Login

Poivre (Extrait de Parfum) von Caron
Flakondesign:
Félicie Wanpouille Bergaud
Käufe über Links auf unserer Website, etwa dem eBay Partner Network, können uns Provision einbringen.

Poivre 1954 Extrait de Parfum

8.2 / 10 77 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Caron für Damen, erschienen im Jahr 1954. Der Duft ist würzig-orientalisch. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Die Produktion wurde offenbar eingestellt.
Aussprache Vergleich
Ähnliche Düfte
Käufe über Links auf unserer Website, etwa dem eBay Partner Network, können uns Provision einbringen.

Duftrichtung

Würzig
Orientalisch
Blumig
Holzig
Rauchig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
GewürznelkeGewürznelke PfefferPfeffer roter Pfefferroter Pfeffer
Herznote Herznote
GartennelkeGartennelke RoseRose Ylang-YlangYlang-Ylang
Basisnote Basisnote
EichenmoosEichenmoos OpoponaxOpoponax SandelholzSandelholz VetiverVetiver

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.277 Bewertungen
Haltbarkeit
8.262 Bewertungen
Sillage
8.060 Bewertungen
Flakon
8.857 Bewertungen
Eingetragen von Ghislaine · letzte Aktualisierung am 13.03.2025.
Quellenbasiert & geprüft
Wissenswertes
Das Eau de Toilette zu diesem Duft trägt einen anderen Namen: Coup de Fouet.

Duftet ähnlich

Womit der Duft vergleichbar ist
Coup de Fouet (Eau de Toilette) von Caron
Coup de Fouet Eau de Toilette
Coup de Fouet / Eau de Cologne Poivrée von Caron
Coup de Fouet
Malmaison (Eau de Toilette) von Floris
Malmaison Eau de Toilette

Rezensionen

3 ausführliche Duftbeschreibungen
10Duft 10Haltbarkeit 7Sillage
Trollo

9 Rezensionen
Trollo
Trollo
Top Rezension 22  
(R)Emanzipation à la Caron – Gebt den Frauen Pfeffer!
Poivre zählt nach Tabac Blond (1919) und En Avion (1932) als Dritter zum Bunde der „Emanzipationsdüfte“ des Hauses Caron und ist Teil der europäischen Kulturgeschichte.

Seit Ende des Ersten Weltkrieges konnten sich Frauen sukzessive ihre Gleichberechtigung auf politischer Ebene erkämpfen, in der gesellschaftlichen Realität bestand diese Gleichberechtigung jedoch für weite Teile der Bevölkerung vieler Länder weitgehend auf dem Papier.
In Deutschland beispielsweise wurden Frauen im Dritten Reich einige ihrer hart erkämpften politischen Rechte wieder abgesprochen, bis sie durch den Männermangel während des Zweiten Weltkrieges in kriegswichtigen Berufen eingesetzt werden mussten, nach dem Krieg sogar als heute noch geachtete „Trümmerfrauen“ maßgeblich zum Wiederaufbau Deutschlands beitrugen. Nach dem Krieg kehrten die Männer der bis zum Schluss am Kriege beteiligten Staaten an ihre Arbeitsplätze zurück und Frauen konnten es sich leisten, wieder an „Heim und Herd“ zurückzukehren. Das Bild der Hausfrau im schlichten Kleid bestimmt noch bis heute das Frauenbild der 1950er-Jahre. Dieser allgemeine gesellschaftliche Umbruch während des Nachkriegsaufschwungs erfasste viele Länder der Welt und löste schließlich in den 1960er-Jahren eine zweite Welle der Frauenbewegung aus, die letztlich bis heute anhält. In diese Zeit ist auch die Entwicklung von Poivre einzuordnen.

1954 brachte Caron auf Initiative der rund 80jährigen Félicie Wanpouille einen Duft mit einer unglaublich markanten Pfeffer- und Gewürznelkennote auf den Markt: Poivre, zu Deutsch „Pfeffer“. Die Konzentration von Pfeffer und Gewürznelke war in dieser extremen Konzentration neu, Poivre war – und ist – einzigartig. Betrachtet man die Parfumo-Datenbank, so kann man ab Poivre und seinem Eau de Toilette-Pendant Coup de Fouet für den Verlauf der zweiten Emanzipationswelle eine beginnende Kontinuität dieser beiden Duftnoten annehmen; es wird „normal“, Pfeffer oder Gewürznelke in Düften zu nutzen. Für roten Pfeffer ist Poivre hingegen der früheste nachgewiesene Fall in der Datenbank Parfumos und nach wie vor wird er nicht allzu häufig genutzt.

