Bois Noir 2012

Bois Noir von Robert Piguet
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7.9 / 10 264 Bewertungen
Bois Noir ist ein beliebtes Parfum von Robert Piguet für Damen und Herren und erschien im Jahr 2012. Der Duft ist holzig-harzig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird von Fashion Fragrances & Cosmetics vermarktet. Der Name bedeutet „schwarzes Holz, schwarzer Wald”.
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Duftrichtung

Holzig
Harzig
Würzig
Rauchig
Erdig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
GuajakholzGuajakholz ZedernholzZedernholz
Herznote Herznote
PatchouliPatchouli SandelholzSandelholz
Basisnote Basisnote
BalsamBalsam Labdanum AbsolueLabdanum Absolue

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.9264 Bewertungen
Haltbarkeit
8.2219 Bewertungen
Sillage
7.2221 Bewertungen
Flakon
7.3196 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.343 Bewertungen
Eingetragen von Profumo, letzte Aktualisierung am 04.03.2024.

Rezensionen

12 ausführliche Duftbeschreibungen
7.5
Flakon
7.5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
8
Duft
Meggi

1019 Rezensionen
Meggi
Meggi
Top Rezension 37  
Neuanfang
Vorsichtig griff er vom schmalen Hinterhof aus durch das zerbrochene Fenster und löste den Riegel auf der Innenseite der Tür. Sie quietschte nur leise, als er sie langsam öffnete. Die Holzbohlen des Fußbodens knarzten beim Durchqueren des winzigen Kabuffs, das als Lager gedient hatte. Als er den kleinen, vom Mondlicht schwach erleuchteten Barraum erreichte, sah er, dass eine der Kerzen halb heruntergebrannt noch im Halter steckte. Weniger aus Notwendigkeit denn aus Nostalgie entzündete er sie. Nach dem Lichtschalter brauchte er jedenfalls nicht zu greifen. Der Strom war rasch abgestellt worden, als er seine Rechnungen nicht mehr hatte bezahlen können. Nun stand das Lokal seit fast einem Jahr leer. Kein Wunder, wer außer ihm hätte in dieser lärmigen Zeit kollektiven Social-Media-Brechdurchfalls eine Seitenstraßen-Kaschemme ganz im Stil des film noir aus den 40er-Jahren betreiben mögen. Ein Laden für Leute, die gerne allein waren, aber dazu Gesellschaft benötigten.

Er verwarf den Gedanken, nach einer womöglich verbliebenen Flasche zu schauen, sondern setzte sich einfach an den Tisch in der Ecke gleich neben dem Tresen. Dort hatte er damals stundenlang gesessen, wenn - wie so oft - nichts los gewesen war. Er hatte die Warnung stets beherzigt, dass ein Wirt am Ende sei, wenn er selbst sein bester Gast würde. Trotzdem hatte er sich in diesen Stunden immer ein bisschen wie Humphrey Bogart als Rick Blaine gefühlt, wie der in „Casablanca“ einsam dasaß und sich volllaufen ließ. Wenn er diese Szene vor Augen hatte, hatte er jedes Mal gedacht, wie gut „Duro“ ebenso zu Bogey gepasst hätte. Der Duft eines Mannes, der die sanfte Seite seines Wesens entschlossen vor der Welt verbarg. Sie mühsam allenfalls für sich allein zuließ, genau wie sie sich bei Duro erst beim Riechen am eigenen Handgelenk wirklich eröffnete.

Heute hatte er ihn nicht aufgelegt. Ohnehin hatte er ihn in letzter Zeit nur sehr selten benutzt. Denn gleichermaßen selten waren die Stimmungen geworden, zu denen er am besten passte. Er trug inzwischen meistens Bois Noir von Robert Piguet. Ein Geschenk von seiner Schwester, augenzwinkernd überreicht vor einigen Wochen. „Zeit, die Schale zu knacken“, hatte auf einer kleinen Karte gestanden.

Dunkel war der Duft, sicherlich, darin Duro ähnlich. Und auch mit einer weichen Seite. Allerdings verhüllte er sie nicht, sondern war - im Gegenteil - stolz darauf. War der Auftakt bei beiden noch kräftig-tiefschwarz, verlieh das Patchouli dem Holz finster-elegante Tiefe, wurde das Abgründige in Bois Noir doch bereits nach kurzer Zeit gemildert, umspielt, gespiegelt von einer warmen Würze aus Muskat und Sandelholz, die im Verlauf eine beinahe ölige Präsenz entwickelte, welche gleichwohl schmeichelnd und anheimelnd war.

