Uden von XerJoff
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Uden ist ein beliebtes Parfum von XerJoff für Herren und erschien im Jahr 2007. Der Duft ist holzig-frisch. Es wird noch produziert.

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Duftnoten

Kopfnote KopfnoteGrapefruit, Zitrone
Herznote HerznoteGuajakholz, Rose, Rum, Sandelholz
Basisnote BasisnoteAmbra, Kaffee, Moschus, Vanille

Bewertungen

Duft

8.1 (98 Bewertungen)

Haltbarkeit

8.0 (75 Bewertungen)

Sillage

7.0 (69 Bewertungen)

Flakon

8.4 (72 Bewertungen)
Eingetragen von DirkDS, letzte Aktualisierung am 19.11.2016

Wissenswertes

Uden ist Teil der Kollektion ,,Shooting Stars".

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Kommentare

Flakon 10.0/10
Sillage 8.0/10
Haltbarkeit 9.0/10
Duft 10.0/10
2 Auszeichnungen
Ein Kick, nicht nur für einen Augenblick
Dank eines lieben Parfumos bin ich an eine Probe von Uden gekommen, vielen dank nochmal dafür :)

Vieles wurde schon über diesen tollen Duft hier geschrieben, kann mich eigentlich Adan voll und ganz anschließen!

Ein Duft der mir fasst meine Sinne raubt - Am Anfang voller Energie, frisch/zitrisch mit einer sehr schönen süße und nach kurzer Zeit fängt er an weich und warm zu werden, dieser Verlauf ist traumhaft schön. Es passt alles so gut zusammen. Ein sehr Edler, wohlriechender Duft. Ich hatte beim auftragen das Gefühl , es umschling mich ein warm-gelber Schleier voller Eleganz.

Ich merke XerJoff Düfte gefallen mir sehr gut, vielleicht sogar bisher am besten von allen die ich bisher getestet habe.

Der Uden wird wohl ab jetzt ein regelmäßiger Begleiter von mir sein auch wenn er nicht grade der günstigste ist.
1 Antworten
Flakon 10.0/10
Sillage 7.5/10
Haltbarkeit 7.5/10
Duft 7.0/10
10 Auszeichnungen
Na, wer bist Uden?
Xerjoff hat mit Clive Christian ja mittlerweile den Ruf die teuersten (normal kaufbaren, d.h. Ohne Sonderanfertigungen oder Diamantenflakons) Parfums der Welt zu verkaufen. Edel sehen sie ja schon aus, auch tolles Marketing bzw. Ideen, ich sag nur Meteoriten-Stück. Aber ob Nio, Mamluk, Uden und Co. auch dufttechnisch astronomisch gut sind, müssen sie mir noch beweisen. Uden konnte dies heute nicht so wie erhofft. Mein erster Xerjoff-Test (JTC-Düfte zähle ich jetzt mal nicht mit) war teilweise sogar eine richtige Enttäuschung. Ich hatte aber auch einen 100% Duft erwartet. Zumindest müsste ein Duft dies bringen, damit ich überhaupt mit dem Gedanken spiele 300€ oder mehr für einen Duft auszugeben. Wahrscheinlich würde ich in diesen Preisregionen mit einem oder mehreren Parfumos sharen und versuchen den Flakon abzugreifen. Aber dazu muss dann natürlich erst noch der Richtige kommen - und über die letzten 2 Jahre ist es nicht gerade leichter geworden bei mir 100% zu erzielen. Ein kleiner, erlesener Kreis hat sich da gebildet.

Auch wenn ich ihn noch nicht oft getragen habe, erkenne ich jetzt schon die Chamäleon-Qualitäten Udens. Ob alt oder jung, sportlich oder kuschelig, casual oder Anzug, Chillen oder Party, nischenverhaftet oder Mainstream-Hänger - hier bekommen alle ihr fett weg, jeder auf seine Kosten, alle werden bedient - und das freihaus. Eine riesige Stärke, wenn man Düfte immer und überall tragen kann und er abliefert und gefällt. Allerdings auch etwas schade, dass sich nicht für eine Richtung entschieden wird. Aber dafür sind diese fließenden Übergänge durch die einzelnen Phasen magisch und nicht bei günstigen Parfums zu finden. So gekonnt, fein und subtil zumindest nicht.

