Déclaration d'Un Soir 2012

Déclaration d'Un Soir von Cartier
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7.3 / 10 474 Bewertungen
Ein Parfum von Cartier für Herren, erschienen im Jahr 2012. Der Duft ist blumig-würzig. Es wird noch produziert.
Aussprache
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Duftrichtung

Blumig
Würzig
Holzig
Frisch
Synthetisch

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
KardamomKardamom PfefferPfeffer KreuzkümmelKreuzkümmel
Herznote Herznote
RoseRose MuskatMuskat
Basisnote Basisnote
SandelholzSandelholz

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.3474 Bewertungen
Haltbarkeit
7.6376 Bewertungen
Sillage
7.0380 Bewertungen
Flakon
7.4374 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.6136 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 26.04.2024.

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Womit der Duft vergleichbar ist
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Rezensionen

27 ausführliche Duftbeschreibungen
7.5
Flakon
5
Sillage
10
Haltbarkeit
3
Duft
Apicius

1106 Rezensionen
Apicius
Apicius
Top Rezension 33  
Ich mach mich nackig ...
...für Cartiers Déclaration d'un Soir! Denn dieser hervorragend gemachte Duft ist so paradiesisch schön, dass man ihn nur im Stand der Unschuld genießen sollte.

Die Parfümeurin zeigt großes Können: eine wirklich wunderschöne Rosennote wird so geschickt in Szene gesetzt, dass die Frage, ob Männer Rose tragen sollten, gar nicht erst aufkommt. Natürlich sollen sie, und damit das klappt, wurden hier würzige, von Muskat dominierte, aber auch ätherisch wirkende Noten entgegengesetzt. Aus der Basis scheint eine bittere, sandelholzartige Note durch, die ihren Teil zur Vermännlichung dieser Rose beiträgt. Die Balance ist perfekt - besser kann man es nicht machen.

In Unkenntnis der Duftpyramide wirkt das Drumherum auf die Rosennote so verfremdend, dass ich sie zunächst gar nicht erst als solche erkannte – was dann natürlich besonders neugierig macht. Erst im weiteren Verlauf schält sie sich deutlicher heraus, und vor allem glaubte ich dann einen leicht pfirsich- oder auch aprikosenartigen Anklang zu erkennen. So gibt sie eine Verwandschaft mit der wunderbaren Rose Barbare aus dem Hause Guerlain zu erkennen.

So paradiesisch schön ist diese Rose, doch langsam ahnt man, dass sie in keinem irdischen Garten gewachsen sein kann. Das ist das Problem: sie welkt nicht. All ihre Begleiter treten nach und nach ab, die ätherischen Noten, die Würze, das Holz – zum Schluss steht sie ganz alleine vor uns, nackt und fett.

Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, krallt sie sich in Textilien fest, für Tage! Und spätestens wenn am zweiten Tag danach der Jackenärmel immer noch nach diesem Stoff riecht, kommt Ekel auf. Zweimal ließ ich es zu – ungläubig und an mir selber zweifelnd, doch nun reicht es – sie darf nur noch auf die Papierkarte, und die wird morgen entsorgt.

Déclaration d'un Soir ist ein weiteres Beispiel für kurzsichtige und geradezu verheerende Produktpolitik. Dieses Parfum wird im Weihnachtsgeschäft bei Douglas und anderswo die Kassen klingeln lassen. Die Ehefrauen werden es lieben, doch viele der so beschenkten Ehemänner werden sich heimlich ekeln und die Wäsche entsorgen, spätestens am zweiten Feiertag – und von weiteren Parfumkäufen dankend absehen.

Die große Schönheit dieses Parfums und das darin zum Ausdruck kommende Können stehen in krassem Widerspruch zur Verwendung eines Stoffes, der offenbar zumindest in der hier vorliegenden Konzentration nicht in die schönen Düfte gehört. Die Kunst ist bekanntlich frei, aber wie frei war die Parfumeurin?

