Iconoclaste

French Affair 2017

French Affair von Ex Nihilo
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7.9 / 10 101 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Ex Nihilo für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2017. Der Duft ist blumig-würzig. Es wird noch produziert.
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Duftrichtung

Blumig
Würzig
Holzig
Chypre
Frisch

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
BergamotteBergamotte LitschiLitschi Veilchenblatt AbsolueVeilchenblatt Absolue
Herznote Herznote
RosenabsolueRosenabsolue AngelikaAngelika AtlaszederAtlaszeder
Basisnote Basisnote
EichenmoosEichenmoos PatchouliPatchouli VetiverVetiver

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.9101 Bewertungen
Haltbarkeit
7.991 Bewertungen
Sillage
7.492 Bewertungen
Flakon
7.980 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.141 Bewertungen
Eingetragen von Lilalu1983, letzte Aktualisierung am 30.04.2024.
Wissenswertes
Das Parfum ist Teil der Kollektion „Iconoclaste”.

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Rezensionen

3 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Sillage
9
Haltbarkeit
6
Duft
NikEy

60 Rezensionen
NikEy
NikEy
Top Rezension 17  
Der Rhabarber-Moschus-Duft - oder: Ein Parfum im Blindtest
Wer sich längere Zeit mit Parfums und den Hintergründen zur Herstellung beschäftigt wird sicher schon wissen: die Pyramide wie wir sie vor die Nase gesetzt bekommen, ist mit den tatsächlichen Inhaltsstoffen eines Duftes nicht immer deckungsgleich. Nicht nur, dass eine große Anzahl an Duftstoffen überhaupt nicht aufgeführt wird (sonst würde die Pyramide viele auch nur verschrecken), oft sind die angegebenen Noten eher ein Akkord aus verschiedenen Duftstoffen, als einzelne natürliche oder synthetische Duftstoffe.

Betrachtet man die beiden Aspekte, also das man mehr oder weniger riechen kann als in der Pyramide angegeben, machen Blindproben natürlich gleich nochmal mehr Spaß. So auch bei French Affair.

Der Duft startet mit einer süß-sauren Frucht mit deutlich grünen Noten. Die Art der Frucht ist recht schnell ausgemacht und ziemlich eindeutig: RHABARBER! Frisch, säuerlich – nur aufgrund der Süße gingen meine Gedanken kurz Richtung Apfel, aber nein, es bleibt bei Rhabarber.
Schnell rückt heller Moschus ins Herz des Duftes, zu dem sich nach kurzer Zeit ein warm-ambriertes Hintergrundrauschen gesellt. Die Kombination aus beidem sorgt - besonders gegen Ende des Duftverlaufs - für einen dezent süßlich-pudrigen Eindruck, wenngleich der säuerliche Rhabarber immer eine gewisse Frische schenkt. Und der wirklich extrem hochdosierte Moschus (nicht falsch verstehen, hier ist alles weich und nicht piecksig-synthetisch) erinnert mich leider an den typischen Douglasduftmix in der Damenabteilung. Weswegen ich French Affair blind in den Mainstream eingeordnet hätte.

Umso mehr überrascht bin ich über die offizielle Pyramide des Parfums. Rose, Moos, Vetiver … alles Aspekte die ich überhaupt nicht wahrgenommen habe. Gar von Chypre ist hier in Einordnung und Statements die Rede. Ganz und gar nicht, für mich ist der Duft ein unkomplizierter Sommer Erfrischer mit weicher Basis, die mich an viele bekannte Damendüfte erinnert.
Und das Fazit? Blind testen macht Spaß und bringt die ein oder andere Überraschung, mit der man niemals gerechnet hätte. Also lasst euch von befreundeten Parfumofreunden ruhig mal ein paar nummerierte Pröbchen schicken...
6 Antworten
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Haltbarkeit
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Duft
Yatagan

