Tsar 1989 Eau de Toilette

Tsar (Eau de Toilette) von Van Cleef & Arpels
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7.9 / 10 313 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Van Cleef & Arpels für Herren, erschienen im Jahr 1989. Der Duft ist würzig-grün. Es wurde zuletzt von Inter Parfums vermarktet.
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Duftrichtung

Würzig
Grün
Holzig
Fougère
Frisch

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
ArtemisiaArtemisia KorianderKoriander RosmarinRosmarin LavendelLavendel NeroliNeroli BergamotteBergamotte
Herznote Herznote
EstragonEstragon KieferKiefer RosengeranieRosengeranie WacholderWacholder GartennelkeGartennelke JasminJasmin MaiglöckchenMaiglöckchen PfefferPfeffer RoseRose
Basisnote Basisnote
EichenmoosEichenmoos AmberAmber KokosnussKokosnuss LederLeder MoschusMoschus PatchouliPatchouli TonkabohneTonkabohne VetiverVetiver ZederZeder SandelholzSandelholz

Parfümeur

Bewertungen
Duft
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Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 03.06.2024.

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Rezensionen

19 ausführliche Duftbeschreibungen
10
Flakon
5
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7.5
Haltbarkeit
8.5
Duft
Yatagan

399 Rezensionen
Yatagan
Yatagan
Top Rezension 46  
Es war im Sommer des Jahres 1700 in Russland
Es war im Sommer der Jahres 1700 in Russland. Ein junger ehrgeiziger Apotheker war in der Kutsche auf dem Weg nach St. Petersburg. In seiner Tasche das Rezept für ein Erfrischungswasser, das nicht nur belebende, sondern auch medizinische, heilende Wirkung haben sollte. Keine ungewöhnliche Annahme in dieser Zeit.

So stolz war der junge Mann auf seine Rezeptur, dass er fest entschlossen war, seine Erfindung nach seinem Herrscher, Zar Peter dem Großen, zu benennen: Tsar.

In der mittäglichen Schwüle war er gerade mit der Korrektur seines Manuskripts zur Rezeptur beschäftigt, als er in einen wohligen Schlaf fiel. Sein am geöffneten Fenster liegender Arm entspannte sich, die Hand öffnete sich - und das Rezept entschwebte durch das offene Fenster, landete im Schlamm des unebenen Weges, wurde von nachfahrenden Kutschen und darüber hinweg trottenden Ochsenkarren in den Schlamm Russlands getreten.

Wenige Tage nach diesem Malheur, das der junge Apotheker voller Entsetzen eine halbe Stunde später bemerkte (dessen Spur sich aber hier verliert), fand ein junges Mädchen, das beim Sammeln von Beeren und Pilzen die Straße nach St. Petersburg überquerte, unversehens das Papier. Sie wickelte ihre Pilze darin ein, legte sie in einen Korb und lief zu ihrer Mutter.

Ihre Mutter wunderte sich über das von gelehrter Hand geschriebene Papier und schob es zwischen die Seiten eines Buches, einer Bibel. Nach ihrem Tod, viele Jahre später, wanderte die Bibel - und mit ihr auch das geheimnisvolle Papier - wieder in den Besitz des Mädchens.

Da Bibeln in längst vergangenen Zeiten ein wertvoller und mit Ehrfurcht behandelter Besitz waren, wurde sie - und mit ihr das Rezept - über mehrere Generationen vererbt, bis schließlich ein Spross dieser Familie mit der alten Bibel nichts mehr anfangen konnte, - eine neuere und schönere prangte neben anderen Büchern im Schrank -, und schenkte die unansehnlich gewordene alte Bibel im Jahre 1889 dem Pfarrer eines russischen Dörfchens unweit von St. Petersburg zur weiteren Verwendung. Eigentümlicherweise lag das alte Rezept noch immer zwischen den Buchseiten, auf der zweiten Seite des Buches Jona, gerade dort, wo der Prophet über Bord geworfen, vom Wal verschluckt wird. Und so wie Jona vom Wal verschlungen und doch geborgen wurde, so lag auch das Rezeptblatt sicher in der Heiligen Schrift, rührte sich nicht, verhielt sich klug und geduldig und wartete auf seine Stunde.

