Soleil de Jeddah von Stéphane Humbert Lucas
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8.1 / 10     66 BewertungenBewertungenBewertungen
Soleil de Jeddah ist ein beliebtes Parfum von Stéphane Humbert Lucas für Damen und Herren und erschien im Jahr 2013. Der Duft ist blumig-orientalisch. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.

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Duftnoten

Kopfnote KopfnoteKamille, Osmanthus, Zitrone
Herznote HerznoteAmbra, erdige Noten, Iris
Basisnote Basisnote Iris, Leder, Vanille

Bewertungen

Duft

8.1 (66 Bewertungen)

Haltbarkeit

8.5 (55 Bewertungen)

Sillage

7.1 (59 Bewertungen)

Flakon

8.8 (64 Bewertungen)
Eingetragen von Avelus, letzte Aktualisierung am 23.05.2017
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Kommentare

Flakon 8.0/10
Sillage 8.0/10
Haltbarkeit 8.0/10
Duft 7.5/10
Erstklassiger Kommentar    23 Auszeichnungen
Abends hart am Wind
Der Auftakt von Soleil de Jeddah ist schwer zu beschreiben. Bitter. Kamille? Da wäre ein Korbblütler auf die Spitze getrieben worden. Meist ist Korbblütlern (und wer kennt das von der Kamille nicht) eine gewisse strenge Luftigkeit zu eigen. Die hat Herr Lucas gut versteckt. Und mit Kamillentee hätte dieses mehr grün-bittere als luftige Wenn-überhaupt-Korbblütler-Gestank-Konzentrat schon mal gar nichts zu tun.

Dazu eine fruchtige Säure, die alles Mögliche sein könnte, Zitrone geht daher in Ordnung. Die mildere und süßere Fruchtigkeit von Osmanthus nicke ich bloß ab (pur habe ich das eh nie gerochen), geht ohnehin ziemlich unter gegen… Und jetzt zögere ich. Kamille trifft es schlichtweg nicht. Eher Gummi. Ich fühle mich an den Stil von Andy Tauer erinnert, der uns an einigen Stellen derlei zumutet. Ja, das passt ganz gut.

Ergebnis: Bitteres Gummi mit Zitrus-, oder besser Zitronensäure-Gepiekse. So könnte es riechen, wenn ein Toast Hawaii im Ofen anbrennt. Iris? Muss ihrerseits ein Konzentrat sein. Luftig ist aus der Ecke jedenfalls auch nichts. Doch – o Wunder – mit ein wenig Abstand von der Haut mischt sich das zu einem zwar keineswegs gefälligen, aber charaktervollen bitter-sauer-floralen Dreiklang.

Das beinharte Gummi wird in der zweiten Stunde ins Teerige überdreht und weist damit bereits den Weg in Richtung des Leders aus der Basis. Basis Eins (siehe unten). Tja, die Sonne in Dschidda dürfte mächtig brennen, womöglich dampft dann der Asphalt und das erklärt den teerigen Geruch. Die verbliebene Blumennote hat etwas Morbides angenommen.

Im Laufe der dritten Stunde mildert ein Anflug von Süßholz ein bisschen ab. Trotzdem kommen angeriechts der Zunahme von Harz und Teer Erinnerungen an das boshafte Rien Intense Incense hoch und der Gedanke an Tauers fordernde Kreationen liegt erneut nahe. Immer noch ist ein Spritzer Zitrone dabei, die ab und zu raffiniert aufblitzt. Statt erdiger Noten hätte ich von grünen oder gar grasigen Noten gesprochen. Sie stellen eine stille, gleichwohl willkommene Durchlüftung dar. Außerdem Ambra. Nur Ambra? Ich hätte eine breitere Palette an Viehzeug vermutet, bis hin zu einer winzigen Spur Katze. Daneben setzt sich das lange Crescendo der Leder-Note fort, die ab der fünften Stunde in verändertem Gewand komplett das Zepter übernimmt.