396 Rezensionen
Yatagan
Yatagan
Top Rezension 55  
Ein Kommentar ist fällig!
Selten habe ich mit einem Duft so lange gekämpft wie mit diesem und meiner Erfahrung nach ist Irritation oft kein schlechtes Zeichen. Sperrige Düfte verhaken sich leichter und nachhaltiger im Gedächtnis. Hier aber war ich anfangs verstört, weil ich in der Kopfnote dieses postmodernen Chypres einen fast animalischen Akkord wahrnehme. Wo der herkommt, kann ich nicht mit letzter Sicherheit sagen, aber Litschi mag da ähnlich wirken wie Grapefruit, die ja auch von einigen als urinös beschrieben wird - und an Grapefruit erinnert mich dieser Ton tatsächlich, nur mit dem Unterschied, dass ich bei Grapefruit an sich ganz unempfindlich bin und das als regelrecht angenehm empfinde, hier aber fast ein wenig schockiert war.
Inzwischen hat sich dieser Eindruck aber gelegt und ich empfehle jeder / jedem (denn der Duft ist von allen Geschlechtern gleichermaßen gut tragbar, am nächsten kommt er allerdings vielleicht der Idee von Metrosexualität) sich eingehend auf den Duft einzulassen.

Im nächsten Schritt entwickelt der Duft eine grüne Note, die vom Veilchenblatt stammen dürfte. Kurze Zeit später stimmt die Rose ein, die Profumo sehr schön als samtigen Rosenakkord beschrieben hat. Der Duft bleibt dann lange Zeit linear, was ich als angenehm empfinde, denn die frischen, säuerlichen Akzente von Bergamotte und Litschi halten sich erstaunlich gut, während die Rose nicht die Oberhand gewinnt. Gerade die Duftnote Rose dominiert öfters je nach Dosierung und wirkt dann generisch. Das ist hier nie der Fall - wie in einem guten klassischen Chypre. Im Drydown entwickelt sich dann die holzige Basis mit dem Eichenmoos-Substitut stärker, die ich sehr gelungen finde, die aber für meinen Geschmack noch kräftiger hätte ausfallen dürfen.

Sehr spannend finde ich die dekonstruktiv produktive Annäherung an das klassische Chypre-Genre, über dessen Revival Profumo in mehreren gut recherchierten Kommentaren berichtet und dabei auch grundsätzlich auf die kreative Neugestaltung des Chypres durch den innovativen Einsatz neuer Ersatzstoffe für das von der IRFA geächtete natürliche Eichenmoos eingeht. Deshalb hier nur so viel ergänzend: Diese Neugestaltung wäre nicht kreativ, wenn sie sich nur an der Nachbildung alter Düfte orientieren würde. Stattdessen habe ich den Eindruck, dass man die Elemente (beim klassischen Chypre wären das: Bergamotte / Hesperidisches - Rosen- und Jasminöl - Eichenmoos und Moschus; ggf. Patchouli oder Vetiver) zergliedert und aus dieser Dekonstruktion etwa Neues und Überraschendes geschaffen hat.

Mich hat meine erste Abwehr über nachhaltige Irritation zu verstärkter Neugier und schlussendlich Faszination geführt. In Bewertungen ausgedrückt: Von 6 auf 7 und schließlich auf 9. Das habe ich wirklich selten erlebt.
41 Antworten
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Profumo

284 Rezensionen
Profumo
Profumo
Top Rezension 48  
Die Wiedergeburt des Chypres
Wer heute noch behauptet, wahre Chypre-Düfte gehörten der Vergangenheit an, den straft ‚French Affair’ Lügen. Wie schon ‚Maai’, Chypre Palatin’,‚The Afternoon of a Faun’ oder ‚Chypre Shot’ zeigt der Duft, dass Chypres klassischer Machart auch heute noch machbar sind, ja dass sie dank des neuesten, weitgehend allergenfreien Eichenmooses sogar durchaus neben den Klassikern bestehen können.
Da es aber eine lange Durststrecke gab, in der die Entwicklung eines Chypre-Duftes im Grunde unmöglich und daher keine Kontinuität in der Weiterentwicklung des Genres gegeben war, werden diese neuen Kreationen gerne mit dem Attribut ‚neo-klassisch’ versehen.
Und tatsächlich, die Bezugspunkte liegen zumeist in jener Zeitspanne, die für Chypre-Düfte eine klassische war: von den 50er Jahren bis weit in die 70er hinein.
‚French Affair’ zitiert eindeutig das letzte große Jahrzehnt der Chypres, die 70er Jahre. Und hier besonders eine Spielart, die der Rosen-Patchouli-Chypres, deren profilierteste Vertreter ‚Aromatics Elixier’ und ‚Aramis 900’ waren, beide zu Beginn der 70er Jahre von Bernard Chant kreiert.
Dass die junge französische Firma Ex Nihilo fast ein halbes Jahrhundert später mit einem Werk um die Ecke kommt, das genau diese Düfte zitiert, zeugt schon von einigem Mut, da die Originale im heutigen Duftgeschehen, ganz im Gegensatz zu früher, überhaupt keine Rolle mehr spielen. Andererseits aber passt es zum allgegenwärtigen Bemühen die ‚gute alte Zeit’ wieder aufleben zu lassen: reihenweise tauchen plötzlich neue ‚klassische’ Fougères auf, auch Patchouli, Amber und Moschus, die Lieblingsdüfte der Hippies sind wieder schwer ‚en vogue’, ebenso wie orientalische Schwergewichte à la ‚Opium’ gerne wieder zitiert werden.
Warum also nicht die rosigen Patchouli-Chypres von Bernard Chant.

