Le Bain 1988 Eau de Parfum

Le Bain (Eau de Parfum) von Joop!
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Platz 63 in Parfums für Damen
7.5 / 10 931 Bewertungen
Le Bain (Eau de Parfum) ist ein beliebtes Parfum von Joop! für Damen und erschien im Jahr 1988. Der Duft ist süß-orientalisch. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.
Aussprache
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Duftrichtung

Süß
Orientalisch
Pudrig
Gourmand
Blumig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
AldehydeAldehyde OrangenblüteOrangenblüte BergamotteBergamotte ZitroneZitrone
Herznote Herznote
JasminJasmin SandelholzSandelholz MaiglöckchenMaiglöckchen RoseRose ZederZeder
Basisnote Basisnote
VanilleVanille TonkabohneTonkabohne AmberAmber MoschusMoschus PatchouliPatchouli

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.5931 Bewertungen
Haltbarkeit
8.1766 Bewertungen
Sillage
7.6714 Bewertungen
Flakon
5.9733 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
9.1296 Bewertungen
Eingetragen von DonVanVliet, letzte Aktualisierung am 09.04.2024.

Rezensionen

96 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Mantus

479 Rezensionen
Mantus
Mantus
Top Rezension 58  
Mama...
...mag keine Düfte!
Mama verabscheut Düfte!

Das werde ich ändern!

Ich als ausgeprägter Duftsuchti konnte das einfach nicht verstehen, bei dieser Aussage kam in meinem Hirn:

Error.

In Halberstadt gibt es 2 Parfumerien, eine in der Rathauspassage, die klein und überfüllt daherkommt und was das Thema Kundenfreundlichkeit angeht, keinen Gang wert ist.

Man wird von 3 Verkäuferinnen gleichzeitig belagert und vollgequatscht (Pardon, für die Ausdrucksweise, anders lässt es sich einfach nicht sagen) und zu allem Überfluss wird nicht mal gefragt was gesucht wird, nein es wird einem gleich ein Teststreifen von Jil Sander Sun unter die Nase gehalten.

"Entschuldigen Sie, ich bin auf der Suche nach einem Damenparfum und nicht auf der Suche nach Jil Sander Sun!"
Natürlich habe ich ihn direkt erkannt.

Das war mir zu viel des Guten und habe dann entschieden mitgeteilt: "Ich bin hier fertig, vielen Dank für Ihre Mühe und Aufmerksamkeit" und habe das Geschäft verlassen.

Und dann gibt es noch die etwas größere auf dem Marktplatz, wenn man die Rathauspassage verlässt brauch man nur gerade darauf zugehen.

Man lässt einen erstmal ankommen, sich orientieren, sich kurz sammeln, einen erstmal durchatmen, was auch nötig war, nachdem ich die oben besagte Parfumerie verlassen habe.

"Sie haben einen guten Geschmack"
Das nenn ich doch mal eine sehr angenehme Begrüßung, ich trug Dior Homme Intense (2007)

Die Verkäuferin sah mich an und stellte fest, dass ich auf der Suche nach einem Damenparfum war.
Woher sie das wusste, kann ich nicht sagen, die Verkäuferin hat auf jeden Fall den richtigen Riecher.

"Ja, das stimmt und zwar für meine Mutter, die Parfums hasst"

"Wie ist sowas denn nur möglich?"
"Das frage ich mich allerdings auch, aber es eben alles möglich, Toyota".
Wir haben uns beide auf Anhieb sehr gut verstanden und haben uns prächtig amüsiert, war ich doch insgesamt, fast 1,5 Stunden in dem Geschäft.

Insgesamt habe ich 6 Düfte getestet, die Verkäuferin holte nach dem zweiten Duft Kaffeebohnen heraus, was mich völlig irritierte.

"Richen Sie mal an den Kaffeebohnen, das neutralisert ihren Geruchssinn"
Durch diesen Tip bin ich um eine Erfahrung reicher geworden.

"Beschreiben sie mal ihre Mutter, ihre Art, ihr Aussehen, ihren Kleidungsstil", denn auch nach dem Fünften Duft war ich noch nicht fündig geworden.