Für mich ist eine solche Eigenschaft ein K.O.-Kriterium. Déclaration d'un Soir ist zu schön und zu ausgefallen, um ungetestet im Regal stehen zu bleiben. Aber zieht Euch vorher aus!
17 Antworten
8
Flakon
8
Sillage
7
Haltbarkeit
4.5
Duft
Meggi

1019 Rezensionen
Meggi
Meggi
Top Rezension 29  
Klawuttkes edel-gepfählte Rose
Für eine Kurzfassung einfach ans Ende springen.

Ehepaar Klawuttke bewohnt seit März vergangenen Jahres eine seniorengerechte Zweizimmer-Erdgeschoss-Wohnung mit einem Stückchen Garten. Kurz darauf hatten die beiden bei Aldi eine Rose gekauft, laut Schild eine ‚Rosentraum-Qualitätsrose‘. Gepflanzt hatten sie sie exakt so, wie sie im Topf stand.

Der Rosentraum ist während des Sommers brav einen knappen Meter gewachsen. Da die Klawuttkes von Rückschnitt nichts wissen, ebenso wenig davon, dass Rosen um einiges tiefer eingebuddelt gehören, als sie im Topf im Laden stehen, wurde leider alles ziemlich spiddelig und wackelig. Mit dem Duft waren sie hingegen halbwegs zufrieden, es roch sogar ein bisschen „doller als wie bei einer Rose aus dem Strauß!“

Eines frühen Abends im Spätsommer erblickten die beiden aus dem Auto eines jener Gartenausstellungs-Hinweisschilder, die mit ihrer reizüberflutenden Frequenz selbst einen dement-debilen Alien zuverlässig ans Ziel lotsen könnten. „Klingt nett – und wir brauchen dringend was Hübsches, um die Rose abzustützen.“

[Der Vorteil solcher Ausstellungen: 1. An Pflanzen sind echte Raritäten erhältlich, zu deren Beschaffung man sonst abgelegene Spezial-Gärtnereien besuchen müsste.
Der Nachteil solcher Ausstellungen: 2. An Accessoires ist echter Plunder erhältlich, zu dessen Beschaffung man sonst bloß den nahegelegenen Baumarkt besuchen müsste.
Und natürlich umgekehrt.]

Auf dem Gelände schüttelte Heidemarie entrüstet den Kopf: Dreißig Euro für eine Containerrose! Hat doch bei Aldi gerade mal fünfneunundneunzig gekostet. Na gut, die riechen hier schöner, aber so viel Geld! Zumindest war die Mission Abstütz erfolgreich - ein schicker Pfahl reiste mit heim. Aus garantiert regenwaldschonendem Edelholz, das hatte der Verkäufer versichert, extra-verhärtet. Das dunkle Braun passte zudem prima zu den Gartenmöbeln und der Pfahl roch auch noch richtig kräftig nach Holz, irgendwie würzig. Ganz was Feines und nur zwanzig Euro dafür! Zuhause brach Klaus-Werner mit Hilfe eines Vorschlaghammers rasch den Widerstand des ohnehin spärlichen Wurzelwerks und trieb den dicken Pfahl mitten hindurch.

Der Winter kam, eisiger Wind umpfiff die ungeschützte Veredelungsstelle, als würde ein Kalt-Getränk sorgfältig einen freiliegenden Zahnhals spülen. Wochenlang setzten Schnee und Matsch der Pflanze zu.

Inzwischen ist wieder Frühjahr. Alles wächst und treibt Knospen. Alles? Nicht ganz. Die Rose rührt sich nicht. Und dem Pfahl ist die braune Farbe gewichen; verwaschen grün-grau ist er nun. Klaus-Werner kommt unwillkürlich der Gedanke an billiges, kesseldruck-imprägniertes, muffiges Kiefernholz. Wie aus dem Baumarkt.