Uden wird von zitrisch-pudrig bis hin zu kuschelig-warmen Kaffee mit Rum-Schuss zu allem was man sich vorstellen kann. Er hat mehr Seiten und Facetten als ein magischer, bunter Würfel aus den 80ern. Am Anfang denkt man an einen sportlichen Duft, dann geht er immer mehr in die Rum-Note, man könnte ihn zu dieser Zeit glatt als einen Frapin-Duft durchgehen lassen. Dann wärmt er noch mehr auf, ohne seine Leichtigkeit durch Ambra und Moschus komplett zu verlieren. Bis nur noch ein sanfter, fast gourmandiger Kaffee-Moschus-Film auf der Haut ist, mit ihr sagenhaft fusioniert. Wird also immer besser und hört sich nicht schlecht an. Die komplette Hälfte eins verschläft der Duft aber, spielt sein Talent und seine qualitativ übermächtigen Karten nicht aus. Das gelingt erst zu spät. Anfangs verliert der Duft sogar klar gegen das gleichzeitig getestete JS Exte Man für 8€. Auch insgesamt verliert Uden knapp, wodurch ich dank der rigorosen Preispolitik nochmal 10% abziehen muss.

Flakon: dickes Glas, wie frisch aus des Sultans Schlafzimmer geklaut!
Haltbarkeit: nach 6 Stunden riecht die Umwelt nichts mehr. Auf der Haut bleibt er aber über 10.
Sillage: Durchschnitt. Wirklich Durchschnitt. Und das ist sowas von gar nicht was man erwartet und will. Es ist einfach ein sauteurer Allrounder! Basta.

Dieser Xerjoff ist für mich weiter weg von meinem Konto, Portemonnaie und Sammlung, als Bruno Banani Düfte von der Qualität die zweifelsohne in Uden steckt. Trotz Vielseitigkeit, safem Fahrwasser von Mainstream-Hits und dem wunderbaren Drydown muss da mehr kommen. Wird es auch bei bestimmt irgendeinem der Xerjoff-Allstars!
2 Antworten
Sillage 7.5/10
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 8.0/10
Hilfreicher Kommentar    4 Auszeichnungen
Geschmeidigkeit in einer Flasche
Ich tue mir immer wieder schwer, eine passende Einleitung für Duftkommentare zu finden, aber nachdem ich mir diesen Duft jetzt nach langem Drumrumschleichen doch gegönnt habe, wirds endlich mal wieder Zeit für einen Kommentar.

Uden ist zu Beginn ein frischer, süßlicher Zitrusduft mit weißen Blüten und ein paar Hölzern, ähnlich zu Sculpture Homme von Nikos oder Wood & Spices von Montale.
Die ersten Minuten mit der Probe damals war ich darum recht angespannt, diese lantente Angst, doch nur ein überteuertes Sculpture Homme gekauft zu haben war da.

Doch interessanterweise gibt es bei Uden eine 180° Wendung zum Süßlichen und Warmen. Die floralen Zitrusnoten verschwinden nicht komplett, rücken stattdessen in den Hintergrund und machen Platz für Rum, Kaffee, Ambra, Moschus und Vanille.

Rum und Kaffee sind beide dezent gehalten, verleihen aber dieser süßen Basis ein gewisses Volumen und nochmal eine zusätzliche Wärme, der Vergleich mit Lolita Lempika Au Masculin ist hier sogar berechtigt, da dieses Element auch dort zu finden ist (oder in Givenchy's Play Intense).

Dass Uden unrund sei, kann ich absolut nicht nachvollziehen, für mich wirkt jeder einzelne Baustein weich und rund, wirkt daher natürlich. Sculpture Homme und Wood & Spices sind relativ ähnlich, besitzen aber beide nicht diesen Twist und wirken im Vergleich zu Uden eher glasig und unsauber, faktisch bekomme ich von diesen beiden Kopfschmerzen.