Der Nachfolger des Pfarrers schenkte die alte zerfledderte und doch wenig gelesene Bibel kurz nach der Jahrhundertwende seinem gelehrigsten Schüler, einem jungen Mann, der einige Jahre später in die Wirren der Oktoberrevolution in Russland geriet und es zeitweilig für angeraten hielt, sein Heimatland zu verlassen.

Nach seinem Tode entschied seine Frau, inzwischen in Frankreich beheimatet, die alte Bibel wegzuwerfen (der Respekt vor heiligen Schriften war nun längst nicht mehr so groß), ihre Tochter aber erkannte den antiquarischen Wert des Buches, erbat sie sich, und nach einer Schätzung kam ans Licht, dass die Bibel aus dem Jahre 1699 datierte und inzwischen von erheblichem Wert war.

Im Jahre des Herrn 1989 flatterte das alte Blatt mit den verblichenen handgeschriebenen Zeilen schließlich aus der alten Bibel, so wie Jona tausende Jahre zuvor dem Wal entstiegen war, wurde quasi aus den Tiefen der Geschichte an Land gespuckt, fiel dabei in die Hände des Mannes jener Frau, die die Bibel besaß, und wurde nach fast 300 Jahren zum ersten Mal wieder gelesen.

Das Papier erzählte von vielen Inhaltsstoffen eines Duftes ohne Namen, verriet aber - der Entstehungszeit gemäß - nichts über Mengenangaben oder Zubereitung. Philippe Bousseton, ein Parfümeur, las von Bergamotte, Koriander, Lavendel, Neroli, Rosmarin, Estragon, Geranie, Jasmin, Maiglöckchen, Gartennelke, Pfeffer, Pinie, Rose, Wacholder, Amber, Eichenmoos, Leder, entschied sich darüber hinaus für die Beimischung exotischerer, im 18. Jahrhundert nicht verfügbarer Duftstoffe wie Kokos, Patchouli, Tonkabohne, Vetiver, Sandelholz und Zeder, von denen das Papier zwischen den Zeilen zu raunen schien, und verband das Ganze zu einem Duft, der ihm so königlich erschien, dass er nicht lange über einen passenden Namen nachdenken musste: Tsar sollte der Duft heißen, stammte er doch aus dem frühen 18. Jahrhundert (aufmerksame Leser wissen: aus dem Jahr 1700), wie eine Datierung des alten Rezepts ergeben hatte, geschrieben in kyrillischen Buchstaben, mithin also aus der Zeit und dem Land Zar Peters des Großen.

Ob sich die Entstehung des Duftes so oder ähnlich abgespielt hat, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ich weiß aber, dass ich es so oder ähnlich geträumt habe. Da ich es vorziehe, meinen Träumen nicht nur zu glauben, sondern sie auch Ernst zu nehmen, möge man mir diese Geschichte glauben - oder auch nicht.

Fest steht, dass der Duft von edlem Geblüt ist, einem Zar durchaus angemessen wäre, nicht verspielt, nicht einfach nur frisch, sondern grün, elegant, komplex, einzelne Komponenten sind nur schwer zu isolieren, vielleicht Lavendel und Bergamotte am Anfang, eine Ledernote in der Basis, dazwischen viele tiefgrüne Pflanzentöne wie aus einem verwunschenen, düsteren Garten: Geranie, Moos, Maiglöckchen, das ich besonders liebe.

