Hyazinthe
Meditation mit
vor 9 Jahren - 04.01.2017
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Meditation mit anrüchigem Odeur

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Jedenfalls hab ich das Bedürfnis, solchen Usern hier, die wie ich, sich auch mit Themen wie Meditation, Selbstentwicklung u.ä. beschäftigen, von meinem Ausflug in die Welt der Meditation, die anscheinend mit manchmal merkwürdigen Organisationen verbunden ist, zu berichten.

In diesem Fall heißt sie "Vipassana". Ich hatte mehrmals davon gehört, eine enge Freundin betreibt sie seit einiger Zeit und hat sich tief darauf eingelassen, sodass ich meinte, wäre vielleicht wert, dies auszuprobieren. Anmeldung war schwierig, da schnell ausgebucht, was ja meist ein gutes Zeichen ist. Nun war ich glücklich, im Nachrückverfahren über den Jahreswechsel einen Platz zu bekommen, in Meppen, im Emsland in der Jugendherberge, die man angemietet hatte. Glücklicherweise bin ich mit dem eigenen Wagen hingefahren, was gleich noch verständlich wird.

Ich kam ziemlich spät an, etwas zu spät, und schob die Unsicherheit und Nervosität der Damen der Anmeldung auf diesen Umstand. Später musste ich erleben, dass da eine große Angst herrschte, etwas falsch zu machen. Über die kleinste Kleinigkeit musste Erlaubnis eingeholt werden (davon später mehr). Ich musste ein umfangreiches Papier ausfüllen über meinen psychischen Zustand, wichtige Stationen in meinem Leben, über Drogenfreiheit, und eine Kontaktperson angeben, sowie mich verpflichten, auf keinen Fall den Kurs vorzeitig zu verlassen. Fühlte sich ein wenig merkwürdig an, aber ich wollte ja mitmachen, und wusste, dass das Ganze nicht einfach werden würde, und die sich dann absichern, dass nur gesunde entschlossene Teilnehmer da sind, und falls einer durchdreht, sie sich an jemanden wenden können.

Allerdings, als ich Handy, Papiere und Geld abgeben sollte, weigerte ich mich standhaft. Dies war auch vorher nirgendwo erwähnt worden. Ich wurde dann der Leiterin des Kurses vorgeführt, der ich dann anbot, diese Dinge im Auto zu lassen, auf einem etwas entfernten Parkplatz, lieber ging ich das Risiko des unbewachten Parkenplatzes ein. Ansonsten würde ich den Heimweg antreten. Dies wurde dann akzeptiert.

Die Regeln waren: 10 Tage Schweigen, keinerlei Kontakt mit den Anderen, weder Blicke, noch Berührung, noch Geschriebenes. Kein Kontakt nach aussen. Nichts aufschreiben, nichts lesen. Kein Kontakt mit dem anderen Geschlecht; die Männer waren so von uns isoliert, dass wir keinesfalls Kontakt haben konnten, im Meditationsraum wurde auf der Männerseite sogar das - sowieso dämmrige Licht - ausgeschaltet, als diese hereinkamen.

Tagesplan: 4 Uhr aufstehen, Meditation bis 6:30, dann Frühstück, Meditation, 11 Uhr Mittagessen, Ruhezeit 1 Stunde, Meditation, 17 Uhr Tee und eine Frucht, Meditation, Vortrag vom Band, Meditation. Also ziemlich hard-core. Man konnte aber manche Meditationen im eigenen (4 Etagenbett-)Zimmer machen, ansonsten saßen etwa 140 Menschen in einem etwa 150qm Meditationsraum. (Die Luft kann man sich vorstellen, wenn da 1 bis 2 Stunden meditiert wurde).

