Miss Dior 1947 Eau de Toilette

Version von 1947
Miss Dior (1947) (Eau de Toilette) von Dior
Flakondesign Guerry Colas
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8.6 / 10 125 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Dior für Damen, erschienen im Jahr 1947. Der Duft ist chypreartig-blumig. Die Produktion wurde offenbar eingestellt.
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Duftrichtung

Chypre
Blumig
Pudrig
Würzig
Grün

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
GalbanumGalbanum BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
GardenieGardenie JasminJasmin RoseRose
Basisnote Basisnote
EichenmoosEichenmoos AmbraAmbra SandelholzSandelholz PatchouliPatchouli

Parfümeure

Bewertungen
Duft
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Preis-Leistungs-Verhältnis
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Eingetragen von MiaTrost, letzte Aktualisierung am 25.04.2024.
Wissenswertes
1992 wurde Miss Dior reformuliert und erneut auf den Markt gebracht.

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Rezensionen

7 ausführliche Duftbeschreibungen
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Preis
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7.5
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9
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Duft
Gold

256 Rezensionen
Gold
Gold
Top Rezension 73  
Vom Glanz...
Im Oktober 1946 gründete Christian Dior sein Modehaus und präsentierte bereits am 12. 2. 1947 seine erste Kollektion, die ihn sofort berühmt machte. Den Erfolg kann man heute als historisch bezeichnen ; Dior gilt seitdem als der Erfinder des "New Looks". Weniger bewusst ist vielen, dass Dior unmittelbar bei Gründung seines Modehauses bereits den Willen verspürte, seine "Société des Parfums Christian Dior" eintragen zu lassen. Schon im März 1947 wurde diese registriert.
Der kluge Christian Dior sah Parfum als unverzichtbar für ein Modehaus an und beauftragte den Parfumeur Paul Vacher mit der Entwicklung eines ersten Duftes.
Eine Quelle der Inspiration zu" Miss Dior " lag unter anderem in Grasse, wo Dior enge Verwandte hatte.
Paul Vacher kombinierte Rosen, Jasmin und Gardenien aus Grasse mit Galbanum aus Persien und kontrastierte diese mit einer starken Portion Eichenmoos und Labdanum.
Zur Präsentation der Dior-Kollektion wurde das gesamte Modehaus in der Avenue Montaigne mit Blumen dekoriert und "Miss Dior" besprüht.
In der Nachkriegszeit war der grüne Chypre - Akkord von "Miss Dior" eine echte Besonderheit. Die in der Komposition verwendeten Aldehyde und die grünen Töne auf einer leicht animalischen Basis waren in dieser Kombination neu und so völlig anders als die pudrig-schweren Parfums, die zu dieser Zeit beliebt waren.
Paul Vacher hatte sich ja bereits mit "Le Galion" (gegründet 1936) einen Namen gemacht. Dior und Vacher kannten das stilbildende Parfum "Chypre" von Coty aus dem Jahre 1917 und waren beide von der Komposition begeistert. Deshalb schufen sie einen modernen Chypre, jünger und frischer als sein Vorbild durch Galbanum und Gardenie, ein Parfum für die Frauen, die ihre Freiheit wiedergewonnen hatten.
Der grüne Chypre wurde zur olfaktorischen Widerspiegelung des New Looks: Hahnentritt, schmale Taille, grau und weiß, schwingende, weite Röcke. Sowohl Parfum als auch die Silhouette der Diormode waren unverwechselbar, sofort zu erkennen.
Dior überließ nichts dem Zufall.
Von jeher fasziniert von der Antike, wählte er als Form für "Miss Dior" die Amphore, allerdings war er nicht der erste Modeschöpfer, der sich für diese klassische Form begeisterte (vgl. Lucien Lelong 1936 oder "Femme" von Rochas 1943).
Die Amphore erinnert an Formen des weiblichen Körpers, den der Couturier so schmeichelhaft zu kleiden wusste.
Auch der Name "Miss Dior" symbolisiert Femininität. Er wurde als Hommage Christian Diors an seine Schwester Catherine gewählt, die in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten war und nach dem Krieg einen Blumenhandel in Grasse eröffnete.
In einem Interview sagte Dior im Jahre 1955 über sein erstes Parfum:

