J•H•L 1982 Cologne

J•H•L (Cologne) von Aramis
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8.0 / 10 217 Bewertungen
J•H•L (Cologne) ist ein beliebtes Parfum von Aramis für Herren und erschien im Jahr 1982. Der Duft ist würzig-orientalisch. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird von Estēe Lauder Companies vermarktet.
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Duftrichtung

Würzig
Orientalisch
Holzig
Harzig
Süß

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
OrangeOrange BergamotteBergamotte PimentPiment ZitroneZitrone
Herznote Herznote
GewürznelkeGewürznelke ZimtZimt RoseRose TanneTanne
Basisnote Basisnote
LabdanumLabdanum PatchouliPatchouli SandelholzSandelholz VanilleVanille

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.0217 Bewertungen
Haltbarkeit
8.4173 Bewertungen
Sillage
7.9168 Bewertungen
Flakon
7.1164 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
8.232 Bewertungen
Eingetragen von DonVanVliet, letzte Aktualisierung am 16.04.2024.
Wissenswertes
Der Duft wurde von Estée Lauder für ihren Mann entworfen. Seine Intitalen waren JHL (Joseph H. Lauder).

Rezensionen

20 ausführliche Duftbeschreibungen
10
Preis
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Ponticus

63 Rezensionen
Ponticus
Ponticus
Top Rezension 70  
Zwölf feine Spezerein
Zehn kleine Negerlein (Himmel, darf man dies so heute noch sagen?), ein altes Volkslied, ist entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika. Die erste deutsche Version datiert aus dem Jahre 1885. Neben den von Anfang an enthaltenen heutigen politischen Inkorrektheiten, wurde das Lied besonders durch die eingängige Melodie als Abzählreim bekannt und weit verbreitet. Zum Lesen oder Vorlesen sollte auch die Melodie, der Rhythmus mitschwingen, sonst geht viel Reiz verloren.

In vielen Adaptionen ist das Lied bekannt, politisch, satirisch, vereinsmäßig usw. Ich möchte den Reim hier nutzen, um eines der für mich besten Parfüme in einem Kommentar erneut vorzustellen. Es geht um J•H•L von Aramis und dessen angegebene 12 Duftnoten. Ein fast 40 Jahre alter Duft und vielen wohl bekannt. Für mich ist er eine Ausnahmeerscheinung, zeitlos, sinnlich, markant, von hoher Qualität und Ausdruckskraft.

Die Liedstrophen wurden natürlich größzügig verändert und angepasst. Zusätzlich gibt es Einschübe zur besseren Veranschaulichung des Duftverlaufs. Viel Spaß beim Lesen, ich hoffe es gefällt!
Und bitte – immer schön im Rhythmus bleiben.

Zwölf feine Spezerein

Zwölf feine Spezerein,
die wohnen in nem Haus.
Das Haus das heißt hier J•H•L
und noch ist keiner raus.

Zwölf feine Spezerein,
frisch-herber-würzger Ort.
Der Duft kommt orientalisch drein
und Bergamott ging fort.

Elf feine Spezerein,
die tanzten Ringelrein,
den Früchten ging die Luft bald aus,
da warens nur noch neun.

Neun feine Spezerein,
die hatten deshalb Frust,
die Rose küsst sie alle froh,
warm-würzge Blumenlust.

Der Duft ist herb und krautig-grün,
doch Balsam läßt die Herzen glühn.

Neun feine Spezerein,
die drängten an die Macht,
die Tanne harzt die Rose ein,
da warens nur noch acht.

Acht feine Spezerein,
begannen frei zu lieben.
Die Tanne triebs dabei zu sehr,
da waren’s nur noch sieben.

Sieben feine Spezerein,
die wollten weiter Sex.
Piment war dafür noch zu klein,
da war'n es nur noch sechs.

