Civet 2016

Civet von Zoologist
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7.9 / 10 278 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Zoologist für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2016. Der Duft ist würzig-harzig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert. Der Name bedeutet „Zibetkatze”.
Aussprache
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Duftrichtung

Würzig
Harzig
Blumig
Animalisch
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
OrangeOrange ZitroneZitrone BergamotteBergamotte GewürzeGewürze schwarzer Pfefferschwarzer Pfeffer EstragonEstragon
Herznote Herznote
FrangipaniFrangipani Ylang-YlangYlang-Ylang GartennelkeGartennelke HeliotropHeliotrop HyazintheHyazinthe LindenblüteLindenblüte TuberoseTuberose
Basisnote Basisnote
BalsamBalsam HarzeHarze VanilleVanille ZibetZibet EichenmoosEichenmoos HölzerHölzer KaffeeKaffee LabdanumLabdanum MoschusMoschus WeihrauchWeihrauch russisches Lederrussisches Leder VetiverVetiver

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.9278 Bewertungen
Haltbarkeit
8.4231 Bewertungen
Sillage
7.8231 Bewertungen
Flakon
8.6220 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.996 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 03.06.2024.
Wissenswertes
Der Duft wurde bei der Lancierung als Eau de Parfum ausgewiesen. 2017 wurde er - entsprechend der tatsächlichen Duftkonzentration von 25% - zum Extrait de Parfum umklassifiziert.

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Rezensionen

10 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Anarlan

27 Rezensionen
Anarlan
Anarlan
Top Rezension 56  
Kopi Luwak und eine alte Bekannte
Sobald ein Duft nach einem - freilich heutzutage synthetisch hergestellten - animalischen Duftbaustein benannt wird, kann man sich im Falle von Zibet eigentlich schon mehrerer Mißverständnisse und der daraus resultierenden typischen Reaktionen („Iiih!“, „Uäähh!“, „Bäh!“) sicher sein: Nämlich, dass der Duft irgendetwas mit Katzen und/oder Katzenurin-Geruch zu tun hätte. Das Mißverständnis beruht teilweise auf der Annahme, Zibetkatzen seien echte Katzen. Sie sind aber nachtaktive Säugetiere, die von Südeuropa über Afrika bis Asien in mehreren Unterarten vorkommen und mit den uns bekannten Katzen herzlich wenig zu tun haben. Von Fern und im Dunkeln sehen sie beim Herumschleichen vielleicht ein bisschen aus wie Katzen, weswegen sie auch „Schleichkatzen“ genannt werden.

Dass Zibet als Duftbaustein in den Verdacht gekommen ist, nach Katzenpipi zu riechen, hat seine Ursache möglicherweise darin, dass die Substanz früher aus dem stark fettigen und übel riechenden Sekret der Analdrüsen von Zibetkatzen gewonnen wurde, was mit Urin aber nichts zu tun hat, und daß unter Anderem urinöse Duftnoten in zibethaltigen Parfums wahrnehmbar sein können, was aber nur mittelbar mit dem Zibet darin in Zusammenhang steht.

Das, was man gemeinhin als urinösen Geruch wahrnimmt, ist nämlich gar nicht dem Urin selbst geschuldet. Frischer Urin ist relativ geruchsarm, was jeder durch einen beherzten Schnüffler selbst feststellen kann. Keine Scheu! Wir sind hier ja unter uns und ich erzähle es nicht weiter. Wo wir gerade dabei sind: Wissen Sie, wie Ärzte früher einen Diabetes mellitus bei Patienten diagnostiziert haben? Sie haben ihren Finger in den Patientenurin getaucht, um den Geschmack des Urins zu kosten: Süss gleich Zucker gleich Diabetes. Bittesehr. Und jetzt kommen Sie mir nochmal mit „Huuuh, der Duft hier hat ja eine fuurchtbare Pipinote, mir wird ganz blümerant!“.

Wie kommt dann der typische Uringeruch im Urin zustande? Es sind bakterielle Abbauprodukte, namentlich das scharf-bittere Ammoniak, die den typischen unangenehmen Pipigeruch erzeugen. Animalische Düfte, und so auch urinöse Duftnoten (es tut mir ja leid, aber man muss das Kind mit den vollgemachten Windeln leider beim Namen nennen) in Parfum können dennoch -in der richtigen homöopathischen Verdünnung- den speziellen Reiz eines Duftes ausmachen und dem Duft die nötige Spur Raffinesse ein-, ähm, träufeln. Ohne diese Prise Untenrum wären weder Kouros, noch Jicky, als moderner Vertreter fällt mir sofort noch MAAI ein, möglicherweise jemals zu ihrem legendären Ruf und ihrer Qualität gelangt.