Hätte ein junger Apotheker in Russland auf einer Fahrt nach St. Petersburg sein Rezept nicht verloren: wer weiß schon, was dann geschehen wäre.
32 Antworten
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Flakon
8
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Haltbarkeit
9
Duft
FvSpee

323 Rezensionen
FvSpee
FvSpee
Top Rezension 33  
Der Letzte Bulle
Tsar ist ein grün-kräuteriger kernig-seifiger, wenn nicht gar kernseifiger, maximal männlicher Frischeduft, der jedoch durch achtzigerjahre-üppiges Blumenbeiwerk und eine schmatzend-satte, fast schon ins süßliche drehende Basisnote komplex (und gekonnt) aufgepimpt wurde. Damit steht er nicht als triviale Irisch-Moos-Variation auf der verregneten Schafsweide, sondern stellt ein, wenngleich spürbar zeitgebundenes, eigenständiges Gesamtkunstwerk vor.

Zuerst knallt Tsar dir eine kristalline, brutale Frischenote, die von zitrisch, grün, würzig (und ein bisschen aquatisch) jeweils die kältesten, härtesten Töne versammelt, in die Fresse. Sozusagen eine Ladung klirrendes Eis im Hochsommer. Dafür würde ich die Noten Artemisia, Neroli, Bergamotte, Neroli und, schon aus der Herznote, Kiefer, Pfeffer und unbedingt, unbedingt den sehr massiven, knarzigen Schuss Wacholder verantwortlich machen.

Aber schon nach fünf Minuten sortiert sich das Ding neu und wird weicher, sanfter, geschmeidiger und ein bisschen zeittypisch brustpelzig, ohne allerdings (das passiert auch bis zum Schluss nicht) die Kräuterfrische des Anfangs je zu verlieren. Man spürt jetzt deutlicher die fougèrigen Noten von Eichenmoos (oder wodurch auch immer es substituiert wurde). Und, aber das gelingt mir erst jetzt nach fünf Jahren Test- und Riecherfahrung, einen wunderbar subtilen, feingesponnenen Tanz von pudrigem Lavendel und herbem Estragon. Ich habe diese Kombination im sehr viel asketischeren, minimalistischeren schottischen Duft "1445" erstmals kennen- und liebengelernt. Hier finde ich sie, eingepackt in eine üppige Vielfalt anderer Noten, wieder.

Auch florale Noten treten nun hinzu, allerdings bei weitem nicht so promiment, wie es deren Vielzahl in der Pyramide vermuten lässt. Rose und Rosengeranie nehme ich kaum bis gar nicht wahr, höchstens als generischen Schwere- und Tiefespender. Dass mir der Duft menschlich und freundlich erscheint, dass ich ihn recht gern und oft trage, mag (neben dem diskret dosierten Jasmin) am Maiglöckchen liegen, der Signaturblume von Frau von Spee, die ich nicht nur an ihr, sonder auch in meinen eigenen Düften gerne rieche.

Die nicht endlos, aber doch lange persistierende Basisnote ist zwar nicht hochoriginell (von der Kokosnuss vielleicht abgesehen), bietet aber in sauberer Komposition alles, was eine vollbärtige Männerkuschelbasis erheischt, von diversen Hölzern über Leder und Moschus bis zu Tonka und Patch für die süßen Züge.

* * *

Für einen Fehlgriff halte ich die Namensgebung. Der Duft heißt Tsar, neben Czar eine der beiden im Englischen üblichen Umschriften des Begriffs für den ehemaligen Monarchen von Russland. Der Duft evoziert bei mir jedoch weder Aristokratisch-Höfisches noch Östlich-Russisches; vielleicht von einer ganz kleinen Nähe zu imaginierten sibirischen Kiefernwäldern abgesehen. In denen hielten sich die Zaren ja aber eher selten auf (eher schon die von ihnen Verbannten), und außerdem wuchsen da Maiglöckchen auch wohl nicht ubiquitär und Tonkabohnen eher gar nicht. Ich bewerte die Titulatur daher als Einfallslosigkeit, in der dem Duft ein Etikett angehängt wurde, das halt bei Düften irgendwie immer geht: Kaiser, Könige, Prinzessinnen und Komtessen sell. Das Phänomen, dass Düfte vergleichsweise selten nach Maurern, Bäckerinnen, Friseuren, Architektinnen, Mechatronikern oder Hotelfachangestellten* benannt sind, aber inflatorisch nach Kaiserinnen und Grafen, ist hier ja schon von anderen beschrieben worden.