"Wie Alchemisten suchten wir nach dem Stein der Weisheit... und dann wurde Miss Dior geboren. Das Parfum entstand inspiriert von Abenden in der Provence, wo Glühwürmchen am Himmel sind und wo der grüne Jasmin den Gegenpart zur Melodie der Nacht und der Erde spielt. Denn wissen Sie, damit ein Parfum bleibt, muss es zunächst eine lange Zeit im Herzen jener gewohnt haben, die es erfanden."( meine Übersetzung aus dem Französischen).

Und " Miss Dior " heute?
Es existiert als Eau de Toilette unter dem Namen " L'Originale" und ich empfinde den Duft (obwohl behutsam reformuliert) immer noch als perfekt und wunderschön!
Erfahrungen von Schönheit sind ein Geschenk. Nur dort, wo ein Parfum schön ist und nicht bloß funktional, kann ich mich wohlfühlen. Mit dem Erleben eines Duftes wie "Miss Dior"
konnten sich Erfahrungen des Schönen in meiner Seele einnisten.
In der Welt der Parfums gibt es immer wieder Schönheit zu entdecken. Wer vom bloßen Konsumieren zum bewussten Riechen und Fühlen findet, kann eine Tiefendimension erfahren, die die Seele nährt, getreu dem Motto von Hilde Domin : "Wir essen das Brot, aber wir leben vom Glanz."
Merci, Christian Dior !

Mehr über Dior und seine Parfums in dem Buch:
Christian Dior : Esprit de Parfums
Musée International de la Parfumerie Grasse
Edition Silvana Éditoriale
51 Antworten
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Haltbarkeit
8.5
Duft
Pluto

348 Rezensionen
Pluto
Pluto
Top Rezension 35  
Erinnerungen...
Müde und geschafft kam sie zu Hause an. Sie schloss die die Korridortüre auf, trat in ihre leere, stille Wohnung und streifte sich die Schuhe von den schmerzenden Füßen. Ihre Handtasche stellte sie auf den Schuhschrank, hängte den Mantel auf, schaute auf die Uhr. 15:00 Uhr, eigentlich trank sie um diese Zeit noch nichts, aber heute war eine Ausnahme. Im Küchenschrank stand eine Flasche Grappa, harte Sachen waren normalerweise nicht ihr Ding, eigentlich hatte sie diese Flasche vor Urzeiten für ihren Bruder gekauft, der mochte nach dem Essen gerne einen trinken. Nun schüttete sie sich einen Fingerbreit in das Wasserglas und kippte den Inhalt in einem Zug runter.