"Konserativ durch und durch, einen Hang zur Melancholie, manchmal ein absoluter Drache, manchmal eine Herzerwärmende Person, den Kleidungsstil würde ich schon fast als bieder, aber dennoch mit einem kleinen Hang zur Modernität beschreiben"

"Probieren SIe den"
Der Flakon war schon mal irgendwie hübsch, konserativ angehaucht, aber dennoch absolut nicht hässlich.

Endlich!
Ich habe DEN Duft für meine Mama gefunden.

Die Kopfnote erinnerte mich an den Zitronenmousse Joghurt/Pudding.
Es gab, oder es gibt ihn immer noch, den Mousse Chocolat und eben auch die Zitronenvariante, der übrigens auch der Lieblingsjoghurt/Pudding meiner Mama war.

"Der passt wie die Faust aufs Auge"

"Warten Sie noch ein kleinen Moment, der Duft wird noch ein wenig süßer, wo ich mir vorstellen kann, dass ihre Mama damit einige Probleme haben wird"

Recht hatte diese Frau, denn meine Mutter mag nichts, was pappsüß ist.
Doch so sollte es nicht kommen, er war genau Richtig.

Die Herznote ist das Warme schlechthin, eine wunderschöne Herznote, die klar, weiblich, opulent und durchdringend ist.
Zum Ende des Duftes erinnert er mich doch tatsächlich an warmen selbstgekochten Vanillepudding, aber nicht mit 6 Löffeln Zucker, sondern nur mit 2,5 Löffeln und einen kleinen Hauch Marzipan, den meine Mama ebenfalls mag.

"Der ist gekauft"

"Nehmen sie einen kleinen Flakon, wenn er ihrer Mama doch nicht gefallen sollte, können sie ihn gern wieder zurückbringen und sie bekommen ihr Geld wieder"

"WOW, Danke, dass bekommt man nicht alle Tage zu hören."

Ich verließ voller Vorfreude die Parfumerie und machte mich auf den Weg nach Haus, was zu Fuß 30 Minuten waren.

"WIe krieg ich diese Frau dazu sich einzuparfumerien? Das klappt niemals!" sinnierte ich auf den Weg mit mir selbst.

Eine Idee muss her, ich brauche eine Idee!!!

Ich bin zu Haus angekommen und meine Mama hat gleich zu verstehen gegeben, dass ich schon wieder wie eine Nutte riechen würde :-)

Sie war gerade beim Kochen und stand mit dem Rücken zu mir, also nahm ich den Flakon, nahm ganz leise den Deckel ab, denn wenn man etwas mehr dran zieht, ploppt es.

Bloß keine Aufmerksamkeit erregen und sprühte einen Spritzer in ihren Nacken!
Ich musste damit rechnen, dass meine Mama sich umdreht und mir eine knallt, aber dieser Fall ist nicht eingetroffen.

"Sag ma hast du ne Macke?"
"Sei doch mal still, der riecht wie dein Zitronenpudding und später nach Vanille Marzipanpudding"

Sie atmete tief ein und ich sah, dass sie sich endlich mit einem Duft angefreundet hat, es war bei Ihr einfach Liebe auf den ersten Sprüher :-)

Mission geglückt!

Sie trägt Heute noch Le Bain und lässt sich den auch schön artig jedes Jahr von mir zum Geburtstag schenken.
Bodylotion und Duschgel kamen im Laufe der Zeit hinzu und sind fester Bestandteil ihrer morgendlichen Prozedur:-)

Alle in meiner Familie haben meiner Mama Komplimente für Le Bain gegeben und gefragt, wer dafür verantwortlich ist, dass sie endlich auch mal einen Duft trägt.

"Mein missratener Sohn" teilte sie scherzhaft mit.
41 Antworten
7
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Freebird1968

7 Rezensionen
Freebird1968
Freebird1968
Top Rezension 49  
Für Willy
„Le Bain“ war nie mein Duft .
Dennoch hat er mich lange Jahre täglich begleitet.
"Le Bain" war der Duft meiner besten Freundin Willy.
ein Hauch von diesem Duft und die Sonne geht für mich auf .