Quentin Bisch, sein Nachfolger, hat mit ‚French Affair’ einen waschechten Chypre-Duft kreiert, wie er bis vor wenigen Jahren noch unvorstellbar schien. Zu platziert war die Kugel, die die IFRA direkt in das Herz des Chypre-Genres gelenkt hatte. Der Delinquent schien mausetot, war tatsächlich aber nur komatös, und das auch nur zeitweilig.
‚French Affair’ trumpft nun also wieder mit einem Chypre-Gestus auf als wäre nichts gewesen, rein gar nichts.
Gleich zu Beginn des Duftverlaufes schwillt der für Chypres so typische bitter-holzig-moosige Grundakkord an, zunächst begleitet von fruchtiger, süß-herber Litschi, die sehr schön mit dem trockenen, grün-grasigen Veilchenblatt kontrastiert, das wiederum zu einem schönen, samtig-kräftigen Rosenakkord überleitet, der seinerseits auf sattem holzig-erdigem Patchouli, bitterem Eichenmoos und rauchig-grünem Vetiver zur Ruhe kommt.
Alle Phasen des Duft-Verlaufes offenbaren sich zugleich, nur der Fokus verändert sich langsam. Noch nach vielen Stunden kann man sich zum Beginn zurück riechen, wie man von diesem schon in die Tiefe, zum Ende hindurch schnuppern kann. ‚French Affair’ entfaltet dabei ein ziemliches Volumen, ohne überladen und allzu schwer zu erscheinen Trotz dieser enormen Präsenz wirkt der Duft nicht laut oder gar aufdringlich, sondern hält wunderbar die Balance zwischen einem starken Auftritt einerseits und angemessener Zurückhaltung andererseits.
Damit reiht er sich gewissermaßen zwischen seine Vorgänger ‚Aromatics Elixier’ und ‚Aramis 900’ ein: nicht gar so volltönend wie der eine und etwas mutiger als der andere.

Die Idee zu diesem Duft entsprang angeblich dem Wunsch jenem Typus des Pariser Dandys der 70er Jahre zu huldigen, dieser raren, aber doch Klatschspalten-füllenden Spezies, die zwischen schillernder Modewelt, glamourösem Jetset und existenzialistischem Rive-Gauche-Chic mäanderte.
Jacques de Bascher z.B. wurde zu einem Inbegriff dieses Typs: Lebensgefährte von Karl Lagerfeld und zeitweiliger Liebhaber von Yves-Saint Laurent – ein eleganter Stenz mit melancholisch verschattetem Blick und gepflegtem Moustache. Auch Marcel Proust war einst ein solcher Beau, wie es heute Pierre Niney ist, der Schauspieler, der Yves-Saint Laurent im Film verkörperte.
Ja, ich finde, dass passt ganz gut. Die Verknüpfung mit diesen typischen Pariser Szene-Gewächsen funktioniert.
Es ist aber nicht so, dass sich mir diese Inspiration aufgedrängt hätte, man musste mich schon drauf stoßen. Im Falle von Patricia de Nicolaïs ‚Patchouli Homme’, dem heutigen ‚Patchouli Intense’, auch eine Patchouli-Rosen-Kombo, hatte ich diese Assoziation mit einem Marcel Proust-Typus dagegen tatsächlich.