Dieser Kontrast in Uden ist sehr schön, sportlich, frisch und energiegeladen zu beginn und warm & einladend gegen Ende hin, man stelle sich vor, man geht Abends wenn es kühl ist mit der Freundin joggen (das sportliche, frische), nimmt danach zusammen eine heiße Dusche und verbringt den restlichen Abend zusammen vor Kaminfeuer mit heißer Schokolade.

Zusammenfassend finden wir in Uden einen sehr interessanten Kalt-Warm-Kontrast, der sowohl "Sportskanone" als auch "Kuschelbär" ausstrahlt.

Die Qualität von Uden ist für mich auch sehr überzeugend, er ist sehr langanhaltend und intensiv, ohne nervig oder penetrant zu werden.
Dies macht den Duft auch sehr ergibig. Wenn man 4€/ml ausgibt und sich trotzdem wie ein Kind über seinen neuen Duft freuen kann, merkt man, dass XJ vieles einfach richtig macht.

In jedem Fall erfüllt Uden alle kriterien, die ich von einem guten Parfum erwarte: gute Performance, schöne Rohmaterialien... und naja, die Komplimente von den Frauen folgen sicherlich noch. ;-P

Achja, ähnliche Parfums:

- Montale Wood & Spices
- Nikos Sculpture Homme
- Paloma Picasso Minotaure
1 Antworten
Flakon 10.0/10
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 6.0/10
Sehr hilfreicher Kommentar    8 Auszeichnungen
Da sprach Ramses und wurde von Moses erschlagen
Ein Shooting Star soll er sein, Mr. "Uden". XerJoff rennt bei mir zumindest schon einmal mit dem Flakon offene Türen ein, ich habe seit meiner Kindheit ein Faible für die glorreichen Zeiten Ägyptens. Ein faszinierender Mythos, wobei der ja ruhmreiche Realität war. Insofern kann man das Ganze schon teuer verkaufen, was hier auch getan wird.

Alles hat seinen Preis, nur der Preis braucht auch Substanz, um gerechtfertig zu sein. Diese Rechtfertigung garantiert bei "Uden" allerdings nur die Optik und der Stil. Der Duft an sich ist etwas grobschlächtig im Ausdruck, mit Ägypten verbinde ich eher etwas mystisch sinnlich betörendes. Das Problem ist die Zusammensetzung.

Gut ist die citrische Kopfnote, etwas Zitrone und eine leicht bittere Grapefruit. Die Frische federt nämlich etwas den fetten Bauch des Ganzen ab. Elegant ist etwas anderes. Man meint es zu gut mit den Göttergaben. Guajakholz, Rose, Rum, Sandelholz, Ambra, Kaffee und Moschus feiern ein Manifest der charakterstarken Ingredienzien. Opulent vereinnahmend und das nicht im positiven Sinne treffen das Ganze recht gut.

Dekadenz hat einen Namen und so ahnt man spätestens jetzt, weshalb die Ägypter von den Israeliten eine Lektion bekommen mussten und das ist wirklich nicht mein Lieblingskapitel in der Historie der Pharaonen. Die Waffen werden falsch eingesetzt. Viel bringt nicht viel. So kommt fast ein synthetischer Touch von Penetranz in die Geschichte und das tut der Sache nicht gut.

Wohl eher unbewusst statt beabsichtigt versinnbildlicht XerJoff mit "Uden" vielmehr ein Stück Größenwahn als Bestandteil der einstigen, glorreichen Macht vom Nil und tut sich damit selbst keinen Gefallen. Das ist einfach zu viel, um genossen werden zu können. Es ist hier nicht einmal mehr eine Sache der Dosierung, selbst ein Tropfen hat schon zu viel PS, man hat sich schlichtweg vergaloppiert bzw. läuft wieder in die Falle Gottes und wird geplagt. Schlecht ist Uden keinesfalls, sogar überdurchschnittlich, aber in jeder Hinsicht nicht angemessen. Hier fehlt die Finesse.
7 Antworten
Flakon 7.5/10
Sillage 7.5/10
Duft 7.0/10
Hilfreicher Kommentar    1 Auszeichnung
Eine Zitatensammlung
XerJoff, einer der Marken, die auf meiner Reise durch die Nischenwelt für mich besonders interessant sind.