Ich hätte den Duft aus Gründen, die nach der Lektüre des ersten Teils der Rezension klar sein dürften, vielleicht am ehesten nach Mick Brisgau, dem "Letzten Bullen" aus der gleichnamigen, und von mir goutierten, Fernsehkrimiserie benannt.

* dicke Elektriker kommen allerdings vor

* * *

Gekauft habe ich mir den Duft vor etwa 4 Jahren als Restposten bei TKMax, 50 ml für vielleicht 19 oder 29,99 Euro. Er ist noch halb voll. Wegminimalisieren werde ich ihn nicht. Er gehört zwar nicht zu meinen Lieblingsdüften, aber ich mag ihn gerne und kann ihn (wenngleich eher im Sommer als im Winter) bei nahezu jeder Laune, zu jedem Wetter und jedem Anlass tragen. Und er hat sich als gute Wertanlage erwiesen. Nach der Einstellung der Produktion werden im Internet teils aberwitzige Preise für ihn aufgerufen, was dafür spricht, dass es einige echte Liebhaber:innen gibt, die vom Produktionsstopp kalt erwischt wurden.
51 Antworten
10
Flakon
7.5
Sillage
10
Haltbarkeit
10
Duft
Kaschima

27 Rezensionen
Kaschima
Kaschima
Top Rezension 23  
Understatement pur
Wie neulich und doch schon so lange her, aber nie vergessen:

In der Tür am Flughafeneingang, ein junger Mann zieht eilig seinen Koffer vor mir durch die Tür, ein verdammt gut aussehender (Mann, nicht Koffer). Zarte grüne Bänder scheinen vor mir her zu schweben - hmmm...
Dann abrupt der Mief einer viel zu warmen, menschengefüllten Abfertigungshalle...
Schalter suchen, Gepäck hin wuchten, Schlange stehen... hinter jenem feinen Zwirn, den ich vorhin schon mal gesehen hatte!
Meine Stimmung erscheint plötzlich aufgehellt: frisch und äußerst gepflegt, etwas würzig und blumig duftet es herüber, dabei gleichzeitig so "gedimmt", als ob ich gerade aus den spitzen Straßengeräuschen in das Interieur einer Nobelboutique eingetreten sei.
Die Halle ist vergessen, ich schaue mir die Flanellschultern vor mir an, das muss Kaschmir sein! Dranschmiegen möchte ich mich, so weich sieht die Textur aus.
Wir rücken weiter, auch mein Blick... Jeans! Was macht der wohl beruflich? Warum reist er? Destination Paris lässt da viel Spielraum für meine Phantasien... Ich entscheide mich für Artdirector oder zumindest Creative Assistent, schließlich scheint er ja noch jünger zu sein.
Dafür spräche auch die Schlabberumhängetasche - allerdings aus feinstem beigem Wildleder... die möchte ich auch, denke ich, da dürfen wir wieder ein Stück vorrücken. Jemand haut mir seinen Koffer in die Ferse, ich mache einen Satz nach vorn und lande im Kaschmir... eine sehr männliche und doch leicht süßlich duftende Hand hilft mir das Gleichgewicht wieder zu bekommen. Mein Blick bleibt unten: Was für edle Schuhe, die müssen ein Vermögen gekostet haben!
Wie die kühle, aber warm duftende Hand, alles irgendwie widersprüchlich und dabei 100 Prozent stimmig.
Richte mich nach meinem Gezappel auf und folge der weichen, nicht jungen, nicht alten Stimme: "Ça va?"
"Oui, ça va bien"! und verschwinde in diesen grünen Augen...

