Black Jade 2011

Black Jade von Lubin
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7.7 / 10 223 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Lubin für Damen, erschienen im Jahr 2011. Der Duft ist blumig-würzig. Es wird noch produziert.
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Duftrichtung

Blumig
Würzig
Holzig
Orientalisch
Süß

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
GalbanumGalbanum KardamomKardamom BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
Damaszener-RoseDamaszener-Rose ZimtZimt JasminJasmin WeihrauchWeihrauch
Basisnote Basisnote
PatchouliPatchouli SandelholzSandelholz TonkabohneTonkabohne VanilleVanille

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.7223 Bewertungen
Haltbarkeit
7.5172 Bewertungen
Sillage
6.5174 Bewertungen
Flakon
7.9171 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
6.727 Bewertungen
Eingetragen von Inala, letzte Aktualisierung am 29.02.2024.

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Rezensionen

7 ausführliche Duftbeschreibungen
7.5
Flakon
5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
9
Duft
Chanelle

748 Rezensionen
Chanelle
Chanelle
Top Rezension 40  
Da lacht der Tenno...und die Konkubinen freuen sich
Das ist ein Duft!!! Nach den Gourmands und Luschen-Sommerwässerchen, die ich in den letzten Wochen ertragen musste, und von denen keiner langfristig meine Schwelle übertreten wird, fand ich nun endlich wieder einen Wummser, der mich umhaut.
Black Jade ist ab sofort mein Lieblings-Lubin und steigt raketenartig in meine Duft-Top-Ten ein, wie ein DSDS-Gewinner in die viva-Charts.
Das Entree des Duftes ist schon ein eyeopener, oder besser noseopener, sondergleichen: Würzig-kühl-balsamisch-grün. I'm loving it.
Die Herznote wird dann klassischer, orientalisch, aber nouveau-oriental: Süsse Blumen mit viiiel Gewürz, ein bisschen Holz, ein bisschen Patchouli...soooo schön, soooo weiblich, soooo sinnlich.
Die Sillage und Haltbarkeit sind recht gut und die Basisnote edel, oldschool. Amber, Weihrauch, himmlisch - oder besser überirdisch...
Probieren und selbst verlieben, liebe Leser!
15 Antworten
7.5
Flakon
7.5
Haltbarkeit
9
Duft
Esclarmonde

37 Rezensionen
Esclarmonde
Esclarmonde
Top Rezension 30  
Sentir comme la reine - duften wie die Königin
Vorspiel
Die Welt hält lustige Zufälle für uns alle bereit: als ich vor Kurzem ein Päckchen von einem lieben Parfumo-Mitglied erhielt (ich weiss nicht, ob die Person genannt werden will), befand sich darin eine Überraschung, die so nicht geplant war. Besagte Person packte aus Versehen eine Abfüllung in den Umschlag, die dort eigentlich nicht landen sollte. Ich hoffe, die hat den Verlust vielleicht schon durch einen größeren Flakon ersetzt?
Ich jedenfalls (nichtsahnend) wurde neugierig ob dem unbekannten Neuzugang, ich recherchierte – und erlebte eine Überraschung…

Geschichtsstunde mit Tante Esclarmonde:

1. Grasse
Wir beginnen unsere Geschichte mit einem kleinen Jungen namens Pierre-Francois Lubin, der im Alter von zehn Jahren um 1784 eine Stelle als Lehrling im traditionsreichen Haus des Parfumeurs Tombarelli in Grasse antrat. Die Familie Tombarelli unterhielt schon seit 1580 eine Apotheke und Parfümerie in jenem weltbekannten Ort und gilt als Mitbegründer der Parfumindustrie dort.

2. Paris
Wenige Jahre später, um 1792, beschloss der ehrgeizige junge Lubin, nach Paris zu gehen und er verschrieb sich dem Bestreben, in die Gilde der Parfumeure aufgenommen zu werden. Sein neuer Meister war nicht weniger berühmt als Tombarelli: es handelte sich um Jean-Louis Fargeon, einen der persönlichen Parfumeure der königlichen Familie. Von nun an verfolgte der junge Lubin mit größter Aufmerksamkeit alle Handlungen seines Meisters. Es war eine glückliche Zeit für sein Handwerk: seit dem Sonnenkönig Ludwig XIV. fand man zunehmend Gefallen an allerlei Toilettenwässerchen, Parfums und anderen Schönheits- und Pflegeutensilien bei Hofe. Sie waren fester Bestandteil der höfischen Galanterie geworden. Bei Hofe konkurrierte Jean-Louis Fargeon durchaus mit anderen namhaften Parfumeuren: darunter befand sich auch ein junger Mann mit Namen Jean-Francois Houbigant, der uns heute noch ein Begriff ist.