---------

Kurzfassung: Wässrig-synthetischer Rosenduft, gepfählt von einem Holz, das sich – ist ihm erst das Gewürz entfleucht – als ebenfalls gänzlich künstlich entpuppt.

Trotzdem danke ich Gerdi selbstverständlich für diese Erfahrung.
15 Antworten
8
Preis
9
Flakon
7
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8
Haltbarkeit
7.5
Duft
Fresh21

95 Rezensionen
Fresh21
Fresh21
Top Rezension 26  
… und es hat Boom gemacht :-)
Ganze neun Monate der Reife hat dieser Kommi gebraucht, nachdem ich das erste Mal intim wurde mit diesem Duft. Ja, durchaus vergleichbar mit einer Geburt, tritt er nun ins Licht der Community und …

S:a:g m:a:l, g:e:h:t's n:o:c:h?

Kein Grund, dass du dich wieder einmischst Alter Ego, nur weil ich ins Schwärmen gerate.

N:a:j:a, S:c:h:w:ä:r:m:e:n g:e:h:t j:a w:o:h:l a:n:d:e:r:s.

Ach, was weißt du schon…

H:e:y, k:e:i:n:e D:i:s:k:r:e:d:i:t:i:e:r:u:n:g g:e:s:c:h:l:e:c:h:t:s:l:o:s:e:r A:l:i:e:n:s!

O.K. sorry, dann lass mich mal erzählen:

Als ich diesen Flanker zum ersten Mal aufsprühte, erinnerte er mich sofort an ein Erlebnis vor ca. 10 Jahren. Ich besuchte mit einem Kollegen das Renault Technocentre, und als wir die Eingangshalle betraten, folgte ich nur blindlings seinem Schatten während ich nach unten blickend meine Visitenkarten rauskramte. Erst am Reception Desk angekommen blickte ich wieder auf... nach vorn, und ab diesem Moment in zwei Augen, so faszinierend und groß wie die der Schlange Kaa. Ich war augenblicklich;) hypnotisiert, wie angewurzelt und schockverliebt. Ein unfassbar schönes Wesen stand mir exakt auf Augenhöhe nur einen halben Meter gegenüber, und ich brachte auf ihr "Bonjour" lediglich ein "ähm" heraus. So standen wir für ein paar Sekunden nur da und schwiegen und starrten uns an ... wobei ihr Erstaunen sicher das Kleinere war ;-)

N:e' T:ü:t:e M:i:t:l:e:i:d g:e:f:ä:l:l:i:g?

Quatsch, aber irgendetwas scheint da auszusetzen, wenn man plötzlich live und in Farbe auf so eine Naturperfektion trifft, der man in Feld und Wiesen nur alle 10 Jahre mal begegnet. Und genau so einen Emotions- und Mindsplit zwischen "bitte ganz nah, doch unnahbar" erzeugt auch Déclaration d'un Soir bei mir. Denn dieser markant-würzige Rosenduft wirkt sehr attraktiv und anziehend auf mich, hat aber auch etwas Distanziertes ... hach, schwer zu beschreiben, dieses Schockverliebtsein;) Drum folgt nun meine Duftbeschreibung:

Déclaration d'un Soir startet recht kräftig als ungewöhnlicher Mix aus angeschärfter Würze und Rose - zu etwa gleichen Teilen. Seine Synthetik ist wahrnehmbar, doch nicht störend für mich. Kardamom deutlich, Kreuzkümmel ein wenig, dafür ordentlich Pfeffer, aber nichts Beißendes. Anfänglich nehme ich auch etwas Fruchtiges wahr, das den Déclaration d'Un Soir runder und frischer macht. Dies nimmt in der ersten halben Stunde langsam ab, bis anschließend der Muskat die Würze ein wenig aufweitet, während der Duft zugleich mehr ins Liebliche dreht. Und genau dieser Spagat ist sein Plus: auf der einen Seite die Härte der unnahbar angeschärften Würze, und auf der anderen die Nähe der weichen dunkelroten Rose, die mir vorschwebt.