Ich wusste, es würde mir wohl keine Schwierigkeiten machen, lange zu schweigen, doch merkte ich am 3. Tag, dass durch das innere Sich-Abschotten gegen außen, sich ein menschlicher Abstand zu meiner Umgebung einstellte, die sich in einer fühlbaren inneren Härte äußerte. Dies fiel mir auf, und verunsicherte mich. Auch war die Athmosphäre, (bzw. empfand ich sie so) die dort herrschte, ziemlich kalt. Kein Lächeln, kein Blick, jeder komplett für sich, das aber auf engstem Raum, hatte etwas unmenschliches an sich. Auch wurde ich von einer "Aufseherin" am 2. Tag, als ich Durchfall hatte, und mich daher kurz in mein Zimmer begab, nach wenigen Minuten dort aufgesucht, und gezwungen, wieder in den Meditationsraum zu kommen, trotz meines Einwandes, dass ich krank sei, und gleich wieder zum Klo müsse. Bald fühlte ich mich wie in einem Lager, gefängnismäßig. "Auslauf" oder "Hofgang" wie ich es für mich nannte, gab es nur nach den Mahlzeiten, in einem abgesteckten kleinen Bereich des dahinterliegenden Parks, der Ausgang war tabu. Wir waren unter ständiger Beobachtung, sodass es unmöglich war, das zu umgehen. Vor allem dagegen regte sich mein Widerstand, diese komplette Kasernierung und Überwachung. Da ich ein Bewegungsmensch bin und dringend Bewegung als Ausgleich gegen das stundenlange Sitzen brauchte, überschritt ich im Schutz der Dunkelheit dann doch die Umgrenzung und genehmigte mir einen Spaziergang oder Lauf. Das tat mir außerordentlich gut und störte keinesfalls meine "Versenkung".

Sollte man meinen, dass dies alles dazu führen sollte, abzubrechen, wollte ich doch nicht aufgeben, sozusagen "versagen", hatte ich doch mir und auch nach außen mein Wort gegeben. Ich glaubte auch immer noch an den möglichen "Erfolg" meiner Unternehmung, verstand ich auch, dass diese Vorkehrungen dazu da waren, jegliche Ablenkung zu vermeiden, um eine tiefe Konzentration auf sich selbst und den Inhalt der Meditation zu gewährleisten.

Welcher Art war denn nun dieser Inhalt?

Dazu waren die abendlichen Vorträge vom Band des indischen "Meisters" namens Goenka da. Im ersten wurden allgemeine Regeln erläutert, die beachtet werden müssen, um den Erfolg zu haben, die eigentlich in jeder Religion gang und gäbe sind, wie sie auch in den 10 Geboten des Christentums dargelegt werden. So weit so gut. Allerdings waren dann im 2. Vortrag schon Merkwürdigkeiten, wie Verunglimpfung der Religionen, obwohl betont wurde, dass diese Meditationsart keine Religion sei, und diese vollständig geachtet würden. Mitglieder von Kirchen wurden lächerlich gemacht, dass sie bereit seinen, für Versprechungen, wie in den Himmel zu kommen, den religiösen Führern und ihren Dogmen zu folgen, keine Denktätigkeit und Überprüfung einsetzten und blind folgten. Das empfand ich als verunglimpfend und äußerst abwertend, auch wenn ich mich selbst keiner Kirche verplichtet habe. Überhaupt empfand ich die ganzen Erklärungen als sehr einfach, die Beispiele und Vergleiche wie für Kinder gemacht, auch über die Art der Meditation von anderen Richtungen wurde negativ gesprochen, bspw. dass sich dadurch nur der Geist an der Oberfläche klärt, aber alles ins Unbewusste gedrückt würde, und dadurch der Schaden vergrößert. Man ging von einer sehr negativen Sicht des menschlichen Geistes aus, der bis ins Tiefste schwer vergiftet sei. Da er sich ja immer nur in der Vergangenheit oder Zukunft aufhielte, nie in der Gegenwart und immer nur Angriffsgedanken produziere. Mit fortschreitender Meditationserfahrung in Vipassana sollen tiefsitzende "Knoten" sich auflösen, man könne das bemerken, dass Gedanken aufstiegen, wo man von sich selbst erschrocken wäre, woher das käme (aus dem Unbewussten natürlich!), die sich dann aber auflösen würden. Meine zunehmenden Zweifel und Widerstand gehörte nach deren Meinung dann wohl auch dazu! Beruflicherweise weiß ich nun einiges über die psychologischen Modelle der 3 Stufen von Bewusstheit, Halbbewusstheit und Unterbewusstsein, und auch der dazugehörigen Deutungen, sodass mir die Haare zu Berge standen. Ich fragte mich, auf welcher Grundlage solche Behauptungen aufgestellt wurden. Woher wussten die, dass sich auf diese Weise "Knoten" lösten, die wir angeblich durch schlechte Gedanken und emotionale Reaktionen im Laufe des Lebens immer mehr aufbauen? Wie kommen die darauf, dass das Unbewusste oder Unterbewusste "gereinigt" werden muss? Man könnte über diese Theorie jetzt viel gegen argumentieren, das unterlasse ich jetzt hier.