Sechs feine Spezerein,
die hatten nun viel Platz.
Die Nelke sprach, mein lieber Zimt,
du bist mein größter Schatz.

Die Gewürze duften köstlich weiter,
den Träger machts gelassen heiter.

Sechs feine Spezerein,
die liefen ohne Strümpf.
Zu kalt wars für das Sandelholz,
da warens nur noch fünf.

Zum Ende kommt auch würzger Rauch,
bemerkbar nur als zarter Hauch.

Fünf feine Spezerein,
die rochen herzhaft frei,
es brachen sich noch zwei ein Bein,
da war'n es nur noch drei.

Labdanum brach sich grad das Linke,
der Zimt schaut rechts und sagt, ich hinke.

Drei feine Spezerein,
die fühlten sich allein,
die Nelke sagt, dann geh ich auch,
jetzt sind sie noch zu zwein.

Zwei feine Spezerein,
die fingen an zu weinen,
Vanille hat’s nicht überlebt,
da gab es nur noch einen.

Die letzte feine Spezerei,
die fegt das Haus nun aus.
Patchouli nimmt die Reste mit
und alle sind jetzt raus.

Ich danke nun für Eure Zeit,
für’s Lesen und für Freundlichkeit.
Der Duft ist jetzt für Euch bereit,
zum Testen bei Gelegenheit!
55 Antworten
10
Haltbarkeit
9
Duft
Profumo

284 Rezensionen
Profumo
Profumo
Top Rezension 44  
Das vielleicht beste orientalische Parfum - neben Shalimar!
Dass Estée Lauder höchstpersönlich diesen Duft Anfang der achtziger Jahre für ihren Mann Joseph Harold Lauder (JHL) kreiert haben soll, ist eine nette Legende, mehr aber auch nicht. Zu deutlich ist die Verwandtschaft mit dem hauseigenen ‚Cinnabar’ und zu erkennbar die Handschrift von Bernard Chant. Dieser hatte ja schon mit ‚Devin’ einen maskulinen Counterpart zum eigenen ‚Alliage’ geschaffen, mit ‚Aramis 900’ ein männliches Pendant zu ‚Aromatics Elixir’ und mit ‚Azurée’ eine etwas femininere Variante seines Meisterwerkes ‚Aramis’.