Während er seine linke Hand zum wiederholten Male an die Nase hob, fuhren die Finger der rechten wie früher am Mäander-Muster auf der Seite des Tisches entlang. „Die Schale knacken.“ Das hieß ebenfalls, sein einigermaßen unstetes Leben aufgeben. Nicht das Leben eines Hallodri, gewiss nicht. Gearbeitet hatte er, hart sogar. Aber ziellos. Schließlich hatte er diese Bar eröffnet. Für das schlichte Mobiliar hatten seine Ersparnisse im Großen und Ganzen ausgereicht. Er selbst war vermutlich die wichtigste Zutat gewesen, wie er wortkarg hinter dem schmalen Tresen stand und ausschenkte. Der Vermieter hatte die Möbel behalten und schuldig gebliebene Miete ziemlich anständig dagegen aufgerechnet; vielleicht auch aus Hoffnung, einen Nach-Betreiber zu finden. Aussichtslos, doch wenigstens hatte ihm das einen Berg an Schulden erspart.

Seine Schwester hatte ihn überzeugt, von vorn anzufangen und in seinem Alter tatsächlich noch eine Ausbildung zu beginnen. Sich wie ein Schulabgänger zu bewerben, hatte ihm einiges abverlangt. Er atmete tief ein, erhob sich, löschte die Kerze, nahm erneut den Weg durch das Hinterzimmer und schloss die Tür zum Hof hinter sich. Dann drehte er sich um und ging davon. Er blickte nicht zurück.
23 Antworten
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
Kellner

30 Rezensionen
Kellner
Kellner
Top Rezension 32  
Tiefe, tiefe Nacht
Mann, ist der gut. Den würde ich mir am liebsten nicht auf die Haut, sondern in meine Nase sprühen. (Kinder: bitte nicht nachmachen.) HOLZ! Nicht dieses knarzige staubtrockene, alte Holz von Dark Forrest (The woods collection) und auch kein grünes Waldholz (wie bei Ho Hang von Balenciaga). Lebendiges Holz. Ich glaube, zu Anfang eine feine Zimtnote zu erkennen und etwas Rauch. Das wird vermutlich Guajakholz sein. Das soll leicht süß und rauchig riechen. Mann ist das gut!
Eigentlich muss ich arbeiten. Aber das geht nicht, wenn meine Unterarme ständig knapp unter der Nase hängen.
Die Zeit vergeht, der Duft bleibt präsent. Ich denke darüber nach, dass ich mit diesem Duft an mir in eine Bar gehen sollte.
Dieser Duft wird rauchig, holzig, warm, dunkel, so dunkel. Auf eine spannende Weise. Das ist ein Duft für die Nacht, für eine lange, lange Nacht. Ein schwarzer Mantel, der schützt, unangreifbar macht. Eine Verlockung. Aber das ist auch eine Drohung, für alle, die ihn wahrnehmen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Duft so sehr eine Farbe haben kann: das ist strahlendes Schwarz. Ich bin begeistert.
Sandelholz meldet sich. Es ist fein verwoben mit dem Rauch. Rauch und Zistrosenharz werden bestimmend. Das ist sehr lebendig. Ich sollte heute Nacht nicht schlafen gehen. Ich werde nicht schlafen können, in diesem lebendigen Mantel, der aus purer schwärzester Nacht gewebt wurde. Ich werde ein schwarzer Schatten am Deutzer Hafen sein und dort den Sternen zusehen, wenn sie vorbeirasen. Und wenn ihr Licht verdeckt wird von aufziehenden Regenwolken, dann sammle ich mehr Schatten wie eine Mannschaft um mich. Auf dem Weg durch die nachtdunkle Stadt fallen die Häuser hinter uns ins Knie, die Gassen biegen sich uns schief entgegen, die Plätze weichen aus, wir fassen sie, und unsere Schritte klingen lauter, jetzt im Regen (frei nach Rilke).
8 Antworten
9
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Zinken

5 Rezensionen
Zinken
Zinken
Top Rezension 34  
A Forest (The Cure)

Im Dorfkrug erzählte mir der Kellner...