Jedenfalls merkte ich immer mehr, wie abstrus das Ganze war. Bisher war ich gewillt gewesen, auch diese Form der Meditation einfach so hinzunehmen, im Vertrauen darauf, dass ja auch eine geschätzte Freundin damit wohl "Erfolg" habe. Man meditiert also die ganze Zeit mit Beobachtung von Empfindungen an den Nasenlöchern und Umgebung, um den Geist nicht schweifen und abschweifen zu lassen, was ja auch andere Richtungen so erklären, dass der "Geist" einen Haltepunkt braucht, um nicht abzuschweifen.

Ich war erstaunt, dass tatsächlich die Menschen ungemein diszipliniert waren, abgesehen von den jahreszeitgemäßen Erkältungsgeräuschen konnte man zeitweise solche Stille erleben, dass man eine fallende Stecknadel bemerkt hätte.

Es war angekündigt worden, dass am 4. Tag eine neue Stufe der Meditation dazu käme. Ich war sehr gespannt. Leider eine große Enttäuschung! Nun sollte man nicht nur die Empfindungen im Bereich der Nasenlöcher beobachten, sondern ausgehend vom höchsten Punkt des Kopfes, langsam abwärts gehend den ganzen Körper nach und nach nach Empfindungen durchfühlen. Dann wieder oben anfangen und so weiter. Denn alle Inhalte des Geistes, die gereinigt werden müssten, würden sich als Empfindung im Körper bemerkbar machen, und wenn sie dann bemerkt würden, würden sie aufgelöst. - Das war für mich die Spitze des absoluten Unsinns. Da war für mich etwas aus der Körpertherapie gründlich missverstanden worden. - Und, wir sollten jetzt uns in der Meditation nicht mehr bewegen, sollten also eine Haltung einnehmen, die uns erlaubte, eine Stunde sich nicht zu bewegen. Mir war klar, das würde ich nicht schaffen, ich hatte schon jetzt erste Erscheinungen von Ischias, und - ich hatte vorsichtshalber Akupunkturnadeln mit genommen, um mich im Ernstfall selbst zu akupunktieren - war auch nicht bereit, gegen die Signale meines Körpers zu handeln. Es wurde behauptet, dass diese Schmerzen, die dabei auftreten, nur innere Knoten seinen, und wenn die gelöst seien, dann mit einem Schlag die ganzen Schmerzen weg seien. Solch ein himmelschreiender Unsinn war ich nicht bereit zu akzeptieren. Ich erinnerte mich, dass es einen Abend vorher geheißen hatte, Anhänger von Religionen seien bereit alles zu akzeptieren, was man ihnen erzähle, und ihren Verstand nicht einsetzten. Ich war nun bereit, endlich stop zu sagen, weil ich eben meinen Verstand einsetzen wollte / konnte. Ich beschloss nun, die Meditation in Zukunft für mich auf meine eigene, mir gemäße Weise fortzusetzen und mich bei Bedarf auch zu bewegen.

Des Weiteren sollten wir lernen, und zwar am eigenen Körper, dass alles sich ändert, nichts stabil bleibt. Nach dem bekannten Motto: nichts ist sicher und stabil außer der Veränderung. - anitscha hieß das dann. Alles ändert sich. Tja, eine große Weisheit und Erkenntnis. Brauchte ich sie? War das das Wichtigste für mich? Hatte ich das noch nicht zu Genüge in meinem Leben erfahren?

Ich beschloss die innere Verweigerung. Noch immer wollte ich nicht aufgeben, glaubte, ich könne einen Kompromiss mit meiner Meditation finden....