Es war eine schöne Trauerfeier gewesen, würdevoll und angemessen, kann man so etwas sagen? Doch man kann. So viele Jahre hatte sie sie nicht gesehen, oft an sie gedacht. Wie es ihr wohl ging? Die Kapelle war zu klein für die Anzahl Trauergäste gewesen, einige mussten stehen. Manche hatten sie erkannt, obschon sie mehr als 35 Jahre nicht mehr in der Heimat war. Der kleine Bruder ihrer Tante, heute grau, mit krummen Rücken hatte sich gefreut, dass sie zur Trauerfeier gekommen war. Beim Leichenschmaus gab er ihr ein Päckchen „sie wollte, dass du dies bekommst, ich wusste, dass du heute hier sein würdest“. Jetzt holte sie das Päckchen aus ihrer Handtasche, öffnete das Samtsäckchen, ein Schüttflakon Miss Dior, der alte schöne mit dem Hahnentrittmuster, ein wenig Parfüm ist noch darin, ob der Inhalt noch in Ordnung ist? Und der goldene Anhänger, Glaube, Liebe, Hoffnung – Tante Mia bekam ihn zur Konfirmation von ihrer Mutter, ein Erbstück, nun gehört es ihr. Sie schnupperte am Flakon, tupft vorsichtig etwas auf den Handrücken, jetzt traf sie die Erinnerung mit voller Wucht. Wie hatte sie diesen Duft an ihrer Tante geliebt. Dieser leicht bittere, krautige Beginn durch das Galbanum, ein Hauch Bergamotte im Hintergrund, herb und frisch, sie hält den Handrücken dicht unter ihre Nase, so gibt sie sich eine Zeit der Erinnerung hin. Was waren das für schöne Zeiten, unbeschwert und fröhlich, die gemeinsamen Backorgien in der Küche, das Anprobieren der alten Cocktailkleider ihrer Tante mit den viel zu großen Stöckelschuhen an den Füßen, das Parfümieren mit den Düften auf der Wäschekommode. Sehr langsam hat sich die Miss verändert, ist weicher geworden, sie schnuppert wieder an ihrem Handrücken, das Bittere ist fast verschwunden, die herbe Note bleibt. Rosen und Jasmin vereinen sich, Patchouli klärt und rundet ab, die Basis aus Eichenmoos währt lange. Wie einfach und unbeschwert damals alles war und wie liebevoll sie in ihrer Kindheit behütet wurde, danke Tante Mia.
15 Antworten
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Duft
loewenherz

884 Rezensionen
loewenherz
loewenherz
Top Rezension 27  
Ein Kleid von Dior
So heißt ein Roman des amerikanischen Schriftstellers Paul Gallico aus dem Jahr 1958, knapp fünfundzwanzig Jahre später mit Inge Meysel herzerwärmend-harmlos verfilmt. Erzählt wird die Geschichte der Londoner Putzfrau Mrs. Harris, die davon träumt, eines Tages einmal ein Modellkleid von Dior zu besitzen. Für diesen Traum spart sie ihr ganzes Geld und hat - nach Rückschlägen und endlich auch etwas Glück - schließlich genug für das ersehnte Kleid zusammen. Und viele weitere Irrungen und Wirrungen später kann Mrs. Harris endlich ein echtes Kleid von Dior aus Paris ihr eigen nennen. Zuhause in London zeigt sie es stolz und lässt sich dann beknien, es 'für einen Notfall' einer ihrer Damen (wo sie als Putzfrau arbeitet) auszuleihen, in deren Schlafzimmer sie es am nächsten Morgen dann achtlos hingeworfen mit Brandlöchern findet. Und ganz am Ende ist irgendwie doch alles gut.

'Ein Kleid von Dior' erzählt von und in der Sprache einer versunkenen Welt. Das Buch. Und auch der Film. Als ein Modellkleid von Dior als der Inbegriff der Sehnsucht galt. Als Grafen, Modedesignerinnen und Mannequins (erinnert Ihr euch an das Wort?) Putzfrauen dabei halfen, sich ihren Lebenstraum zu erfüllen. Als Parfums von Dior wie dieses waren. Kompromisslos Chypre. Herb an der Grenze zur Kratzigkeit (Galbanum! Eichenmoos!). Blumen (Gardenie! Jasmin!) so kostbar und sorgfältig arrangiert wie in der Halle eines eleganten Hotels. Sinnlich und körperlich in der Basis, aber ganz weit weg von dem, was wir heute als 'sexy' kennen. Lebenserfahren. Anspruchsvoll. Sophisticated. Und nur zu dem Zweck erschaffen, eine Dame geschmackvoll ein paar Stunden zu amüsieren. Für eine rezent geschulte Nase zweifellos schrecklich gestrig, und gerade darum kostbarer denn je.