Tatsächlich spielt der namensgebende Pfeffer zugleich mit der sogar noch etwas präsenteren Gewürznelke die dominierende Rolle in diesem Chypre, der trotz Reformulierung vor einigen Jahrzehnten seinen Charakter bis zu seinem durch die Ifra-Regulierungen vorgegebenen Ende vor wenigen Jahren behalten hat.

Poivre und ich, das hat eine Geschichte… Dem allgemeinen Trend folgend, wurde auch Poivre zeitweilig als Sprühflakon ausgegeben. Die immense Gewalt des Pfeffers konnte mich durch Sprühen nicht begeistern und jemand anders konnte sich daher nach einer Weile über den Flakon freuen. Dennoch kehrten meine Gedanken immer wieder zu ihm zurück, und so nutzte ich die Gelegenheit, als ich einen der länglichen kubischen Flakons Carons finden konnte – zum Tupfen, wie auch im Original so gedacht. Hier entfaltete sich ein erheblich vielfältigerer Duft jenseits des Pfeffers und mit komplexer würziger Schönheit, die in einer mindestens 40 Jahre älteren Vintage-Version, die schließlich auch noch ihren Weg zu mir fand, sogar noch (kraft-)voller zum Ausdruck kommt.

Poivre eröffnet in seiner zuletzt verfügbaren Formulierung mit einer gehörigen Dosis Pfeffer und Gewürznelke. Das Eichenmoss scheint recht schnell durch. Die etwas blasse Herznote umfasst Blumen, von denen ich vor allem die klassisch Caron'sche Rose zart erahnen kann. Während der Pfeffer bald in der Konzentration nachlässt, bleibt die Gewürznelke vorherrschend. Eugenol ist Bestandteil von Nelke und Gewürznelke; das Eugenol aus der Gewürznelke dominiert so stark, dass ich die in der Herznote angegebene Nelke nicht mit Sicherheit bestimmen kann. Sanftes Opoponax (und sehr zart eher erahnbare holzige Noten) legt sich über diesen würzigen Chypre und gibt ihm ein orientalisches Flair. „Pudrig“ nennt ihn Tinfred in ihrem Statement, „warmer Pfeffer-Nelken-Seiden-Schleier“ beschreibt Violett – oder als vergleichbar einem ‚Geruch in der Zahnarztpraxis‘ Lisalui633. In dieser Formulierung wirken die Gewürze und Bestandteile gelegentlich etwas unverbunden nebeneinander und die Gewürze stehen mehr mit der Basis als mit der Herznote in Verbindung, was ihn eher zu einem ‚würzorientalischen Chypre‘ macht.

In manchen Rezensionen wird von einer Reformulierung (2011) berichtet. Tatsächlich sind im Vergleich zum Vintage einige Unterschiede erkennbar, die nicht allein auf Reifung zurückzuführen sind, obgleich die Noten recht ähnlich sind.

Die Eröffnung mit Pfeffer und Nelke ist beim Vintage regelrecht „würzgewaltig“. Es ist aber eine dunkle Würze, die eine ungeahnte Kraft durch ihre Herznote und Basis gewinnt: Ylang-Ylang umfängt den Gewürzsturm sanft und lieblich, nimmt ihm aber keineswegs die Kraft, sondern die Gewürzspitzen und potenziert seine Würzgewalt. Es ist so bereits im Auftakt das gewisse „Etwas“ zu spüren, das man nur durch Hinzugeben sanfter Süße zu würzigen Speisen oder Düften zu erhalten vermag. Die Basis leuchtet bereits durch den Auftakt hindurch, bildet einen dunklen Kontrast, vor dem in der Folge intensive Blumennoten dem nelkenpfeffrigen Ambiente beitreten und mit ihm ringen. Neben Ylang-Ylang ist etwas Rosiges gut vernehmbar, daneben deutliche Weißblüher wie wahrscheinlich Tuberose, die gegenüber der omnipräsenten Gewürznelke nicht klein beigeben. Anders als bei der zuletzt verfügbaren Formulierung kann ich die einzelnen Noten der Basis bis auf das Eichenmoos nicht identifizieren – klassische "Caronade". Insgesamt wirkt der Vintage-Poivre dunkler, runder, ausgeglichener und durchkomponierter; an keiner Stelle wirken die Bestandteile nicht als Teil des Gesamtduftes – und pudrig ist der Vintage keineswegs. Die dunkle Basis hält auch dann noch vor, wenn die Basis der zuletzt erhältlichen Formulierung zum pudrigen Chypre-Orientalen verblasst. Victoria in Bois de Jasmin beschreibt wohl aus diesem Grunde Poivre der zuletzt verfügbaren Reformulierung als eher ‚pink‘ denn ‚purpur‘ und glaubt Poivres Schönheit verloren.