Ich höre Dein Lachen , sehe wie du dein erdbeerblondes langes Haar schüttelst und jede einzelne Sommersprosse in deinem Gesicht tanzt .
Ohne Lachen und blitzende Augen gab es dich nicht .
Die wilden , aufregenden Jahre von 15 bis 22 waren wir unzertrennlich .
Da warst du dieser eine Mensch ,vor dem man wirklich keine Geheimnisse hatte , der alles wusste .Selbst die aller geheimsten Gedanken und Wünsche .
Das war ein unglaublich wunderbares Gefühl , diese beste Freundin war der einzige Mensch , der
wirklich nur das Beste für dich wollte.
Kein Neid ,kein Streit , wie mit Geschwistern üblich .
Und auch die Eltern wollten , aus der Perspektive einer 15Jährigen nicht immer mein Bestes ;-)

Wir waren wie Pech und Schwefel. Unzertrennlich .Auch ohne Handy wusste man immer, was die andere gerade dachte und wo sie war .
Sowieso meist an meiner Seite .
Und trotzdem waren wir auch so verschieden , du warst das „Poppermädchen“ mit Joop, Bennetton und Lacoste , den gebügelten Polohemden und den Schuhen mit den furchtbaren Trömmeln dran.

Ich war das Hippiemädchen mit den Ökoklamotten aus dem Secondhandladen ,immer eine Fahne von Patchouli oder eben dem “Gras Oel“ hinter mir herziehend. Mein Make-up war viel zu stark und der Lippenstift zu dunkel .

Du warst immer dezent geschminkt und perfekt gekleidet und trugs eben immer „Le Bain“ .

Auch später , wenn ich dich zur Uni abholte und der Duft von „Le Bain „ in mein Auto schwappte , erfüllte mich dieses Glücksgefühl.
Ich war nicht allein .Da gab es noch eine Bekloppte , die mit mir die Welt erobern wollte .
Wir wollten alles und wir konnten alles .
Waren unbesiegbar und ohne Angst .
Und selbst wenn unsere Pläne nicht gelingen sollten , eins war sicher : Wir hatten uns !
Eines Tages, in ferner Zukunft würden wir zusammen im Schaukelstuhl auf einer Terrasse sitzen und auf ein erfülltes Leben zurückblicken , lachend , ohne Bedauern .

Die Entscheidungen des Lebens haben uns auseinander getrieben, wie das so ist .
Aber, wenn ich Glück, Sicherheit und Abenteuer gleichzeitig fühlen will ,reicht mir ein Sprüher „Le Bain“ und sofort steht sie neben mir
meine unersetzliche teure Freundin Willy .
16 Antworten
10
Preis
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
4ajbukoshka

73 Rezensionen
4ajbukoshka
4ajbukoshka
Top Rezension 45  
Wenn meine Oma mich noch ein Mal umarmen würde
...und ich dabei einen dieser billigen kleinen Kirschlollies im Mund hätte...
Dann würde „Le Bain“ ebenso wie meine Oma lebendig werden.

Zum Hintergrund:
Meine Oma ist vor einigen Jahren gestorben. Ich kann sie nicht fragen, ob sie wirklich diesen Duft getragen hatte.
Aber ich trage ihn aktuell an meinem Handgelenk und sehe und rieche sie deutlich vor mir. Sie, wie sie in meiner frühen Kindheit, Ende der Neunziger und Anfang der 2000er aussah.
Sie, die immer roch wie eine Blumenwiese. Aussah wie eine Blume und deren Umarmung mich noch glücklicher gemacht hat als es ein zuckriger Kirschlolli je könnte.
Sie, deren Lächeln so lieb und rein und im Nachhinein betrachtet auch immer kindlich und unschuldig strahlte.