Konkret: Als Halspastillen-Leder. Seltsam, nach dem vielen Teer zuvor. Unverdrossen zwinkert gelegentlich was Saures. Die (neben Ambra) animalische Note ist weiterhin nur direkt auf der Haut erahnbar. Ganz sicher bin ich mir ihrer sowieso nicht mehr. Zudem wird es abermals süßer, behutsam.

Zum (Erst)-Abschluss - der Basis Eins - entsteht ab der sechsten Stunde allmählich eine Melange aus tabakhaft-dunkler Ambra mit ordentlich viehischem Einschlag. Dazu Vanille und wieder teeriges Leder. Hier und da bilde ich mir sogar ein, es müsse auch ein floraler Rest aus der Iris beteiligt sein.

Allerdings - deshalb ‚Basis Eins‘ - war dieser Abschluss kein Abschluss. Es folgt eine Basis Zwei. Dreck wie von stinkiger Rosengeranie, vielleicht tabakblatt-flankiert. Schon am Nachmittag geruchlich vorbereitet, kommt er am Abend richtig hervor. Bei zurückhaltender Dosierung des Duftes fällt der Effekt zwar maßvoll aus, bleibt dennoch deutlich bemerkbar. Der Ungewaschen-Stink segelt hart am Wind, hält sich also stets knapp diesseits der Erträglichkeits-Grenze. Dabei hilft zweierlei: Erstens bleibt durchweg eine Portion Ambra-Vanille-Süße spürbar. Viel erstaunlicher ist jedoch zweitens ein Anflug von Jasmin-Seifigkeit, der wie ein Sauber-Keil in den Dreck der Basis hineinragt. Und, verdammich, da ist mehr Viehzeug drin. „Eppur si puzza“ – frei nach Galilei und hoffentlich korrekt konjugiert.

Und mit jener tadellos ausgesteuerten Balance hält das Zeug bis weit in den Abend, Überbleibsel bis zum kommenden Tag.

Fazit: Ein – je nach Sichtweise – hochspannender oder reichlich verwirrender oder einfach nur anstrengender Duft mit einer achterbahnhaften Duftentwicklung und diversen Ansatzpunkten der Annäherung. Meine erratisch hüpfende Schilderung ist kein Zufall und die zahlreichen unterschiedlichen Nennungen unserer Community bei der Duft-Typ-Einordnung sprechen ebenfalls eine klare Sprache. Ich finde den Duft schwierig, aber nicht uninteressant.
17 Antworten
Sillage 7.5/10
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 7.0/10
Erstklassiger Kommentar    33 Auszeichnungen
weiter, immer weiter
Früh am Morgen ist es und noch kühl, der Weg führt leis' durch menschenleere Gassen, die Luft ist hell und klar und chypregrün.
Auf meiner Haut schwebt sacht ein Duft nach Seife, von fern Limetten, Gras und Bergamott', der Rest der Nacht, noch eh die Sonne steigt.
Ein Hauch vom Meer zieht meinen Schritt zum Hafen, lockt mich mit Rauch und Teer und fernem Weh.
Vorbei geht es an halbverborg'nen Gärten, darin die Früchte süß und schwer am Baum – hellgoldensamtig leuchtend, sonnetrunken, der Unschuld bar wie einst in Evas Hand.
Ich weiß, sie liegt hier irgendwo begraben, der Mütter Mutter, wie die Sage sagt.
Und weiter führt der Weg hinab zum Hafen, vorbei an Yusufs fruchtbelad'nem Stand.
Hier schimmern seidenmatt die Aprikosen, hier glänzt das Gelb und Grün der Zitrusfrucht, hier lachen freundlich Yusufs braune Augen, in denen sich das Licht der Sonne bricht.
Noch ein paar Schritte – weiter, immer weiter, schon liegt vor mir des Meeres Goldenblau, schon seh' ich emsig-kraftvoll Männer eilen, den Rücken bloß, die Schultern breit und schwer.
Ich rieche Rauch und Teer und schwarzes Leder und warmes Holz und reine Männlichkeit, seh' weiße Segel, hohe Masten kehren zurück vom einst geteilten Roten Meer – und weiß, kein Schiff wird mehr dich zu mir tragen, kein Mensch vermag die Zeit zurückzudreh'n, und doch werd' bis ans Ende meiner Tage ich Tag für Tag in diesem Hafen steh'n.
21 Antworten
Flakon 5.0/10
Sillage 7.0/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 8.0/10
Erstklassiger Kommentar    12 Auszeichnungen
Hier kommt die Sonne
Das Wort „Sonne“ (soleil) in Parfumnamen lässt einen meist vermuten, solche Düfte seien speziell für den Sommer gedacht. Das mag häufig, wenngleich nicht immer zutreffen und muss auch nicht bedeuten, dass diese leicht und unkompliziert sind - sie können auch „stark wie die Wüstensonne“ sein.
Genau so verhält es sich mit „Soleil de Jeddah“. Selten passt ein Name so gut zum Duft wie hier. Auch wenn ich noch nie in Jeddah, dieser riesigen Hafenstadt in Saudi-Arabien, war, verrät der Titel doch den ausgeprägt orientalischen Einschlag, in diesem Fall aber nicht wie aus 1000 & 1 Nacht, sondern mit mehr Tageslicht. Nein, dies ist nicht die Heino-, sondern die Rammstein-Version von „Sonne“ … besonders zu Beginn …
Dabei kommt dieses Parfum gänzlich ohne das so in Mode gekommene Oud aus und hat (auch deshalb) etwas ganz Besonderes an sich. Doch was?