1978 komponierte er ‚Cinnabar’ für Estée Lauder: einen gewaltigen, an orientalischer Opulenz kaum zu überbietenden Duft, der leider immer ein wenig im Schatten des ihm wesensverwandten ‚Opium’ von Yves-Saint Laurent stand. Nun, da man sich allerorten an Opium restlos satt-gerochen, und dieses obendrein nach der letzten Reformulierung schweren Schaden genommen hat, nun steht Cinnabar – und in gewisser Weise auch Coco von Chanel – in voller, unverschatteter und zum Glück bislang unversehrter Schönheit vor uns; und seit kurzem eben auch wieder das nicht minder großartige, wenn nicht sogar bessere, zumindest aber für Frauen wie Männer tragbarere JHL. Lange Zeit war es von den Regalen verschwunden, obwohl immer behauptet wurde, dass es in kleiner Stückzahl auch weiterhin produziert werde, doch ich habe nirgendwo ein Fläschchen davon gesehen. Als in den letzten Jahren dann hin und wieder eines auf Ebay auftauchte, schoss dessen Preis innerhalb kürzester Zeit in derart schwindelerregende Höhe, dass sich ein Weiterbieten aus rationalen Gründen verbot. Schwer begehrt aber nicht habhaft zu sein war ein Schicksal, das JHL lange Zeit mit Düften wie Guerlains ‚Derby’, Jean Patous ‚Patou pour Homme’, Jean Desprez ‚Vesailles pour Homme’ oder Balmains ‚Ebène’ teilte. Zugleich mit der Unmöglichkeit einen dieser Düfte zu erwerben, wuchs auch deren Fama: allen voran wurden ‚Derby’, ‚Patou pour Homme’, aber eben auch ‚JHL’ zuverlässig genannt, wenn in den bekannten Internet-Foren die Frage nach den wirklich großen Herren-Düften gestellt wurde. Dass ausgerechnet diese drei von Parfum-Enthusiasten gefeierten Düfte nicht mehr erhältlich waren, bzw. offenbar nicht genug Erfolg am Markt hatten um sich eine loyale Fangemeinde zu schaffen, die groß genug gewesen wäre die Düfte durch die stürmischen Wogen der aufbrandenden und wieder verebbenden Moden zu retten, dass also gerade diese vermeintlich Besten von der Bildfläche verschwanden, stellt schon ein Kuriosum dar. Anderen mit heute ähnlicher Reputation wie ‚Egoïste’, oder ‚Héritage’, gelang es gerade so sich über die Zeit zu retten - jenen dreien leider nicht.
Doch zum Glück haben sich die Zeiten geändert: der Tsunami der Calone-geschwängerten, ozonisch-aquatischen Wässerchen ist – gottlob! - verebbt, die Ära der gebäckartig süßen Gourmand-Düfte befindet sich in ihrer finalen Phase und ein Blick zurück ist seit einiger Zeit wieder erlaubt, ja geradezu opportun, wie die vielen Retro-Kreationen von Tom Ford und anderen zeigen. Plötzlich sind sie wieder da, zumindest ‚Derby’ und ‚JHL’, und man fragt sich warum sie eigentlich weg waren (wie man sich fragt warum eigentlich Patou pour Homme immer noch nicht wieder da ist - Procter & Gamble: shame on you!!).
Nun, warum waren (und sind) sie weg gewesen?
Schwer zu beantworten. Ich besitze mittlerweile einige Derbys, neue wie alte, habe einen Vintage-Flakon Patou pour Homme erstanden und mir JHL zugelegt – und kann sagen: was diese drei eint, ist ein Höchstmaß an Komplexität, Raffinesse und Kultiviertheit - mehr geht nicht. Womöglich findet sich aber hier die Erklärung, denn vielleicht eint sie nicht nur ein Höchstmaß an den genannten Eigenschaften, sondern schon fast ein Übermaß: ein Zuviel, das arrogant und abweisend wirken kann, da es häufig mit aristokratisch-hochnäsiger Miene einher geht. Wer weiß.

Als jedenfalls vor einiger Zeit JHL als Teil der ‚Aramis Gentleman-Collection’ wieder auf den Markt kam, konnte ich es kaum erwarten den Duft, nach so vielen Jahren, testen zu können. Schließlich durfte ich ihn mir endlich aufsprühen und war augenblicklich derart überwältigt, dass ich etwas gemacht habe, was mir vorher noch nie in den Sinn gekommen ist: ich habe mir, vor lauter Angst es könnte ihn Morgen schon wieder nicht mehr geben, gleich zwei Flaschen gekauft...
Zwar kannte ich ‚Cinnabar’, und viele beschworen dessen Ähnlichkeit mit ‚JHL’, aber was da von meinem Handrücken aufstieg war noch viel besser: ebenso opulent und würzig-orientalisch wie jenes, doch nicht ganz so voluminös und weniger süß, mit einem deutlichen Chypre-Akkord unterlegt und sofort erkennbarer animalischer Facette. Ein tief-dunkles Elixier, das an alten, jahrelang in eichenen Fässern gelagerten Cognac erinnert und augenblicklich den Eindruck vermittelt, hier habe ein Meister seines Faches nur die allerbesten Materialien in eine geniale Komposition gegossen (einen Eindruck den ich beispielsweise bei dem unvergleichlich teureren ‚Amouage Gold’ ebenso empfand, dem ich ohne weiteres ‚JHL’ zur Seite stellen würde).