Fazit: lange her, dass Dior solche Düfte machte. Wir müssen uns an sie erinnern. Und der Film ist herrlich rührend - an einem Sonntagnachmittag, zu Bügelwäsche, Konfekt und Likör.
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Duft
Kaschima

27 Rezensionen
Kaschima
Kaschima
Top Rezension 27  
Nä! Nee, jetzt! - Pardon - Pas vrai!! - Nichts zu einer Ur-Miss des Chic Parisien in deutschen Wohnzimmern? -
Oh ja! Ich musste noch Pepita tragen! (Die kleinere Version von Hahnentritt)
Hatte Mama selbst genäht! Faltenrock MIT Trägern und Latz! Jeder Stoffrest musste ja schließlich ausgenutzt werden. Drunter ein weißes Blüschen, irgendwo Rüschen dran... Alles klemmte irgendwie, bretthart gebügelt und gestärkt, verschob sich dauernd, die ebenfalls weißen Strumpfhosen darunter rutschten auch ständig. Und die Hausschuhe waren aus rotkariertem Filz. Ich hasste es, wenn ich mich "chic" machen musste, weil Besuch kam.

Einige Jahre später, vielleicht 1964 oder 65, wieder mal angekündigter Besuch. Mein Kleid war jetzt dunkelpetrol und aus irgendeinem glitschigen Kunststoff. Gardinen hießen neuerdings "Stores" (die waren auch irgendwie flutschig) und hatten Übergardinen in der Farbe der Sesselbezüge. Was die Nachbarn sagen könnten war wichtig, darum waren die Stores immer blütenweiß.

Meine Mutter hatte sich in einen schwarzen Bleistiftrock gezwängt und trug Nylons (Strümpfe mit Strapsen!) zu den spitzen schwarzen Pumps. Ich saß beim "Verkleiden" dabei, an den Füßen schwarz glänzende, weite Stiefelchen aus Ponyfell (!) - mein ganzer Stolz, trés chic - und wunderte mich, wie man freiwillig so was Unbequemes wie sie tragen konnte, aber selbst auf dem Kopf ein Vogelnest, auf der Nase ein Krankenkassengestell.

Wer beides nicht kennt: "Kinderbrille" im Einheitslook der Kasse, ohne Zuzahlung..., dunkel und damals im Schmetterlingsstil mit leicht nach oben gebogenem Rand.
Vogelnest, eine Frisur, die nur erfunden wurde, um Mädchen zu quälen.

Jeden Morgen das gleiche Quälritual:
Stimme aus dem schmalen 50er Jahre Badezimmer mit Rosen-DC-Fix auf der improvisierten Wäschetruhe: Antreten zum Bürstenappell!

Meine langen Haare werden alle energisch straff, straffest nach oben gestriegelt, die Igelbürste strählt meine ohnedies gespannte Kopfhaut, dann ein Haargummi drum, das natürlich gemein ziept.
Tränen schießen in die Augen, die letzten Handgriffe ordnen den langen Haarschwanz um ein Haarteil herum, in Form und Größe eines Donuts, zu einer Art Dutt.
Dann die dornige Krönung mit einer Handvoll Haarnadeln, die das ganze in meiner Kopfhaut verankern sollen. Ich heule vor Wut über diesen geradezu selbstverständlichen Zwang, aber ich weiß, dass sie stärker ist...

Ihre Miss Dior Flasche stand im Alibert, schien immer gleich viel Flüssigkeit zu enthalten und durfte nicht berührt werden! (Heute besitze ich einen Rest, dank dieser sparsamen Frau! Wird wohl von ihrer letzten Flasche sein...)

Kopfnote:
Heftig, chyprisch aldehyd, Grünes springt mich an, ein paar würzige Krümelchen Erde aus dem Wald fliegen mir um die Ohren, sehr schnell vermischt aber mit zarter, cremiger Seife, irgendwo ein Quäntchen vergessene Frische und dazu ambivalente Würze, ambivalent deshalb, weil einseitig eher animalisch ausgebaut.