3. Ein geheimer Garten
Die Königin Marie-Antoinette unterhielt im weitläufigen Park um Versailles ein Nebenschlösschen (der Grand Trianon), in dessen Nähe sie sich ein kleines fingiertes Bauerndörfchen bauen ließ. Manche haben ihr deshalb nachgesagt, sie sei verrückt gewesen, weil sie sich dort in eine dekadente Bauernidylle hineinträumte, während ihr Volk verhungerte. Man sollte jedoch bedenken, dass es sich bei dem Dorf um eine Anlage handelte, in der sie – im philosophischen Geist der Zeit – „zurück zur Natur“ und zum einfachen Leben, fernab der Hofetikette finden wollte. Damit hat die Dekadenz zumindest eine anspruchsvolle Grundlage.

4. Der Wunsch der Königin
Lange Zeit war das französische Königspaar ohne Kinder geblieben, 1778 wurde eine Tochter geboren. Als die Königin Marie-Antoinette im Oktober 1781 endlich einem kleinen Thronfolger das Leben schenkte, überhäufte sie der König mit Geschenken, darunter auch eigens für sie angefertigte Parfumkreationen.
Königin Marie-Antoinette schätzte die Kreationen von Monsieur Fargeon, und eines Tages im Jahr 1782 rief sie ihn zu sich, und zwar in ihr verklärtes Dörfchen im Park. Er bewunderte die duftende blühende Pracht, die die Königin in ihrem kleinen Reich unterhielt. Dort trug sie ihm ihren Wunsch vor, diesen zauberhaften, ja fast geheimen Ort ihres Glücks in einem Parfum einzufangen. Sie nannte Fargeon Rosen und Veilchen als ihre Lieblingsblumen. In der Nähe gab es auch eine Orangerie, so dass der Duft der Orangenblüten nicht fehlen durfte. Noch heute zeugen überdies Stickereien und Webmuster in den Originalbezugsstoffen und Vorhängen und im Wanddekor des Grand Trianon von Marie-Antoinettes Liebe zu exklusiven exotischen Früchten, Gewürzen und Hölzern, von denen Bergamotte, Galbanharz, Patchouli, Kardamom, Tonkabohne, Zimt und Weihrauch sowie Zedernöl und Sandelholz ihren Eingang in die Komposition fanden. Hinzu kamen der einheimische Lavendel, die Iris und die drei Weißen der Nacht: Jasmin, Lilie und Tuberose. Auch Moschus und Amber sollten nicht fehlen. Mit diesem intimen Auftrag ging Fargeon ans Werk, stets begleitet von den wissbegierigen Blicken seines Lehrlings Lubin. Das Ergebnis, das Fargeon Marie-Antoinette präsentierte, traf ins Schwarze: Das „Parfum du Trianon“ war geboren. Von nun an bis zu ihren letzten Tagen in Gefangenschaft trug die Königin stets einen kleinen Flakon aus schwarzer Jade, die den kostbaren Inhalt vor Licht schützen sollte, bei sich.

5. Bis zum bitteren Ende
Wie es nur wenige Jahre später für die königliche Familie weitergehen sollte, ist bekannt. Eine Anekdote erzählt, dass man die Königin auf der versuchten Flucht aus Frankreich im Sommer 1792 an ihrem Parfum erkannt haben soll… Tatsächlich jedoch blieb Jean-Louis Fargeon seiner Königin bis zum Ende treu: noch in Gefangenschaft in der Conciergerie belieferte er sie mit Toilettenartikeln – zwischen die er immer wieder auch ein Fläschchen Parfum du Trianon schmuggelte, das es der Königin ermöglichen sollte, in unbeschwerte, glückliche Tage ihres Lebens zurückzureisen. Vor ihrer Hinrichtung im Oktober 1793 steckte sie den letzten Flakon des Parfums ihrer engen Vertrauten, der Duchesse de Tourzel zu, und bis heute befindet sich dieser im Besitz der Nachkommen der Duchesse.
Nach der Enthauptung der Königin musste sich auch bald der loyale Jean-Louis Fargeon vor dem Revolutionstribunal verantworten. Zu seiner alten Form fand Fargeon nicht wieder zurück. Er verstarb im Jahr 1806 in Paris.