Allerdings sind diese geruchlichen Erinnerungen daran, dass wir der Tierwelt entstammen, und mit denen wir uns anscheinend in unserer heutigen durchdesinfizierten, keimarmen, maskenbewehrten Zeit doch irgendwie schwer tun, oft gar nicht alleine auf die verwendeten animalischen Bestandteile wie Zibet, Moschus, Amber, Hyraceum, Castoreum und Konsorten zurück zu führen. Die genannten Stoffe haben nämlich neben ihrer eigenen geruchlichen Berechtigung in Düften auch fixierende oder andere Duftbestandteile stärker projezierende Funktionen. Vielmehr entsteht der geruchliche „touch of piss“ (oder andere Substanzen, wir wollen es jetzt aber nicht übertreiben) auch durch die geschickte Kombination mit floralen Noten wie Nelke, Neroli, Jasmin und Weissblühern mit ihren verantwortlichen Anteilen an Idol und Skatol. Auch zitrische oder krautige Noten wie z.B. Salbei und Lavendel können je nach Kontext einen urinösen Duftaspekt erzeugen.
Tut mir aufrichtig leid. Ich wollte Ihnen Ihre frischgeduschten Blütenträume nicht zerstören. Und „Klosteinzitrone“, daran sehen Sie, wie nah Pipi und Zitrik manchmal buchstäblich beieinander liegen, ist hier in diesem Forum ja mittlerweile fester Bestandteil des Parfumo-Sprechs.

Die grossen Chypres der Vergangenheit spielen mit ihren oftmals ausgeprägten animalischen Noten virtuos auf dieser Klaviatur. Und „Civet“ knüpft mit einem Hauch dieser „Old Vibes“ an diese Tradition an. Um zu verstehen, welche Geschichte Victor Wong, kreativer Kopf von Zoologist, zusammen mit seiner Parfümeurin Shelley Waddington in Civet erzählt, muss man noch mal kurz zur indonesischen Schleichkatze zurück.

Kopi Luwak wird unter anderem in Indonesien hergestellt und gehört zu den weltweit teuersten Kaffee-Sorten. Ursprünglich ein buchstäbliches Abfallprodukt des kolonialen Kaffeeanbaus - der mühsam angebaute Plantagenkaffee war ausschließlich den Kolonialmächten und deren Export vorbehalten - griffen die Einheimischen zu einer anderen Methode, um an das begehrte Heißgetränk zu kommen. Sie sammelten unverdaute Kaffeebohnen, die sich in den Exkrementen von Schleichkatzen fanden. Im Darm des Tieres sind die Kaffeekirschen einer Fermentation durch Enzyme ausgesetzt, welche die Geschmackseigenschaften ändert und dem Kaffee ein erdiges, sirupartiges, gehaltvolles und mit Untertönen von Dschungel und Schokolade versehenes Aroma verleiht, was ich bestätigen würde, sofern mich meine Erinnerung an die Tasse Kopi Luwak, die ich mal in Indonesien kredenzt bekam, nicht trügt.

„Civet“ überrascht in einem Moment mit einer karamelligen Kaffeenote, wenn man nicht damit rechnet, doch dazu später mehr. Mir würde dennoch nicht einfallen, den Duft als Gourmand zu bezeichnen, dafür fehlt ihm die nötige Süße und der Eindruck, etwas Essbares vor sich zu haben. Auch fehlen mir für die Kategorie "animalischer Duft" die entsprechend starken Aspekte.

Der Duft eröffnet mit einer gehörigen Portion schwarzem Pfeffer, einem Hauch grüner Krautigkeit und Zitrusnoten von herber Bergamotte, einem Spritzer Zitrone und vor allem Orange.
Herznah wird es dann schnell unsüß floral. Gartennelke und eine cremige, leicht kampherige, unkitschig-tropisch von Frangipani und Ylang Ylang gerahmte alte Bekannte leuchten im Dämmerlicht des Dschungels auf: Eine wunderschöne sanfte Tuberose mit Vintage-Touch.
Man ahnt allerdings langsam, dass hier möglicherweise auch flinke Raubtiere mit Krallen-bewehrten samtigen Pfoten schattenartig unter den Bäumen umher huschen. Der Duft entwickelt nun eine leicht spröde, drahtige, angeraute, schlanke Textur durch die stärker hervor tretenden Basisbestandteile. Labdanum und Eichenmoos sowie eine ledrige und leicht harzig-balsamische, warme Qualität, die ich Moschus und Zibet zuschreiben würde, kommen zum Vorschein.