Dem würde ich so nicht zustimmen; der Vintage entspricht in seiner unglaublichen schmelzenden Blütenpracht als Gegengewicht zu Nelke und Pfeffer vor dem Hintergrund der legendären „Caronade“ (der Eichenmoos-Sandelholz-Basis) dem Stil seiner Entstehungszeit: Blumige Chypres waren in den 1950er-Jahren immer noch bekannt und beliebt, und ein solcher ist letztlich vom Grunde her auch Poivre, der mich im Drydown stark an Or et Noir in seiner originalen Formulierung erinnert und seine Herkunft so nicht verleugnen kann. Die zuletzt erhältliche Formulierung ist eindeutig immer noch „Poivre“, dem Zeitgeist angepasst; er ist damit auch für all diejenigen eine tragbare Alternative, die das „Altmodische“ in Carons Düften nicht so sehr schätzen oder tragen mögen wie Freunde des Hause Caron, für die gerade das „Altmodische“ einen hohen Wiedererkennungswert hat. Bei mir bleiben auf jeden Fall beide Formulierungen.

Poivre ist und bleibt auch in der letzten Formulierung ein verzaubernder Nelken-Pfefferduft, der sich hinter keinem der sog. „modernen Nischendüfte“ verstecken muss.

Und was seinen kulturhistorischen Wert angeht – solange wir noch Gesetze brauchen, die Frauen in Führungspositionen bringen sollen, solange alte Männer unter dem Jubel der Massen und auch vieler Frauen reaktionär und frauenfeindlich Politik machen können, solange Emanzipation noch nicht selbstverständlich ist – solange brauchen wir auch "Poivre".
12 Antworten
9Duft 10Haltbarkeit 9Sillage
Chanelle

748 Rezensionen
Chanelle
Chanelle
Top Rezension 13  
Neulich, in der Gewürzmühle
Eigentlich Blasphemie, dieser Titel für so einen gewaltigen Duft. Der Caron-Duft mit der Kraft der zwei Gewürzmühlen wäre richtiger gewesen. Denn nicht nur Power und Standhaftigkeit besitzt dieser vintage Kracher, sondern auch ein gerüttelt´ Maß an Kochzutaten. Das macht ihn jedoch nicht zum heute so beliebten Schleckermaulgourmand, sondern zum Reisenden auf den Straßen in ferne, orientalische Länder, von denen er viele heilende und vor allem gut duftende Ingredienzien mitbringt.
Wer denkt, Lui von Guerlain hätte die Gewürznelke erfunden, der soll mal eine Nase Poivre Parfum nehmen.
Wer glaubt, der Pfeffer sei eine modische parfümistische Laune, der wird bei Poivre (Pfeffer!) eines besseren belehrt.
Die minimal urinöse Note der ersten Minuten weicht einer weichen, indischen Trockenheit, voll fenchelhafter Süße, um dann den beiden Hauptakteuren die Bühne zu überlassen: Nelki und Pfeffi. Diese spielen so gekonnt und raffiniert, daß man nicht umhin kann, nach ihnen süchtig zu werden. Deshalb ist die Konzentration "Parfum" auch genau die richtige, denn sie hält den ganzen Tag und man hat Pfeffi und Nelki immer um sich, getragen in einer Sänfte von samtigen Rosen und feinen östlichen Hölzern.
Wer einen Trip in den Gewürzbasar von Bangalore plant, kann sich die Ausgabe sparen. Poivre gekauft, ein bißchen Bollywood aufgelegt, und Augen zu. Voilá.
1 Antwort
7Duft
Coriolon

42 Rezensionen
Coriolon
Coriolon
Top Rezension 13  
Ein Caron Extrait der ganz strengen Sorte
Letzten Dezember in Paris. Ich kam nicht umhin einen kleinen Flakon Poivre zu erwerben - frisch „gezapft“ aus den Caron’schen Kristall-Fontänen.
Im Sommer 2012 erstmalig bewusst wahrgenommen, für gut befunden, aber nicht gekauft, machte sich nun über die Monate eine Begehrlichkeit breit.

Der Name Poivre (Pfeffer) deutet es bereits an, ein überaus kräftiger, intensiver und recht ausdrucksstarker Duft. Prägnant und eindringlich sind aber nicht die Pfeffernoten, vielmehr ist es die Nelke, oder besser die Gewürznelke die hier ausstrahlt und dominiert. Dieser Gewürzcocktail kommt, begleitet durch holzige Noten, scharf aber keineswegs kratzig daher. Poivre ist ein tiefdunkles Parfum. Mir ist nun auch klargeworden, warum ich diesen Duft nicht bereits schon im Sommer kaufte. In heißen Monaten wäre Poivre für mich untragbar.