Nachtrag: Nein, ich habe ihn weder geheiratet, noch je wiedergesehen. Aber mein späterer Liebster hat von mir eine Flasche dieses royalen Understatements bekommen und sie stand ihm seeeeehr gut!

Juhu! Mein erster Kommi - wusste nicht, welchem Duft ich ihn widmen sollte, da hat sich der Duft mich ausgesucht :)))
Nachtrag: Test an der VINTAGEVERSION!!!
14 Antworten
7
Flakon
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Sillage
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Haltbarkeit
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Duft
FabianO

1005 Rezensionen
FabianO
FabianO
Sehr hilfreiche Rezension 11  
Frischsäuerlicher, leicht seifiger, schön grüner Wald-Moos-Geselle
Ich habe in letzter Zeit eher selten grün gehaltene, würzige oder moosige 80-er-Jahre- Burschen getestet, da kommt der "Tsar" gerade recht und durchlüftet meine Nase mal wieder nach den vielen süßen, orientalischen und verkünstlerten Tests der letzten Monate.

Zu Beginn durchaus etwas säuerlich-drückend in seiner überfallartigen, direkten Kräuterwürzigkeit. Viel Rosmarin, viel grüne Artemisia, etwas herbe Neroliansätze.

Die Herzphase wird erkennbar runder, geschmeidiger - man merkt dem Duft durchaus seine vielen Zutaten an, die trotz der sehr grünen Grundthematik erkennbar breit streuen und Komplexität erzeugen, allem voran Geranie, Kiefer, Wacholder durchmischt mit dezent exotisch angehauchte Kokosnuss.

Die Basis wird noch geschmeidiger, es bleibt ein grundsolider grün-ledrig-geerdeter Ausklang.
Mal wieder ein erfreulicher Ausflug in die guten grünen 80er.
2 Antworten
7.5
Flakon
7.5
Sillage
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Duft
Skylab

183 Rezensionen
Skylab
Skylab
Top Rezension 17  
Der "erschwingliche" Schmuck
Die Reichen und Schönen – was sind wir von ihnen begeistert!
Prominente schmachten wir ja auch deshalb so gerne an, weil sie Dinge besitzen, die wir niemals besitzen werden. Zum Beispiel den teuersten Schmuck der Welt.

Die auf den eleganten, aber auch ungewöhnlich klingende Marke Van Cleef & Arpels hat ihren Sitz in Frankreich und wurde 1896 als Schmuck-Firma gegründet.

Eine lange Zeit, um den ein oder anderen Klassiker zu entwerfen.
Van Cleef & Arpels hat abgesehen davon eine Geheimtechnik entwickel, bei der die Fassung der Edelsteine auf Broschen oder Trauringen unsichtbar bleibt.

Das wird aber wohl keinen interessieren, wenn man sich diese Stücke nicht leisten kann.
Leisten kann man sich von der Luxusmarke dennoch etwas – die Düfte, welche zumindest noch im freien Handel sind.

Dazu gehören aktuell nur noch Midnight In Paris, Tsar und das klassische Pour Homme.

Darum widmen wir uns heute dem zweiten Klassiker „Tsar“, welcher 11 Jahre nach dem Duft-Debüt der Marke erschien.
Tsar ist ebenfalls ein typischer Fougére der 1980er Jahre und unterstreicht mit dem moosgrünen Flakon diese Haltung. Die Farbe assoziiert im Übrigen auch den Aventurin-Quarz, oder auch Glimmer Quarz, welcher natürlich auch in der Schmuck-Verarbeitung Verwendung findet. Dieser Quarz schmückte demnach selbstverständlich ein Anzeigenblatt.

Apropos Flakon – als der Duft erschien, präsentierte er sich in einer breiten Aufmachung, ähnlich der ersten „Pour Homme“ Version. Im Laufe der Zeit wurde daraus eine schmale Variante, welche dann um die Jahrtausendwende von einer komplett neugestalteten Glasarchitektur abgelöst wurde.