Und so verbleibt diese ungewöhnliche Duftambivalenz für 7-8 Stunden, in deren linearen Verlauf sich zur Halbzeit nur noch ein wenig mildes Sandelholz mengt.

Ja, das war in der Tat eine lange Geburt, mein Feeling dieses Dufts endlich mal in Worte zu fassen, wobei ich zum Schluss nicht versäumen möchte, auch der holden Weiblichkeit diesen außergewöhnlichen Rosenduft zu empfehlen, in der Hoffnung, auch ihr könnt mal wieder sagen

… und es hat Boom gemacht :-)

15 Antworten
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Micscent

9 Rezensionen
Micscent
Micscent
Top Rezension 23  
Ein Dutzend Rosen für den Mann (5/12)
Als Neuling hier, versuche ich mich mal gleich an einer Serie von Kommentaren. Dies ist der fünfte Teil.

Die Motivation, die Idee und die Kriterien
Ich bin ein echter Fan des Duftes von Rosen (in meiner Jugend hatte meine Mutter Paris von YSL. Fand ich „den Hammer“) Die Rose ist aber nun nicht gerade das, auf das man als erstes als Bestandteil eines Herrenduftes kommt. Trotzdem ist die Rose in - wie ich finde - mehr und mehr Herrendüften enthalten.
Nach den folgenden Kriterien habe ich daher 12 dieser Düfte ausgewählt und werde sie nach und nach kommentieren und vergleichen:
- Herrenduft (Ausnahme Desert Rose von Urban Scents als Unisex-Duft, musste ich einfach dazu nehmen)
- Rose als Herznote (Ausnahme: Much ado about the Duke von Penhaligon, bei der Idee war ich gerade in London)
- Erschienen ab dem Jahr 2000
- Bewertung von mindestens 6,0 bei mindestens 40 Bewertungen
- Kein Oud (nicht so meins)

Duft Nr. 5 ist: Déclaration d'un Soir von Cartier (*2012)
(bisher: (1) Lumière Noire pour Homme vom Maison Francis Kurkdjian, (2) 24 Old Bond Street Triple Extract von Atkinsons, (3) Lyric Man von Amouage, (4) Colonia Ambra von Acqua di Parma)

Das Haus, der Parfümeur und der Einkauf
1847 übernahm Louis-Francois Cartier in Paris das Schmuckatelier seines Lehrmeisters und legte so den Grundstein für das heutige Unternehmen Cartier. Vom Schmuck ausgehend wurde ab 1874 eine Uhrensparte aufgebaut und im Jahr 1981 kamen mit „Must de Cartier“ und „Santos“ die ersten Düfte dazu. Der Name „Santos“ geht dabei vermutlich auf die im Jahr 1904 entwickelte Fliegeruhr „Cartier Santos“ zurück, die erste Armbanduhr mit einem Lederarmband. Seit 1997 ist Cartier Teil der „Richemont-Gruppe“, zu der auch Marken wie A. Lange & Söhne, IWC und Jaeger-LeCoultre als auch Chloé und Net-A-Porter gehören.
Die Parfumeurin von „Déclaration d’un Soir“ - Mathilde Laurent (*1976) – studierte nach ihrem Biologie- und Chemiestudium am ISIPCA („Institut Supérieur du Parfum des Cosmétiques et des Aromes“ in Versailles), an dem auch Francis Kurkdjian und einige andere der Protagonisten von „Ein Dutzend Rosen für den Mann“ studierten). Anfang der 90er Jahre traf sie auf einem Schulfest auf Jean-Paul Guerlain und fragte ihn nach einem Praktikumsplatz. Er soll schlicht „Warum nicht?“ geantwortet haben. Das war der Beginn einer 11-jährigen Tätigkeit für Guerlain in der u.a. auch die Neuinterpretation des Kultduftes “Shalimar” („Shalimar Eau Légère“) entstand. 2005 wechselte Sie zu Cartier. Hier wurde sie die erste weibliche „Chef-Parfumeurin“ und Kreativ-Direktorin. „Olfaktorischer Schock“, „instinktive Schönheit“, „unsichtbarer Schmuck“, „Freiheit“ und „Überdosis“ sind die Stichworte ihrer Vision von einem Parfum.
Für die Abfüllung von „Déclaration d’un Soir“ bedanke ich mich übrigens noch einmal bei BruceLee.