Als ersten Duft habe ich Oesel probiert. Dazu hat Kankuro eigentlich schon alles gesagt, was gesagt werden musste. Ein "Remake" von Fleur du Male zum 10 fachen Preis im Luxusflakon. Ich hatte mich so auf eine eigenwillige und neue Orangenblüteninterpretation für Jungs gefreut! Eine Enttäuschung...
Uden macht hier keine Ausnahme. Wir haben hier eine Zitatensammlung aus einigen der erfolgreichsten und speziellsten Mainstreamdüften zu tun.
Direkt nach dem Aufsprühen überkommt mich ein Schwall an Erinnerungen. Der ganze Duft ist aufgebaut auf einer ähnlichen, aber süßeren und dunkleren Abwandlung von Lolita Lempickas Au Masculin. Noch ein bisschen betont männliche Noten aus La Nuit de l'Homme ausgeliehen, vielleicht. Die, die uns aus Aftershaves so gebräuchlich sind. Darauf setzte man eine etwas schwächliche Kaffeenote - die Selbe, die Maurice Roucel in seinem sagenhaften Rochas Man und seinem meiner Meinung nach eher schlechten New Harlem verbaut hat.
Ein bisschen Zitrus als Addition, und schon haben wir einen neuen Duft kreiert, der in seiner teuersten Ausführung mehr kostet als alle Motivationsvorlagen - ja, Originalen - zusammen.
Zur Basis gehts dann immer mehr Richtung Midnight in Paris. Wobei Midnight in Paris laut Datenbank später erschienen ist.

Das muss nicht sein. Wer sich in Uden verliebt hat, sollte unbedingt vorher Lolita Lempickas Au Masculin testen. Man bekommt einen günstigeren, aber nicht viel mehr verbreiteten und daher ähnlich exklusiven Duft.

Ich werde XerJoff aber (noch) nicht abschreiben, wie ich es mit Bond getan habe. Es ist vielen Leuten willkommen, eine "high-quality" Version eines Mainstreamduftes kennenzulernen und in einer leicht abgewandelten Form auch zu kaufen. Das ist mir eigentlich auch willkommen, aber muss der Preis dann so übertrieben werden? Man könnte den Verdacht äußern, dass XerJoff einen "Safe-Shot" mit diesen Düften landen wollte. Kassenschlager mit vorgegaukelter Exklusivität als Einkommenssicherung der Marke - falls die (vermeintlich) spezielleren Düfte nicht so oft gekauft werden sollten.

Ähnliche Düfte oder Alternativen: Au Masculin, La Nuit de l'Homme, Midnight in Paris
4 Antworten
Haltbarkeit 10.0/10
Duft 10.0/10
Sehr hilfreicher Kommentar    15 Auszeichnungen
Nicht von dieser Welt... oder etwa doch?
Uden gehört zur Shooting Stars Collection. Man erwirbt nicht nur ein Parfüm, sondern auch ein Bruchstück eines in Sibirien niedergegangen Meteoriten. Um diesen historischen Meteoriteneinschlag herum haben die Macher der Duftreihe marketingtaugliche Geschichten bzw. Weisheiten gesponnen oder ersonnen, die letztlich den hohen Preis von 329 Euro für 50 ml EdP rechtfertigen sollen. Wenn man so will, ist Uden also nicht von dieser Welt, sozusagen ein außerirdischer - oder sollte ich besser sagen, ein überirdischer? - Duft.

Luxusparfüms faszinieren mich und sprechen meine Neugier an. Ich stelle mir die Frage, ob ein Parfüm einen solchen Preis auch tatsächlich wert sein kann, wobei hier natürlich jeder seine individuelle Schmerzgrenze hat. Bei mir mag die höher liegen als beim Durchschnittskonsumenten. Dennoch muss mich ein Duft in dieser Preisklasse vollkommen überzeugen, damit ich ihn kaufe, und ich stelle natürlich höhere Ansprüche an einen solchen Duft, als an Düfte, die nur einen Bruchteil kosten. Ich habe mehrere Parfüms der Shooting Stars Collection getestet, und Uden war der einzige Duft von diesen, der mir gefallen hat. Bei allen anderen war schon nach dem ersten Schnüffeln am Teststreifen klar, dass wir nicht zusammen kommen werden. Uden schaffte es bis zum Hauttest, aber wirklich überzeugt war ich erst, nachdem ich einen Spaziergang mit ihm machte und frische Luft zum Reinigen der Rezeptoren tankte. Die Kaufentscheidung war getroffen, wenn auch etwas zögerlich.