Wie es schien, wollte man dem Duft „neues“ Leben einhauchen und einen jugendlicheren, ja gar sportlichen Charakter verschaffen, welches man bereits 1998 mit „Eau de Tsar“ versucht hat.
Der geriffelte Flakon mit Goldakzenten wurde mittlerweile wieder durch die schmale Vintage Version abgelöst. Auch „Eau de Tsar“ wurde 2002/2003 eingemottet.

Zum Duft selber kann ich nur die Version bewerten und kommentieren, die mir „TrueBlood“ vor langer Zeit zukommen hat lassen – nachträglich vielen Dank – welche laut eigener Aussage vor dem „Riffel-Flakon“ her stammt.

Es ist ein wahrlich, belebender“ Einstieg – wie nach einer frischen Rasur.
Dieser Rasierwasser Flair wird von Lavendel und Rosmarin dominiert.
Die würzigen Kräuter und die lieblichen Blumen Nuancen vermischen sich zu einer wohlduftenden, balsamischen Aura. Erinnerungen an Guerlain´s „Derby“ werden hierbei hervorgerufen…

Während des weiteren Duftverlaufs mischt sich eine gewisse Seifennote hinzu.
Diese Summe trägt ätherische, ja gar berauschende Züge!
Mir kommt es so vor, als gewinne der Duft immer mehr an Fahrt – er „plustert“ sich quasi auf!

Im Drydown ringen Vetiver und Zeder um die Vormundschaft.
Dabei werden pikante, bleistiftartige Aromen frei.

Nach überdurchschnittlichen 7 Stunden geht dem Kandidaten langsam die Puste aus.

Tsar bietet einen pudrigen Ausklang mit grünem Unterton.
Dennoch hat er immerhin noch genügend Power, um nach einer alltäglichen Dusche wahrgenommen zu werden.

TSAR ist selbstbewusst, ausdruckstark, maskulin, reif und elegant – so wie sein Träger.

TSAR ist nichts für Milchbubis – TSAR ist für den gestandenen Herren, oder für alle die, denen er gefällt! ;)
10 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

28 kurze Meinungen zum Parfum
NiMaJazzErNiMaJazzEr vor 8 Monaten
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Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Stellt sich vor als der Alte aus dem Wald
im Frühjahr, noch kahl, karg und frisch
Doch unter Kiefernadeln und Moos
die gepflegte Krawatte
15 Antworten
ChizzaChizza vor 3 Jahren
7
Flakon
7.5
Duft
Hier haben wir einen recht glatt polierten krautig-würzig-seifigen Duft alter Schule. Das macht ihn zeitlos, sehr angenehmer Duft.
10 Antworten
SnifffSnifff vor 7 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Links Jazz, rechts Drakkar, mitte Tsar. Toller markanter Herrenduft. Schöne Klatsche gegen Tutti-Frutti-Gummibärchen-Knuddel-Duddel-Düfte:))
0 Antworten
FvSpeeFvSpee vor 4 Jahren
6
Flakon
8
Sillage
7
Haltbarkeit
9
Duft
Die männlich-grüne Gewürzfougère-Krautigkeit der 80-er. Zwar ein wenig edel-geschliffen angehaucht, aber nicht so urban wie Grey Flannel.
5 Antworten
RasierwasserRasierwasser vor 6 Jahren
10
Duft
Ein zeitloses, in sich ruhendes Meisterwerk. Seine Wurzeln reichen tief ins Erdreich. Genährt vom einem plätschernden Bach.
4 Antworten
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Diskussionen

Themen zum Parfum im Forum
SkylabSkylab vor 8 Jahren
Herren-Parfum
Van Cleef & Arpels TSAR - Flakons, Flanker, Unterschiede
Danke, aber das bringt mich nicht weiter, wie der Geruch ist...

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