Dass dies ein Duft in Eau de Cologne Konzentration sein soll erstaunt doch immens, angesichts der Fülle des Aromas, doch wer die anderen von Bernard Chant für das Haus Lauder/Aramis/Clinique komponierten Eau de Colognes wie ‚Aramis 900’ oder ‚Devin’ kennt, der dürfte weniger überrascht sein. Denn ebenso wie ‚JHL’, haben diese ganz enormes Potenzial und erstaunliche Langlebigkeit. Vielleicht aber verbirgt sich hinter dem Begriff ‚Cologne’ auch gar nicht die bei uns in Europa gängige Kategorisierung, sondern die in Amerika übliche Bezeichnung von Düften an sich als ‚Cologne’.
Wie auch immer, JHL ist mit der klassischen Cologne-Definition frisch/zitrisch/holzig ohnehin nicht beizukommen. Der Duft ist fast das komplette Gegenteil: fruchtige Noten mit bitterer Orangenschale und aromatischem Piment kombiniert – so beginnt der ungewöhnlich ‚parfümige’ Auftakt von JHL, dessen Schwere von luftigen Aldehyden gemildert wird. Nelken und jede Menge Zimt bilden gemeinsam mit Rose, Jasmin und Ylang-Ylang das würzig-blumige Herz des Duftes, das auf weichen Ambernoten, harzig-süßem Labdanum, etwas Moschus und Zibet, rauchigem Olibanum, sowie feinen Patchouli-, Vanille- und Benzoin-Noten gebettet ist. Ein sehr reichhaltiges Bouquet, das aber weit von einem orientalischen Duftöl-Potpourri à la ‚Ambre Sultan’ von Serge Lutens entfernt ist. Nein, JHL ist viel raffinierter, viel kunstvoller gewebt: Note für Note harmonisch abgestimmt und perfekt verblendet, dabei dennoch kontrastreich und spannungsgeladen in den Grundakkorden fruchtig-würzig-blumig-animalisch. ‚Ambre Sultan’, um bei diesem Vergleich zu bleiben, wirkt dagegen regelrecht eindimensional und ungeschlacht – ein rauer Geselle ohne Manieren, neben einem feinen und kultivierten Gentleman.

Apropos Gentleman: ‚JHL’ wird in der Regel eher älteren, soignierten Herren zugeordnet, bzw. empfohlen. Ich kann dem nicht ganz zustimmen: wenn ich ihn mir auch nicht gerade an 15jährigen Jungs oder Mädels vorstellen kann, so braucht man doch keinesfalls ein grauhaariger, gepflegter älterer Herr zu sein, um 'JHL' tragen zu können. Aber ein gewisses Maß an Reife und Gesetztheit sollte der oder die Träger/in schon mitbringen um eine derartige Parfum-Oper erfolgreich zur Geltung bringen zu können.

Für mich ist ‚JHL’ eine Klasse für sich: die Quintessenz des orientalischen Parfums, und nur noch vergleichbar mit dem ebenso unglaublichen 'Shalimar'.
8 Antworten
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Preis
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Flakon
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Sillage
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Haltbarkeit
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Duft
Axiomatic

99 Rezensionen
Axiomatic
Axiomatic
Top Rezension 42  
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Sollen wir es wiederholen?
Genau diese Stimmung von damals?
Können wir es denn überhaupt?
Warum lassen wir uns von gedanklichen Barrieren hindern?

In jenem Jahrzehnt war es ihnen gegönnt.
Zu wenig Zeit für eine zu große Gefühlsexplosion.
Und sie haben es dennoch ausleben können.
Nun sie sind nicht mehr da.
Ihr Leid und ihre Leidenschaft haben uns berührt und uns die Möglichkeiten eröffnet.

Komm, das Tageslicht ist günstig, die Wärme mild.
Lass die Jalousien runter und dreh den Winkel der Lamellen so, dass die Lichtstrahlen eine Diagonale bilden.
Das Bett wird abwechselnd in Licht und Schatten geteilt, welch schönes Muster.