Mit Spannung öffnete ich die größte Umverpackung (noch größer als bei Clive Christian) meiner ganzen Parfümsammlung, in Form einer weißen Schachtel mit schief angebrachtem Aufkleber. Aha, man machte sich trotz des Preises also nicht einmal die Mühe, für jeden Duft eine eigene Schachtel zu bedrucken. Schwach! Aber letztlich war der äußere Teil nicht viel mehr als ein stabiler Schuhkarton, der lose mit Folie ausgepolstert war. Darin befand sich ein zweiter Karton, der schon viel schöner gestaltet war, den Parfümnamen aber auch nur über Aufkleber (diesmal sauber positioniert) kommunizierte. Auf der Vorderseite ist das Motto der Kollektion zu lesen: "A Shooting Star can fall to Earth and straight into your Soul. The Stars can be closer than we think. Surround yourself with the Essence of their celestial Beauty." Wieso muss ich jetzt gerade an "nobody expects the Spanish Inquisition" denken? Könnte mir womöglich plötzlich und unerwartet ein Meteorit auf den Kopf fallen? Ein Moment der Ehrfurcht prallt an mir ab... Auf der Rückseite befinden sich die Namen und Ingredienzen der drei XerJoff-Düfte Dhofar, Modoc und Uden, wo bei Uden vermutlich per Hand ein Häkchen in einem Kästchen eingetragen wurde. Aha, dieselbe Verpackung für drei Düfte. Darunter befindet sich dann bei mir handschriftlich eingetragen die Nummer 080/299. Jedes Parfüm ist auf 299 Flaschen pro Jahr limitiert - das Jahr ist allerdings nicht angegeben, was die Nummer irgendwie witzlos macht. Diese Information habe ich allerdings nur von einer Webseite, man könnte allein anhand der Verpackung meinen, es gäbe insgesamt nur 299 Flakons von Uden.

Ich öffne den zweiten Karton und ziehe eine schwere, braun lackierte (Holz-?)Kiste hervor. Oben ist das goldfarbene Logo der Shooting Stars eingearbeitet, unten ist eine Samtfläche, damit die Kiste nicht verrutscht. Über ein Scharnier lässt sie sich aufklappen. Innen erwartet mich ein silbernes Kissen mit goldener Schrift, und auch die Kiste ist mit silbernem Stoff ausgekleidet. Innen im Deckel ist ebenfalls ein Schriftzug, aber auch eine Plakette, die mir nochmals sagt, dass ich Nummer 080/299 erworben habe. Diesmal ist die Nummer mit "Limited Edition Batch" bezeichnet, was mich verwirrt. Ein Batch kann alles sein, das muss sich streng genommen nicht auf den einzelnen Flakon beziehen, sondern könnte genauso gut für Palette Nr. 80 stehen.

Damit nicht genug. Ein verschnürtes weißes Säckchen liegt in der Kiste, welches ich öffne. Ein kleiner, seitlich offener Karton fällt mir in die Hände, in dem ich den Meteoritensplitter aus Sibirien (Verzeihung, aus dem Weltall) finde. Für mich als Naturwissenschaftler durchaus nett; fast bedauere ich, kein Labor mehr zu haben, um den Stein in Säure zu lösen und seine Zusammensetzung zu analysieren... auf jeden Fall ist es ein Metallbrocken. Die Analyse kann ich mir sparen, da ist auch noch ein Zertifikat, dass es sich um einen Iron II B Meteoritentyp handelt, der am 12. Feb. 1947 in Sibirien niedergegangen und im April 1947 geborgen wurde, mit Angabe der Fundortkoordinaten.