Wie ich zu diesem Duft kam:
Mein Statementparfum, sündhaft teure Vanille von Guerlain (Cuir Beluga), neigte sich mal wieder, SCHON wieder, dem Ende zu. Ich, Studentin, notorisch pleite. Da muss etwas Günstigeres her, für den Übergang. Ich suche in Kleinanzeigen nach Pröbchen.
Meine Nase ist empfindlich, heißt bei mir: ich kann vieles nicht riechen.
So kam ich zu etwa 30 Parfumpröbchen, manche umgekippt, einige grauenhaft, einige... überraschend.

Was ich zu diesem Duft sagen kann:
Beim ersten Test auf meiner Haut kam mir ein pudrig-klebrig süßer Hauch entgegen.
„Ohje, was wird das, wenn’s fertig ist? Riecht ziemlich künstlich.“
Nach wenigen Sekunden vernehme ich einen künstlich, chemisch?, anmutenden Hauch von Blumen. Veilchen?
Ein Blick in die Duftpyramide: „Oh, bestimmt die Aldehyde? Und Orangenblüte, jaaa, das kommt hin.“
Ich räume den Wäscheberg von gestern weg. In meinem Zimmer herrscht wie so oft Chaos.
Ich verlasse den Raum, komme zurück. Und auf einmal trifft mich diese seltsame Traurigkeit, ich glaube, ich bekomme meine (emotionalen) fünf Minuten. Ich bin verwirrt.
Was soll das?! Ich rieche meine „Oma“.
Jeden Tag trage ich am Handgelenk ein goldenes Armband, das sie mir geschenkt hat, als ich etwa 15 war. Ich nehme es nicht ab, obwohl es mir heute wie damals viel zu groß ist. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an meine Oma denke.
Aber wie kommt sie jetzt in meine NASE, verdammt?
Rosen... Ich mag den Geruch von Rosen in Pflegeprodukten nicht, in Parfum bin ich auch nicht sonderlich überzeugt. In Bulgarien zum Beispiel wird man davon erschlagen, in jedem Souvenirladen und zwanzig Meter davor. Aber echte Rosen riechen so angenehm.
Noch mehr Blumen. Veilchen? Vielleicht. Ich rieche vieles, kann es aber nicht immer benennen.
Den Geruch von Sandelholz allerdings schon, was den Räucherstäbchen, die „Omas“ Tochter so gerne und (viel zu) oft benutzt hat, zu verdanken ist.
Hier sind so viele Gerüche, an denen ich mich satt gerochen habe, vereint, aber in einer Dosis, die sie nicht nur erträglich, sondern wunderbar angenehm macht.
Ich, prokrastinierend wie eh und je, setze mich hin, schalte die Musik ab, rieche an meinem Handgelenk, in der Luft, lasse die Gerüche auf mich wirken.
Und ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie meine Oma mir, die mal wieder mit blutigen Knien ins Haus kommt, einen dieser pappigen kleinen Kirschlollis in die Hand und einen Kuss auf die Stirn drückt.
(Ich rieche Kirsche, auch wenn davon nirgends etwas steht, viel davon!)
Wie sie mich umarmt, aber nicht hochhebt, denn ich bin ihr mittlerweile zu schwer. Und sie hat „Rücken“.
Oma hat gebadet. Vielleicht in „Le Bain“.
Vielleicht hat meine Oma aber auch wirklich gebadet und sich danach in einer Blumenwiese gewälzt, wobei die Kirschlollis, die sie für mich gekauft hatte, irgendwie an ihr kleben geblieben sind.
Genau so riecht „Le Bain“ für mich.
Tröstlich, kuschlig, nach sehr viel Geborgenheit mit einem kleinen bisschen Vanille - oder eher dem Vanillin im Zucker. Ganz leicht, chemisch, aber nicht unangenehm, sondern nach Weihnachtsbäckerei.
Das ist gut so, denn dadurch komme ich nicht auf die Idee, diese Vanille mit der von Guerlain zu vergleichen und kann sie getrost toll finden.
Deshalb wird dieser Duft für mich auch einer für die kalten Tage.
Vielleicht bin ich für diesen Duft zu jung, ich muss mir dazu die Meinung meiner Freundinnen und Freunde anhören.
Ich möchte schließlich nicht wie irgendeine Oma riechen. Wenn ich das tue, werde ich mit diesem Parfum zuhause bleiben und ihn für mich genießen.
Immer dann, wenn ich meine Oma vermisse - und die Geborgenheit ihrer Umarmungen zumindest riechen möchte.
13 Antworten
6
Flakon
9
Sillage
9
Haltbarkeit
7.5
Duft
Helena1411