Doch es kam anders. Nach dieser Meditation kam eine Frau, die auch auf meinem Zimmer wohnte, und mit der ich vor Beginn des Schweigens einen sehr netten Kontakt hatte, auf mich zu, und teilte mir mit, sie würde das Camp jetzt sofort abbrechen und nach Hause fahren. Etwas erschrocken über ihre Ansprache, bat ich sie, dass wir unser Zimmer aufsuchen. Dort sprach sie über ihren Entschluss und die Gründe, die ich gut nachvollziehen konnte, waren sie doch zum größten Teil meine eigenen Gedanken. Ich beschloss, dass ich ebenfalls abbreche. Es war schon Abend, und wir wollten keinen Moment mehr da bleiben, auch den Vortrag nicht mehr hören. Wir teilten unseren Entschluss der "Aufseherin" mit, die, was zumindest mich angeht, gewohnt feindlich reagierte. Wir wurden zu einem Gespräch mit der Lehrerin / Leiterin beordert. Ich legte meine Gründe dar, und die wurden freundlich und emotionslos und eigentlich kaum kommentierend, entgegengenommen. Wir mussten dann das Haus sofort verlassen, da wir ja das "edle Schweigen", und somit eine wichtige Regel gebrochen hatten. Das taten wir gerne, und suchten uns dann ein Hotel, da ein Fahren bei Eis und Schneeglätte (2. Januar) in der Nacht nicht möglich war, und uns die Gelegenheit gab, uns gründlich auszutauschen.

Dies ist nun eine sehr persönliche Darlegung und Erfahrung, aber in dem Bemühen, trotz der persönlichen Betroffenheit einen relativ objektiven Bericht zu geben, um Aufklärung zu schaffen, was diesen von mir erlebten Bereich betrifft. Besonders erschrocken war ich über die Tatsache, wieweit Menschen bereit sind, sich aufgrund von Versprechungen einer Methode zu unterwerfen, die in ihrer extremen Ausprägung einen fast faschistoiden Eindruck auf mich hinterließ. Eigentlich wie es von Anhängern von Religionen behauptet wurde. Mich hat das wirklich erschreckt, und ich bin gespannt, ob irgend jemand hier Erfahrung mit dieser Methode gemacht hat.

Gleichzeitig möchte ich informieren und warnen, sich wirklich vorher damit auseinander zu setzen, ob man sich so einer Sache unterwerfen möchte und selbst überprüfen, ob die Inhalte nachzuvollziehen sind.