Ebenso wie jene Dandys mit ihrer femininen Seite spielten, ist ‚French Affair’ ein absoluter Gender-Bender, zumindest nach meinem Empfinden. Eine Duft-affine Kollegin, die von ‚French Affair’ restlos begeistert war und mir dauernd am Hals hing, wiederholte dagegen mehrfach: “Ah, was für ein Duft, so männlich!“.
Seltsam wie unterschiedlich die Wahrnehmungen doch sind. Einen Duft wie Givenchys ‚Gentleman’ von 1974, der auch ein Patchouli-Rosen-Duft war, allerdings mit einem deutlich höheren Patchouli-Anteil (hier knarzte dieser holzig-erdig Akkord regelrecht) würde ich eher als maskulin bezeichnen – wobei ich eine gute Freundin hatte, die ihn jahrelang trug...
Aber ‚French Affair’?
Nein, ich finde, dieser Duft ist absolut unisex. So wie auch ‚Aramis 900’ unisex war, bzw. ist, obwohl Bernard Chant ihn als männlichem Counterpart zu ‚Aromatics Elixier’ entwickelte. ‚Aromatics Elixier’ dagegen empfinde ich eindeutig als feminin - zu ausgeprägt und vordergründig erscheint mir hier der florale Anteil.

Auf jeden Fall ist ‚French Affair’ ein wunderbares Chypre mit deutlichen Vintage-Vibes, in zugleich modernem Gewand: Litschi gibt der für jedes Chypre unverzichtbaren bitter-zitrischen Bergamotte einen fruchtigeren Anstrich, eine gute Prise Pfeffer und etwas herb-krautige Engelwurz akzentuieren die floralen Komponenten, Zeder und Vetiver durchlüften den moosig-harzigen Fond.
Litschi, Angelika, Pfeffer und Zeder bilden sozusagen das zeitgenössische Terre d’Hermès/French Lover-Outfit in welchem uns ‚French Affair’ als gute/r alte/r Bekannte/r gegenüber tritt.

Doch so gut der Duft auch meiner Meinung nach ist, man wird ihm nicht oft begegnen. Die Düfte von Ex Nihilo sind nämlich nicht nur ziemlich kostspielig, sondern auch schwer zu bekommen, was sehr schade ist, da die Kombination aus Inspiration, Können und guter Materialwahl eher selten ist. Meistens hakt´s an ersterem, häufig an letzterem und manches Mal an allem.
Nicht so bei Ex Nihilo, und schon gar nicht bei ‚French Affair’.

Vielleicht überdenkt die Firma ja eines Tages ihre Distributionspolitik, damit aus ‚French Affair’ vielleicht doch noch eine ‚Worldwide Affair’ wird.
Bitte!
8 Antworten

Statements

22 kurze Meinungen zum Parfum
SmoetnSmoetn vor 9 Monaten
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Die Kopfnote mit Litschi muss man überstehen, dann schöne Rosen-Veilchen-Patchouli Kombi, welche mich ein wenig an den Duke (Penh) erinnert.
14 Antworten
TablaTabla vor 3 Jahren
8
Flakon
7
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8
Haltbarkeit
9
Duft
Eichenmoosiges Vetiver, mit Litschi zart parfümierte Veilchenblätter u. Rosen strahlen sanft. Körpervoll u. doch schwerelos. Chypre 2.0.
10 Antworten
YataganYatagan vor 4 Jahren
8
Flakon
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Haltbarkeit
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Duft
Selten war ich so lange von einem Duft irritiert, aber nur gefällt er mir doch: säuerliche Litschi, grünes Veilchenblatt, warme Rose, Patch.
6 Antworten
PETPET vor 2 Monaten
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Ein frisch würziger,fast peffriger Chypre. Die Blüten sind Hintergrundmusik und bilden die Basis.Definitiv ein schöner satter Sommer Chypre
18 Antworten
Amadea70Amadea70 vor 3 Jahren
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Rosiger Zypriote, der seine Schönheit nicht sofort offenbart. Hat bissi gedauert, bis wir uns mochten.
10 Antworten
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So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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