6. Das Parfum lebt weiter
Nicht zu vergessen jedoch sein aufmerksamer Schüler: 1798 hatte Pierre-Francois Lubin in der Pariser Rue Sainte Anne ein eigenes Geschäft eröffnet. Unter seinen kunstfertig hergestellten Erzeugnissen befand sich auch ein Parfum, das er „Jardin secret“ nannte: es war das Parfum der Königin, das er einst aus dem Unterlagen seines Meisters kopiert hatte! Bis in die 1930er Jahre verkaufte das Haus Lubin diesen Duft. Vor kurzer Zeit sind Pierre-Francois` Aufzeichnungen wieder gefunden worden, und das Geheimnis um den Garten der Königin wurde gelüftet. Seit Sommer 2011 ist es nun wieder erhältlich: das Parfum der Königin.

Wer die Geschichte von Jean-Louis Fargeon und der Entstehung des Parfum du Trianon selbst lesen möchte: Elisabeth de Feydeau, Jean-Louis Fargeon, parfumeur de Marie-Antoinette, Versailles 2004 (leider bisher nicht ins Deutsche übersetzt).

P.S.: Und für alle, die noch interessiert, wie ich Marie-Antoinettes Duft finde: 90% und: Zunächst nehme ich vor allem die Orangenblüte wahr. Zwischen Rose und Orangenblüte wurde gut ausbalanciert. Nach einiger Zeit erkenne ich viel Patchouli, die Gewürze, Hölzer und Harze. Diese bilden in ebenfalls perfekter Balance einen prächtig-aromatischen Hintergrund. Jasmin und v.a. Tuberose bringen eine gewisse Schwere ein. Der Duft strahlt eine große, warme, festliche und prachtvolle Aura aus. Das Veilchen konnte ich bisher nicht finden...
Vielleicht ist Black Jade nicht für jeden Tag geeignet, weil wirklich opulent (aber das ist natürlich Geschmackssache), auf jeden Fall ist dieser Duft wirklich etwas ganz besonderes.

Viel Spaß Ihr Lieben – Geschichte rockt!
8 Antworten
8
Duft
Hirondelle

26 Rezensionen
Hirondelle
Hirondelle
Top Rezension 22  
Apothekerschränkchen
Eigentlich wollte ich mal wieder an Galaad schnuppern gehen, da mein Mann diesen Duft gestern frisch geduscht auflegte und er mich nach langer Zeit wieder umgeworfen hat... Im wunderbarsten Geschäft in der Schweiz "Rouge Coromandel" (den Namen muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen..) kam dann auch dieser Duft in meine Nase...

Was soll ich sagen..Dieser Duft passt für meine Nase in keine Schublade... da braucht man eher ein Apothekerschränkchen mit sehr vielen Schublädchen.. nach Abklingen der Kopfnoten tänzelt er zwischen verschiedenen Charakteren hin und her, wie der Sommer der sich momentan ebenfalls nich nicht so ganz entscheiden kann, ob er sich nun endlich länger an unserer Seite aufhalten wird... Neigt sich mal zum kuschligen, vanilligen hin, mal zum frischen, mal zum beinahe orientalischem, auf der einen Seite lässt sich dieser Duft schwer einfangen, andererseits ist er immerzu präsent. Er gibt mir in jeder Sekunde genau das, was ich brauche, hat dabei eine unterschwellige Konstanz, die wohltuend wirkt. Dieses Gefühl Habe ich sonst nur bei Lyric von Amouage... Da dieser für den Sommer jedoch auch sparsam aufgetragen eine Spur zu orientalisch sein kann, ist dieser andere Rosenduft eine wunderbare Alternative für die wärmere Zeit, ohne vollkommen auf das Orientalische verzichten zu müssen. Ein spannender Duft!
0 Antworten
7.5
Flakon
7.5
Sillage
10
Haltbarkeit
8
Duft
Lietschie

4 Rezensionen
Lietschie
Lietschie
Top Rezension 15  
sehr feine dunkle Rose
Black Jade machte direkt nach dem Auftragen auf mich den Eindruck: Moment, den Duft kennst Du doch! Und es schossen mir die folgenden Dufterinnerungen und Vergleiche mit anderen Parfums durch den Kopf:

Ich finde Black Jade am Anfang dem YSL Elle verblüffend ähnlich. Es kommt dann eine ganz feine Rose zum Vorschein, die in Patchouli gehüllt ist. Im Verlauf erinnerte mich BJ an eine erwachsene Version von Lady Vengeance -ohne den Chypre-Akkord und ohne Vanille.