(Jaha - du kommst in dieser Geschichte vor da ich erst durch deinen tollen Kommentar auf diesen wunderbaren Duft aufmerksam geworden bin, liebe Grüsse und vielen Dank!)

...von dem angeblich verwunschenen Wald in dem ein ansässiges Mädchen auf den Tag genau vor hundert Jahren verschwand und nie mehr wieder gesehen wurde. Die Dorfbewohner mieden seit dem das ausgedehnte Gehölz und berichteten gar bei Spaziergängen in der Nähe des Waldes ihre Stimme flüstern gehört zu haben die sie in den Wald zu locken schien. Natürlich beschloss ich belustigt ob dieser Geschichte diesem dörflichen Aberglauben auf den Grund zu gehen. "Finde sie solange es dir möglich ist!" rief er mir mit ernstem Gesicht beim Aufbruch hinterher, was ich mit einem Lachen und einer nur für mich sichtbaren Scheibenwischerähnlichen Geste quittierte.

Am Waldrand fand ich ein zerbrochenes Fläschchen welches vormals anscheinend eine Art vom örtlichen Heilkundler selbstgebrautes, streng duftendes Elixier enthielt. Kein Wunder, wurde mir doch berichtet dass die Dorfbewohner seltsame Sude am Waldrand verteilen um die vermeintlichen Waldgeister am verlassen ihres Reviers zu hindern. Nur ganz kurz kam mir daraufhin der Gedanke zur Umkehr, jedoch zog mich ein anderer, aus dem Wald lingernder mystischer Geruch wie magisch an. Bei jedem Schritt weiter ins Unterholz, bei jedem streifen der tiefhängenden Äste umhüllte mich der Duft der seltsamen, nie zuvor gesehenen Bäume und Gewächse. Nicht erdrückend, eher verlockend so dass ich immer tiefer und tiefer in den dichten Wald hineinging, nur um mehr von diesem Wohlgeruch inhalieren zu können. Gleichzeitig machte sich eine innerliche Ruhe breit die ich schon lange nicht mehr so empfunden habe. Fast umfing mich schon ein nicht unangenehmer Schwindel und ein ungläubiger Blick auf meine Taschenuhr verriet mir dass ich schon seit Stunden unterwegs war.

Ich musste mich bemühen den eigentlichen Grund meiner Anwesenheit hier nicht aus den Augen zu verlieren. Mir schien dass tief aus der Dunkelheit eine Stimme flüsterte, aber ich konnte, ich wollte nicht
darauf reagieren. Ich wollte nur diese unglaubliche Ruhe geniessen - und diesen Duft. Meinen Rucksack mit Proviant und Wasservorrat hatte ich schon vor Kilometern abgelegt. Zu sehr lastete er auf meinen Schultern - wie die Sorgen und Probleme aus einer in meinen Gedanken jetzt unwirklichen Welt mit ihren übelriechenden Ausdünstungen der ich gestern noch angehörte. Hier dagegen gab es wie selbstverständlich nur tiefe innere Entspannung, Ruhe und diesen Duft.

Ich hatte mich schon lange verlaufen, was aber überhaupt keine Rolle mehr spielte, denn hier fühlte ich mich
geborgen und sicher.

Ich legte mich auf den geradezu hypnotisch aber ohne jede Spur der eigentlich zu erwartenden Muffigkeit
duftenden Waldboden, bettete mein Haupt auf die herausragenden Wurzeln eines auf seltsame Art besonders Vertrauen erweckenden Baumes, dessen Rinde vor austretendem Harz glänzte, schloss die Augen und sog den Flor der im Unterholz wachsenden Blüten und Kräuter ein, der sich perfekt mit dem vorherrschenden Duft der über mir ragenden Bäume verband. Wieder hörte ich die Stimme in meinen Gedanken die jetzt meinen Namen zu rufen schien. Aber nichts in der Welt konnte mich nun noch in meiner Seelenruhe stören oder würde mich dazu veranlassen meine Augen zu öffnen und mich aus der Umarmung dieses Duftes zu lösen. Innerlich lächelte ich bei dem Gedanken mich im Wald verlaufen zu haben wegen eines Mädchens dass es niemals gab. Bis heute war es doch immer dasselbe: viel zu lange bin ich wegen Nichtigkeiten Sturm gelaufen:

immer und immer und immer und immer und immer wieder...