104 Rezensionen
Helena1411
Helena1411
Top Rezension 35  
Zwei Seelen wohnen, ach‘ in meiner Brust
...die eine will sich von der anderen trennen.“

Schon Goethes Faust hatte dieses Dilemma, welches sich freilich auf andere Bereiche erstreckte. Ihm ging es um die wahre, tiefere Erkenntnis aller Dinge, die sich durch die von ihm studierten, vielfältigen Wissenschaften dennoch nicht ergründen ließen.
Aber immerhin, um nicht weiter abzuschweifen, auch ein Dilemma.

Ähnlich meines Gefühls beim Aufsprühen von Joop! Le Bain. Erworben habe ich es durch einen zufälligen Umstand für ein äußerst kleines Entgelt, zudem wollte ich diesen Klassiker selber testen, zumal die Duftpyramide versprach, mir bzw. meiner Nase zuzusagen.

Mit dem ersten Sprüher jedoch begann die Metamorphose, die aus einer hochgewachsenen Blondine den verwirrten, verzweifelten Dr. Faust werden ließ.
Es schlug mir eine allumfassende, vollkommen um sich greifende Wolke aus Aldehyden sowie Vanille und Tonkabohne entgegen. Fast schon schien es, als sei ich unter einer regelrechten Dunstglocke eingeschlossen.
Und ein Teil von mir wich erschrocken zurück (bzw. versuchte dieses Manöver, welches jedoch ob der Tatsache dieser Duftfesseln nicht gelingen mochte). Zu viel, hallte es echogleich in mir wider, viel zu viel! Sollten nicht anfänglich zitrische Noten eine gewisse Frische versprechen, um dann von blumig-rosigen mit warmen holzigen Untertönen besetzten Duftnoten gefolgt zu werden? Und war nicht vorgesehen, erst dann im weiteren Verlauf einen vanilligen Ton einzunehmen? Gepaart mit Tonka? Natürlich alles laut Pyramide.
Aber nein, mir schlägt direkt von Anfang an ein Vanille-Tonka-Overload entgegen, laut, brüllend, mehrstimmig sozusagen. Fast scheint es mir als sängen Vanille und Tonka einen Kanon, mit allen Chören Deutschlands zusammen. Du lieber Himmel! Eine langsam einsetzende Taubheit, nicht der Ohren, sondern der Nase macht sich breit, jedoch bei weitem nicht so erfolgreich, wie erhofft, denn ich rieche sie immer noch, die Le Bain-Wolke, sehr sogar, trotz eines Sprühers am Unterarm, dieser bedeckt durch einen Pullover. Okay, mit Lochmuster, es gibt also Duft-Fluchtmöglichkeiten. Aber dennoch.
Und dieser eine Teil von mir will es abwaschen, sich gegen die langsam aufsteigende Übelkeit wehren, die sich aufgrund der Heftigkeit der Duftglocke einstellt. Und ich kann mich dem Duft nicht entziehen, denn er verharrt hartnäckig auf meiner Haut, in meiner Nase, überall um mich herum. Und zwar lange. Sehr lange.