Im ersten Moment kommt einem eine helle, starke Woge entgegen, die ich als säuerlich, aber dennoch nicht als zitrisch empfinde, wenngleich Zitrone in der Kopfnote angegeben und auch nachvollziehbar ist. Darüber hinaus prägt den Duft eine Mischung aus fruchtigen und ledrigen Anklängen. Das Leder geht also einher mit einer angenehm fruchtigen Säure, ein Duo, das den gesamten Duftverlauf durchzieht. Dabei wird diese Säure von der Kamille, die ebenfalls deutlich wahrzunehmen ist, mit ihren beruhigenden Eigenschaften etwas ausgeglichen, zum Glück aber nicht vollends geglättet.
Im Laufe der Zeit meine ich auch ein wenig Iris wahrzunehmen. Ja, insgesamt fällt mir zunehmend auf, dass exotisch-blumige Noten eine Rolle spielen, vielleicht auch die angegebenen erdigen.
Alles in allem bleibt im Duftverlauf der Grundton derselbe, der Akkord aber verändert sich, wird im Vergleich zum säuerlich-anregenden Auftakt milder, in der Basis auch etwas süßer.

All jenen, bei denen sich jetzt noch keine Bilder bzw. Gerüche im Kopf eingestellt haben, gilt mein Trost: Es handelt sich hier um einen recht speziellen Duft. Zwar sind viele der angegebenen Bestandteile herauszuriechen, aber Aristoteles Erkenntnis gilt hier einmal mehr: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
Alle Neugierigen seien gewarnt: „Soleil de Jeddah“ hat definitiv das Potenzial zu polarisieren. Und nur ein Umstand schützt es bislang davor: Seine geringe Verbreitung.
Für Liebhaber von Nischendüften kann ich doch immerhin einen treffenden Vergleich leisten. Denn es gibt einen Duftzwilling, der noch dazu vom selben Parfümeur stammt: „Nùr“ von SoOud. Das passt auch vom Namen her, denn „Nùr“ bedeutet „Licht“. Wie dieses Parfum halte ich auch „Soleil de Jeddah“ für einen astreinen Unisex-Duft. Da einem auch „Nùr“ eher selten begegnen dürfte, bleibe ich dabei, dass der „Duft der Sonne“ angenehm eigensinnig ist. Ja, es bedarf sogar einer gewissen Gewöhnung – zumindest bei mir: Jedes Mal, wenn ich „Soleil de Jeddah“ aufsprühe, fühle ich mich überrascht und ich brauche eine Weile, um ihn gut zu finden. Nun ist „gewöhnungsbedürftig“ für einen Duft nicht unbedingt ein Kompliment. In diesem Fall nehme ich mir aber gerne mal ein bisschen mehr Zeit, denn meine Begeisterung wächst dabei zusehends!
8 Antworten
Duft 8.0/10
Orientalischer Sommer oder günstige Produktvariation?
Man merkt bei Soleil de Jeddah die genetische Verwandschaft zu Black Gemstone. Eine Art fruchtige Note kommt auch hier auf. Vielleicht kommt das durch die saftige Zitrone in Verbindung mit den warmen Noten - oder es ist eine Art Signatur des Hauses. Hier wird das ganze wunderbar hell und klar, wodurch es sich deutlich von der Note im Black Gemstone unterscheidet. Man riecht eine leicht trocken-bittere Kamille und Osmanthus scheint den Duft hier etwas säuerlich zu prägen. Iris gibt dem ganzen für meinen Eindruck nur etwas pudriges, Ambra und Vanille etwas weiches ohne wirklich süß zu werden. Ich finde das Ganze durchaus sommertauglich und der Duft begeistert mich letztendlich auch noch mehr als Black Gemstone. Ich finde ihn eigenständiger und für mich angenehmer zu tragen. Schön gemacht - auch wenn ich diesen Dufteindruck, den die mir beiden bekannten Düfte von 777 Stéphane Humbert Lucas gemein haben noch nicht verstehe.
5 Antworten