Spätestes jetzt rückt er aus meiner Sicht in die Verwandtschaft von florientalen Chypres, hält aber noch eine letzte Überraschung bereit: Das Kaffeearoma von Kopi Luwak, was zusammen mit einem Hauch vanilligem Heliotrop einen weichmachenden Effekt hat und eine aus meiner Sicht wunderbar anziehende Einheit mit Zibet und Tuberose bildet.

Die Kombination von Tuberose und Kaffee mit Chypre-Aspekten ist sicherlich gewagt, und könnte, und jetzt kommt für heute der letzte Flachwitz in dieser Richtung, voll in die Hose gehen, was aber nicht der Fall ist. Der Duft ist komplett alltagstauglich und dabei überaus haltbar, ich kann ihn noch Tage später auf meinem Jackenkragen wahrnehmen.

Meinen Dank an Ergoproxy für die Probe!
23 Antworten
9
Duft
Chanelle

747 Rezensionen
Chanelle
Chanelle
Top Rezension 26  
Keine zahme Katze, aber eine mit alter Seele
Diesem Duft wollte ich aufgrund seiner eingeheimsten Vorschusslorbeeren und meiner Sympathie und meiner Hochachtung der beiden beteiligten Personen (Victor und Shelley) gegenüber etwas Zeit und meine volle Aufmerksamkeit widmen, und heute war der richtige Tag dafür.
Bei Zibet kommen mir immer Bilder und Düfte aus vergangenen Jahrzehnten in den Sinn, schwere Pelzparfums, Zibeline, Antilope, Vison Noir. Auch fällt mir natürlich meine normalerweise eher reservierte Haltung gegenüber allzu "tierischen" Düften ein, die mir eine gewisse Vorsicht bei dieser ersten Begegnung auferlegt hat.
Aber Shelley hat eine eigene Handschrift, die mir sehr zusagt, und Victor ist zwar mutig und innovativ, aber nicht EldO-like, wenn ihr wisst, was ich meine...
Also - runter mit den Scheuklappen, ran an das Tier!
Der erste Eindruck ist schon positiv überraschend und überraschend positiv: eine likörartige, schwere würzige Blütensüße offeriert sich meiner neugierigen Nase. Wo ist die Katz? Keine da.
Aber sie kommt.
Sie schleicht sich langsam heran, samtpfotig wie Baghira im Dschungelbuch.
Der Duft geht in eine ledrige Richtung, bleibt aber sanft und leicht pudrigsüß.
Dann dunkelt er langsam nach, wird wilder wie die Raubkatze, die Blut geleckt hat, fletscht seine Lefzen. Aber es bleibt beim Spiel mit der Gefahr, latente Andeutungen reichen hier.
Er fängt an, mich tatsächlich an die alten Klassiker aus den 40ern zu erinnern, die animalisch-dunkel und beindruckend waren, im Herzen aber eher unblumig.
Alte Carons, verschollene Guerlains, Paul Poiret haben hier wohl Pate gestanden.
Auch ohne erkennbare Oud-Anteile ein sehr orientalisch-schwerer Einschlag ist hervorgetreten und hält diesen Duft lange auf dieser Ebene.
Die Katze ist keine süße Kitty, sondern eine reife Königin, eine Weise, eine mit grossem Erfahrungsschatz und ebensolcher Ausstrahlung.
Sie ist zu keiner Zeit kratzbürstig, sondern samtig und schnurrig.
Gewohnte grossartige Haltbarkeit und dem Duft angemessene mittlere Sillage.
Civet ist wie eine Hommage an die Blütezeit animalischer Düfte , zeitlos, alterlos, aber gefährlich schön.
7 Antworten
8
Flakon
6
Sillage
9
Haltbarkeit
7
Duft
Franfan20

47 Rezensionen
Franfan20
Franfan20
Top Rezension 17  
Schleichend schnappt die Falle zu
Der Begleittext für Civet ist wieder mehr als passend gewählt worden. Man stelle sich vor, man läuft nichtsahnend durch die Wildnis und erfreut sich der Natur, wenngleich das Wetter etwas drückend ist. Nahe der Dämmerung knackt es plötzlich verdächtig im Untergrund. Zweige brechen, Blätter rascheln und man vernimmt ein leises Quietschen und Fauchen. Man geht noch noch ein paar Schritte und hört die Geräusche näher kommen. Man stoppt aus Verwunderung über einen mittlerweile recht starken Tiergeruch und ehe man es sich versieht ist man umzingelt von Zibetkatzen, die einen musternd begutachten. Leichtes Unbehagen steigt auf ob der Anzahl der Tiere. Die ersten kommen näher, man fühlt sich gefangen und dann.... stellt sich raus die kleinen Räuber sind in meiner Welt etwas freundlicher und ungefährlicher als in der realen Welt.