Herznote:
Nur knappe 5 Minuten und eine warme, jasminige Rosenknospe, noch hellgrün an den Blattansätzen lässt sich blicken, leicht bepudert, liefert sich ein flottes Bäumchen-Wechsel-dich Spiel mit einem großen Jasminstrauch, leuchtendes, helles Grün blitzt dazwischen und langsam erblüht eine satte dunkelrosa Rose, nein, eher Mangofarben, jetzt mauve, nun zartrosé... wie ein Strauß verschiedenfarbiger alter englischer Duftrosen mit den gelb-grünen Blüten des Frauenmantels gebunden.
Romantisch-harmonisch, pudrig, aber doch anregend, abwechslungsreich in zartbunten Facetten, Süße nur wie eine Erinnerung, die die Würzigkeit elegant stützt. Die Duftintensität einer frischen Nelke (Blume) schwebt darüber und erfüllt den Raum.

Winzige Duftzyklen wechseln sich vor einem immer sanften, warmen Umschlag aus hellem Sandelholz ab. Fast konzentrische Duftkreise, wie sie die geliebte Nase am zarten Nacken nah dem Flaum des Haaransatzes zieht und nicht genug von der Symbiose aus weicher Haut und dieser (fast) unschuldigen Duftumarmung kriegen kann. Aber gleichzeitig aufreizend, verlockend, verführend, Nähe erzeugend. Wenn da nicht dieses freche chyprig grüne Untertönchen wäre: "Jetzt nicht...! Bitte..." und der Flirt wird verlängert.

Basisnote:
Nach ca. 5 Stunden beruhigen sich die Blüten langsam, werden samtiger, Jasmin, Rose und Gardenie scheinen eins zu werden, dabei würziger wie eine Nelke, schmiegen sich in schmeichelndes Sandelholz, betten sich im Moos. Eine -nur anfangs fast zimtige- Ambranote erzeugt eine großartige Tiefe und erhöht, trotz Pudrigkeit, die feine blumige Transparenz darüber.
Auf der Haut bleibt wie geschmolzen ein Duft, der sich kaum noch davon abhebt, Teil davon geworden ist, wie mit luxuriöser Seife gewaschen, vertraut, glimmend auch noch nach 12 und mehr Stunden.

Es klingelt. Sie kommt aus dem Badezimmer.
Als letztes nimmt sie einen Seidenschal von der Garderobe und schlingt ihn sich mit einer großen Bewegung um den Hals. Für einen Moment duftet der Flur nach dieser Miss...
... und jedes Mal, wenn ich an der Garderobe vorbeigehe, kann ich den Duft von den Krägen her riechen, ...
...so sehr sie...
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Josch

31 Rezensionen
Josch
Josch
Top Rezension 20  
Dear Prudence
Heute morgen hatte ich den Wunsch, mal wieder so richtig laut und ausgiebig alte Beatles-Stücke zu hören. Ich bin zwar nicht der gleiche Jahrgang wie dieselben – trotzdem war es die Musik meiner Jugend und ihre Stücke haben meinen Musikgeschmack mehr als entscheidend geprägt.

Heute Nachmittag kam ich auf die Idee, mein vor kurzem neu erworbenes Vintage „Miss Dior“ zu kommentieren.

Wahrscheinlich ist es nur Zufall, dass das Geburtsdatum dieser Vier genauso in die Mitte der 40er Jahre fällt, wie das Geburtsdatum von „Miss Dior“. Vielleicht auch nicht.

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„Miss Dior“ erinnert mich in der Kopfnote stark an „Vol de Nuit“ (Guerlain) in der Extrait-Version, bzw. an Yatagan“ (Caron) in abgemildeter Form: Krautig-herbes Galbanum in Kombination mit Bergamotte. Etwas bitter, sehr würzig, recht herb.