46 Antworten
StulleStulle vor 4 Jahren
Das klingt ja interessant. Eine Bekannte war vor geraumer Zeit auch bei so einer Veranstaltung und hat ähnliches erzählt; am Tag vier war sie stinkesauer und schon in Abreise begriffen - und dann hat es "Klick" gemacht und sie hat es doch durchgezogen. Sie verstand es selber nicht, war am Ende aber total glücklich. Selber kann ich da nichts zu sagen, Gruppenveranstaltungen mag ich absolut nicht. Die Kommentare lese ich mir aber noch in Ruhe durch, sobald ich genügend Popcorn gekauft habe ;)
Medusa00Medusa00 vor 5 Jahren
Mein Ex-Chef hat uns vor 20 Jahren mal zu so einem Motivationsguru (Jürgen Höller) geschleppt. Ich hatte schon nach 5 Minuten die Schnauze voll, weil ich derartige Veranstaltungen hasse wie die Pest. Das Publikum hat dort fast auf Knien gelegen und den bejubelt. Noch schlimmer ist Scientologie! Aber ich war für so einen Schwachsinn sowieso noch nie empfänglich.
SüchtigSüchtig vor 7 Jahren
Habe eben erst Deinen Blog gelesen und bin total verstört. Vielen Dank für die Warnung, das ist eindeutig Sekten gehabe. Da wäre ich auch nicht geblieben.
Shanice118Shanice118 vor 7 Jahren
Habe DAS hier gerade gelesen und mir standen bei dem Bericht DIE HAARE ZU BERGE-es lief mir eiskalt den Rücken runter!!!! Mir war so nicht klar,daß es sowas in Deutschland gibt. Was das mit PARFUM zu tun hat??? Hat hier Jemand gefragt. Durftet ihr doch bestimmt NICHT benutzen oder,man hätte euch die Nasenlöcher zugeklebt!!!! Du hast doch für diesen Schwachsinn hoffentlich NIX bezahlen müssen?? Schön,daß du früh abgebrochen hast und schön,daß du hier bist und uns davon berichtet hast.DANKE
Kajsa5Kajsa5 vor 9 Jahren
Ohje, Vipassana... Ein eigentlich lieber, aber im Leben sehr hilfloser Bekannter von mir macht das seit Jahren immer wieder, in erster Linie, um sich das Rauchen abzugewöhnen (was bis jetzt nicht geklappt hat). Er erzählte exakt all die Dinge, die du in einem Bericht schreibst, nur das er immer noch völlig begeistert von dem Konzept ist, und jedesmal mächtig stolz, teilgenommen zu haben. Einwände zählen für ihn nicht. Danke für den Bericht, er bestätigt alles, was ich befürchtet hatte.
ExUserExUser vor 9 Jahren
Ganz herzlichen Dank für diesen ausführlichen Beitrag. Sehr interessant, habe ähnliches bei Reiki erlebt. Faschistoid ist noch zahm ausgedrückt, in meinen Augen ist so etwas sadistischer, menschenverachtender Terror.
SkjomiSkjomi vor 9 Jahren
Ein spannender Artikel, den ich interessiert gelesen habe! Schön, dass du dir deine eigene Wahrnehmung und deine eigenen Gedanken erhalten hast und so den richtigen Weg für dich gefunden hast. Ich kann mir schwer vorstellen, dass so eine Entmündigung zur persönlichen Weiterentwicklung beiträgt.
PaulettePaulette vor 9 Jahren
Schon bei der Verpflichtung, auf jeden Fall bis zum Ende zu bleiben, wäre es bei mir aus gewesen.
Und: die Methode sollte für mich arbeiten, nicht ich für die Methode. So geht es mir jedenfalls nach Jahren der sehr hilfreichen Yoga-Praxis.
NasenhornNasenhorn vor 9 Jahren
Es ist hier schon so ziemlich alles gesagt worden. Ich bin jedenfalls froh, dass du gegangen bist. Hat das Ganze denn Geld gekostet? Zurückhabenwollen! Notfalls einklagen.
GirlainGirlain vor 9 Jahren
Die Ablenkung durchs andere Geschlecht betrifft dann wohl nur die Heteros unter den Teilnehmern? ;-)
Danke für Deinen Bericht, alle Achtung, wie ernsthaft Du versucht hast, Dich darauf einzulassen. Selbsterfahrungseffekt ist am Ende vermutlich, zukünftig auf die innere Stimme und Körpersignale zu hören und sich das Recht zu nehmen, fluchtartig aus solchen Gruselveranstaltungen zu verschwinden!?
JodieJodie vor 9 Jahren
Liebe Hyazinthe,
ich habe deinen Bericht sehr beklemmend empfunden. Und wie sachlich und nüchtern du die Tage beschrieben hast finde ich gut. Nun hoffe ich dass du ein guten und friedvolles Jahr vor dir hast.
Rebirth2014Rebirth2014 vor 9 Jahren
