31.08.2025 - 14:39 Uhr

loewenherz
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loewenherz
Hilfreiche Rezension
3
Der Menschen zum Weinen bringen kann...
Ach nein, so schlimm ist er gar nicht, keine Bange. Nicht mal ein bisschen schlimm, im Gegenteil. Gleichwohl - was für ein seltsamer Duft ist Oud Voyager - und zu was für einer merkwürdigen Zeit er kommt. Ich muss (und will) wohl gleich erklären, warum ich ihn so seltsam, so merkwürdig finde - und wieso er etwas Dramatisches hat und Treibendes - 'haunting' würde man im Englischen wohl sagen - von dem ich im Titel etwas theatralisch behaupte, dass es zu Tränen rühren mag.
Rose und Oud - ist das nicht seit einem guten Jahrzehnt vorbei? Und nun kommt hier Tom Ford (der eben vor guten zehn Jahren mit Oud Fleur schon etwas ganz ähnliches lancierte) und lässt den großen Dominique Ropion Mitte der 2020er Jahre einen wie aus der Zeit gefallenen Duft erschaffen. Ist der einfach vergessen worden damals bei Oud Fleur, Oud Minérale und Tobacco Oud und all den anderen, die in Oud Woods Windschatten die Kassen zum klingen bringen sollten?
Ich könnte nun von etwas fabulieren, dass Oud Voyager nun eben doch kontemporär ist. Ist er aber nicht, er könnte ebenso gut von 2010 oder noch früher sein. Und es spielt auch keine Rolle hier, weil er den abgegrasten Modeakkord Rose und Oud so fein und fiedrig, so nahbar und so verletzlich zeigt - möglicherweise doch die zeitlose Hand des zeitlosen Monsieur Ropion? - das er als Reminiszenz an vergangene Private Blends ebenso gut funktioniert wie als Geschöpf der Gegenwart.
Oud Voyager, dessen Name von Sehnsucht und Ferne kündet, hat jenen Rhythmus in Moll - wie eine schöne Schreibschrift auf Pergament oder ein trauriger Walzer im Halbschatten getanzt - treibend und drängend, dabei präzise ausgeführt. Rose mit einer Ahnung von Bedauern wie ein nie verschenkter Strauß und trockenes, fast papiernes Holz wie Briefe voll Hingabe und Liebe, die niemand las. Ein Duft voller Verletzlichkeit und voller Verletztheit - und doch vollständig und doch intakt.
Fazit: ein merkwürdiger Wanderer zwischen dem olfaktorischen Gestern und Heute. Very Tom Ford auf seine Art und Weise und doch auch très Ropion. Und - wer hätte das gedacht? - das funktoniert.
Rose und Oud - ist das nicht seit einem guten Jahrzehnt vorbei? Und nun kommt hier Tom Ford (der eben vor guten zehn Jahren mit Oud Fleur schon etwas ganz ähnliches lancierte) und lässt den großen Dominique Ropion Mitte der 2020er Jahre einen wie aus der Zeit gefallenen Duft erschaffen. Ist der einfach vergessen worden damals bei Oud Fleur, Oud Minérale und Tobacco Oud und all den anderen, die in Oud Woods Windschatten die Kassen zum klingen bringen sollten?
Ich könnte nun von etwas fabulieren, dass Oud Voyager nun eben doch kontemporär ist. Ist er aber nicht, er könnte ebenso gut von 2010 oder noch früher sein. Und es spielt auch keine Rolle hier, weil er den abgegrasten Modeakkord Rose und Oud so fein und fiedrig, so nahbar und so verletzlich zeigt - möglicherweise doch die zeitlose Hand des zeitlosen Monsieur Ropion? - das er als Reminiszenz an vergangene Private Blends ebenso gut funktioniert wie als Geschöpf der Gegenwart.
Oud Voyager, dessen Name von Sehnsucht und Ferne kündet, hat jenen Rhythmus in Moll - wie eine schöne Schreibschrift auf Pergament oder ein trauriger Walzer im Halbschatten getanzt - treibend und drängend, dabei präzise ausgeführt. Rose mit einer Ahnung von Bedauern wie ein nie verschenkter Strauß und trockenes, fast papiernes Holz wie Briefe voll Hingabe und Liebe, die niemand las. Ein Duft voller Verletzlichkeit und voller Verletztheit - und doch vollständig und doch intakt.
Fazit: ein merkwürdiger Wanderer zwischen dem olfaktorischen Gestern und Heute. Very Tom Ford auf seine Art und Weise und doch auch très Ropion. Und - wer hätte das gedacht? - das funktoniert.
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