Aber an diesem klirrend kalten, sonnigen Wintertag war der Duft für mich ein idealer Begleiter beim weiteren Streifzug durch die französische Metropole.

Meine endgültige Kaufentscheidung wurde durch die Empfehlung der charmanten Verkäuferin ausgelöst. Da mir Poivre solo getragen zu streng wirkte, empfahl man mir zusätzlich Tabac Blond zu verwenden. Der weiche Lederakkord mildert die Intensität der Gewürze und gibt im späteren Verlauf eine weichere, schmeichelnde Ausstrahlung.
Zunächst ist jedoch Vorsicht angesagt: Der ‚Poivre/Tabac Blond-Cocktail‘ hat für die ersten 15-20 Minuten eine fast narkotisierende Wirkung!

Ich hatte noch nicht viele Gelegenheiten diese Kombination anzuwenden. Ich werde ihn bei besonderen abendlichen Anlässen oder winterlichen Spaziergängen mit frostigen Temperaturen tragen. Die Bürotauglichkeit habe ich noch nicht getestet, hätte aber auch Respekt davor, sie überhaupt auszuprobieren.

Poivre wird in Caron-Boutiquen in der gewünschten Menge individuell aus den Kristallgefäßen abgefüllt. Relativ neu im Programm sind die nachfüllbaren Zerstäuber mit 125 ml Inhalt, die uns von den Caron-Herrenlinien bekannt sind. Hier dürfte Caron dem Wunsch der männlichen Verwender gerecht werden.

Bemerkenswert finde ich, dass Caron der Eau de Toilette-Variante einen anderen Namen gibt. Coup de Fouet - ‚der Peitschenhieb’. Ein interessanter Name, der aufgrund der Aussagekraft des Duftes nicht treffender gewählt werden konnte (und sehr gerne gebe ich hier den Hinweis auf Profumo’s bravourösem Beitrag zu Coup de Fouet.)
(Eine Bitte an die Administratoren den Namen zu korrigieren. Poivre schreibt sich ohne Accent aigu !)
8 Antworten

Statements

21 kurze Meinungen zum Parfum
55
47
Angekommen
Im Nelken-Himmel
Über moosigen Dächern
Rinnt
Weicher Pfeffer-Regen
Auf glatte Sandel-Haut
Von güldenem Opoponax
Warm geborgen...
47 Antworten
42
34
Leslie Caron
Die Haare kürzer
Nelkenzigarettenspitzer
Bernsteinbraune Augen
Sehn Seifenblasen
Hi Lili Hi Lo
Über Sandelhölzern
34 Antworten
40
41
Wenn rote Nelken wagemutig
zu Piment und Pfefferstaub
explodieren
erhebe das Haupt opoponaxstolz
schütze die Sanftmut
deiner Seele aus Moos
41 Antworten
34
28
Und am Ende der Straße liegt ein Moosensteg
Gewürznelkenblüten liegen auf dem Weg
Ich hab 20 Rosen
Opoponax ist schön
mmhhh ...
28 Antworten
31
56
Typische Caron-Garten-und-Gewürznelke mit Pfeffer im Hintern. Ein zentnerschwerer Duft. Dem bin ich nicht gewachsen. Im Verlauf wird er ***
56 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

Bilder

9 Parfumfotos der Community
Weitere Bilder

Beliebt von Caron

Pour Un Homme de Caron (1934) (Eau de Toilette) von Caron Yatagan (Eau de Toilette) von Caron Tabac Blond (Eau de Parfum) von Caron Le 3ᵉ Homme (Eau de Toilette) von Caron Parfum Sacré (1990) (Eau de Parfum) von Caron Montaigne (2007) (Eau de Parfum) von Caron Nuit de Noël (Parfum) von Caron En Avion (Eau de Parfum) von Caron L'Anarchiste (Eau de Toilette) von Caron Tabac Blond (1919) (Parfum) von Caron Royal Bain de Caron / Royal Bain de Champagne von Caron Pour Un Homme de Caron (2005) (Parfum) / L'Impact de Pour Un Homme von Caron Pour Un Homme de Caron Le Soir von Caron Narcisse Noir (1960) (Eau de Toilette) von Caron Bellodgia (Eau de Toilette) von Caron Nocturnes (1981) (Eau de Toilette) von Caron Pour Un Homme de Caron (2022) (Parfum) von Caron Pour Un Homme de Caron Millésime 2014 von Caron Accord 119 (2011) (Eau de Parfum) von Caron Tabac Exquis von Caron