Der Duft, die Bestandteile und das Erlebnis
Orientalisch, markant und pfeffrig ist der Auftakt zu diesem „olfaktorischen Schock“. Der Kardamom, ist im Kanon der orientalischen Gewürze, die erste Stimme. Der zur Familie der Ingwergewächse gehörende Kardamom bringt dabei den „unsichtbaren Schmuck“ als komplementäre Wahrnehmungen ein - sie sind scharf und leicht süß sowie blumig und fruchtig mit zitrusartigen Noten. Erinnerungen an Eukalyptus und Kampfer werden wach. Nebenbei gesagt wurde Kardamom bereits im ersten Jahrhundert nach Christus für Parfums verwendet. Die anderen Bestandteile stimmen mit ein: Der schwarze Pfeffer bringt weitere Schärfe. Der Kreuzkümmel oder Cumin, den ich bereits im Kommentar zu „Lumière Noire pour homme“ angekündigt hatte, leitet hier - wie dort - die Rose ein und sorgt für einen aufkommenden wärmeren Grundton des Duftes. Dies wird aufgenommen durch den Muskat, der den Duft – nach ca. einer Stunde - gemeinsam mit der Blumigkeit der Rose sinnlicher und wärmer macht. Das Ganze ist aus meiner Sicht gerade nicht steril, sondern wird zu einer „instinktiven Schönheit“, unverwechselbar und besonders. Die Rose umspielt mehr, als dass sie die Hauptrolle übernimmt und das Sandelholz in der Basis bringt – nach ca. drei Stunden - neben der Wärme eine leichte Samtigkeit, betont aber auch noch einmal den orientalischen Grundton des Duftes.

Das Fazit, der Vergleich und der Praxiseinsatz
„Eine stürmische Offenbarung“ schreibt Chartier selbst. Und dieser Duft ist bestimmt nicht gefällig ausgeglichen. Hier wurde sich die „Freiheit“ genommen die durchgängig sehr traditionellen Ingredienzien neu zu definieren. Das wirkt tatsächlich – mindestens zu Beginn – wie eine „Überdosis“. Und nebenbei gesagt ist dies – aus meiner Sicht - die konsequente Weiterentwicklung des ursprünglichen Duftes „Déclaration“ aus 1998. Ich war zu Anfang etwas schockiert und bin nun ein Fan dieses Duftes. Aber genau das ist es, was Mathilde Laurent will. Ihre Düfte sind als „aktive Wirkstoffe konzipiert, die starke Emotionen vermitteln sollen“. Und das ist hier der Fall! Bisher im Durchschnitt eine Bewertung von 7 bei rd. 250 Bewertungen. Ich muss ein Zeichen setzen und gebe eine 10, nicht zuletzt für die konsequente Umsetzung einer Vision.

(1) Lumière Noire pour Homme – Der edle Softie
(2) 24 Old Bond Street Triple Extract – Der elegante Brite
(3) Lyric Man – Die „reine“ Rose
(4) Colonia Ambra – Das „warme (Rosen-)holz“
(5) Déclaration d'un Soir – Die „olfaktorische Emotion“
7 Antworten
9
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Duft
SchatzSucher

107 Rezensionen
SchatzSucher
SchatzSucher
Top Rezension 20  
Der Versuch einer Erklärung
Angeregt durch einen Kommentar von Fresh21 zu L´Homme Ultime habe ich mir mal überlegt, einen kleinen Vergleich zu ziehen und einfach mal zu schauen, inwieweit diese zwei Düfte aus unterschiedlichen Häusern Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben könnten.
Da sich beide Düfte in meinem Besitz befinden (und das auch schon recht lange), war es ein Leichtes, den Test anzukurbeln.
Ich bin natürlich sehr weit davon entfernt, diese beiden Düfte als Zwillinge zu bezeichnen, doch eine gewisse (gegensätzliche) Seelenverwandtschaft kann ich ihnen nicht absprechen.
Blumig und würzig ist eine recht interessante und gewagte Kombination für Herren.