Der Stoff der Laken so edel wie damals, sandfarben zimt-warm.
Alles so elegant im Zimmer der süßlichen Harzwänden.
Die Wassily Sessel von Marcel Breuer mit diesem schönen schwarzen Leder bezogen, streng aber weich zugleich, mit Labdanum gegerbt.
Der karge Tisch von Thonet, dessen harte Holzplatte nach sanften Kiefern duftet.

Sechs Jahrzehnte mussten vergehen, um diese Idee aus dem Dessauer Bauhaus mit dem Komfort ihrer kurzen Zeitspanne zu versöhnen, ihre Ästhetik zu prägen.
Sie übernahmen die Idee, färbten sie wärmer, erotischer, spielerischer.
So wie die flauschigen, vanillefarbenen Teppiche an ambriertem Benzoe.

Kannst Du es spüren?
Ihre Unsicherheit, diese Angst vor der Nähe?
Und diese unüberwindbare Anziehung?
Alles sagen zu wollen und dabei zu schweigen?
Und die laute Stille, die ihre Herzen rasen ließ?

Hier steht sie, ihre Liebeserklärung in der Flasche.
Sie wußten von Hören und Sagen über Estée und Joseph Harold. Ein anderes Leben als ihres, aber das störte sie nicht.
Und Bernard, der Lyriker. Er hatte die Idee seines Cinnabar (1978) Eau de Parfum und eines Opium (1977) Eau de Toilette verstanden und mit Gefühl für sie gekleidet.
So konnten sie sich auch für einen Augenblick verwirklichen, welcher bis heute keine Begrenzung kennt.
Es würde ihr Duft werden.
Ich werde es Dir zeigen.

Sachte, ein wenig hier, ein wenig dort.

Das leise Zischen.

Und nun schaue mir genau in die verschlossenen Augen, denn Du wirst mehr sehen, sie werden offener für Dich sein. als Du Dir je erhoffen konntest.

Ich kann das Beben unserer Haut an kurzen Aldehyden fühlen, ohne uns zu berühren.
Als stünden wir vor einem prächtigen Baum und würden zur Krone hochkatapultiert werden.

Und sanft landen wir dann auf dem orientalischen Fundament. Eine warme Animalik wird uns umschmeicheln.

Es werden die Blüten sein.
Ein sanfter Jasmin des Abends zündet eine warme Ylang-Lampe an, ihr heimeliges Licht wird diese besondere Rose erwecken nach dem träumerischen Schlaf des Fauns.

Ihre Rose.

Wie aus feinstem Sandelholz gehobelt.
Filigran ihre Blütenblätter, welche die erotischen Konturen des Geschehens hinter einem asiatischen Paravent nur für den offenen und bereiten Betrachter preisgeben und ihn einladen, ein Teil davon zu werden.

Das Verschmelzen weht ihnen den sanften Rauch des Harzes über ihre verschlungenen Körper.
Dieser magische Hauch der Geborgenheit wärmt ihre Seelen.

Sie werden die Gewürze genießen, diese Aromen voller Leben und Freude.
Während das Kiefernholz des mit ruhigen Zimtstangen gedeckten Tisches wachend sie vor Verletzungen schützt, begleitet die erhellte Gewürznelke rhythmisch ihre Musik.
Denn da, wo die Passage enden sollte, macht diese unauflösbare Suite weiter.
So warm die Streicher.

Das Lichtmuster der Lamellen auf ihren Körpern erzählt ihnen von einem größeren Ganzen.
Diese dunklen Patchouli Streifen der sich arithmetisch wiederholenden Schatten unterbrechen ihre lichten Konturen.
Da, wo eben noch Körper war, scheinbare Leere, die aber niemals leer ist. Eine mysteriöse Unschärfe.