Kommen wir nun zum Abschluss... äh Moment, da war doch noch etwas. Da liegt ja auch ein Parfümflakon eingebettet in silbernen Stoff (oder Samt)! Ein Glasquader mit aufknüpfbarem Ledergürtel, mit vergoldeter Platte (mit Logo) vorne und Schrift hinten. An der Seite im Glas eingraviert, sind die beiden ersten Sätze des Spruches vom Karton und erneut 080/299. Welch Aufwand! Ich nehme den vergoldeten Aufsatz ab und kann mich endlich nach endlos anmutenden Minuten mit dem kostbaren Nass einsprühen (liebe Kollegen, ich komme heute später ins Büro, ich muss mich noch parfümieren...). Nur mit Mühe bekomme ich alles wieder zusammengebaut, und ich komme mir vor wie in der Hobbythek, Ausgabe "Wir basteln uns eine Parfümverpackung mit Jean Pütz".

Ich höre Euch schon die ganze Zeit stöhnen und fragen: wie isser denn nun, der Duft? Mann, komm' zur Sache! Ja ja, ich bin ja schon so weit...

Der Auftakt ist für mich ein Rätsel, da ich ihn nicht als zitrisch empfinde. Durchaus frisch, aber mit einer hellgrünen Note. Leicht grasig, herb, fast wie Vetivergras, abgerundet durch eine ganz leichte Holznote. So erscheint mir bereits die Kopfnote. Bin ich etwa direkt in der Herznote bei Guajak- und Sandelholz gelandet? Ja, ich denke beides zu riechen, wenn auch nicht übermäßig intensiv. Eher als eine Art Basis für die trockene Anfangsfrische. Vielleicht kommt der grünliche Auftakt auch von der (leicht herben?) Grapefruit? Etwas leicht fruchtig-süßes mischt sich bald darunter, ein bisschen floral. Das dürften die Rose und der Rum sein. Uden wirkt auf mich sehr leicht, beschwingt, fröhlich, aber nicht ausgelassen oder gar übermütig. Stets seriös, aber nicht steif. Womöglich jung-dynamisch? Dezent und trotzdem präsent (ich dachte, der Duft bliebe eng am Körper, aber der Eindruck täuscht, wie ich bestätigt bekam). In dieser Anfangsphase ist Uden ein sehr ungewöhnlicher Duft, wie ich keinen anderen kenne. Ich kann ihn tatsächlich mit keinem anderen Parfüm vergleichen. Immer wieder erfreue ich mich den Tag über mit einem leichten Hauch des Duftes, der mir in die Nase weht, ehe eine warme, weiche, balsamische Basis aus Ambra/Amber, Vanille und Moschus (den Kaffee erahne ich eher) als Ausklang erscheint. Trotz dieser Basis für mich kein typisches Winterparfüm, sondern ganzjährig geeignet mit Schwerpunkt auf Herbst und Frühling, wie ich meine. Ein seriöser, erwachsener Duft, der sich jugendliche Unbeschwertheit bewahrt hat. In seiner Kombination an Duftnoten einzigartig und überraschend (die Duftpyramide kann ich nachvollziehen, hatte zuvor aber eine völlig andere Erwartung und wurde angenehm überrascht). Der Übergang vom frischen (aber nicht zitrischen) Duft zum weich-süßlich-balsamischen Duft ist außergewöhnlich.
Nachtrag (29.07.2010): Habe nun auf 100% erhöht, da ich den Duft inzwischen als echten Wohlfühlduft ohne Abstriche empfinde.
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Statements

Hermesh vor 18 Monaten
Die zitrischen und die Kaffenoten in ständiger Wechselwirkung, ergänzt mit einer Spur von Rum. Meisterhaft und klar umgesetzte Ambivalenz.+4
Flakon 10.0
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 9.0
DaveGahan101 vor 9 Monaten
Sehr schöner Duft, der in der Tat an Le Male erinnert..Mischung aus Le Male und Reflection Man..gegen später aber durchaus eigenständig!+3
Flakon 9.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 8.5
1 Antwort
Gusteau vor 9 Monaten
Pudrig weiche Zitrone anfangs vermischt sich nach und nach mit Kaffee und Vanille, traumhaft wirklich spannender Duftverlauf!+2
Duft 9.0

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