Ein erster Blick auf die Duftpyramide zeigt zunächst recht wenige Gemeinsamkeiten, Kardamom und Rose, das ist erstmal nicht so viel.
Der Auftakt ist bei Déclaration d´un Soir sehr kräftig blumig-würzig, der Duft sagt dem Träger genau, wo es langgeht. Das mag so manchen etwas abschrecken, denn ein deutlich synthetischer Einschlag läßt sich nicht verleugnen.
Die Rose wird sehr auffällig zur Schau gestellt und bleibt auch den gesamten Verlauf hindurch sehr präsent. Dementsprechend polarisiert der Duft hier auch sehr, von großer Liebe bis zu totaler Verachtung ist alles vorhanden.

Beim L´Homme Ultime ist der Auftakt noch eine Spur lauter, Rose bleibt hier mehr im Hintergrund, eine kräftig würzige Note ist aber auch zu vernehmen, diese ist aber hier noch mit Zitrusspritzern durchsetzt, die bei Cartier gänzlich fehlen, und den YSL ziemlich aufheitern und ihm einen frechen, vorwitzigen Touch verleihen.

Der Cartier zieht sich zurück, wird leiser, introvertierter und die immer noch präsente Rose wird durch holzige Töne und Muskat wärmer und tiefer, während der YSL seine blumige Seite offen zur Schau stellt und weiterhin heiter bleibt, es gesellt sich ein kühler Hauch hinzu, der hier schon einige Male mit Gin assoziiert wird. Das mag sogar gut passen. L´Homme Ultime bleibt weiterhin sehr extrovertiert und unbekümmert.

Zur Basis hin, die sich bei Cartier nicht mehr wesentlich ändert, ist immer noch Rose tonangebend, die würzigen Noten haben sich ganz in den Hintergrund zurückgezogen, bilden ein stützendes Gerüst und lassen den Duft nicht zu blümerant wirken. Der Duft ist leise geworden aber immer noch wahrzunehmen.
Bei YSL wird es zu Basis hin ein klein wenig holzig, wenn auch nur ganz sanft. Der Duft bleibt weiterhin kühl, blumig, frisch und strahlend, ist aber deutlich leiser geworden als zu Anfang.

Ich mag beide Düfte sehr gern und trage sie auch mit Vergnügen. Ich möchte beide gern aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere unterschiedlichen Jahreszeiten zuordnen.
Déclaration d´un Soir paßt meiner Meinung nach mit seiner zwar einerseits deutlich daherkommenden, überdeutlichen Würz-Rose aber doch introvertierten Art und dem wärmenden Eindruck eher in die kalte Jahreszeit und L´Homme Ultime mit seiner lauteren, blumig-frischen und kühlenden Art mit Rose im Hintergrund eher in die warme Jahreszeit.
Wenn ich noch nach Tonarten gehen würde, könnte ich den Cartier als Moll bezeichnen und YSL als Dur.

Beide Düfte haben gemeinsam, daß sie Ableger von durchaus erfolgreichen Serien sind, die schon recht lange auf dem Markt sind.
Der Ur-Déclaration ist seit 1998 erhältlich und L´Homme seit 2006. Ich muß dazu anmerken, den Déclaration finde ich ganz schrecklich und L´Homme kenne ich gar nicht.
Ich möchte beide Düfte als eigenständig betrachten und bewerten. Vielleicht hätten beide Häuser den Mut aufbringen sollen, die Düfte unter eigenen Namen zu veröffentlichen.