Eigentlich nicht das, was man klischeehaft mit dem Begriff „Miss“ und entsprechend klischeehaften Bildern von spitzen Pumps, Bleistift-Absätzen, Mini-Röckchen und „Lady-liken“ Ladys dieser Ära in Verbindung bringt.

Die Kopfnote mit ihrem herben Galbanum-Auftakt währt ungewöhnlich lange – mindestens eine Stunde, eher länger. Sie ist nicht nur ein flüchtiges Intermezzo, eine kurze Einführung zum Hauptthema, sondern ein eigenständiges Kapitel der Gesamtkomposition.

Anders als das Vol de Nuit-Extrait, das sich weiterhin eher würzig entwickelt, bekommt „Miss Dior“ nach der langen Kopfnote eine pudrige Weichheit, die – obwohl noch immer sehr kräftig und durchsetzungsstark – sehr viel Wärme, Leichtigkeit und Sauberkeit vermittelt.

Trotzdem ist die „alte“ Miss Dior kein lieblicher Backfisch mit hohem Niedlichkeitsfaktor. Sie behält trotz ihrer etwas sauber-seifigen und leicht blumigen Pudrigkeit eine sehr straffe, zurückhaltend-distanzierte Eleganz.

Während die Kopfnote fast etwas kratzbürstig daher kommt, wird sie in der Folge zwar wärmer – aber dadurch noch lange nicht zu Everybody’s Darling. Dafür sorgt der unübersehbare Anteil an herbem Eichenmoos und die Kombination aus Sandelholz und Patchouli, die der mäßig süßen, blumigen Weichheit eine sehr trockene, erdige Basis an die Seite stellt.

Bevor ich zu meinem Vintage „Miss Dior“ kam, das hier beschrieben ist, habe ich in einer Parfumerie das aktuell erhältliche (also reformulierte) „Miss Dior Original“ getestet – und: Ich habe schon weitaus schlechtere Überarbeitungen erlebt. Auch die aktuelle Version lässt den Blick zurück zu und ist – wenn auch etwas lieblicher – durchaus erstrebenswert!

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Der Beatles-Titel „Dear Prudence“ war schon früher ein ganz besonderes Stück für mich. Vielleicht kann auch Musik dazu beitragen, einen Duft zu beschreiben. „Miss Dior“ war zum Zeitpunkt des Erscheinens von „Miss Prudence“ bereits 21 Jahre alt. Letztere stelle ich mir in etwa genauso alt vor – und wer weiss, vielleicht hat Miss Prudence dieses Parfum damals ja wirklich getragen. Ich könnte es mir gut vorstellen. Es würde ihr stehen.
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Statements

26 kurze Meinungen zum Parfum
ParfumAholicParfumAholic vor 1 Monat
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Duft
Strenger, unverspielter Chypre mit herb-herzlichem Charme. Eine grüne Symphonie mit Blütensprenkeln, die sich nicht anbiedert, sondern +
58 Antworten
ShakingShaking vor 3 Jahren
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Duft
Wenn Träume zur Wirklichkeit werden und man in den Tiefen eines Immergrünen Gartens, auf den Kuss der Muse wartet!
Äonen werden zu Sekunden!
19 Antworten
Greenfan1701Greenfan1701 vor 3 Monaten
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10
Duft
Das EdT, ein Chypre-Traum, ich kann es nicht anders sagen, hat mit dem jetzigen Miss Dior nichts zu tun, grün-würzige Sonderklasse
17 Antworten
YataganYatagan vor 5 Jahren
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9.5
Duft
Mein lieber Herr Gesangsverein, ist das ein klassischer Chypre-Duft! Mit einer sattgrünen Portion Moos, Galbanum und klassischen Blüten.
9 Antworten
CharlAmbreCharlAmbre vor 4 Monaten
9
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8.5
Duft
Herb ist diese Miss im edel schimmernden moosgrünen Etuikleid mit Galbanumstickerei und schlichtem Ledertäschchen. Unsüß. (Vintage Mini)
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