Die Animalik zieht sich zurück, gönnt ihnen die Beruhigung der Herzen.
Ein erneutes aneinander Reiben ihrer Torsi, das gegenseitige Anhauchen und Einatmen, ihre harmonische Wellenlänge, all das kann nun inmitten eines Bernsteins eingefangen werden.
Die Wildnis findet ihren Ruheplatz nach anfänglicher Euphorie in der japanischen Kalligraphie an der Wand wieder und verschließt ihre wissenden Augen.

Die Pinselstriche des Kanjis könnten nicht gefühlsvoller das Wort Liebe unterstreichen.

Der obere Teil, der Zurückblickende.
In der Mitte das Herz.
Unten dann die weiterziehenden Beine.

Eigentlich wird er am Verlassen des Ortes gehindert, da er nicht den kostbaren Menschen zurücklassen kann.
Daher sein Zurückblicken voller Sehnsucht.

Und das nennt man Liebe.

Lassen wir sie nun friedlich eng umschlungen ruhen.

Denn ihr Duft ist voller Liebe.

40 Antworten
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Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Till

11 Rezensionen
Till
Till
Top Rezension 29  
mein Duft...
J.H.L

ich wage kaum, mich an meinen Lieblingsduft und Lebensbegleiter seit vielen vielen Jahren, heran.
Du begleitest mich mindestens seit 1983 und hast mich, jawoll!, noch nie im Stich gelassen, überraschst mich immer wieder aufs Neue, wie schaffst du es bloß mal einfach kräftig würzig, manchmal sinnlich betörend und ein anderes mal männlich verführerisch zu sein?
Was schreibt man, wenn man weiß, Du bist einzigartig für einen, und wo doch hier alle Dich seziert wissen wollen in Deine Bestandteile zerlegt, Sillage, alle einzelne Gerüche, Kopf-, Herz,- Basisnote...
Du gibst mir alle Düfte die ich liebe im Laufe deines Tragens preis.
Kein Detail sticht hervor, doch jedes ist präsent wie perfekt gewürztes Essen, nichts sticht hervor, jedes ist erahnbar, doch fehlte ein Detail, es wäre nicht mehr perfekt.

Was kümmerts mich, Du reißt mich vom ersten Duftstoß mit, frisch in den Tag, später wirst du sanfter und zum Schluss bleibst du noch für Stunden, duschen zwischendrin?, kein Problem. Ich verfalle all deinen Facetten, du bleibst mir treu.

Du bist mein Duft,
Deine Schwestern "Cinnabar" und "YouthDew", du bist eine Mischung aus beiden.
"Cinnabar" riecht am Flakon (am Duftstreifen, die mag ich nicht so, weil sofort der feuchte Papiergeruch den Dufteindruck verfälscht), wie Du auf meiner Haut, doch auf meiner folgt bei "Cinnabar"eine schwere Süße, die Du nicht hast.
Du behältst Dir das rauchig würzig interessante kräftige.
Sollten hier jetzt die meisten Leser aussteigen, sorry, Du nimmst mich gefangen und dann bin ich weg.
Zur Erläuterung, ich spreche hier vom alten Duft, er ist am Anfang klarer, kräftiger, erst später nähern sich die seit einigen Jahren wieder in Deutschland erhältliche Version und die ursprüngliche bis ca. Mitte der 90er Jahre erhältliche Version dufttechnisch an. Um mal sachlich zu bleiben.

Manchmal, zu etwas jüngeren und wilderen Zeiten, trug ich einen uralten Ledermantel, ihr habt euch Dufttechnisch perfekt ergänzt.

Jetzt viele Jahre später, Du paßt genauso zum feinen Zwirn, zum Theaterabend, ins Büro und in der Freizeit sowieso, dezent, man spürt dich, Du erfüllst den Raum doch du bist nie aufdringlich, man/Frau schaut auf, wer kommt da? du passt zu mir, meine Haut und du, ihr werdet eins.
Mit dir geh ich durch dick und dünn.

