantschliff erinnernde Glasausführung des Flakons, wirken sehr ausgewogen und edel.
Ähnlich empfinde ich auch den Duft:
Auch wenn es kein Duft ist, der durch Provokation, Neuerungen oder erlesenste, seltene Inhaltsstoffe die Parfumwelt zu neuen Höhen bewegt oder gar spaltet, ist Brilliant Wish ein moderner Duft, der auf angenehme Weise zu tragen, dezent und freundlich, mit moderater Sillage, weder zu süß noch zu blumig noch zu herb, zu vielerlei Gelegenheiten passt. Insofern ist er ein wenig wie das kleine schwarze Kofferkleid, das sich lohnt, immer dabei zu haben, oder wie die weiße Bluse.
Auch seine begrenzte Haltbarkeit, die es einem leicht macht, danach zu einem Partyschreck-Wummser oder Nischen-Eremiten zu greifen, macht ihn zu einem Immergeher im besten Sinne.
In der Herznote legt das herb-würzige Veilchenblatt zu und bekommt eine feine Bleistiftnote, ähnlich wie ich es schon in 65 empfand. 65 war der erste Duft, in dem ich Veilchenblatt als Komponente mochte. Veilchenblatt wirkt auf mich zwar auch in 65 und Brilliant Wish künstlich, aber es ist, obwohl im Vordergrund, weich und milde und nicht so beißend wie in anderen Düften, die ich schon testete.
Im weiteren Verlauf von Brilliant Wish bleibt Veilchenblatt tonangebend, wird aber weiterhin weicher und der Duft wird leicht süßlich.
Kleines schwarzes Kofferkleid.
Nach etwa eineinhalb Stunden zeigt sich mir ein zarter Anflug von angenehmer, natürlich wirkender Vanille, die schon beginnt ganz langsam die Basis anzukündigen.
Es bleibt eine hauchzarte, flügelleichte, weiche und freundliche Basis aus durchscheinendem Moschus mit einem Hauch von Süße und dem immer weniger werdenden Rest des etwas herben Veilchenblattes.
Weiße Bluse.
Nach vier bis fünf Stunden ist Brilliant Wish dann so gut wie weg.
Mir ist das persönlich viel lieber als wenn sich jetzt eine fette Moschus-Amber-Decke noch stundenlang stickig und schwer auf meine Lungen legen würde wie in so vielen anderen Düften.
Lieber verzichte ich auf eine mit solchen Mitteln hergestellte Haltbarkeit und sprühe nach fünf Stunden nach.
Soweit so gut.
Nachdem ich mir über Tage des Testens nach und nach meine Wahrnehmung notiert, obenstehende Meinung zu Brilliant Wish gebildet hatte und nun zum Schreiben dieses Kommentares schreiten wollte, kam mir in den Sinn, vielleicht vorab doch mal nachzusehen, was es mit dem hier großgeschriebenen, mir bislang aus Düften unbekannten, Sternjasmin auf sich hat. Nach Jasmin schien mir Brilliant Wish nämlich kaum zu riechen.
Und dann ging es los: Zunächst mal gibt es laut Wikipedia 15-20 Arten von Sternjasmin. Und Ihr könnt es Euch schon denken: sie duften nicht alle gleich.
Offenbar duften sie nicht einmal alle ähnlich.
So fand ich zum mediterranen Sternjasmin, er dufte wie eine Mischung aus Vanille, Rose und Zitrusblüten.
Auf einer Seite zum Thema Gärten las ich, Sternjasmin dufte wie eine Mischung aus Muskat, Nelken und echtem Jasmin. Auf einer anderen Seite über Gärten las ich, er dufte vor allem süß und ansonsten wie Jasmin.
Vermutlich hätte ich bei ausgiebigerer Recherche noch diverse andere Angaben finden können.
Einigkeit bestand nur darin, dass Sternjasmin sternförmige Blüten habe und zu den Hundsgiftgewächsen zähle, also giftig sei.
Tja. Und nun? Welcher Sternjasmin ist es denn nun in Brilliant Wish? Oder vielleicht eher: Welcher war gemeint, welcher wurde als Duftreferenz genommen für den Akkord?
Der Erste kommt schon ganz gut hin: Vanille, Rose und Zitrusblüten. Allerdings würde ich die Zitrusblüten an erste Stelle setzen. Rose habe ich zwar nicht gerochen, aber dennoch etwas angenehm Blumiges. Und da ich Akkorde, die Rose darstellen sollen, oft nur als undifferenziert blumig wahrnehme, könnte das passen. Auch etwas dezent Vanilliges käme hin.
Der zweite war es mit Sicherheit nicht: Es erinnert mich nichts an Muskat, auch Nelken, zumindest Gewürznelken, aber auch Gartennelken, kommen mir da nicht in den Sinn. Naja, einen Hauch Jasmin will ich nicht völlig ausschließen, aber insgesamt scheidet die zweite Variante meiner Meinung nach aus.
Und die Dritte? Süß und Jasmin. Etwas süß wird Brilliant Wish schon. Aber wenn überhaupt Jasminanklänge, dann definitiv nicht als Hauptbestandteil. Reicht das, um Sternjasmin in der Pyramide groß zu schreiben? Wenn das Wort Sternjasmin nicht gerade als blendende Worthülse für ein bisschen Jasmin unter der Wahrnehmungsschwelle und etwas Zucker herhalten soll, dann nicht.
Mein Fazit zum Sternjasmin: Hier ist, nach meiner Nase, der mediterrane Sternjasmin gemeint, der an Zitrusblüten, Rose und Vanille erinnern soll.
Zum Abschluss bleibt zu sagen, dass der Flakon ausgesprochen schön ist. Wenn man von unten in ihn hineinschaut, sieht man erst die auf die Unterseite des metallenen Rings um den Sprühkopf eingeprägten Informationen, die sich bei anderen Parfums profan auf den Boden des Flakons gedruckt finden. Diese feine und dennoch gut leserliche Schrift bei Brilliant Wish und die schwere, an einen Brilliantschliff erinnernde Glasausführung des Flakons, wirken sehr ausgewogen und edel.
Ähnlich empfinde ich auch den Duft:
Auch wenn es kein Duft ist, der durch Provokation, Neuerungen oder erlesenste, seltene Inhaltsstoffe die Parfumwelt zu neuen Höhen bewegt oder gar spaltet, ist Brilliant Wish ein moderner Duft, der auf angenehme Weise zu tragen, dezent und freundlich, mit moderater Sillage, weder zu süß noch zu blumig noch zu herb, zu vielerlei Gelegenheiten passt. Insofern ist er ein wenig wie das kleine schwarze Kofferkleid, das sich lohnt, immer dabei zu haben, oder wie die weiße Bluse.
Auch seine begrenzte Haltbarkeit, die es einem leicht macht, danach zu einem Partyschreck-Wummser oder Nischen-Eremiten zu greifen, macht ihn zu einem Immergeher im besten Sinne.
Aktualisiert am 06.07.2017 - 05:02 Uhr
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