Statements

Ergoproxy vor 20 Monaten
Ein ungewöhnlicher Duft. Würzig, irgendwie rauchig und eigenartig blumig. Hat was, aber nicht zu dem Preis.+10
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 8.0
Phantomvamp vor 84 Tagen
Eine geniale Zitrus-Amber-Iris-Komposition mit würziger Kamille im Auftakt und feinen Leder-Vanilleakzenten im Drydown. Schön!+9
Flakon 9.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 8.0
Verbena vor 12 Tagen
Bitterer Staub umhüllt die verlassene Erde. Lichtjahre entfernt branden graugrüne Wellen an fremde Gestade unter einer fahlblauen Sonne.+8
Flakon 8.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 8.0
4 Antworten
Nizza13 vor 21 Monaten
Eine Wärme und Würze, die die Seele berührt, ein besonderer Begleiter und Vertrauter, der sich mit der eigenen Haut verbindet ....+8
Flakon 7.5
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 10.0
Irini vor 9 Monaten
Trotz Pyramidenunterschied ist er identisch den "Lak" Al Haramain. Bitter süßer Symphonie von Wallnuss, Fetzen Edelleder und Karamelltönen.+6
Flakon 9.0
Sillage 9.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 9.0
1 Antwort
Kayliz vor 17 Monaten
Schwarze Johannisbeeren und dunkle Erde.+5
Duft 8.0
Parfumista16 vor 11 Monaten
Ähnelt schon d. Nùr v. SoOud, aber viel besser&ohne die störende krautige Note. Kamille kommt noch konzentrierter & süßer rüber. Def. besser+4
Flakon 10.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 8.0
Duft 10.0
Holly66 vor 14 Monaten
flirrende Hitze- ausgedörrter Boden- Würze extrem- Kamille ganz anders-Natürlichkeit- tendenziell maskulin-Originalität wird teuer bezahlt.+4
Maggy4u vor 6 Tagen
Aromatisch, zitrische Versuchung.
Gefangen in warmer Erde und Harz.
Iris blüht über allem.
Sei mein und reite mit mir davon.+3
Flakon 9.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 9.5
Butterfly89 vor 164 Tagen
krautig, leicht bitter, mit versöhnendem Iris, unterschwellig ein wenig blumig-süß+3
Sumi vor 14 Monaten
Wenn der Parfumeur sich selber kopiert...was soll man da sagen. Sage nur "Nur"!+3
Duft 7.0
1 Antwort
Hofnärrin vor 31 Stunden
superkalifragelistikexpialigetischer Wunschpunsch+2
Flakon 9.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 10.0
Silvercat vor 65 Tagen
Kalter Rauch + Vanilla-Pfeifentabak + Weihrauch, ruhige Vanille in der Basis. Wo sind die Blumen geblieben?+1

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