Dazu passt das Zen-Rätsel: Ein buddhistischer Mönch übernachtet bei einer Familie. Nachts bietet die Tochter sich an, mit ihm zu schlafen. Der Priester ist erzürnt, beschimpft die junge Frau, ob sie denn nicht wisse, dass er als Mönch dies nicht dürfe. Weinend verlässt die Tochter das Zimmer. Kurz darauf fordert die Mutter ihn auf, ihr Haus zu verlassen, da er offensichtlich kein Mönch sei.
Rebirth2014Rebirth2014 vor 9 Jahren
@Nochoi: Ehre verteidigt ... angegriffen wurde ... Angemessenheit - Das ist Deine Motivation? Kann ich nicht verstehen. Hier wurde ein Bericht verfasst, der sich um Objektivität bemüht. Er besteht aus sachlichen Schilderungen des Ablaufs dieser Veranstaltung und den entsprechenden Reaktionen der Autorin. Wer sich auch nur im Ansatz mit den Grundlagen des Buddhismus auseinandersetzt, der wird hier wohl kaum den Veranstalter in Schutz nehmen können bzw. wollen.
SiebterSiebter vor 9 Jahren
@Nochoi: Ist ein so egobeladener Begriff wie „Ehre“ in so einem Umfeld überhaupt relevant? Das wäre ja recht widersprüchlich.
SeeroseSeerose vor 9 Jahren
Sekte oder nicht ist für mich irrelevant. Es wird sie immer geben, einerseits die "Glasperlenspielsucher". Und immer die, die das ausnutzen (das nicht nur im Kontemplativen) durch Bevormundung, Gehirnwäsche, Macht mit zweifelhaftesten Zwangsmethoden und Suggestion, psychischer Erpressung etc. sowie auch Abzocke durch satte Geldeinnahmen, wie ein gewisser schon im Nirvana weilenden ....wa(h)n. Dessen Audienzen waren, wie mir Aspiranten berichteten, eines Kaisers im alten China gemäß - im Ashram
NochoiNochoi vor 9 Jahren
Ich habe zu diesem Thema gesagt, was ich in einem thematikfremden Forum dazu zu sagen habe und, soweit ich konnte, die Ehre des Meditationsanbieters verteidigt, die durch den Titel des Blogs angegriffen wurde. Jemand sollte es der Angemessenheit halber schliesslich tun.
Rebirth2014Rebirth2014 vor 9 Jahren
@Nochoi: Definition von Sekte, laut Duden: "Eine kleinere (Glaubens-)Gemeinschaft, oft mit einem hierarchischen Aufbau, deren Ansichten meist sehr radikal und abwegig sind sowie den ethischen Grundwerten der Gesellschaft widersprechen." Welche Religion dabei jemand hat, ist belanglos. Jeder Mensch, der eine bestimmte Reife erlangt, wird Mitgefühl und Empathie zeigen. Dogmen und autoritäres Verhalten zeigen ein stark ausgeprägtes Ego, welches es gerade im Buddhismus zu überwinden gilt.
KovexKovex vor 9 Jahren
irgendwie hat mir hier der Bezug zu Parfüm gefehlt, interessant zu lesen war es dennoch. Hat schon etwas sehr sektenmäßiges...besser, dass Du hier ausgestiegen bist. Meditation und viele Varianten davon, wie Thai-Chi oder Yoga u.v.m. sind ganz bestimmt auf positivere Art förderlich für uns, als dieses Gebaren. Ein Umfeld in dem man sich positiv entwickelt ist von Liebe und Dankbarkeit geprägt und nicht vom Gehorsam von Regelungen.
NochoiNochoi vor 9 Jahren
'Sekten' und 'Sektierer' haben im Katholizismus Tradition. Noch vor ein paar Jahren, beim Katholischen Jugendtag hier in Köln, wollte der damalige Papst keine Euchariestiefeier halten. Schliesslich seien die Evangelen ja Sektierer. Jedoch suchen die Evangelen überall nach Sekten und weisen damit die Anschuldigung von sich auf andere. Ein sehr christliches Problem. Im Hinduismus z. B. ist quasi jeder Angehöriger einer anderen Richtung als sein Nachbar.
NochoiNochoi vor 9 Jahren
@Rebirth: Nein, es gibt keine 'Buddhistischen Sekten', weil es auch keine 'Buddhistische Hauptkirche' gibt. Es gibt und es gab von Anfang an nach Buddhas Tod 'Buddhistische Schulen'. Und deren Retreats sind sich so ziemlich alle gleich. Schweigen, keinen Kontakt, geregelter Tagesablauf. Auch Zen Retreats kenne ich so, du etwa nicht? Auch in christlichen Klöstern sind Retreats in dieser Hinsicht ähnlich, so viel ich weiss.
Rebirth2014Rebirth2014 vor 9 Jahren
@Nochoi: Nein, es gibt kein traditionelles Vipassana oder den Buddhismus. Es ist die Auslegung dessen, welches eine Gruppe von Menschen praktiziert. Und so entstehen Sekten. ;-)