Der andere Teil von mir jedoch wird schlagartig und zeitgleich hellhörig. Innere Bilder ziehen vorbei: Das erste Mal mit Freundinnen, ohne Aufpasser, abends in die Stadt, die Augenlider aufgrund der Lidschattenmassen, die farblich einer Gelbstirnamazone (keine Amazone in dem Sinne, sondern eine Papageienart) in nichts nachstanden, schlafzimmergleich gesenkt; die ersten coolen Pumpjeans mit Neonstreifen, welche jeden Verkehrserzieher und Schülerlotsen stolz machen würden, lässig ausführend; das erste Mal in der Teenager-Disko der hiesigen, überfüllten Tanzschule zum 90ies Eurodance die Hüften wiegend, obwohl Füße stampfend besser zur Musik gepasst hätte; und immer eingeduftet mit einem Parfum, dass ein erstes Gefühl von erwachender Weiblichkeit, von noch verborgener, aber aufkeimender Verführung weckte und zeitgleich aber auch ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz bot. Ein Parfum für die langsam knospende Frau und zur gleichen Zeit für das im Körper dieser jungen Frau noch steckende Mädchen.
Diese retrospektiven Assoziationen von Le Bain wirken auf meinen anderen Teil überaus positiv, leicht wehmütig und bereiten ein angenehmes Wohlsein, sodass ich mich in dem Duft wiegen möchte.

Und somit schlagen zwei Seelen, ach‘ in meiner Brust, die eine will sich von der anderen trennen. Wobei...eigentlich wollen sich beide nicht voneinander trennen, denn ohne den anderen schlüge der eine Teil den Duft in die Flucht, schickte ihn in die Verbannung. Und ohne den einen badete der andere Teil in der Erinnerung schwelgend in diesem Duft, erschlüge das Umfeld mit der Duftgewalt von Le Bain.
Beide Teile zusammen jedoch finden das richtige Mittelmaß und geben Le Bain seine Berechtigung, ohne eine absolute Vollmacht zu erteilen.
Eine duftgewaltig-wohlriechend-erstickend-überwältigend-übelkeitserregend-tonkagetränkt-vanilleweiche Parfum-Retrospektive.
24 Antworten
MissKlea

52 Rezensionen
MissKlea
MissKlea
Top Rezension 36  
Le Bain - umgeben von tiefer Entspannung und Schwerelosigkeit.
Auch Le Bain muss ich heute Abend einen wohlverdienten Bericht widmen, nachdem der den ich geschrieben habe mir nicht gut genug gefällt, versuche ich es noch einmal:

Ich war im eisig kalten Winter am 24.12.1995 gerade volljährig geworden, als ich diesen Duft schön verpackt unter dem Tannenbaum entdeckte. Jemand hatte es offenbar gut mit mir gemeint. Zu gut. Denn neben den Duft, war auch die Dusch und Körpercreme mit enthalten.

Le Bain wurde von diesen Winter 1995 an, oft benützt (nur Sommer und sehr heiße Tage ließ ich aus). Ich mochte diese weiche vanillige Note mit Moschus so sehr. Ob zum einschlafen oder im Alltag. Le Bain war meine Geborgenheit.

Ich bade leidenschaftlich gerne. Schon damals in den 90ern, sperrte die Badezimmertür zu, füllte die Wanne mit Wasser so an, ein gutes Buch viel Schaumbad und die Seele baumeln lassen. Als das Duschgel zu Le Bain irgendwann 1996 leer wurde, kaufte ich es mir in Großformat.

Le Bain als Duschgel genießen, entspannen und dass jetzt und hier zelebrieren. Ich muss dazu sagen, dass die damaligen Duschgele der Düfte, sehr stark waren. Man konnte den Geruch des Duftes bis ins Wohnzimmer riechen und dass obwohl die Badezimmertür immer abgeschlossen war. Durch den Spalt verteilte es sich in der ganzen Wohnung.

So etwas gibt es leider nicht mehr. Die heutigen Düfte sind erstens, ideen und einfallslos, sind keine Sillagemonster mehr und kosten viel zu viel. Die heutigen Preise, waren damals Nischenpreise.

Le Bain, ist wie ein sündhaft teures Vanillepulver, garniert mit Marzipannoten und honig florale Akzente. Bei Le Bain, muss ich immer die Augen schließen. Wenn mal ein Tag "besch*ssen" war, sich die Welt gegen einem verschworen hat, hilft Le Bain. Diese Note nimmt einen sofort für sich ein. Es ist Frieden, tiefe Entspannung.