Ja, so manche schöne Erinnerung, der Abend lang, was mag der Abend noch für Überraschungen bergen, Dein Duft wird immer stärker wie das Verlangen...die Nacht fängt an und Dein Duft verläßt mich nicht,
Pardon, etwas Geheimnisvolles, behalte ich mir, wie auch Du
Die Frau im Arm, wir beide eingehüllt von Deinem Duft.

An einer Frau, schwarze Haare, südländisches Feuer,
genau wie Du, so kam sie rüber,
da hast Du mich besonders betört,
doch die Frau wollte nur Dich, nicht mich,
so gab ich ihr zum Abschied einen Flakon...

J.H.L dein Duft bleibt
und ich dir treu

Verzeiht, wenn ich jetzt so abgetriftet bin, ich liebe diesen Duft!
10 Antworten
7
Flakon
8
Sillage
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Haltbarkeit
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Duft
Minigolf

2202 Rezensionen
Minigolf
Minigolf
Top Rezension 28  
Bernard's Erbe...oder, Chant ist nicht vergessen
Es gibt nut wenige Parfumeure, deren Kompositionen ich so verehre, wie Bernard Chant.
Er war neben zwei, drei weiteren ein "Meilenstein" in der modernen Duftgeschichte. Seine Kreationen sind präsent, gehaltvoll, einzigartig und tragen eine deutlich erkennbare "Handschrift".
Und J.H.L. ist eine von ihnen. Hier spielen Gewürze eine ganz grosse Rolle, die unglaublich geschickt mit Harzen und Blüten kombiniert wurden, um einen Duft mit sehr geheimnisvoller Aura zu schaffen. Fast androgyn, doch sehr kraftvoll scheint der überlebensgrosse "Geist" eines olfaktorischen Genies noch immer vorhanden zu sein.
Und wohl nur aus Ehrfurcht vor seinem Erschaffer scheint "J.H.L." noch kein Opfer der Duft-Reformulierungs-Wut geworden zu sein.
Hier scheint noch alles am richtigen Platz zu sein.
Schon der warmwürzige Einstieg des Duftes stellt ein Parfum für kühle Jahreszeiten in Aussicht. Dunkelorange glimmend.
Was im weiteren Verlauf erstmal als etwas schroff erscheint (vor allem Gewürznelke),
wird recht schnell eingesponnen von grünen Harzen der Tanne, dem blumig-würzigen Aroma einer Wildrose und der fast glutvollen Puderigkeit von Zimt.
Und J.H.L. ist kein Leisetreter. Dennoch ist es zu keiner Zeit aufdringlich oder penetrant.
Ganz einfach aus dem Grund, dass der Duft nicht "statisch" ist, keinen "linearen" Verlauf hat.
Vielmehr ist es so, als würde es mit seinen Ingredienzien spielen und immer neue Spielarten seiner selbst hervor bringen, ohne wirklich "anders" zu duften.
Kleine Nuancen im Hervortreten oder Zurückweichen von Duftstoffen machen es ür die Nase immer interessant.
Man möchte ihnen folgen.
Dann ist bald der "Unterbau" des Duftes ( Patchouli,, Sandelholz, "Balsame" ) zu erahnen, ohne die anderen "Wandelsterne" des Parfums zu verdrängen.
Er fügt sich ein , ohne "angepasst" zu sein. Führt ein Eigenleben ohne Verdrängen.
Unterstützt den gesamten Duft und ergänzt die Komposition.
Ehe man sich versieht, steckt man als Träger/in mitten im Geschehen drin und kann sich nicht mehr entwinden. Möchte mehr erfahren, der Duftspur folgen ohne einen Endpunkt zu erreichen.
Bei jedem aufsprühen immer wieder neu, immer ein klitzekleines bisschen anders, je nach Witterung oder Stimmung.
Bernard Chant LEBT weiter in diesem Duft.
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