Ich würde es irgendwo zwischen YSL Elle und der sehr patchouligen Extrème-Version von Lady Vengeance einordnen, wobei es sich bei Black Jade um ein ganz delikates Duftarrangement handelt, dass sich nicht wie die beiden anderen in den Vordergrund drängt.
Obwohl Black Jade ein dunkler Duft ist, ist er sehr gut tragbar, da er so zart ist. Die Haltbarkeit ist bei mir sehr gut.

BJ ist ein erwachsener Duft, jedoch keinesfalls altbacken. Jeder soll natürlich die Düfte tragen, die er mag, doch spontan würde ich Black Jade für Frauen ab Ende zwanzig aufwärts empfehlen. Im Grunde für Mädels/ Frauen, die ihr Gothic-Kleid aus Teenie-Jahren entsorgt haben und nun mit beiden Beinen im Leben stehen.

Rosenhasser sollten BJ auch ruhig eine Chance geben, da die Rose zwar erkennbar ist, aber nicht in die Nase springt.
Wem Dark Rose von Czech & Speak zu rosig-dark, wem Lady Vengeance zu fashion-victim ist, wem Secrets de Rose von Rosine oder Black Tie v W. T. zu würzig ist, könnte hier ein Schätzchen finden.

Leider kann ich über den Duftverlauf und über die Wirkung einzelner Noten keine genaueren Angaben machen, da ich insgesamt sechs Düfte auf den Unterarmen verteilt und mich damit ein wenig überfordert hatte.
3 Antworten
10
Flakon
5
Sillage
10
Haltbarkeit
7
Duft
Undine

30 Rezensionen
Undine
Undine
Top Rezension 0  
Jenseits der Marketingmärchen: Dunkler Rosensamt für Republikaner
Gewürz mag ich. Grün sowieso. Doch hier zucke ich: Quietschgrün-grasig-würzig-pikant mit leicht säuerlichem Unterton geht es los; die Bergamotte, sonst ja nicht schüchtern, wirkt im Vergleich zur "Hallo-hier-komm'-ich"-Geste des satt dosierten Kardamoms wie ein Mauerblümchen. Ähmm - sollte das nicht was Rosiges werden?! Gemach, gemach, das knallige Grün verzieht sich rasch. Blüten tauchen auf. Im Hintergrund, vage, eine Ahnung von Rose. Aber erstmal drängt sich anderes vor, hell, noch immer leicht mit Säure unterlegt – Jasmin? Möglich. Eindeutig herausriechen kann ich ihn aber nicht; die Aromen sind fein verwoben, vom Anfang bis zum Schluss.

Nach 20 Minuten ist die Rose dann aufgeblüht, groß, dunkel, schwarzroter Samt. Ihr Duft hält, was die Farbe verspricht. Er hat nicht die kompakte, betäubende Süße der (rosa blühenden) Damaszenerrose, die laut Duftpyramide im Flakon steckt. Es ist "Rose-rouge"-Duft (den Begriff hat die Rosenkennerin Alma de l'Aigle geprägt) vom Feinsten, Intensität plus Würze, dabei "verströmend", leicht beweglich, und ein Honighauch spielt mit. Der rosige Farbwandel ist ein Parfümeurskunststück, bewirkt von dezenten Gewürznoten, einer Prise Weihrauch und der anhaltenden Spur von Säure. Nach Stunden hat die Rose unmerklich das Feld geräumt. Immer tiefer und runder ist der Duft derweil geworden, mit warmen, weichen, balsamischen Noten und einem Hauch von Pudrigkeit klingt er langsam aus.

Kräftig dosiert, passt der aparte, eigenwillige, vorzüglich ausbalancierte Duft bestimmt auch zum besonderen (Abend-)Anlass (nicht ausprobiert). Sparsam verwendet, hält er ausgezeichnet und ist gut wahrnehmbar, bleibt dabei jedoch transparent und zart. Und hat keine der Schwächen, die mir Rosendüfte sonst oft verleiden: Er ist kein bisschen seifig, und er ist völlig unsüß, so angenehm knochentrocken wie ein guter, reifer Rotwein. Er steht Jüngeren wie Älteren, taugt für den Alltag und ist trotz seiner traditionell "fülligen" Machart eine schlanke, moderne Erscheinung.