Hundert Jahre später fand ein Holzfäller in einem seltsam unwirklich anmutenden Wald ein ausgeblichenes Skelett, dessen Schädel auf den aus dem Boden ragenden Wurzeln des von ihm zur Fällung auserkorenen mächtigen Baumes, die Rinde glänzend vom austretendem Harz, ruhte. Ihm kam kurz die Geschichte in den Sinn die ihm der Kellner unten im alten Dorfkrug erzählte, vom verwunschenen Wald in dem schon mehrere Menschen verschwanden und niemals wieder gesehen wurden. Gerade wollte er kehrt machen um seinen Fund im Dorf kund zu tun, als ein unglaublich anziehender Duft der aus der Tiefe des Waldes zu kommen schien in ihm den unwiderstehlichen Drang auslöste der Herkunft dieses Wohlgeruchs nachzugehen...
13 Antworten
7
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
7.5
Duft
DaveGahan101

535 Rezensionen
DaveGahan101
DaveGahan101
Top Rezension 22  
Dunkles für die eigenen 4 Wänden
Selten hab ich so lange für einen Kommentar gebraucht, nach dem ich einen Duft in der Sammlung hatte.
Selbst jetzt bin mir immer noch nicht sicher, ob ich den Duft verstanden habe..aber vielleicht gibts auch gar keine Botschaft. Extrem viele Bilder sind nicht aufgetaucht beim Testen..daher verlasse ich mich mal auf mein Bauchgefühl, das ist für mich oft ein verlässlicher Partner.
Ich nehme Bois Noir dunkel, dicht, ölig und melancholisch wahr. Wohlduftende, sehr aromatische Hölzer von balsamischen Harzen durchtränkt und eingehüllt, ätherisch-rein-natürlich. Die Grundessenz von Duro und Black Afgano mag ich erkennen, in diese wurden Tannennadel eingelegt, dadurch haben sich die Aromen zu einem dicht-öligen Duftteppich vermischt...irgendwie krautig-harzig. Süssliche Aromen, die mich an Amber erinnern oder von dem Gujakholz stammen könnten, mischen sich unter. Als Vergleich für das Gujakholz diente mir "Gaïac" von Micallef, für mich der Duft mit der schönsten Gujak-Note.
In der Grundausrichtung wirkt Bois Noir auf mich melancholisch, er hüllt mich zwar kuschlerisch ein, hat auf mich aber keiner romantische Wirkung. Bois Noir ist für mich eher ein Duft, wenn ich bei nasskaltem Wetter, von einem Spaziergang durchgefroren, heimkomme. Der mich wärmt, mein Herz aber nicht so richtig berühren will. Ein Duft, wenn ich mich gerne zurückziehe, sackenlasse, mal zur Ruhe kommen möchte, aber oft ist mir da ein ätherisches Duftöl im Raum lieber...oder gar keinen Duft. Auch Bilder von Meditation tauchen auf, mach ich gerne, hab ich aber in den letzten Monaten deutlich vernachlässigt, aber auch da wäre es mir nach etwas dezenterem. Bois Noir hat zwar keine extreme Sillage, trotzdem hat er eine gewisse Wucht, auch weil er so dicht wirkt...er beschäftigt einen auf seine Art. Bilder von gedämpften Licht und Kerzenlicht tauchen auf, also für mich ein Duft, den ich nur daheim, in meinem Heim tragen möchte. Ich mag Bois Noir, trotzdem bleibt er für mich etwas undurchsichtig in seiner Ausrichtung, Wirkung, Botschaft und Anwendung.
Vielleicht muss ich ihn bei eiskaltem Wetter nochmals testen, vielleicht entfaltet sich dann sein bereits vorhandenen dunklen Charme, noch stärker oder erst so richtig. Das einzige was ich so richtig zu bemängeln habe, ist seine recht überschaubare Entwicklung, die ist wirklich minimal, das könnte mir auf Dauer etwas zu eintönig werden. Lediglich die Süße zieht sich zum Ende immer mehr zurück und Bois Noir wird holziger und herb-maskulin. Waldassiziationen hatte ich kaum welche, eher altes feuchtes Holz, muffeln tut es aber nicht.
Fazit: Ein richtiges Fazit bleibt offen, Empfehlungen und/oder Quervergleiche kann ich nicht treffen, es hängt wie immer ganz subjektiv vom eigenen Zinken ab;-)! Die Haltbarkeit ist mit 6-7 Stunden völlig ok, die Sillage ist anfänglich kräftig und wird dann nach einer Stunde langsam dezenter. Hmm...echt ein schwieriger Fall..ein Edit zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen. Riechen tue ich ihn gerne, aber ob ich ihn richtig tragen möchte/werde..ist gerade mehr als fraglich.
9 Antworten
7.5
Flakon
5
Sillage
10
Haltbarkeit
8
Duft
Sarungal