Mein Fazit ist:

Ich finde beide Düfte hervorragend und tauglich für viele Gelegenheiten. Sie sind beide auffällig, sie haben beide blumige Aspekte, die unterschiedliche Wege gehen, sie haben beide eine gute Haltbarkeit (locker 8 Stunden und drüber) und werden auch von der Umgebung gut wahrgenommen. Beide Düfte haben dadurch auch die Fähigkeit, abends getragen zu werden, weil sie nicht beliebig sind.
Und ich finde durch die gegensätzlichen Eigenschaften könnte man sie als ungleiche Geschwister bezeichnen, die sich aber mit ihren Qualitäten hervorragend ergänzen.
Sicher schwingt bei beiden eine gewisse Synthetik mit, die auch recht plakativ und unverhohlen hervorkommt, doch stört es mich bei beiden Düften gar nicht. Synthetik muß nicht immer schlecht sein.

Mit hat dieser Vergleich großen Spaß gemacht und ich könnte diesen Kommentar auch genauso bei L´Homme Ultime veröffentlichen. Ich habe mich aber entschieden, es hier bei Déclaration d´un Soir zu schreiben.

Ich danke an dieser Stelle Fresh21 für den Denkanstoß und vielleicht ist das für den einen oder anderen ganz hilfreich bei einer Kaufentscheidung. Empfehlen kann ich sie beide.

Auf euer Feedback freue ich mich auch schon.
11 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

82 kurze Meinungen zum Parfum
SalvaSalva vor 3 Jahren
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Hoch gen Himmel
Nehm ich Dich mit
Elterliche Geborgenheit
Innerer Seelenfrieden
Ewige Glückseligkeit
Du schönste Rose
Für immer Dein
22 Antworten
Maren11Maren11 vor 9 Monaten
6
Duft
Mit nem Strauß Rosen in der Hand,
in eher schickerem Gewand,
auf der Holzbank sitzend
und dabei ziemlich schwitzend…*
26 Antworten
SchatzSucherSchatzSucher vor 6 Jahren
9
Flakon
7
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8
Haltbarkeit
9
Duft
Der ist rosig, der ist würzig, der ist kräftig, der ist gewagt, der wird nicht von jedem gemocht.
Liebe auf den ersten Schnüff!
4 Antworten
HeikesoHeikeso vor 2 Jahren
8
Flakon
6
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7
Haltbarkeit
9
Duft
Wow, du bist schön und machst richtig was her. Frische Rose, metallisch angehaucht, für den Herrn. Später kommt leicht gepudertes Holz dazu.
3 Antworten
FabistinktFabistinkt vor 4 Jahren
8
Flakon
8
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Haltbarkeit
9
Duft
Würziges Tannenbäumchen steht im Rosenwasser. Würze wird weniger, Holz wird weniger, Rose bleibt. Mutiger Männerduft, davon bitte mehr!
0 Antworten
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So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

Diskussionen

Themen zum Parfum im Forum
ProfumoProfumo vor 12 Jahren
Herren-Parfum
Mathilde Laurent über "Déclaration d'un Soir"
Danke! Ab " I work as if I were doing a monochrome. " wird es richtig interessant!
DannyboyDannyboy vor 12 Jahren
Herren-Parfum
Neu: Déclaration d'un Soir
Profumo:Gerry:Der hat irgend etwas weiches und butteriges im Hintergrund, das mich nervt.Cashmeran?!Mhh,...
ExhaleExhale vor 12 Jahren
Herren-Parfum
Declaration d'Un Soir Cartier
Ich habe den auch einmal testen können. Hat mir sehr gefallen, aber Oud konnte ich da nicht riechen. Ist bisher auch nicht als Inhaltsstoff gelistet...wie dem auch sei, toll ist er. Meine erster Eindruck...

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