Genau da fängt mein Unbehagen an. Nicht am Duft, oh nein. Sondern an dessen unsäglichem Marketing. Es präsentiert uns diesen Duft als Lieblingsparfum der Königin Marie Antoinette, original aus dem 18. Jahrhundert überliefert. Wer, bitte, soll sowas glauben? Und wer braucht sowas?!? "Duften wie die Königin" – mir Republikanerin stellen sich da die Nackenhaare auf. Erst recht, wenn ich mir vorzustellen versuche, wie die Haute Volée des 18. Jahrhunderts wohl gerochen hat: Puder und Parfum statt Wasser und Seife, Düfte jener Epoche mussten gegen den Mief ungewaschener Leiber anstinken – für heutige Nasen unerträglich. Käuferverdummung. Vermutlich konzipiert für den US-Markt, wo Aristokratisches und "Historisches" prima zieht, Wissen über good ol' Europe aber rar ist. Und um den heimischen Markt wieder zu versöhnen, der den politisch unkorrekten Verweis auf die Vor-Marseillaise-Ära übelnehmen könnte, hat man den Duft mit großem Getöse exakt am Quatorze Juillet herausgebracht. Zum Tag des Bastillesturms, der Marie Antoinettes Herrschaft und Herrlichkeit beendete – für eine Huldigung an diese Königin, die das Parfum ja wohl doch irgendwie sein soll, nicht eben geschmackvoll. Grrrrrr…

Warum ich trotzdem Lust bekam, "Black Jade" zu testen? Irgendwo im WWW las ich, dass Madame la Reine nach Zeitzeugenberichten täglich zu baden pflegte; dann brauchte sie, falls das royale Marketingmärchen wider Erwarten stimmen sollte, also keine zeittypischen Stinkerparfums ;-)).

Quatsch ;-): Neugierig wurde ich durch viele sehr positive Anmerkungen zum Duft. Die kann ich bestätigen. Und werde mir "Black Jade" vielleicht zulegen. Dass ich "nur" mit 80 Prozent bewerte, hat nichts zu tun mit dem Marketingbrimborium, sondern einzig mit dem too much-Auftakt; weniger Kardamom wäre da mehr.

P.S. Auf der Lubin-Website findet man eine sortierte Duftpyramide, die mir recht schlüssig vorkommt:
Kopfnote: Galbanum, Bergamotte, Kardamom
Herznote: Jasmin, Damaszenerrose, Weihrauch, Zimt
Basisnote: Sandelholz, Patchouli, Vanille, Tonkabohne
______

Update 11. März 2012: Nach ausgiebigen Ganztagstests hat sich "Black Jade" nun doch als Nicht-Kaufkandidat erwiesen - die schon angesprochene grün-säuerliche Unternote mag ich nicht täglich in der Nase haben. Gerade diese Note ist aber sehr ausdauernd, heftet sich zudem intensiv an Kleidung... Deshalb auch eine Korrektur bei der Bewertung, auf 70 Prozent.
3 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

34 kurze Meinungen zum Parfum
LicoriceLicorice vor 2 Jahren
7.5
Duft
Zunächst grünwürziger,
dann zimtbalsamischer
+ Florchouli +
dichtsamtig & warmschwer,
modern, etwas diffus verblendet.
23 Antworten
Helena1411Helena1411 vor 2 Jahren
10
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8.5
Duft
KN: Bergamotte-Check; süßlich.Harz-..
HN: Zimt-Check; Weihrauch-Check; Patchouli-(Früh)Check; süßlich.Harz-..
B:Vanille-Check; Tonka-Check
40 Antworten
AzuraAzura vor 2 Jahren
9
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Rosenjaquard aus würzweichem Gewebe.
Galbanugrüner Grund, komplexe Muster aus rotbraun-warmen und krautigkühlen Blüten und Cremeholzdornen.
10 Antworten
SeejungfrauSeejungfrau vor 5 Jahren
10
Flakon
5
Sillage
7
Duft
Grün gepudert/saftrosig
elegant/weich/würzig - ohne knistern/rascheln
Mehr Penatenluder als Lemurian

Nettschön[wirklich]oder so :-D
8 Antworten
ClarasTanteClarasTante vor 7 Jahren
6
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Was passiert ist?! Jemand hat die offene Vengeance Extrême-Probe in die Kräuterteemischung fallen lassen! Macht nix, riecht gut so!
2 Antworten
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