Rebirth2014Rebirth2014 vor 9 Jahren
Sehr interessant und erschreckend. Ich selbst bin dem Zen-Buddhismus zugewandt. Dort gibt es keine benannten Ziele, die durch die Meditation erreicht werden könnten. Durch das Praktizieren des Zazen (Sitzmeditation im Zen) wird die Achtsamkeit, die Konzentration gefördert und der Geist von den eigenen Erwartungen besänftigt. Im Kendo wird das durch die vier Krankheiten symbolisiert, von denen man sich löst und damit im Idealfall die Veränderung akzeptiert und im Moment verankert ist.
Holly66Holly66 vor 9 Jahren
Gut, dass du deine Ansicht auch klar vor dir selbst vertreten kannst! Besonders tückisch fände ich, im Nachhinein noch Selbstzweifel zu haben- das würde ich denen nicht gönnen, mich wegen dem Abbruch doch noch irgendwie als Versager zu fühlen im stillen Kämmerlein! Nein!!!
CentifoliaCentifolia vor 9 Jahren
Das klingt ja grauenhaft fremdbestimmt, wäre nichts für mich....
NochoiNochoi vor 9 Jahren
Ach Herrje. Das ist traditionelles Vipassana. Buddhismus ist eine Weltreligion. Goenka leitet keine 'Sekte'. Gut, du konntest dich nicht 4 Tage lang einer Disziplin unterwerfen, das heisst aber nicht, das mit der Sache an sich etwas nicht in Ordnung wäre. Du konntest es nicht, du wolltest es nicht, fertig.
SeejungfrauSeejungfrau vor 9 Jahren
Danke für deinen Blog.Gut,daß sich dein Bauchgefühl sehr bald meldete!Menschliche Kälte u.absurde Regeln lassen dies im realen Leben fast surreal,nicht nachvollziehbar wirken.
Warten auf irgendeine Erleuchtung oder was auch immer läßt Menschen ausharren,obwohl alles "NEIN" ruft.Gruppenzwang usw. können ziemlich unter Druck setzen.Schicksale,momentane psychische Schwäche machen zur leichten Beute.
Es ist immer richtig auf die innere Stimme zu hören wenn sich etwas "falsch"anfühlt.
MokkaMokka vor 9 Jahren
Auf der Suche nach Heil oder Ver-Besserung unseres Daseins begegnen wir auch Kuriositäten. Erfahrungen, die ja nicht gänzlich sinnlos sind: beginnen sie doch mit Vertrauen. Danke für deinen Bericht.
JumiJumi vor 9 Jahren
Gut, dass du ausgestiegen bist! Allgemein, sollten wir alle viel öfter auf unser Bauchgefühl hören. Du hattest ja auch schon ziemlich früh daran gezweifelt.
SeeroseSeerose vor 9 Jahren
Und sowas im katholischen Meppen, ich muss mich schon sehr wundern.
FluxitFluxit vor 9 Jahren
Dass die Handy & Co Regeln nicht erklärt wurden, spricht gegen Meppen. Bei den mir bekannten Vipassanas (also die von www.dhamma.org) wird das vorher bereits im Internet genau dargelegt, denn es ist natürlich eine wichtige Information, bei deren überraschender Offenbarung ich mich ebenfalls sperren würde.
Unterkunft, Verpflegung und Kurs sind kostenfrei bei erwünschter Spende, ja.
FilleFille vor 9 Jahren
Die nehmen zum Ende der Tage bloß Spenden an. Sonst ist es kostenlos!
GerryGerry vor 9 Jahren
Das ganze war dann wohl auch noch richtig teuer?!
JoHannesJoHannes vor 9 Jahren
Wow ... staun! (4 Tage?) Ich kenne ja schon auch einige dieser zweifelhaften Brainwash-Communities, aber das hier erinnert an diese amerikanische Gehirn- und Geldwaschanstalt und an unseren Rolls-Royce-Guru! Gruselig ... bitte, wie Yatagan sagte, diesen Bericht unbedingt an diese offiziellen Stellen schicken. Ansonsten: sich fragen, was man eigentlich sucht und warum man wo hin (oder weg) will. Und was das mit einem Menschen machen soll. Und so weiter ...
FilleFille vor 9 Jahren
Ich las eben noch andere Berichte im Netz zu dieser Art von Veranstaltung. Da wurden die Wertsachen erst nach Androhung von Polizei rausgerückt. Solche Methoden sind schon schwierig
LilienfeldLilienfeld vor 9 Jahren
Entschuldige bitte, aaaaber, 4 Tage hast Du mitgespielt:) alle Achtung.
Was hast Du erwartet, dass Du ( naiv bist Du ja ned ) so einen blinden Vertrauensvorschuss gleistet hast. Das musst Du Dir jetzt alles wieder selber weg akkupunktiern;D
na sei mir ned böse, aber..echt!
FluxitFluxit vor 9 Jahren