Ich werde niemals vergessen, als ich 2000 in der Metallbranche arbeitete. 8 Stunden Tag. Daheim angekommen, tot kaputt, erweckte mich Le Bain wieder zum Leben. Ausgiebiges baden, den Tag Revue passieren lassen, im Einklang mit dem warmen Wasser und den Duft, der sich da ausbreitete und blieb, bis ich aus der Wanne raus ging, erst dann ging es mir einigermaßen wieder und ich fühlte mich wieder als Mensch.

Le Bain war und ist mein warmer Bademantel, flauschig großzügig voller Weichheit. Der Duft hat auch etwas von einem Baby, einem frischgebadeten Säugling der mit feinster Creme und Puder zuvor gepflegt wurde.

Und wenn ich mal nicht baden kann, sprühe ich mir Le Bain auf und bin gedanklich wieder in meiner Badewanne, umgeben von heißen Wasser und Schwerelosigkeit.

Als ich nach 6 Jahren ununterbrochener Arbeit, wegen eines Arbeitsunfalles gekündigt wurde. Leistete ich mir das Vanilla Eau de Toilette als Le Bain Ersatz. Sparen war angesagt. Teure Düfte waren ein NO GO!

Das Bettina Barty Vanilla Eau de Toilette, konnte ich mir so halbwegs leisten. Das bevorzugte Duschgel von Le Bain wurde durch ein viel günstigeres von Palmolive, das lila Relax Duschgel ersetzt welches ich heute noch sehr gerne benütze. Le Bain Duschgel und Körpercreme waren 4 Jahre lang TABU.

Ich bekam viel weniger als ich es gewohnt war und musste jeden Euro, 3 mal umdrehen. Das wichtigste war die Miete zu bezahlen, das Auto zu fahren und Essen genug zu haben. Arbeitslos zu sein, war für mich damals nicht leicht. Oft wachte ich in der Nacht auf, weil mich die Gedanken mit dem wenig Geld auszukommen, sehr beschäftigte.

Deshalb war Bettina Barty´s Vanilla, mein Bodyguard. In einer sehr schweren Zeit, war dieser Duft der Schutz und dem Le Bain ähnlich.
Ich beziehe mich auf die Le Bain Version mit der Kornblume in diesen Bericht. Denn diese Version habe ich in mehrfacher Ausführung.
11 Antworten
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186 kurze Meinungen zum Parfum
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Alt Holzbadeofen knackt
Wohlig süß
Dampfend Vanillebadewasser
Umkuschelt samtweich mit orientalischer Wärme
Those were the days, my friend +
38 Antworten
SalvaSalva vor 1 Jahr
7
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Aldehyden-Hesperiden
Gleiten zu einem
zeitlos angenehmen
Tonka-Vanille-Schmeichler
Mit floralem Einschlag
Nostalgisch tolle Schönheit!
28 Antworten
Edda32Edda32 vor 5 Jahren
6
Flakon
8
Sillage
10
Haltbarkeit
1
Duft
Drei Tropfen auf ein Taschentuch. Über Mund und Nase des Opfers stülpen. Wirkt sofort.
3 Antworten
AndrulaAndrula vor 4 Jahren
7.5
Sillage
5
Haltbarkeit
8
Duft
Kleopatra sitzt im Zuber
in Tonkamilch badet das Luder.
Würzmandelöl auf Haut so weiß
auf Antonius´ Stirn steht begehrlicher Schweiß.
10 Antworten
DuftgroupieDuftgroupie vor 5 Monaten
9
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Würzsüßcremig herb-floral im Charakter / festlich-pudrig minimal hauchend-holzig/ orientalisches Blütenfest / unisex/ Dessert-Vibes
25 Antworten
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So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

Diskussionen zu Le Bain (Eau de Parfum)

Igli in Damen-Parfum
Da wette ich drauf. Sonst könnten die den doch nicht ständig zum Schleuderpreis anbieten. Wenn ich nur daran denke wie viele Produkte damals in der Le Bain...

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