Ich hatte erneut keine Vorstellung von dem was mich erwarten soll und bin wieder positiv überrascht über die angenehme Anschmiegsamkeit des Duftes. Verglichen wird der Duft mit einem sinnlichen Rendezvous bei Nacht in der schwülen Wärme des Dschungels. Ich finde er wird diesem Bild durchaus gerecht und macht auch seinem Namen alle Ehre. Denn Civet schleicht sich erst langsam an um zu umgarnen und schließlich nur noch schwerlich wieder loszulassen. Was mich etwas stört ist der eher unruhige Beginn mit leicht beißenden Gewürzen und Zitrusnoten. Ich kann in dem Duft keine große animalische Aura wie bei Beaver oder Rhinoceros wahrnehmen, aber hier blitzen wohl die kleinen Duftmarken durch. Das würde zumindest den beißenden Charakter erklären. Wenn Gewürze und Zitrusfrüchte sich legen kommen opulente Blumen zum Vorschein, die trotz aller Üppigkeit eher zahm bleiben. Man merkt ihre Opulenz zwar, aber sie wird aufgefangen von einem Boden aus Hölzern, Harzen und einer unterschwelligen, dezenten Süße. Das Ganze gibt Civet eine Kuscheligkeit, in der man sich wohlfühlen kann. Da bin ich auch keineswegs böse drum. Er ist nicht drückend, er ist nicht penetrant, er ist keine Bombe. Alles in Maßen, entsprechend ausbalanciert. Ein tragbarer, angenehmer Duft für gewisse Abendstunden. Wie Shelley Waddington ankündigte, ist Civet überraschend. Für die meisten hoffentlich positiv. Der Duft interpretiert den beliebten Akkord vergangener Zeiten offenbar gänzlich neu und macht ihn zahm und wohl massenkompatibler. Einige werden womöglich nicht finden was ihnen bei dem Schlagwort Zibet vorschwebt, doch Zoologist glänzt hier wieder mit einer sehr schön gezeichneten Kulisse zu einem Tier, welches den kanadischen Zoo passend erweitert.
6 Antworten
9
Flakon
6
Sillage
8
Haltbarkeit
7
Duft
Leimbacher

2782 Rezensionen
Leimbacher
Leimbacher
Top Rezension 19  
Zibetschmusetigerchen
Da umgeht man gestern ganz vorurteilsvoll „Civet“, weil man meint ein Biest würde kaum zu einem Einkaufsmittwoch passen, nur um dann vom „Dodo“ angegriffen, fast überrollt zu werden. Und dann kommt heute „Civet“ drauf - um die übertrieben gesagt sanfteste Verführung zu sein, seitdem es „Zoologist“ gibt. So kann’s gehen.

„Civet“ ist ein hellcremiger Chypre - mit nahezu allen herben Ecken abgerundet und weggefräst. Sogar animalische Nuancen, die bei Zoologists eigentlich zum guten Ton gehören, muss man mit der Nasenhärchenlupe suchen. Im Grunde ist „Civet“ wie eine teure Luxusdecke, fast kaschmirartig und mit grober Textur. Viele Komponenten in der Pyramide - ein Ergebnis, das kaum homogener und sanfter sein könnte. Leicht pfeffrig? Leicht harzig? Leicht blumig? Minimal urinal? Ja, ja, ja und ja. Aber alles eben nur in derart homöopathischen Dosen, dass man hier auch auf jede andere Firma außerhalb von Zoologist tippen könnte. Das führt zu einer guten Tragbarkeit, zu einem lecker-weichen Gesamteindruck, aber sicher auch zu etwas Enttäuschung unter den Fans von deren mutigen Konzeptdüften mit dicken Eiern und vollen Tiertoiletten.

Flakon: same same but different
Sillage: da, aber eher für den Träger
Haltbarkeit: wird schnell sehr ruhig, bleibt aber noch etwas - 7-9 Stunden.