69 Rezensionen
Sarungal
Sarungal
Top Rezension 20  
Über allen Wipfeln ist Ruh
Vor 11 Tagen hatte ich in meinem Blog noch vollmundig verkündet, Robert Piguets „Nouvelle Collection – Bois Noir" mache eine recht gute Figur, hinterlasse allerdings keinen Eindruck. Inzwischen hat er den Weg in meine Sammlung gefunden. Wie konnte das passieren?

Der Hauptgrund ist gleichzeitig auch der banalste: Fälle dein Urteil nur nach - idealerweise ausgiebigen - Tests auf der Haut. Papierstreifen sind eine Krücke, die bestenfalls ein abstraktes Urteile erlaubt; über unsere Befindlichkeit beim Tragen eines Dufts kann sie keinerlei Auskunft geben. Tatsächlich gilt das auch und besonders für diesen Piguet, der mir auf dem Papier sämtliche freundlichen, ja lieblichen Aspekte unterschlug und als starre Holzklotzinstallation in Erscheinung trat.

Dabei entfaltet er auf der Haut schon zu Beginn eine wunderbare, ganz sanft verräucherte milde Süße: Es ist das Harz des Guajakholzes, das diese charmante Eröffnung verantwortet – und mir damit auch den Weg verstellt zu allen finsteren Assoziationen, die hier verschiedentlich geschildert wurden.

Immerhin nehme auch ich den Wald wahr – einen Wald, in dem sogar eine ganze Menge Bäume stehen. Weil die Sonnenstrahlen in den Baumkronen verebben, ist es schattig dort, wo die Stämme aus dem Boden wachsen. Eine wunderbare, schützende Dunkelheit herrscht hier, während jenseits der Blätter und Nadeln die Sonne unbarmherzig brennt. Harz läuft an manch’ borkigem Zedernstamm herab und verströmt betörenden Duft, der von einer leichten Brise davongetragen wird. Aus dem Waldboden raucht es erdig, nicht stickig, und irgendwo hämmert ein Specht seinen Schnabel in die Rinde, auf dass der harzige Duft nicht abreißen möge. Die Stimmung ist friedlich wie der Duft – balsamischer Odem auch für die Seele…

Die Haltbarkeit ist erwartbar gut, die Sillage - dem Thema angemessen – nur zu Beginn etwas vorlaut. Schwarz, rechteckig und betont schlicht begegnet uns der Flakon - und passt insofern zum Duft, der olfaktorisch perfekt die Waldesstille eines heißen Sommertages einfängt und interpretiert.

Großartig!
9 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

68 kurze Meinungen zum Parfum
SchalkerinSchalkerin vor 2 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
7
Duft
Jo, duftet nach Holz.
Schwarz finde ich das allerdings weniger.
" Hallo Bois Noir ", hm, spricht nicht mit Jedem.
Dann halt nicht.
29 Antworten
BastianBastian vor 2 Jahren
8
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Tief im dunklen Wald
Atemlos ...durch die Nacht ...
Bis der ätherische Balsam auf den Boden kracht
Ich bin stolz, bewaffnet mit Guajakholz*
28 Antworten
GandixGandix vor 3 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
In tief dunkler Nacht
Nur die Bäume und ich
Ihr leicht süßliches Harz
Tropft balsamisch rauchend
Auf die Erde.
Stille.
17 Antworten
FloydFloyd vor 4 Jahren
6
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
7
Duft
Wenn untererdig
Krem-Bäume beginnen
Rauchfäden aus Holz zu spinnen
Harze mit Balsam verschneiden
Sich als Adlerholz verkleiden
7 Antworten
SonnenwendeSonnenwende vor 4 Jahren
6
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
6
Duft
Sie lächelte,
süß, balsamisch, lockend.
Doch Hänsel & Gretel erkannten
ihre dunklen, morbiden Gedanken.
Flucht durch's Unterholz.
8 Antworten
Weitere Statements

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So ordnet die Community den Duft ein.
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