Soweit ich weiß, sind die unter Dhamma geleiteten Vipassana Tage - was auf die Veranstaltungen in Triebel und Thailand zutrifft, in Meppen auch? - übrigens komplett kostenfrei bzw. gegen Spendenannahme. Im Gegensatz zu mancher Sekte sehe ich hier also keine finanzielle Ausbeutung.
FluxitFluxit vor 9 Jahren
Von der Veranstaltung an diesem Ort kann ich nichts sagen, aber ich habe Arbeitskollegen, die in Triebel (mehrmals) und in Thailand (einmal, weiß nicht wo genau) die 10 Tage Vipassana mitgemacht haben und enorm zufrieden / bewegt / "mit sich im Reineren?" waren. Dort galten die gleichen Regeln, wurden von ihnen allerdings positiv im Sinne fehlender Ablenkung wahrgenommen. Keine Belustigung über andere Religionen. Wie sehr es sich von Meppen in der persönlichen Leitung unterscheidet, keine Ahnung
SeeroseSeerose vor 9 Jahren
Oje, gleich habe ich nachgeschaut, wo genau die JH ist, aha! Sie haben es wohl nötig. Du bist wirklich eisern. Ich hätte keinen Tag ausgehalten, wäre sofort weg- puh! Ich kriege schon einen Rappel, wenn ich im Krankenhaus sein muss und haue immer vorzeitig ab. Obwohl einen niemand festhält, außer man ist gesundheitlich nicht imstande, sich zu bewegen. Aber was ist mit Deiner Freundin, die angeblich viel Erfolg damit hat? Ist sie schon "gehirngewaschen"? Was wollen die wirklich von den Menschen?
EliseaElisea vor 9 Jahren
Etwas in der Richtung habe ich auch schon erlebt. Ich bin zwar auch vor Ende der Veranstaltung gegangen, habe mich aber hinterher entsetzlich dämlich gefühlt, weil ich nicht auf meinen Bauch gehört und gleich die Flucht ergriffen habe.
Aber negative Erfahrungen gehören auch zu unserem Leben, aus ihnen kann man viel lernen. Wenn auch auf die harte Tour :-)
GerdiGerdi vor 9 Jahren
Naja, zum Thema Selbstentwicklung war dies ja schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung!
Manchmal hilft auch gesunder Menschenverstand, sich vorher über solch dubiosen Machenschaften gründlich zu informieren! Hier in Hamburg gibt es dazu zahlreiche Möglichkeiten.
Interessant wäre zu wissen, mit welchen Kosten dieser Aufenthalt zu Buche stand?
FilleFille vor 9 Jahren
Für mich hätte das sich spätestens am zweite Tag erledigt. Ich bekomm schon Angstzustände nur beim Lesen. Furchtbar...
Gut, dass du abgebrochen hast.
MelisandeMelisande vor 9 Jahren
Liebe Hyazinthe, zuerst einmal meinen Glückwunsch zu dem Entschluss, dieser merkwürdigen Veranstaltung den Rücken zu kehren. Geld, Handy, Papiere abgeben? Männer dürfen nicht (an)gesehen werden? Bewegung verboten? Ich bin immer wieder erstaunt, wozu sich einige - unterstelle ich jetzt mal - doch halbwegs intelligente Zeitgenossen hinreißen lassen. Für mich klingt das, Yatagan erwähnte es bereits, sehr nach Sekte. Ich würde das tatsächlich an einen Sektenbeauftragten berichten.
YataganYatagan vor 9 Jahren
Die Berstungsstellen der Kirchen und zum Teil auch der Kommunen haben sogenannte Sektenbeauftragte. Dort kann man sich über bestimmte Sekten, Sondergruppen und Meditations- bzw. Esoterikzirkel Informationen einholen, die in höchstem Maße fundiert sind. Darüber hinaus kann man über eigene Erfahrungen berichten, die oft wertvoll für diese Experten zur Vervollständigung des Bildes sind. Einige dieser Gruppen werden polizeilich beobachtet, einige wenige sogar vom Verfassungsschutz.
CaecilieCaecilie vor 9 Jahren
Hallo! Das ist ja eine haarsträubende Geschichte! Du Arme, da hast Du wirklich etwas mitgemacht.... Aber auch meine Bewunderung, denn ich wäre wahrscheinlich am ersten Tag schon wieder abgereist. Gut, dass Du es schadlos überstanden hast! Ich wünsche dir alles Gute für 2017, herzliche Grüße
TroemmerTroemmer vor 9 Jahren
Interessant wäre mal, wie viel Teilnehmer die vollen 10 Tage ausgehalten haben. Ich wurde schon vom reinen Lesen ganz nervös.
YallaYalla vor 9 Jahren
Toller Jahreswechsel. Vielleicht mal eine Kopie dieses Berichtes an die JH Meppen schicken. Das muss sich ja nicht unbedingt im nächsten Jahr wiederholen.