Fazit: eine anschmiegsame, zitrisch-cremige „Civet“-Decke. Fluffig und puffig. Da erwartet man etwas viel Wilderes. Einer der defensivsten Zoologists. Aber das soll nicht negativ gemeint sein. Moderner und unisexer kommen Chypres kaum.
2 Antworten
7
Sillage
8
Haltbarkeit
7
Duft
Rhiel

11 Rezensionen
Rhiel
Rhiel
Top Rezension 14  
Die Katze aus dem Orchestergraben
Grundsätzlich hätte ich lieber nur ein Statement geschrieben, allerdings gibt's zu dem hier etwas mehr zu sagen.

Düfte erzeugen bei mir oft Bilder oder Erinnerungen - manchmal auch Assoziationen zu Musik. Und Civet ist für mich wie die Darbietung eines Orchesters.

Der Start ist wunderschön zitrisch - würzig mit ordentlich Pfeffer. Schon bald gesellen sich die ersten Noten aus der Basis hinzu und man merkt - das wird keine Moldau und kein Gershwin. Denn bald darauf verschwindet die Kopfnote, die ersten kräftigen Noten aus der Basis drängen hervor wie das Schlagwerk in einem Orchester, ohne richtig laut zu werden. Dazu kommt Hyazinthe und Seifigkeit wird dominant - und zwar richtig ennervierend. An diesem Punkt hat das Orchester offenbar beschlossen, Strawinskys Frühlingsopfer neu zu interpretieren und ergeht sich in Dissonanz. Doch siehe da - die Hyazinthe wird leise und eine feine Melodie mit Frangipani entwickelt sich weiterhin unterlegt von dem Schlagwerk der Basis, das nun aber recht piano die Melodie begleitet. Die letzten Piccoli aus der Kopfnote werden allmählich stumm und es wird zunehmend harmonisch.
Plötzlich: ein Paukenschlag, alles ist wieder alles laut und eine Katze rennt verschreckt über die Bühne. Balsamisch-süß und wieder leicht zitrisch ist dieses Spektakel. Zwischendurch versuchen die Blumen zu Wort zu kommen, bis allmählich die Kakophonie abebbt und die Streicher in Form der Blumen wieder eine Melodie aufnehmen. Die Melodie wird angeführt von Ylang und Vanille, nuanciert durch Kaffee und Tuberose, und zusammen mit leisem Frangipani wird der Duft ab hier richtig schön. Dieses diesmal nicht so kurze Zwischenspiel endet dann in einem Crescendo balsamischer, würziger Süße, die letztlich die Basis des Dufts und damit den letzten Teil dieser Komposition bildet. Die Katze ist übrigens auch wieder da. Sie liegt im Hintergrund und döst.

Nun: Civet ist ein moderner Chypre, der für mich nur eine leichte Animalik bietet. Insgesamt empfinde ich ihn mehr maskulin und absolut tragbar. Ich kann nachvollziehen, dass sich hier manche an altmodische Chypre-Düfte erinnert fühlen, er erreicht aber durch die vorhandenen Dissonanzen nicht deren Eleganz.
Dank an Floyd für die Testmöglichkeit.
6 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

71 kurze Meinungen zum Parfum
JonasP1JonasP1 vor 11 Monaten
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
7
Duft
Wenn die Tuberosen-Blase platzt
Schaust Du
Orangensüß
Durch balsamierte Blütenfelder
Harz-verdichtet
Deine Ledertatzen
Unscharf mit Katze...
41 Antworten
FloydFloyd vor 1 Jahr
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Wildkatzenbutter
Ganz weiches Leder
Zitrusgelbe Augen
Durch Moos und Kräuter
Und Balsam schleichen
Fleischblumenblätter
Blütenseifen
37 Antworten
YataganYatagan vor 7 Jahren
9
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8
Duft
Schnurren Zibetkatzen? Das hier ist die perfekte Umsetzung: warmwürzig, fellweich, sanftanimalisch, dunkelfloral, cognacsüß, schwarzledrig
7 Antworten
NuiWhakakoreNuiWhakakore vor 3 Jahren
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8
Duft
Kätzchen tanzen chypre
pfeffern das Parkett
haben Geweihe umgebunden
die Lederbänder schwitzen Moos
alles endet in Creme
Katzenfasching halt
23 Antworten
LuwaLuwa vor 3 Monaten
9
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
6
Duft
Katzenspuren
vorbei an
ölig-harzigen-
sonnengetrockneten Orangen
Über Gewürzen
in Blütenfelder
Mit moosig-harzigen Unterboden*
34 Antworten
Weitere Statements

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Torten Radar

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